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Kundenrezension

137 von 185 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen David Fincher orientiert sich zwar näher am Buch, ich bevorzuge dennoch den schwedischen Film..., 24. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verblendung (DVD)
Als Kenner der Stieg Larrson Bücher und der schwedischen Verfilmungen ist es mir alles andere als leicht gefallen vorurteilsfrei an David Finchers "Remake" heranzugehen. So sehr ich Finchers Filme und Machart von Filmen prinzipiell mag aber selbst sein Name täuscht nicht darüber hinweg dass ein fader Beigeschmack bleibt. Irgendwie nervt es (zumindest mich) einfach dass die Amis unbedingt von jedem erfolgreichen europäischen Film eine eigene Remakeversion draus machen müssen nur weil es in Amerika nicht üblich ist ausländische Filme auf Englisch zu synchronisieren und Filme mit englischen Untertiteln kaum erwünscht sind. Über diesen Sinn und Unsinn von amerikanischen Remakes kann man nunmal streiten, aber gut nachdem ich Finchers Version von "Verblendung" bzw. "The Girl With The Dragon Tattoo" sowohl auf Deutsch als auch im englischen Original gesehen habe hier nun mein Eindruck:

Zum einen muss man David Fincher zugestehen dass er sich im Vergleich zur schwedischen Verfilmung in einigen Punkten näher am Buch orientiert. Für Kenner des Buches ist dies sicherlich zu begrüßen allerdings geht dies meiner Meinung nach ein wenig auf Kosten der Darstellung der Charaktere und ihrer Beziehung zueinander. Hier haben die Macher der schwedischen Filme meiner Meinung nach ein gutes Gespür bewiesen vereinzelt Änderungen gegenüber der Buchvorlage vorzunehmen um den Charakteren mehr Raum zu geben. Wenn es beispielsweise im Finchers Film zur ersten Bettszene zwischen Lisbeth und Mikael kommt und Lisbeth am nächsten Tag zu Mikael sagt dass sie gerne mit ihm arbeitet, passiert dies zu einen Zeitpunkt wo sie noch nicht wirklich viel gemeinsame Leinwandauftritte hatten, dadurch ist es für mich nicht wirklich nachvollziehbar wie schnell sich Lisbeth und Mikael im Finchers Film näher kommen. Im schwedischen Film ist dies anders, hier recherchieren Lisbeth und Mikael mehr gemeinsam was vielleicht nicht originalgetreu aus dem Buch entnommen wurde, dennoch ist es hier für den Zuschauer in meinen Augen nachvollziehbarer wie sich mit der Zeit die Beziehung der beiden zueinander entwickelt. Abgesehen davon kommt es im schwedischen Film nicht zu einer solchen Aussage von Lisbeth weil die Darstellung von Noomi Rapace einen so "menschlichen" Zug eigentlich gar nicht zulässt aber dazu später
Einzelne Nebencharaktere kommen im schwedischen Film für mich auch besser zur Geltung, zum Beispiel Lisbeths neuer Vormund Björman hinterlässt im Originalfim mit seinem hämischen Grinsen einfach einen tiefgründigeren Eindruck.

Über die große Abänderung am Ende, die Fincher bereits angekündigt hatte, kann man diskutieren, ich verstehe nur nicht so recht warum er sich bei anderen Punkten näher am Buch orientiert als der schwedische Film und dann plötzlich am Ende vom Buch abweicht. Überhaupt empfinde ich Finchers Film nach der großen Auflösung rund um den Fall Harriett ein wenig zu sehr in die Länge gezogen, im schwedischen Film werden danach die weiteren Vorgänge zur Wennerström Affäre eher kurz gehalten während Fincher diesen etwas mehr Raum gibt. Wie gesagt das wirkt dann für mich etwas zu sehr in die Länge gezogen und etwas langatmig.

Was jetzt die Darstellung der Lisbeth Salander angeht, gehen die Darstellungen von Noomi Rapace und Rooney Mara etwas auseinander. Rooney Mara stellt Lisbeth etwas psychiotischer, gleichzeitig aber auch verletzlicher, weicher und mädchenhafter dar. Ist prinzipiell nichts schlechtes und gibt dem erzählerischen Aspekt vielleicht mehr Raum dennoch hinterlässt Noomi Rapace für mich einen stärkeren Eindruck eben weil sie die Lisbeth eben nicht so "weich" und mädchenhaft darstellt sondern bei ihr mehr der von Hass getriebene Lisbeth Charakter zur Geltung kommt. Ist sicher Geschmackssache, ich bevorzuge nun mal die Darstellung von Noomi Rapace.
Daniel Craig macht seine Sache als Mikael prinzipiell gut, kommt aber in der Szene wo er angeschossen wird etwas lächerlich rüber. Keine Ahnung ob hier auch ein Funken Selbstironie in Bezug auf seine James Bond Rolle mitspielt, dennoch nimmt man ihm einen so weinerlichen Part nicht so recht ab...

Es gibt übrigens 2 Punkte die im schwedischen Film im Vergleich zur Buchvorlage abgeändert wurden und dadurch auch im Finchers Film so nicht drinnen sind, die mir aber dennoch in der schwedischen Verfilmung besser gefallen:

Zum einem trifft sich Lisbeth im schwedischen Film am Ende mit ihrer Mutter (im Buch und im Remake mit ihren früheren Vormund) wo sie ihr sagt dass es vielleicht einen Mann in ihrem Leben gibt. Gerade dieses Treffen sorgt im Film für einen besonderen Moment den ich im Buch ein wenig vermisse. Im Buch trifft sich Lisbeth zwar auch mit ihrer Mutter, allerdings zu einem anderen Zeitpunkt dadurch fällt dieses auch anders aus, im Remake kommt Lisbeths Mutter gar nicht vor. Für mich ein großer Pluspunkt der schwedischen Verfilmung.

Der zweite Punkt ist die eigentliche Endsequenz die im Buch und im amerikanischen Film quasi identisch sind, im schwedischen Film hat man sich wiederum eine andere Szene für den Schluss aufgehoben die im Buch kurz vor dem Ende beschrieben wird, im amerikanischen Film wiederum gar nicht vorkommt

!!!ACHTUNG SPOILER!!!!:
Im schwedischen Film sieht man am Ende wie Mikael in den Nachrichten Lisbeth als die Frau identifiziert die Wennerströms Bankkonten geplündert hat. Kurz darauf sieht man wie Lisbeth sich außerhalb von Schweden scheinbar ein neues Leben mit dem Geld aufbaut.

Für mich irgendwie ein besserer Übergang zum zweiten Buch/Film als die Endsequenz des ersten Buches bzw. vom Finchers Film.

Ein weiterer Kritikpunkt im Bezug auf die Story !!!ACHTUNG SPOILER!!!:
Mir kommt es so vor dass David Fincher einen großen Fehler gemacht hat wenn man zum ersten Mal den Charakter in seinem Film sieht der hinter den Serienmorden steht. Gleich bei der ersten Szene dieses Charakters kommt dieser bereits irgendwie zwiespältig rüber, vielleicht ist es nur mir so vorgekommen aber ich hatte irgendwie den Eindruck dass Nichtkenner des Buches und des schwedischen Filmes schon recht früh wissen dass diese Person etwas mit Harrietts Verschwinden bzw. Tod zu tun hat .

Abschließend noch eines, im englischen Original lautet der Titel ja "The Girl With The Dragon Tattoo" allerdings kommt die besagte Tätowierung für mich im schwedischen Film weitaus beeindruckender rüber... Schon skurril da hatten die Amerikaner für ihren Film weitaus mehr Budget zur Verfügung als die Schweden und konnten sich anscheinend dennoch keine Tätowierung leisten die einen so ins Auge springt wie dies bei Noomi Rapace der Fall war...

Mein Fazit:
So skurril es auch klingt aber David Fincher macht meiner Meinung nach zu sehr den Fehler sich näher am Buch zu halten, wie schon gesagt geht dies für mich auf Kosten der Entwicklung der Charaktere, die im schwedischen Film mehr zur Geltung kommt. Vielleicht liegt es auch nur daran dass die schwedischen Filme ohne große Stars ausgekommen sind und für Noomi Rapace sowie Mikael Nyqvist das Sprungbrett zur internationalen Karriere waren.
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-10 von 23 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 27.01.2012 13:50:54 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.01.2012 19:23:55 GMT+01:00
Sopranos meint:
Eine klasse Rezension, obwohl ich persönlich die 2 Sterne als zu niedrig bewertet empfinde. VG Sopranos

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.01.2012 19:08:25 GMT+01:00
Hab dies jetzt mal ausgebessert dass ich "den schwedischen Film" bevorzuge damit klar ist dass es sich natürlich in erster Linie um "Verblendung" handelt, ob von den anderen beiden Büchern Remakes kommen werden bleibt abzuwarten.

Hmm ob 2 sterne zu niedrig sind muss jeder für sich entscheiden, ich stehe zu den 2 Sternen da ich Finchers Film beim zweiten Mal sehen (im englischen Original) sogar noch schwächer fand als beim ersten Mal

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.01.2012 19:23:29 GMT+01:00
Sopranos meint:
Alles klar. Ich nehme schon an dass Hollywood den 2. und 3. Teil folgen läßt, vor allem dann wenn der Film einen (oder mehrere) Oscar(s) gewinnt.
Wenn Fincher keinen Bock hat wird sich ein anderer Regisseur finden der den Job mit Handkuss übernimmt.

Veröffentlicht am 16.02.2012 23:06:52 GMT+01:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.02.2012 22:50:16 GMT+01:00
Marcus Witt meint:
Also ich bin mir ziemlich sicher, daß Teil 2 und 3 folgen werden! Den Amis fällt doch von alleine garnichts mehr ein! Die klauen sich doch schon ewig überall alles mögliche zusammen!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.02.2012 23:07:36 GMT+01:00
Es ist prinzipiell fix dass Teil 2 und 3 kommen werden, offen ist nur ob auch David Fincher wieder Regie führen wird -> http://www.filmstarts.de/nachrichten/18472559.html

Veröffentlicht am 12.04.2012 17:08:13 GMT+02:00
C. Wagner meint:
Ganz tolle Rezension mit der ich viel anfangen kann, vielen Dank!

Veröffentlicht am 11.05.2012 11:03:09 GMT+02:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.05.2012 11:11:31 GMT+02:00
Sopranos meint:
Das darf doch wohl nicht wahr sein.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.05.2012 12:09:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.05.2012 12:15:58 GMT+02:00
"Das darf doch wohl nicht wahr sein."

Dachte ich mir auch gerade.... Bei allen nötigen Respekt aber befinden wir uns hier in der Schule??? Gut ich gebe ja zu dass ich hier und da mal Probleme mit 3. und 4. Fall habe aber wenn man, so wie ich, Rezensionen schreibt die doch eher ausführlich ausfallen und nicht nur aus ein paar Sätzen bestehen dann schaue ich in erster Linie darauf dass keine Tippfehler drinnen sind, alles andere ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. Wenn ich was für meine Arbeit schreibe schaue ich natürlich umso mehr auf Fallfehler (mir ist auch sehr wohl bewusst wie man dies kontrollieren kann dafür brauche ich keinen Lehrer...) aber hier sollte dies meiner Ansicht nach zweitrangig sein, im Vordergrund sollte stehen dass ich mich mit dem Artikel bzw. dem Film beschäftigt habe und das sollte denke ich in meiner Rezension recht deutlich rüber kommen...
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