Kundenrezension

554 von 597 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Anno 2070 - das Setting wandert in die Zukunft, das Gameplay zurück in die Vergangenheit!, 21. November 2011
Von 
= Spaßfaktor:3.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: ANNO 2070 (Computerspiel)
Vorneweg: Rein für sich gesehen ist Anno2070 gewiss kein schlechtes Spiel. Dennoch kommt es an den Vorgänger nicht heran und kann den Erwartungen an ein noch besseres Anno in einem neuen, erfrischenden Setting nicht gerecht werden. Der Wandel des Szenarios von der Zeit der Renaissance in die nahe Zukunft ist sicherlich Geschmackssache, die spielerischen Qualitäten des Spiels jedoch nur bedingt.

Der Online-/Offlinemodus:
Bevor man das erste Mal spielen kann, muss man seinen Key mit einem uPlay Account verknüpfen. Künftig loggt das Spiel beim Start automatisch in diesen Account ein, an den gleichzeitig das Profil gebunden ist. Ein Erstellen von weiteren Profilen ist nicht möglich. Sollten also mehrere Leute in einem Haushalt mit einem Spiel spielen wollen, muss man damit leben, dass nur eine Person gleichzeitig spielen kann und man sich gegenseitig die Erfolge "wegschnappt" (wobei das Nutzen von einem Spiel mit mehr als einer Person sowieso eine Grauzone ist).
Der vielgepriesene Offlinemodus ist eigentlich eine Farce. Aktiviert wird dieser auch nur dann, wenn der Rechner keine Internetverbindung hat - ansonsten versucht das Spiel automatisch den Verbindungsaufbau mit den Ubisoft Servern. Sollte man es dann doch geschafft haben das Spiel in den Offlinemodus zu bewegen, muss man leider feststellen, dass nicht nur ein paar Onlinefeatures nicht funktionieren, sondern auch essentielle Spielinhalte wie die Arche offline deaktiviert sind und damit Hauptfeatures des Spiel wie die Erforschung neuer Technologien quasi unbrauchbar werden. Indirekt wird der Spieler also in den Onlinemodus gezwungen, wenn er das Spiel komplett nutzen möchte.

Die Kampagne:
Die Kampagne ist ein relativ kurzes Verknügen und eigentlich eher ein größeres Tutorial. Länger als 10 Stunden wird niemand für die Kampagne brauchen, die Meisten sind eher fertig. Viele der Aufgaben sind schnell abgeschlossen und bestehen aus Botenaufträgen. Als nettes Beiwerk ganz in Ordnung, aber nichts, was einen sonderlich lang beschäftigt und das Spiel kaufenswert macht.

Der Multiplayermodus:
Im Gegensatz zu den Vorgängern kommt Anno2070 mit einem Multiplayermodus in der Hauptversion des Spiels. Auch die anderen Onlinefeatures wie der Weltenrat oder die Senatswahlen bestätigen den Eindruck, dass Anno2070 den Multiplayermodus stärker in den Vordergrund rücken möchte.
Nun ist Anno aber ein Spiel, dass für Multiplayerpartien nicht unbedingt gut geeignet ist. Die Spiele dauern mehrere Stunden und sind daher nicht für Menschen geeignet, die ab und an mal gemütlich ein-zwei Stündchen zocken möchten. Außer man sucht sich einen festen Spielpartner, mit dem man sich absprechen, das Spiel speichern und wann anders gemütlich weiterspielen kann - theoretisch. Denn in der Praxis macht das Onlinespielen bei vielen Leute Probleme: Nach einer guten Stunde beginnt das Spiel asyncron zu laufen. Man kann nun die Partie beenden und einen automatisch gespeicherten Stand laden - um nach ein paar Minuten den Vorgang wiederholen zu dürfen, um nach ein paar Minuten den Vorgang...
So richtig funktionieren tut das jedenfalls noch nicht und somit hält sich der Spielspaß beim gemeinsame Onlinespiel, selbst wenn man einen netten Spielpartner gefunden hat, doch sehr in Grenzen.
Ein Lan Modus um ohne solche Probleme zumindest mit dem Bruder/Freundin/Vater oder einem sonstigen Familienmitglied einen gemütlichen Anno-Abend verbringen zu können, gibt es übrigens nicht.

Das Endlosspiel:
Der Multiplayermodus war noch nie die Stärke von Anno, die Kampagne ist auch mehr oder weniger schnell durchgespielt. Was Anno aber seit jeher ausmacht und womit man die meiste Zeit verbringt, sind die Endlosspiele mit furcheinflößenden Piraten und Computergegnern, die mit einem um die Vorherrschaft in der Inselwelt wetteifern. Klingt theoretisch ganz gut, ist in Anno2070 aber schlechter als jemals zuvor:

- Anno2070 hat versucht mit neuen Spielelementen mehr Spaß in das Spiel zu bringen, diese aber leider nicht sehr Konsequent umgesetzt. Den Ökobilanzaspekt ignoriert man als Spieler besser, denn der Effekt ist relativ gering und eine "gesunde" Ökobilanz kostet einen mehr, als sie einem durch die Vorteile wieder einbringt. Dass sämtliche Produktionsgebäude nun Energie brauchen um zu arbeiten klingt zwar wahnsinnig interessant, entpuppt sich aber als ein 'wenn die Energiebilanz ins negative rutscht bau ich einfach noch ein "Energieproduktionsgebäude XYZ"' - einen planerischen Mehranspruch sucht man darin vergebens.
Unterwasserinseln sind ebenfalls ein neuer Aspekt, mit dem reichlich geworben wird. In der Praxis haben diese Insel eine ähnliche Funktion wie die Orientinseln in Anno1404 - nur dass sich unter Wasser außer einer Hand voll Produktionsgebäude nichts bauen lässt. Keine Unterwassersiedlung, keine umfangreichen Produktionsketten. Da waren die Orientinsel wesentlich besser ins Spielgeschehen integriert.

- Das Spiel bietet nach hinten raus extrem wenig zu tun. Anno2070 bietet gerademal 8 Warenbedürfnisse für die Ecos/Tycoons, die Techs benötigen 2 Weitere. In Anno1404 waren es noch 14 Bedürfnisse für die Adeligen und 7 weitere Waren für den Orient. Macht zusammen gerademal halb soviele Waren (10 vs 21) in Anno 2070 wie im Vorgänger. Das ist extrem Mager, verlangen die Einwohner auf der 4. Stufe gerade einmal 2 neue Waren, wo es noch 6 im Vorgänger waren. Nach bereits 1200 Einwohnern (5000 in Anno1404) ist man mit dem Spiel quasi durch, denn auch das Monument hat für die verschiedenen Baustufen keine Anforderungen mehr bezüglich der Einwohnerzahlen. Dadurch verkürzt sich die Spielzeit enorm, es gibt einfach verdammt schnell nichts mehr zu tun, weil die Siedlung bereits voll ausgebaut ist. Für Langzeitmotivation sorgt man mit solch mageren Warenbedürfnissen sicherlich nicht.

- Die Computergegner aber sind der größte Reinfall, denn Anno je gesehen hat. Vorbei sind die Zeiten, in denen die computergesteuerten Mitspieler eine realistische Siedlung aufgebaut und mit dem Spieler um die Vorherrschaft gewetteifert haben. Die Computerspieler in Anno2070 sind nichts weiter als gescriptete Inselbesetzer, die mit dem Aufbau von realistischen Siedlungen genau garnichts zu tun haben. Da gibt es einen Gegner, der nichts anderes macht als seine gesamten Inseln total sinnlos mit Ölpumpen vollzubauen oder einen Gegner, der auf jeder von ihm besetzen Insel einfach nur einen Kontor und einen Ozon-Maker (verbessert die Ökobilanz) baut. Die Armeen dieser Gegner entstehen wie von Geisterhand, dann weder haben sie überhaupt nur auch nur ein einziges Wohnhaus, noch bauen sie die zum Bau benötigen Waren ab, mitunter ist nichtmal eine Werft vorhanden.
Von einer künstlichen Intelligenz kann man hier nicht sprechen und Spielspaß mag so auch nicht wirklich aufkommen.

Nun, was bleibt am Ende zu sagen. Über den Krampf mit der Aktivierung und dem Offlinemodus kann man hinweg sehen, wenn man sowieso immer online ist. Dass der Multiplayer nicht immer brauchbar funktioniert und die Kampagne ein recht kurzes Verknügen ist, darüber könnte man eventuell mit 2 geschlossenen Augen auch noch hinweg sehen. Dass das Spiel aber vergleichen mit dem Vorgänger ab Bevölkerungsstufe 4 extrem an Spielumfang verloren hat, man extrem schnell nichts mehr zu tun hat und sich langeweile einstellt und darüber hinaus die KI nicht als solche bezeichnet werden kann und weit davon entfernt ist, auch nur ansatzweise eine spielerähnliche Siedlung aufzubauen, ist für ein Anno, dass von seinem Endlosmodus lebt, der Todesstoß.
Ich kann daher Anno2070 im jetzigen Zustand nur sehr eingeschränkt empfehlen, auch wenn viele Spielemagazine etwas anderes behaupten wollen. Ich hoffe, das sicherlich kommende Addon wird größer ausfallen als bei den Vorgängern - denn Anno2070 hat noch in einigen Punkten einen gewaltigen Nachholbedarf.
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1-10 von 31 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.11.2011 17:10:11 GMT+01:00
chris s. meint:
[Vom Autor gelöscht am 21.11.2011 17:13:32 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 21.11.2011 17:13:04 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.11.2011 17:47:30 GMT+01:00
chris s. meint:
Perfekte Rezension mit allen positiven wie auch negativen Seiten:). Ich selbst habe es nur über einige stunden anspielen können. Ist denn durch das Umschalten von einer Fraktion auf die andere im Endlossmodus wenigstens höherer Langzeitspass geboten oder machen die Ökos aufgrund der vermasselten Ökobilanz auch keinen Spass zu spielen? Sind die Katastrophen sinnvoll und grafisch schön ins Spiel eingebunden worden, auch im Bezug auf die Ökobilanz?

Erinnert mich irgendwie an Medieval 2, wo es auch massig kontent gab, wie papstwahl, kreuzzüge, diplomatische verhandlungen usw., wenn man aber genauer hinsah, war alles irgendwie schlampig umgesetzt und erst zahlreiche mods machten das spiel spielenswert.

Veröffentlicht am 21.11.2011 19:42:02 GMT+01:00
A. Blessau meint:
Super Rezension, aber ich kann in einem Punkt nicht ganz übereinstimmen:

Ökobilanz links liegen lassen. Es lohnt sich zumindest bei den Ecos in jedem Fall die Ökobilanz der Hauptinsel perfekt zu bekommen, da die Zufriedenheit mal eben um 30% steigt und man bei ca. 1000 Executives, nen paar Forschern und ein paar Tycoons die Kosten für die Ökoblinz in Form der Laufenden Kosten für stromproduzierenden Gebäude (Hydroelektrisches Kraftwerk, Solartürme) und für die ökobilanzverbessernden Gebäude (einige Ozonmaker und Kläranlagen) ca. 1:1 wieder erwirtschaftet. Dazu kommt allerdings die Steigerung der Leistungsfähigkeit der Farmen etc. Hier kann wieder gespart werden, da man nun überflüssige Betriebe abreißen kann oder die Überproduktion verkaufen oder neue Einwohner ansiedeln. Daher meine Devise: Auf jeder Insel min. +100 lohnt sich locker und man refinaziert dies locker. Und hat nur Vorteile.
Das obrige ist zumindest mein Empfinden.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2011 21:17:57 GMT+01:00
regjos meint:
wieso schreibt dann Martin Deppe über das Endlosspiel, "es gibt immer was zu tun".
Hängt die Sichtweise auf ein Spiel vielleicht mit der Intensität und Schnelligkeit des Konsums zusammen?

Veröffentlicht am 21.11.2011 21:33:52 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.11.2011 21:43:49 GMT+01:00
Lux Aeterna meint:
Hallo Ilasor,

vielen Dank für diese vortreffliche - weil sehr kritische, aber dennoch ausgesprochen faire und überaus informative - Rezension!
In dem hier seit Tagen tobenden unerbittlichen Frontenkrieg zwischen blauäugiger Fanboy-Lobhudelei auf der einen Seite und geradezu hysterischer Miesmacherei auf der anderen liest sich eine derart unaufgeregte, sachliche und auf den Punkt gebrachte Bewertung richtig erholsam. ;-)

Zum Inhalt:
Dass die Produktionsketten bzw. die Bedürfnis-Waren reduziert werden würden, war beinahe zu befürchten gewesen - insbesondere vermutlich deshalb, weil das Spiel angesichts anderer angestrebter Neuerungen im Spielverlauf (Ökobilanz, Strombedarf etc.) insgesamt nicht zu komplex werden sollte. Dennoch hatte ich gehofft, dass man den Spielern doch etwas mehr kognitive Leistungsfähigkeit zutrauen und das Warenspektrum nicht allzu drastisch beschneiden würde. Dass nun sage und schreibe weniger als HALB (!) so viele Waren verblieben zu sein scheinen wie im Vorgängerspiel, ernüchtert schon sehr, das muss ich ehrlich zugeben.

Auch die vermeintliche Besiedelung der Unterwasserwelt erschöpft sich Deinen Schilderungen zufolge ja lediglich in knappestem Ressourcenabbau und reicht offenbar nicht mal ansatzweise an die wirklich liebevoll umgesetzte Variante der Orientinseln von 1404 heran. Auch hier hätte zweifelsohne deutlich mehr Potenzial gelegen.

Meine Güte, was man aus 2070 hätte machen können...

Beim Lesen all der von Dir erwähnten Defizite kam übrigens auch mir recht schnell der Gedanke, dass wohl dringend ein Addon vonnöten ist, welches Abhilfe schafft und den Spielumfang deutlich erweitert. Sonst sieht's - leider - wohl eher düster aus mit der Langzeitmotivation, und gerade von dieser lebt die Anno-Reihe ja ganz essentiell.

Das Spiel liegt nun schon seit Tagen ungeöffnet neben mir; ich wollte mit der Installation unbedingt warten, bis mein neuer Gaming-Laptop da ist (und morgen kommt er endlich! *jauchz*).
Auch wenn die Summe der Rezensionen hier - ebenso wie der Tenor Deiner Bewertung - nicht allzu viel Grandioses erwarten lässt, werde ich mir dann auch mal eine abschließende eigene Meinung erspielen; vielleicht finden sich ja doch noch faszinierende Aspekte, die ein wenig fesseln können.
Und immerhin: Je bescheidener die Erwartungen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, unverhoffterweise positiv überrascht zu werden. :-)

In diesem Sinne
beste Grüße

Lux

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.11.2011 22:42:17 GMT+01:00
regjos meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 21.11.2011 23:29:52 GMT+01:00
A. Bol meint:
Danke für die Perfekte Rezension, werd mir das Spiel doch nicht holen und weiter 1404 spielen =)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.11.2011 10:40:01 GMT+01:00
Markus Berzl meint:
Also ich kann Anno2070 wärmstens empfehlen, selbst wenn es an einigen Punkten mangelt.
Mit der Energie ist es nicht ganz so einfach wie es der Rezensent darstellt. Denn die Gebäude haben einen Einflussbereich, und wenn sich diese Überschneiden sinkt die Effizienz. Man kann als nicht mal eben 20 Winderräder auf dem selben Fleck platzieren weil dann nur 2 Effizient arbeiten.
Und je mehr Energie man braucht, umso mehr wird man Probleme mit dem Platz bekommen. Irgendwann lohnt es sich gar nicht mehr welche zu bauen, weil die Efiziens einfach total sinkt. Ich behaupte mal mehr als 10 Windräder z.b. braucht man auf einer großen Insel nicht bauen. Klar gibt es noch andere Möglichkeiten, aber ganz so einfach ist das nicht.

Und die Ökobilanz ignorieren ist auch quatsch, da grad die Ecos davon enorm profitieren. Die ganze Produktivität der Insel. Und wer einmal eine Insel NUR als Produktionsstätte nutzt und eine gute Ökobilanz hat der wird sehen wie sich dies auf die Fruchtbarkeit auswirkt.

Veröffentlicht am 22.11.2011 10:55:43 GMT+01:00
Ilasor meint:
@chris.s: Aufgrund der verschiedenen Waren der beiden Fraktionen macht es in sofern theoretisch länger Spaß, als dass man Endlosspiele wechselnd mit einer der beiden Fraktionen spielen kann und somit mehr Abwechslung im Spielablauf hat. Man kann natürlich auch beide Fraktionen in einem Endlosspiel ansiedeln, was mangels Synergieeffekten zwischen beiden Parteien allerdings nicht viel bringt. Die Katastrophen sehen gut aus und beeinflussen auch die Ökobilanz mitunter stark negativ - eine von einer Ölpest betroffene Produktionsinsel mit einer Ökobilanz von -500 kann einem durchaus Probleme bereiten, ebenso ein auf der Hauptinsel explodiertes AKW. Ob die Katastrophen Spaß machen ist Geschmackssache. Manche freuen sich über die zusätzlichen Herausforderungen, für andere ist es lästig.

@A. Blessau: Stimmt, an dieser Stelle war ich ein wenig ungenau. Auf den Hauptinsel lohnt sich die Ökobilanz eigentlich immer, weil die Steuerzuwächse durch die Ökobilanz nicht zu verachten sind. Auch die Tycoonhauptinsel sollte man über -200 halten, weil darunter die Steuereinnahmen abnehmen. Auf den Produktionsinsel lohnt es sich hingegen finanziell eher nicht die Bilanz zu steigern, was ich eigentlich viel wichtiger fände, weil sie damit einen größeren spielbeeinflussenden Effekt gehabt hätte, während es jetzt eher ein "ich bau ein Gebäude dass meine Steuereinnahmen erhöht" ist.

@regjos: Ich weiß nicht wer Martin Deppe ist, aber ich nehme mal an ein Tester irgendeiner Spielezeitschrift. Nun, so ganz unrecht hat er nicht. Man hat im Endlosspiel anfangs tatsächlich immer etwas zu tun. Vor allem mit der dritten Bevölkerungsstufe wird es recht viel, weil gleichzeitig zu den neuen Gebäuden der Hauptfraktion auch die Techs freigeschaltet werden. Man kann hier viele Dinge parallel machen und muss sich entscheiden, ob man erst die Ecos/Tycoons weiter ausbaut oder anfängt, die Techs anzusiedeln. Kommen dann noch ein paar Aufträge und/oder Katastrophen hinzu, kann man sich über einen Mangel an Beschäftigung wirklich nicht beklagen.
Das Problem ist das Spiel ab der höchsten Bevölkerungsstufe. In Anno 2070 hast du nur 2 neue Waren und ein Monument, ab 1400 Einwohnern kommt nichts Neues mehr. Um in Anno1404 die beiden Monumente zu errichten und alle Warenbedürfnisse zu erfüllen, brauchst du 4000 Adelige (Brokatgewänder) und 5240 Gesandte (letzte Stufe Moschee). Bis zu dem Punkt an dem du "fertig" bist hast du in Anno2070 sicherlich auch mehr als genug zu tun. Dieser Punkt ist aber deutlich (!!) schneller erreicht als früher.

Veröffentlicht am 22.11.2011 10:58:35 GMT+01:00
M. Lobozar meint:
Ich finde Ihre Rezension sehr gut,
kritisch aber gut!

Allerdings:

"Das Spiel bietet nach hinten raus extrem wenig zu tun. Anno2070 bietet gerademal 8 Warenbedürfnisse für die Ecos/Tycoons, die Techs benötigen 2 Weitere. In Anno1404 waren es noch 14 Bedürfnisse für die Adeligen und 7 weitere Waren für den Orient. Macht zusammen gerademal halb soviele Waren (10 vs 21) in Anno 2070 wie im Vorgänger. Das ist extrem Mager, verlangen die Einwohner auf der 4. Stufe gerade einmal 2 neue Waren, wo es noch 6 im Vorgänger waren. Nach bereits 1200 Einwohnern (5000 in Anno1404) ist man mit dem Spiel quasi durch, denn auch das Monument hat für die verschiedenen Baustufen keine Anforderungen mehr bezüglich der Einwohnerzahlen."

Ecos und Tycoons verlangen ganz unterschiedliche Bedürfnisse-Waren,
und da man ab Stufe 4 beide Fraktionen bauen kann, ist es mehr als noch bei 1404!

Die Unterwasserwelt zusammen mit den Techs ist nicht vergleichbar mit dem Orient das stimmt,
allerdings gibt es in Anno 1404 auch nur eine Hauptfraktion!
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