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Rezension bezieht sich auf: Il Trovatore (der Troubadour) (Audio CD)
An dieser Aufnahme kommt man einfach nicht vorbei, wenn man sich mit dem Troubadour ernsthaft beschäftigt, und das aus mehreren Gründen:Zum einen ist diese Aufnahme fast als einzige vollständig: Die Cabaletta der Leonora im Anschluss an die Arie "D'amor sull' ali rosee" wird endlich einmal nicht gestrichen und erweist sich als musikalisch großer Gewinn. Dazu ist diese Leonora die Callas - zwar nicht mehr in ihrer besten Zeit, aber trotzdem noch gut bei Stimme. Vor allem aber singt sie im Gegensatz zu den meisten Konkurrentinnen nicht nur alle Noten und den gesamten Text (die sonst großartige Zinka Milanov zum Beispiel singt die Koloraturen teilweise nur auf "oooo", Leontyne Price verschleift sie teilweise und die Tebaldi deutet sie nur an), sondern setzt diese noch dazu ein, aus der Leonora eine Figur aus Fleisch und Blut zu machen. Spätestens zu Beginn des IV. Aktes dreht sich das Interesse nur noch um ihr Leiden und ihr Opfer. Da stören ein paar etwas schrille hohe Töne wirklich nicht. Dazu ist Rolando Panerai ein ausgesprochen eleganter und doch glaubhaft brutaler Luna, das Duett der beiden im vierten Akt ist ein weiterer mitreißender Höhepunkt der Einspielung. Fedora Barbieris Stimme klingt nicht mehr ganz sattelfest - vier Jahre früher in der RCA-Einspielung mit Björling und Milanov war sie stimmlich noch erheblich eindrucksvoller, um nicht zu sagen großartig. Trotzdem gelingt ihr - weniger in den Racheszenen, dafür umso mehr in den mütterlichen und verletzlichen Augenblicken der Rolle, z. B. im Finalterzett - eine anrührende Darstellung der Azucena. Chor und Orchester sind ausgezeichnet und werden von Karajan sicher, ohne spätere Eitelkeiten und vor allem auch nicht zu laut (die Krankheit seiner jüngeren Opern-Aufnahmen) geleitet. Das große Aber heißt Giuseppe di Stefano: Er ist als Manrico eigentlich nur eine Notlösung. 1956 hatte seine sehr offene Stimmführung, die zwar sehr effektvoll, aber nicht eben stimmschonend war, schon einige Spuren in dieser herrlichen Stimme hinterlassen. Zudem war er nie ein König der hohen Töne, und seine Stimme war eigentlich eher lyrisch und weich, nie groß und heldisch. Und so ist er in der Einspielung dann gut, wenn er als romantischer Liebhaber à la Donizetti auftreten kann und nicht mit Spitzentönen um sich werfen muss: Im Anfangsterzett, in Teilen seines Duetts mit Azucena im zweiten Akt, und im Finalterzett. Weniger überzeugend ist er als großer Rächer und Heerführer. Schmerzhaft geradezu klingt die Stretta "Di quella pira": Das Heldenstück der Tenorliteratur schlechthin, gespickt mit hohen Tönen und mit dem obligatorischen (wenn auch nicht originalen) hohen C am Schluss wird von ihm weniger gesungen als erkämpft. Und gerade dies zeigt: Die Oper funktioniert notfalls auch mit einem nur anständigen Manrico, wenn der Rest stimmt - die Stretta ist eben nur ein kurzes Stück, das man sich dann eben noch einmal extra mit Björling oder vielleicht Corelli anhören kann. Wem der Tenor dann doch wichtiger als die Leonora ist, sollte zu der RCA-Aufnahme mit dem wunderbaren Björling und der ausgezeichneten, wenn auch nicht mehr ganz jungen Milanov (dazu die Barbieri, Leonard Warren) greifen oder zu Serafin mit dem großen Darsteller Bergonzi als Manrico, Ettore Bastianinis luxuriösem Luna, Cossottos dämonischer Azucena und einer nicht vorhandenen Leonora (Antonietta Stella). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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EUR 20,90 EUR 19,84
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