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einfach genial !,
16. Dezember 2001
Rezension bezieht sich auf: Das Kalkwerk (Gebundene Ausgabe)
Der 1970 erschienene Roman von Thomas Bernhard handelt wie oft in seinen Werken von intelektuellen Künstlern, die sich in der Welt nicht zurechtfinden.
In dem Fall ist es Konrad. Konrad ist schon im fortgeschrittenem Alter. Im Mittelpunkt seines Lebens steht die Studie. Die Studie über das Gehört. Seit fast 3 Jahrzehnten beschäftigt er sich mit dem Gehör. Tag ein, Tag aus. Seine Gedanknen konzentrieren sich fest darauf. Doch er hat ein Problem. Er schafft es nicht, die Studie auf Papier zu bringen. All seine Gedanken stecken in seinem Hirn.
Am Anfang wird erzählt, wie Konrad seine Frau, sein Versuchsobjekt, umbringt. Im Folgenden wird durch Fro und Wieser die ganze Geschiche Konrads samt Studie und die Besinnung des Kalkwerks, wiedergegeben. Alles in indirekter Rede mit seitenlangen Sätzen und unendlich vielen Wiederholungen. Einfach genial, wie Thomas Bernhard es schafft, seine Sprache der Denkweise Konrads anzupassen.
Es wird über seine Frau gesprochen, warum gerade sie, und wie er sich zu ihr verhält. Warum er gerade das Kalkwerk gekauft hat, warum Konrad sich mit dem Gehör beschäftigt, warum Konrad alleine lebt und innerlich emigriert. Diese und jene Fragen werden beantwortet.
Letzten Endes erhält man einen guten Schnitt aus Konrads Leben. Sein Ziel, die Studie niederzuschreiben, ist sein Lebensziel.
Insgesamt betrachtet, liegt hier, finde ich, ein wahres Meisterwerk vor. Thomas Bernhards Satzkonstruktionen, seine Sprache und seine Ideen, die Konrads Gedankenwelt beschreiben sind einzigartig.
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