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Aus der Deckung heraus, 12. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Wounded Rhymes (Audio CD)
Es wäre durchaus interessant zu erfahren wie die schwedische Singer/Songwriterin Lykke Li tatsächlich zum plötzlichen Erfolg ihrer Single "I follow rivers" steht. Nachdem das dazugehörige Album "Wounded Rhymes" bereits 2011 erscheint, ist es der Remix eines Produzenten namens "The Magician" (aus dem Pariser "Kitsuné" Dunstkreis), der den einstigen, bedachtsam agierenden Indie Pop Geheimtipp zur Chefsache macht. Keine Musikerin wehrt sich dagegen gehört zu werden, doch verwässert unbestreitbares Talent gerne im Mainstream. Schon mit ihrem Debüt "Youth Novels" wird sie zum Kritikerliebling und geht mit ihrer mädchenhaften Stimme und einem erfrischenden Synth/Dream Pop Sound auf Anhängerfang. Lykke Li zu hören ist "cool", auch wenn sich ihr künstlerisches Dasein oberflächlichen Radiohörern weitestgehend entzieht. Dennoch nimmt sie sich die Zeit, um das Geschehene zu verarbeiten und die innere Mitte wiederzufinden. 3 Jahre müssen ins Land ziehen bevor Album Nummer 2 in den Plattenläden steht. Dabei geht sie spürbar rauer und düsterer vor. So geht eine Ballade wie "Unrequited Love" vergleichsweise reduziert zu Werke und zieht seine Melancholie aus dem Gesang der Protagonistin - leise begleitet vom Hintergrundchor. "I know places" und "Silent my song" wirken ähnlich beklemmend, arbeiten aber stärker mit elektronischen bzw. instrumentalen Mitteln. Sie liebt es ihre Stimme durch die rhythmisch strukturierte Einbindung von Drum und Percussionelementen zu untermalen - ihr mehr Gewicht zu verleihen. Vieles lässt sich vom Folk/Soul Sound der 60er ableiten. Ein Song wie "Get some" geht dabei etwas offensiver vor und lässt bei aller Melancholie auch mal ein paar "shaking" Tanzschritte zu. Die Leichtigkeit ihres Debüts ist einer lauernden Selbstbestimmtheit gewichen, die dennoch umfassend überzeugt. Bezaubernd, wie Tim Burton's Fassung von Alice In Wunderland. Mit Schatten und Dunkelheit gesprenkelt. On top, bietet die Special Edition den eingangs erwähnten "I follow rivers" (The Magician Remix), sowie 3 weitere, gelungene Remixe in Verbindung mit US Rapper Tyler The Creator, Beck und Mike D (Beastie Boys), die den Originalen neue, (elektronische) Facetten verleihen. Herzschmerz und jugendliche Frustration wurden lange nicht mehr mit so viel Stolz und Anmut vorgetragen. Anspieltipps: "I follow rivers", "Get some" und "Sadness is a blessing"
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Wounded Rhymes B0076AGV0K
Lykke Li
Warner Music International (Warner)
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Aus der Deckung heraus
Es wäre durchaus interessant zu erfahren wie die schwedische Singer/Songwriterin Lykke Li tatsächlich zum plötzlichen Erfolg ihrer Single "I follow rivers" steht. Nachdem das dazugehörige Album "Wounded Rhymes" bereits 2011 erscheint, ist es der Remix eines Produzenten namens "The Magician" (aus dem Pariser "Kitsuné" Dunstkreis), der den einstigen, bedachtsam agierenden Indie Pop Geheimtipp zur Chefsache macht. Keine Musikerin wehrt sich dagegen gehört zu werden, doch verwässert unbestreitbares Talent gerne im Mainstream. Schon mit ihrem Debüt "Youth Novels" wird sie zum Kritikerliebling und geht mit ihrer mädchenhaften Stimme und einem erfrischenden Synth/Dream Pop Sound auf Anhängerfang. Lykke Li zu hören ist "cool", auch wenn sich ihr künstlerisches Dasein oberflächlichen Radiohörern weitestgehend entzieht. Dennoch nimmt sie sich die Zeit, um das Geschehene zu verarbeiten und die innere Mitte wiederzufinden.
3 Jahre müssen ins Land ziehen bevor Album Nummer 2 in den Plattenläden steht. Dabei geht sie spürbar rauer und düsterer vor. So geht eine Ballade wie "Unrequited Love" vergleichsweise reduziert zu Werke und zieht seine Melancholie aus dem Gesang der Protagonistin - leise begleitet vom Hintergrundchor. "I know places" und "Silent my song" wirken ähnlich beklemmend, arbeiten aber stärker mit elektronischen bzw. instrumentalen Mitteln. Sie liebt es ihre Stimme durch die rhythmisch strukturierte Einbindung von Drum und Percussionelementen zu untermalen - ihr mehr Gewicht zu verleihen. Vieles lässt sich vom Folk/Soul Sound der 60er ableiten. Ein Song wie "Get some" geht dabei etwas offensiver vor und lässt bei aller Melancholie auch mal ein paar "shaking" Tanzschritte zu. Die Leichtigkeit ihres Debüts ist einer lauernden Selbstbestimmtheit gewichen, die dennoch umfassend überzeugt. Bezaubernd, wie Tim Burton's Fassung von Alice In Wunderland. Mit Schatten und Dunkelheit gesprenkelt. On top, bietet die Special Edition den eingangs erwähnten "I follow rivers" (The Magician Remix), sowie 3 weitere, gelungene Remixe in Verbindung mit US Rapper Tyler The Creator, Beck und Mike D (Beastie Boys), die den Originalen neue, (elektronische) Facetten verleihen. Herzschmerz und jugendliche Frustration wurden lange nicht mehr mit so viel Stolz und Anmut vorgetragen.
Anspieltipps: "I follow rivers", "Get some" und "Sadness is a blessing"
P-Man "acousticshock.de"
12. Juli 2012
- Insgesamt:
5

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Details
Ort: Rodgau
Top-Rezensenten Rang: 532
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