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3.0 von 5 Sternen Urbane Hipster, Styler und Überflieger haben es oft schwer Permanenz zu erlangen, 29. September 2012
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Rezension bezieht sich auf: Sounds from Nowheresville (Audio CD)
Urbane Hipster, Styler und Überflieger haben es oft schwer Permanenz zu erlangen. We Have Band landeten gerade Bruch mit dem Nachfolger ihres Indie-Electro-Pop-Mix, weil sie Niveau und Weiterentwicklung reflektieren wollten und ihren Eingägigkeits- und Simplizitätssinn dafür hergaben. Den Durchstartern des Indietronic schlecht hin, den Ting Tings, bescheinigten schon alle Spatzen der Musikjournalismus-Dächer aufgrund vorveröffentlichter Single-Lebenszeichen ähnliches, wenn nicht schlimmeres.

Doch die Ting Tings haben die Aufgabe ein Debüt-Album voller Hits musikalisch zu überwinden respektabel gemeistert und können nebenher exemplarisch herhalten für die tendenzielle Undankbarkeit der Konsumption von Pop. Das Manchester-Duo versucht nicht, sich neu zu erfinden und entwickelt sich stattdessen weiter in Richtung Arrangement-Erfahrung und Rhythmus-Gespür. Folglich braucht niemand ein zweites „Shut Up And Let Me Go“ zu erwarten, doch der Dank wird nicht die Liebe der Massen, sondern aller Voraussicht nach ein massiver Einbruch im Airplay sein.

Der Sound der Ting Tings ist pure Ambivalenz. Er ist so catchy, dass er gleichzeitig billig ist. Er ist so gut, wie er schlecht ist. Dass das beim Debüt kein Problem war, könnte daran liegen, dass sich Tanz- und Spaß-Reflexe schneller melden als Rationalitäten. Jetzt wird kaum einer mehr genau hinhören, wenn im Ska-Hüpfer „Soul Killing“, dass es rhythmisch gesehen gewiss so schon zigfach gab, die Grundstruktur des Taktes eingeführt wird mittels und zum Schluss ausläuft im gleichmäßigen Gequietsche eines alten Stuhls oder Scharniers. Auch wenn im lupenreinen Pop-Hit „Day To Day“ passable Resümees über Liebe ohne Herzensschwere artikuliert werden, wird kaum einer mehr lauschen, hat sich zu diesem Zeitpunkt doch schon das Gefühl etabliert, dass die Ting Tings „vom Hipster zum Sickster“ mutiert sind. Wieder: dass Jules de Martinos und Katie Whites Sound „tief in der Hit-Provinz der 90er-Jahre verhaftet“ ist (Rolling Stone-Magazin) und das Album oft funk-rockt, wie zu wilden Chili Pepper-Zeiten, die zu Recht überwunden sind, kann nicht alleinige Diagnose von „Sounds From Nowheresville“ sein, auch „We Started Nothing“ funktionierte nach dem gleichen Prinzip. Scheinbar billig und clever zugleich sein, mit Refrains wie „this time I’m gonna get it right, I’m gonna play my bass at the Guggenheim” („Guggenheim“), ist doch verstörender als gedacht. Das zweite Album der Ting Tings ist kurz, prägnant, tanzbar und gut, keine Offenbahrung indes, doch bei weitem nicht so schlecht wie es derzeit tendenziell geschrieben wird.

Im Grunde kann man auch einfacher sagen, dass das häufig sehr verrückt läuft im Pop: das Debüt der Ting Tings war ein leicht schreckliches, aber unglaublich erfolgreiches Album. Das erfahrenere, gereiftere und schlicht bessere „Sounds From Nowheresville“ wird, glaubt man dem Gros der Einschätzungsversuche, gnadenlos untergehen. Kopf hoch Ting Tings, beim dritten Mal wissen alle was sie an euch haben. Eine Band zu der man ganz simpel Spaß haben kann.

MQ
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