Kundenrezension

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nichts für Zartbesaitete oder Romantikfans, 5. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Fence And Then The Trees (Kindle Edition)
Jack Carber ist ein ziemlich harmloser Kleinkrimineller, der sich mit Versicherungsbetrug über Wasser hält. Trotz einer gewissen Gerissenheit ziemlich gutgläubig, erwischt es ihn völlig kalt, als ihn seine Komplizen übers Ohr hauen und er durch einige unglückliche Zufälle in einem Hochsicherheitsgefängnis für schwere Jungs landet und auch noch mit einem der gefährlichsten Typen überhaupt in eine Zelle gesteckt wird. Seine Chancen, halbwegs unbeschadet wieder rauszukommen, schwinden beinahe stündlich...

Bisher haben mir die Bücher von JF Smith ziemlich gut gefallen, selbst die Kriegsgeschichten in LATAKIA waren trotz der Kampfeinsätze vom Gewaltnivau her immer noch eher gemässigt. Auf eine Gefängnisgeschichte war ich neugierig, und zunächst schien es absehbar, wie die Handlung läuft, wenn zwei mehr oder weniger gefährliche kriminelle Typen in einer Zelle landen. Was dann tatsächlich passiert, hat mich total überrumpelt und fast von Anfang an aus meiner Komfortzone herausgeschleudert.

Jack, ein eher harmloser Kleinkrimineller, der nach dem Tod seiner geliebten Eltern auf die schiefe Bahn geraten ist, landet in einem Knast für harte Jungs. Seinen Schock, was ihm dort widerfährt, kann der Leser ab dem ersten Schritt hinter Gittern mitverfolgen - und die Story hat es in sich, hier wieder einem rein gar nichts geschenkt. Zunächst denkt Jack noch ziemich naiv, er könnte sich in der Hackordnung mit seiner Menschenkenntnis als Schwindler, der sich nicht scheut, die Fäuste zu schwingen, irgendwie durchmogeln. Weit gefehlt. Es dauert nicht lange, bis er zwischen die rivalisiernden Gangs gerät, und ihm bleibt nichts erspart - Gewalt, Vergewaltigung, die Wachen, die wegschauen, Erniedrigung und sogar Verstümmelung - es gibt kein Entkommen. Diese bittere Lektion muss er durchlaufen, vor er seinen Zellenmitbewohner Adder auch nur annähernd kennenlernt. Und Adder ist der Schlimmste von allen - ein muskelbepackter Riese, der kein Wort redet und einen bei der geringsten vermeintlichen Beleidigung, ohne eine Miene zu verzeihen, einfach krankenhausreif schlägt. Sogar die Wärter haben vor ihm Angst und nähern sich ihm nur mit einem Taser bewaffnet. Was nachts in der Zelle stattfindet, lässt sich mit Worten fast nicht beschreiben. Jack sucht krampfhaft nach einem Ausweg, aber zwischen den rivalisierenden Gangs und den abgestumpften Wachen scheint niemanden zu interessieren, was ihm widerfährt.

Die Story schildert schonungslos den Gefängnisalltag, und obwohl man sich nur zu gut vorstellen kann, wie realistisch dies dargestellt wird, war ich mehrmals kurz davor, mit Lesen aufzuhören. Gewalt ist nicht mein Ding, Realismus hin oder her, und wie aus diesem brutalen Hintergrund noch die vermutete Liebesgeschichte entstehen sollte, war mir ein Rätsel. Zunächst habe ich nur weitergelesen, weil mir bisher alle Bücher des Autors gefallen haben - und irgendwann will man dann wirklich wissen, wie Jack, der auch im Knast eine gewisse Grundanständigkeit nie verliert, Adder überlebt. Der ist eine Größe für sich und fasziniert auf eigene schreckliche Weise. Mich hat er an den Indiander aus "Einer flog übers Kuckucksnest" erinnert, auch die brutale Parallelwelt im Gefängnis hat mich an die Geschichte erinnert. Ich wurde fast gegen meinen Willen in die Geschichte weiter hineingezogen und wollte wissen, ob und wie Jack da wieder rauskommt, was es mit Adder auf sich hat, und wie es mit den beiden weitergeht.

Und hier hat J.F. Smith dann auch abgeliefert - welche Geschichte hinter der scheinbar stoischen und unerschütterlichen Fassade Adders steckt und was Jack alles tut, um ihn aus seiner Erstarrung zu lösen, ist überzeugend geschildert und lässt einen nicht kalt. Die Geschichte lebt inmitten von roher Gewalt und dem Überlebenskampf von den vielen kleinen Dingen - wie Jack sich neben Adder auf seinen Stammplatz setzt und als einziger nicht von ihm umgenietet wird, über die Origami-Tiere, die er faltet, bis hin zu den Dingen, die er bereit ist, für andere zu tun, trotz allem, was ihm im Gefängnis widerfährt.

Die Story ging mir lange nicht aus dem Kopf. Das eBook ist sicher nichts für Fans von Romantik und zarten Liebesbeziehungen, aber wer eine realistische Geschichte mag, die den Leser nicht schont, sollte dieser eine Chance geben.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.06.2014 11:29:25 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.07.2014 22:31:18 GMT+02:00
Dank für die ausführliche Rezension. Mir ist allerdings nicht ganz klar geworden, warum Sie "nur" 4 Sterne vergeben haben.
Haben Sie mal Protection (English Edition) gelesen? Scheint eine ähnliche Geschichte zu sein.
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