Kundenrezension

27 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "fremd (Fremder-Zyklus, Teil 1)" - Eine wundersame Reise durch fremde Gefühlswelten und zugleich Gothic Novel Rock in Perfektion, 21. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Fremd (Audio CD)
Nun ist es also da, das lange Zeit geheimnisvoll behütete Mysterium, das langerwartete neue Album der außergewöhnlichen Formation ASP - pünktlich zu Beginn der kalten Jahreszeit veröffentlichen die Frankfurter ein Album, welches mit einer unvergleichlichen Tristesse, Melancholie und Schönheit aufwartet und den Hörer auf eine Reise durch ungekannte Welten schickt.

Doch was genau steckt dahinter? Das wird vermutlich die Frage sein, die sich der treue Fan vor dem ersten Hörgang stellt. Welche neue Welt breitet Asp vor der Hörerschaft aus, welche Gefühle weckt der neue Zyklus (Fremder-Zyklus)?
Kurz und bündig kann Folgendes ausgesagt werden: Ich habe von meiner seit vielen, vielen Jahren unangefochtenen Lieblingsband nichts anderes erwartet als ihre bisher beste Veröffentlichung und "fremd" hat diese Messlatte sogar noch weit übertroffen!

Den Hörer erwartet eine einzigartige Reise durch die verschiedensten Ebenen des "Fremdfühlens", wie es Asp so schön und treffend in der aktuellen, sehr empfehlenswerten Ausgabe des Orkus ausdrückt.
Die Thematik bietet eine derartige Vielfältigkeit, sodass ich hier nur einige Aspekte des Fremdgefühls nennen werde, um mich nicht in ausufernden Aufzählungen zu verlieren: Der geniale, unendlich kreative Mastermind Asp beleuchtet detailverliebt wie eh und je, wie es ist, sich als Individuum in der Gesellschaft fremd zu fühlen, wie es ist, sich innerhalb einer zwischenmenschlichen Beziehung zu entfremden und sogar - und das ist vielleicht der Kern der Sache - das Gefühl, sich in sich selbst fremd zu fühlen, sich selbst nicht mehr wiederzuerkennen und somit die langjährige Metamorphose hin zu einer leeren Hülle, welche lediglich ein Schatten der einstig lebenden Person ist.

Sicherlich klingt die Thematik in ihrer Gesamtheit mehr als negativ, doch fühlt man sich als Hörer dennoch sanft und bedächtig durch die finstere Welt geführt - eine ganz besondere Tatsache und ein Ausdruck dessen, welch einzigartiges Gefühl man bei ASP schon immer hatte.
Wie ein sachter Schleier umgarnt das Werk den Hörer, wie sanfter Regen prasselt es auf einen nieder und erfrischt dabei Hirn und Herz...

Ich werde versuchen, dieses geniale, nicht zu beschreibende Gesamtkunstwerk nicht in Einzelheiten zu zerpflücken, denn gerecht werden kann man diesem Meisterwerk sowieso nicht mit simplen Worten - ich hoffe, einen Ausblick auf das geben zu können, was den Hörer erwarten wird und zusammenfassend arbeiten zu können, denn eine krampfhafte Analyse verdient dieses Werk, welches doch so sehr durch seine Emotionalität lebt, in keiner Weise.

ASP beginnen den neuen Zyklus mit dem düsteren Intro "A Prayer For Sanctuary", welches den Hörer in einer hypnotischen Art und Weise inhaltlich in das Album geleitet. Das Mantra wird beschwörerisch vorgetragen, der Hörer wird durch dieses Stück, welches beinahe einer Zauberformel ähnelt, direkt und konsequent - auch aufgrund es relativ deutlichen Textes - in die Welt der neuen Erzählung entführt.
Der perfekte Beginn eines wundervollen Albums und sicherlich auch live ein vorstellbarer Opener, legt es doch so beschwörerisch los und entwickelt es sich doch zu einer wahren Headbanging-Orgie!

Direkt auf das Intro folgt die erste Single "Wechselbalg", welche schon im Format der Single vollauf durch Eingängigkeit und Tanzbarkeit überzeugen konnte. Eine puristische Hymne voller Energie, welche mit einem außerordentlich langen und hymnischen Refrain aufwartet und in den Strophen sogar melancholische Momente zulässt. Der perfekte Übergang zwischen dem Zyklus des "Schwarzen Schmetterlings" und dem "Fremder-Zyklus"! Natürlich überzeugt das rockige, energetische Lied im Album-Konzept eingebettet noch mehr, ist es doch eine Art Bindeglied und gerade zu Beginn von "fremd" ist es natürlich perfekt platziert! Ganz große Klasse!

Mit "Eisige Wirklichkeit" folgt auf die erste Single ein Song, welcher mein Favorit für die nächste Single ist - es handelt sich um einen stampfenden Kracher, welcher sowohl in Clubs als auch im Rahmen eines Konzerts in jedem Falle riesigen Anklang finden dürfte!
Rasend und voller stampfender Elektronik beginnen die Strophen und bringen, wie der Titel es schon voraussagt, eine kühle und frostige Atmosphäre mit. Unruhe macht sich breit, die Wirklichkeit kommt hervor und verschlingt alle Freuden. Ernüchternd, vernichtend.
Selbstredend kann man den recht deutlichen Text auch auf sich selbst projizieren - sind es wirklich alle Ziele wert, dafür all seine Energie zu investieren und maßlose Opfer zu bringen? Auch wenn es scheint, als habe man sein Glück gefunden oder etwas erreicht, kann doch das frostige Unwohlsein hervorkommen und das Individuum in jeder Lebenslage einholen und vielleicht sogar verschlingen.
Der sehr melodische Refrain übertrifft die stakkatoartigen Strophen nochmals und mausert sich zu einem der stärksten Refrains, welcher auf Erden je hervorgebracht wurde. Absolute Ohrwurm-Gefahr und nicht zu übertreffen!
"Eisige Wirklichkeit" unterstreicht durch seine vielen harten, elektronischen Momente die Kühle des Textes und entpuppt sich als einer der stärksten Songs des gesamten Albums, welcher vollauf begeistert!

Im Folgenden überraschen ASP folgerichtig mit einem ruhigeren, aber nicht minder schönen Song - "The Mysterious Vanishing of the Foremar Family [A Real Gothic Tale]", ein schauerliches, märchenhaftes Stück, welches eine spannende Geschichte erzählt. Genauer gesagt: Eine Gothic Novel, ein Schauermärchen der Extraklasse, und ein dezidierter Beleg dafür, warum ASP ihre lyrische Musik als "Gothic Novel Rock" bezeichnen!
Klar, die typische Story von der verschwundenen Familie und dem verlassenen, gespenstischen Herrenhaus wird jeder schon einmal in irgendeiner Interpretation gehört haben, und doch überzeugt dieser Song durch eine enorme Qualität, welche andere Erzählungen gar übertrifft.
Mit gesprochenen Worten entführt der Erzähler Asp in das Schauermärchen ein, bis dann fließend in die erste Strophe übergegangen wird.
Folkig anmutende Klänge umgarnen die Ohren des Hörers, sanfte Melodien und Arrangements bleiben sofort im Ohr hängen und ein melodischer Refrain der Extraklasse animiert auf der Stelle zum mitsingen!
Klingt wie ein herbstlicher Spaziergang durch das verregnete, nächtliche London längst vergangener Zeiten... Wie Nebelschwaden über einem trostlosen Moor... Gänsehaut garantiert! Einer der stärksten Titel auf einem fantastischen Album und in jeder Sekunde vollauf nach meinem Geschmack!

Einer der schmerzhaftesten und emotionalsten Titel folgt dann mit dem so berührenden "Rücken an Rücken", welches von der Entfremdung innerhalb einer Beziehung erzählt und vom Niedergang der Liebe, und dennoch wird ein kleines Licht am finsteren Horizont entfacht...
Voller Hingabe kann man den Klängen dieses erhabenen Stückes lauschen, während man in den verzweifelten Lyrics versinkt und sich in diesen einmal mehr wiederfindet...
Gerade die Identifikation vieler mit den in diesem Stück beschriebenen Situationen sollte diesem Stück zu großer Beliebtheit verhelfen, und genau deshalb denke ich, dass es im Kampf um die Wahl der Single-Auskopplung ein sehr, sehr großes Wörtchen mitreden wird.

Mich persönlich berührt "Rücken an Rücken" tief, ist es doch so wahr und trifft es doch einen lange unerkannten, wunden Punkt. Melancholie macht sich breit, wenn man es hört, und das trotz der rockigen Attitüde des Refrains.
Ich finde es textlich ganz, ganz groß und wer nicht durch dieses Stück und diesen fantastischen Text dazu animiert wird, um die liebsten Menschen in seiner Umgebung zu kämpfen und vor allem um die Zwischenmenschlichkeit, der sollte sich ernsthafte Gedanken machen.
Musikalisch gesehen liebe ich die erhabenen Strophen, welche dezent und zurückhaltend, und gerade deshalb voller düsterer Anmut daherkommen - was für eine Perle! Voller Schönheit und Glanz bezaubert die Melodie in den Strophen schon nach dem gesprochenen Intro, welches selbstredend auch super geworden ist, da Asps Stimme auch gesprochen wie nicht von dieser Welt klingt.
Der Refrain ist danach natürlich das donnernde, reinigende Gewitter, die Explosion nach den ruhig gehaltenen Strophen, eine unbeschreibliche Gesangsleistung und so wunderschön melodisch!
Kurzum: "Rücken an Rücken" besticht für mich als Lied, welches bittere Wahrheiten dezidiert beschreibt, welches Traurigkeit weckt und welches doch einen Hoffnungsschimmer in aller schauerlichen Dunkelheit aufblitzen lässt - denn woran sollte man glauben, wenn nicht an die Liebe?
Ein Stück zum Weinen, zum Heulen schön...

Schlag auf Schlag folgt an nächster Stelle das Zentrum des Albums, die riesenhafte Kathedrale inmitten der anderen Stücke, der 17-minütige Epos "Angstkathedrale (Canterbury version)". Das vertonte Leid, die ausformulierte Verzweiflung, die in Form gebrachte Angst... Vielleicht das Kernstück des Albums, auch wenn es das unzugänglichste Stück ist und mit seiner Schwermut und Monotonie, mit seiner Langwierigkeit, sicherlich einige Hörer verprellen wird.
Setzt man sich allerdings im Detail und in aller Intensität mit diesem wundervollen, perfekt ausgearbeiteten Stück auseinander, wird man immer und immer wieder mehr Details entdecken als in jedem anderen Stück dieser Welt...
Der Hörer findet einen erdrückenden Raum der Angst vor - den Gedanken, in sich selbst gefangen zu sein und sich seinen Ängsten zu unterwerfen. Ein düsterer Dom, schön wie ein funkelnder, schwarzer Diamant... ASP so komplex, doomig, hart und vielschichtig wie nie zuvor!
Beginnt das Stück noch mit einem ellenlangen Mantra, wird es nach einigen Minuten fortgesetzt mit etwas eingängigeren, rockigen Strophen. Ich empfehle inständig eine intensive und mehrmalige Auseinandersetzung mit dieser Komposition, die schon auf der "Wechselbalg"-Single als "Amiens version" vollauf überzeugen konnte.
Die doomigen Elemente, die Schwere dieses Titels, das Uneingängige daran, all das kann man nur lieben! Reiht sich ohne Probleme ein in die Riege der monumentalen ASP-Epen. Der Song braucht bei dem ein oder anderen zu Beginn sicherlich einige Zeit, um erfasst werden zu können, um Anklang zu finden - vielleicht muss der ein oder andere noch Zugang finden. Aber gerade das macht diesen wundervollen Song doch aus! Textlich und musikalisch zu jeder Zeit sehr kühl gehalten, tiefste Trauer verbreitend, begeistert der Song in jeder Sekunde seiner faszinierend langen Spielzeit!

Auch die durchaus deutlich ersichtlichen Metaphern haben es mir als Liebhaber der Lyrik sehr angetan, sie verstärken die emotionale Wirkung des Textes umso mehr und verdeutlichen einmal mehr, wie hochwertig, wie unerreichbar Asps Texte und auch der angewandte Sprachstil sind.
Am Anfang des Liedes ist meiner Ansicht nach die klangliche Monotonie sehr passend, denn sie untermalt die Inhaltlichkeit des Textes in hervorragender Weise - und wenn man die Augen schließt, beginnt man zu träumen, denn trotz oder vielleicht gerade wegen des Mantras verbirgt sich hier eine wunderschöne Melodie, verzaubernd!
Die gesanglosen Passagen des Werkes finde ich zudem ebenfalls toll, da sehr abwechslungsreich, oft sehr schön treibend (gerade auch der Gitarrenpart) - aber auch die Keyboardpassagen finde ich absolut zauberhaft! Unbedingt anhören!

Darauf folgend positionieren ASP einen ihrer größten Hits überhaupt - "Schön, schön, schön". Eingängiger geht es nicht!
Mit beißender Ironie geht Asp hier vor, um Klischees der Gothic-Szene abzuarbeiten, welche sich dem Künstler gegenüber nur allzu oft widersprüchlich verhält und ihn nicht selten grundlos kritisiert.
"Schön, schön, schön" besticht mit erfrischender Leichtigkeit und einer Unbekümmertheit, die ihresgleichen sucht! Der perfekte Song, um nach der schwermütigen "Angstkathedrale" wieder ein wenig durchzuatmen und auch live sicherlich ein Pflichttitel für die nächsten Jahre!
Dark Wave trifft auf rockige Klänge und eine poppige Attitüde - besser geht es nicht!
Ein weiteres Highlight auf diesem unendlich starken Album! Wer hier nicht sofort tanzen will, ist vielleicht schon tot.

Vorletztes Lied ist ein weiterer Kandidat für die kommende Single-Auskopplung: "FremdkörPerson, erstens".
Vielleicht das Stück, welches Fremdgefühle am konsequentesten anspricht - wer kennt es nicht, wie es ist, sich in sich selbst fremd zu fühlen? Eben das wird hier in Reinkultur vertont!
In musikalischer Hinsicht wird der Hörer mit einer Mixtur aus folkig-mittelalterlichem Flair und rockig-metallischer Attitüde begeistert.
Gehört der Beginn noch ganz den sanften Flötenklängen, entwickelt sich der Song zu einem rasenden Ritt voller metallischer Anleihen. Absolut energetisch und treibend, peitschend und wie in Raserei!
Eine wilde Irrfahrt! Spektakulär inszeniert!

Zum Abschluss folgt dann ein in seiner Komplexität unübertrefflicher Song - "Unverwandt" - und auch der beste Song dieses insgesamt fantastischen Albums!
"Unverwandt" reiht sich problemlos ein in die Riege der ASP-Epen wie "Die Ruhe vor dem Sturm" oder die "Spiegel"-Reihe (Pt I-V), vielleicht übertrifft es sogar alles bisher Dagewesene.
Ein majestätisches Lied; der Text zeichnet so ergreifende Bilder im Kopfe des Hörers, und oft erkennt man sich selbst in den Zeilen wieder.
Nach meiner Ansicht einer der schönsten ASP-Texte von den bisher Veröffentlichten, so tiefgründig und bewegend.
Allein die Strophen sind schon perfekt durch ihre elegische Anmut, die Melodieführung ist traumhaft schön und ich habe, so denke ich, noch nie ein Lied hören dürfen, welches so harmonisch ineinander greift.
Der Refrain ist stimmlich natürlich ganz große Klasse und auf dem höchsten vorstellbaren Level, was für eine Gesangsleistung, was für ein gänsehauterzeugender Moment!
Das sind meine ersten Eindrücke, dieses Lied kann man in seiner Pracht überhaupt nicht in Gänze erfassen - es ist absolut phänomenal!

Ein würdiger Abschluss des ersten Teils des "Fremder-Zyklus" und das bezauberndste Lied ganz am Ende - welch schöner Abschluss! Die Magie, die diesem Lied innewohnt, ist offensichtlich und meiner Meinung nach wird sich selbst der kritischste Hörer oder Fan nicht davor verschließen können.
Der Abschluss präsentiert sich nach den vorher eher ruhigen, getragenen Parts feurig und hymnisch ohne Ende, denn die Instrumente liefern sich hier einen absolut mitreißenden Wettkampf! Hier muss ich allerdings auch die so versierten Musiker, zu welchen hier auch die bezaubernde Ally the Fiddle gehört, im höchsten Maße loben. Episch, elegisch, anspruchsvoll und voller kleiner Details!

Ich bin somit beim Fazit angekommen, was den musikalischen und textlichen Teil dieser wunderschönen Veröffentlichung angeht:

ASP sind seit vielen Jahren meine absolute Lieblingsband und somit liege ich für mich nicht falsch, wenn ich das meiner Meinung nach beste ASP-Album, "fremd (Fremder-Zyklus, Teil 1)", als das beste je veröffentlichte Album bezeichne. Für mich hat es schon jetzt einen so hohen persönlichen Wert eingenommen, wie es noch kein Kunstwerk dieser Welt zuvor geschafft hat.
Asp zeichnet mit seinen bezaubernden Lyrics Bilder im Kopfe des Hörers, die unvorstellbar sind - und die Sprache ist an Anmut und Niveau nicht zu überbieten! Im Gegensatz zu den Lyrics vieler anderer Bands - ja, auch innerhalb der Schwarzen Szene - kommen die Texte nicht uninspiriert oder flach daher, sondern bieten unendlich viel Interpretationsspielraum. Die verwendeten Metaphern und Stilmittel sind oftmals so anspruchsvoll, dass sie sich gelegentlich erst nach mehrmaligem Lesen vollends erschließen lassen.
Abgesehen davon berührt mich die gesamte Thematik - sich "fremd" zu fühlen - ungemein, da ich mich in jedem Moment mit ihr identifizieren kann. Vor allem innerhalb der Gesellschaft fällt es nicht allzu schwer, sich fremd zu fühlen, so derartig unmenschlich, oberflächlich und hasserfüllt sind große Teile dieser Gesellschaft, welche in sich selbst verkommt und es noch nicht einmal bemerkt. Einen wunden Punkt wird natürlich die lyrische Beschreibung des Fremdfühlens in sich selbst bei vielen Menschen treffen, denn genau das ist es doch, was viele Personen tief im Inneren spüren oder auch erst, wenn sie in den Spiegel blicken, wie es ja auch in "Unverwandt" angesprochen wird.
"fremd" ist ein Album, welches auf der einen Seite klare, kritische Worte findet, die nötig sind, auf der anderen Seite allerdings auch Worte aus innersten Gefühlswelten beschwört - und auch den Zauber bringt diese Ausnahmeformation mal wieder zurück in eine hoffnungslose, trostlose Welt! Wer will es ihnen nicht danken?
Musikalisch und textlich ein unendlich anspruchsvolles und vielschichtiges Werk - ASP manifestieren einmal mehr ihren Status als wichtigste Band dieses Landes, für mich sogar als wichtigste Band dieses Planeten. Wer ein solches Album wie "fremd" oder die Alben aus dem "Schmetterlings-Zyklus" zu kreieren vermag, kann alles Erdenkliche schaffen. Ich jedenfalls erkenne unerschöpfliche Kreativität!

Bonus-CD:

Auf der limitierten Deluxe Ausgabe im Buchformat findet der geneigte Hörer neben dem regulären Album ein weiteres großzügiges Geschenk an die treuen Fans vor: Eine Bonus-CD, welche den Nik Kershaw-Klassiker "Wouldn't it be good" in 2 Versionen enthält und darüber hinaus noch einige alternative Versionen der Songs von CD 1 bietet.
"Wouldn't it be good" wurde perfekt gecovert - die Band bringt ihren eigenen Stil in Reinform mit ein, ohne das Flair des ursprünglichen Songs außen vor zu lassen! So überzeugt der Song auch in der aspifizierten Version durch seinen eingängigen Refrain, aber auch die ASP-typischen Gitarren und Asps perfekt passende Stimme fügen sich toll ein und machen auch diese Cover-Version zu einem Ohrenschmaus!

Der "Wechselbalg (Demmler Twins RMX)" kommt sehr elektronisch daher und wird aus diesem Grunde wahrscheinlich nur Liebhaber dieser Stilrichtung überzeugen können, doch ist er eine interessante Alternative zum Hit "Wechselbalg"! Manchmal lohnt es sich, seinen Horizont zu erweitern und seinen Blickwinkel auch auf solche, für ASP in dieser Form sehr untypische Stilmittel, zu richten!

"Unverwandt (Some Tribute paid in the Reptile House)" ist eine weitere sehr ungewöhnliche Songvariante und wird viele durch sein Retro-Feeling in vergangene Zeiten zurückversetzen! Noch ruhiger und sanfter als die Originalversion von "Unverwandt" kommt diese Alternativversion daher, sie kann aber dennoch überaus gut punkten!
Auch "Angstkathedrale (Meditation Church)" unterscheidet sich wie auch der vorher benannte Remix sehr von der Ursprungsfassung, da hier ebenso auf ruhige Klänge gesetzt wird, und auch die E-Gitarre wird gänzlich gegen den akustischen Kollegen ausgetauscht. Hier fallen vor allem die Orgelklänge auf, die durch einen Synthesizer erzeugt werden. Eine entspannende Version mit hohem Unterhaltungswert, und das, obwohl das Lied eigentlich so düster und sperrig wirkt! Sehr viel beruhigender als alles andere auf diesem Album.

Auch die Maxivariante von "Wouldn't it be good" wird bei vielen Fans Anklang finden, ist sie doch um einiges länger als die eigentliche Coverversion.

Zum Abschluss der Bonus-CD nochmals ein Höhepunkt sondergleichen: Wer hat es sich nicht schon beim ersten Durchhören des regulären Albums gedacht? "The Mysterious Vanishing of the Foremar Family [A Real Gothic Tale]" würde sich wunderbar als akustische Version eignen!
Das haben sich ASP anscheinend auch gedacht und prompt Ally mit ihrem bezaubernden Geigenspiel und Ralph für die "Von Zaubererbrüdern Fassung mit Ally und Ralph" eingeladen. Noch gelungener als die ohnehin schon umwerfende Fassung auf CD 1! Vor allem im Refrain kommt Allys Geige dem Lied wie gerufen - Gänsehaut pur!

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Bonus-CD einen richtig großen Mehrwert bietet und dass sie ein Muss für alle ASP-Fans ist! Die alternativen Versionen wurden mit so viel Liebe umgestaltet, dass es beinahe eine Sünde wäre, sich diese nicht zu Gemüte zu führen! Welche Band legt sonst so viel Sorgfalt an den Tag, wenn es "nur" um Remix-Versionen geht? Bei ASP werden diese Mühen zur Wirklichkeit! Ganz einzigartig. Und auch das vorbezeichnete Cover würde nur jeden Rahmen sprengen, wenn ich versuchen würde, es hier ausreichend zu würdigen!

Als besondere Beigabe erhalten die Fans noch zwei außerordentlich gelungene Live-Mitschnitte: Ich will brennen Metropolis-Video, Subway to Sally featuring Asp, recorded live at Eisheilige Nächte, Potsdam, 2010 und MPEG4 Videotrack: Wechselbalg, live at the M'Era Luna Festival 2011. "Ich will brennen" erfährt hier eine spannende Umsetzung zusammen mit den wohlbekannten "Subway to Sally" - spannend, wie sich zwei so geniale Bands hier ergänzen und Asps größten Hit performen.

"Wechselbalg", welches auf dem M'Era Luna 2011 vorgetragen wurde, ist, wie man erwarten konnte auch live ein unverzichtbarer Titel und fügt sich perfekt in die Show ein! Darüber hinaus ist es hier sehr spannend, die neue Live-Band in Aktion zu sehen.

Verpackung / Artwork:

Jetzt komme ich endlich zu einem der mir wichtigsten und elementarsten Faktoren, welche vor allem bei ASP eine immense Bedeutung hat: Die Verpackung und das Artwork, hier vor allem bezogen auf die unendlich schöne und lohnenswerte Limited Edition!

Diese kommt im ungewöhnlichen, aber prächtigen und praktischen Buchformat daher und bietet ein 40-seitiges Booklet mitsamt allen Texten und vielen Bildern. Außerdem ist die Limitierung auf 7000 Exemplare zu erwähnen, die mehr als fanfreundlich ist und allen Liebhabern dieser Musik wohl ein Exemplar garantiert!
Was für eine Qualität die Verpackung bietet, wird einem schon beim Lesen der Beschreibung im ASP-Shop deutlich: Buch im Hardcover-Paperback-Einband mit aufwändiger 'Singer'-Fadenheftung, Buchrücken veredelt mit Halbleinen und schwarzer Heißfolienprägung, Seidenmatter Kunstdruck auf 130gr. Bilderdruckpapier mit aufwändiger Spotlack-Ebene, Handnummeriertes Echtheitszertifikat und von Asp höchstpersönlich signiert. Und das alles nur als Beispiel!
Wie bei der "Wechselbalg"-Single bieten ASP dem Käufer auch mit dem Album "fremd" ein abgefahrenes "Spinnennetz-Design" auf dem großen Cover - gibt es so sonst nirgendwo auf der Welt und fühlt sich wundervoll an! Aufwändiger geht es einfach nicht...

Die unzähligen Bilder im Booklet sind im Übrigen ebenfalls sehr gut gelungen und bieten einen optischen Einblick in die dunkelromantische Welt von ASP, welcher sich hier verstörend und düster zugleich hat ablichten lassen!
Ferner erwähne ich, um das Highlight schlechthin nicht zu verleugnen, den Klarlack, welcher für den Druck einiger geheimer Passagen im Booklet zum Einsatz gekommen ist. Sehr spannend, sich hier durch die einzelnen Botschaften zu lesen - mysteriös und innovativ! Ich danke hier für viele spannende Stunden der Entdeckungen.

Das Cover selbst ist natürlich die personifizierte Anmut: So schön wie hier sah der Schmetterling noch nie aus, der Zeichner Timo Würz hat ganze Arbeit geleistet! Es ist anzumerken, dass das geflügelte Tier aus Teilen einer gothischen Kathedrale zusammengesetzt ist - ich denke, dass ich nicht eindrucksvoller beschreiben könnte, wie aufwändig die Zeichnung ist!

Ich kann also auch im Bezug auf die Verpackung sagen: Ich verneige mich! Schon bei den Artworks wird deutlich, wie ernst Asp seine Arbeit nimmt, denn diese haben denselben Anspruch wie seine Musik und bezaubern immerfort! Besser kann man seine Musik nicht verpacken und optisch (und dieses Mal ja auch haptisch!) präsentieren. In jeder Vitrine ein absolutes Schmuckstück, in jedem Regal bezauberndster Aspekt des ganzen Raumes!

Fazit (gesamtes Werk):

ASP haben sich einmal mehr selbst übertroffen und ein Werk in Perfektion umgesetzt. Ich persönlich kann nicht einen Funken kritisieren und bin unendlich gespannt, wie die Fortsetzung dieses Zyklus wohl inhaltlich aussehen wird.

Der neue Produzent und teils auch Gitarrist Lutz Demmler hat seine Arbeit vorzüglich gemacht und beweist hier, welch tolle Fähigkeiten er hat! Ich denke, er wird der Band auch in Zukunft sehr gut tun und auch die kommenden Werke so gekonnt in Szene setzen! Ein ganz wertvoller Gewinn für die Band nach der Trennung von dem früheren Gitarristen und Produzenten Matthias Ambré.

Unbedingt kaufen - nur von lohnenswert kann ich hier nicht sprechen! Das wäre klar untertrieben, denn wir haben es hier mit einem Album zu tun, welches die Messlatte für die nächste Veröffentlichung extrem hoch hängt! Wie ein lauer Abendwind uns an so manchem Tage zu umgarnen vermag, so fängt und auch dieses Album immer und immer wieder ein und entführt uns in eine Welt, in der der Schwarze Schmetterling einmal mehr seine Flügel um uns legt...
Auch wenn nun eine neue Geschichte beginnt und ASP nie erfrischender, nie ausgereifter klangen!
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Kommentare


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1-7 von 7 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.10.2011 13:51:47 GMT+02:00
Christina meint:
Ein riesengroßes Kompliment, das ist bei weitem eine der treffensten und wunderbarsten Rezensionen, die ich je gelesen habe. Kein "Spitzen CD, unbedingt kaufen, mein Lieblingslied ist dieses und jenes", sondern hier macht das Lesen richtig richtig Spaß und man merkt, wie sehr Du ASP gewogen bist.

Veröffentlicht am 21.10.2011 14:28:33 GMT+02:00
Hempel Marco meint:
Wundervolle Rezension. Ich warte noch auf die Ankunft dieses Albums und bin froh so einen wertvollen Beitrag gelesen zu haben. Jetzt wird die Vorfreude noch stärker ;) . Vielen Dank , denn mehr gibts nicht hinzuzufügen. LG Marco OdW

Veröffentlicht am 21.10.2011 14:31:25 GMT+02:00
Herr H. meint:
Ich habe das Album vor ein paar Stunden erhalten und kann man mich dieser Rezension nur anschließen... ein Meisterwerk!

Veröffentlicht am 21.10.2011 15:36:05 GMT+02:00
Ich danke für die lobenden Worte. :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.10.2011 17:07:10 GMT+02:00
R. Bolduan meint:
Ein wahrlich unanfechtbare Rezension, Perfekt. Mein handsigniertes Album ist heute Mittag eingetroffen und ich kann mich nur anschließen an Ihrer Rezension!

Veröffentlicht am 22.10.2011 17:13:49 GMT+02:00
P. Timo meint:
Ich finde es gut, dass du eine Rezi geschrieben hast, die über 2,3 Zeilen hinausgeht, und inhaltlich stimme ich zum größten Teil zu, aber deine Superlativen, nur mal als Aussenstehender, ziehen das ganze dezent ins Lächerliche, vorallem weil für dich einfach alles was ASP machen besser ist, als andere Bands es je könnten (allein schon Unsinn, weil auch andre Bands edelste Verpackungen nutzen ;)). Ich will dir nicht deine Euphorie absprechen, das ist ja dein gutes Recht und du kannst die ja auch zum Ausdruck bringen, nur, wenn du einem etwas neutraleren Menschen wirklich "Kaufhilfe" anbieten möchtest, solltest du was das angeht etwas kürzer treten, dann wirkt es professioneller. Nur als Tipp und absolut nicht böse gemeint :>

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.10.2011 04:36:31 GMT+02:00
Hallo, danke für den Kommentar. ;) Allerdings: Ich habe versucht, das Album möglichst genau und ausführlich zu beschreiben und Superlative beschreiben meiner Meinung nach die Musik von ASP sehr gut, weil sie angebracht sind. Es geht ja hier immerhin auch um meine Meinung, die ich zum Ausdruck bringen möchte. Zumal ich denke, dass ich auch genügend lebendige, beschreibende Adjektive fernab jeglicher Superlative verwendet habe - einfach mal nachschauen. ;)

Liebe Grüße
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