Kundenrezension

51 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Dekorativer Selbstzweck, 24. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Oldenbourg PRAXIS Bibliothek: Mit Kindern künstlerisch arbeiten: Kunst fachfremd unterrichten für 3. und 4. Schuljahr. Buch mit Farbabbildungen und Kopiervorlagen auf CD-ROM (Taschenbuch)
Es gibt sie leider noch, diese Anleitungen für den Kunstunterricht: Sprichwörtlich sind die gleichen "Tulpenfelder", wie sie sich in den Grundschulen an Wänden oder Fenstern zeigen. Hier handelt es sich um weitgehend inhaltslose Bastel-Beschäftigungen für Kinder, die stets ähnliche Ergebnisse im Klassensatz ergeben. Je mehr das Bild den Vorstellungen der Lehrerin entspricht, desto "besser" ist das Ergebnis. Mit Kreativität hat dies nichts zu tun. Der Titel des Buches verspricht "künstlerisches Arbeiten". Der Band richtet sich an Lehrende in der Grundschule, die "Kunst fachfremd unterrichten". Das Dekorative steht jedoch im Vordergrund. So legen die Autorinnen in ihrem Vorwort die Zielperspektiven fest: "Die entstandenen Schülerwerke sollen dazu beitragen, das Schulhaus ästhetisch zu gestalten. Die Kinder empfinden Stolz, wenn ihre liebevoll gemalten Bilder von Mitschülern, Eltern und Lehrern bewundert werden" (S. 5). Der Kunstunterricht verkommt auf diese Weise zu einem dekorativen Selbstzweck und vereinheitlicht den Geschmack der Kinder in Richtung einer klischeehaften Schul- und Kunstunterrichts-Ästhetik, wie sie schon vor 40 oder 50 Jahren herrschte. Den Schülerinnen und Schülern wird durch Unterricht nach solchen Büchern die Chance genommen, ästhetische Erfahrungen zu machen, eigenständig bildnerische Kompetenzen im Visuellen und Gestalten zu entwickeln. Neben den anzufertigenden Kartengrüßen (Weihnachtskarte, Osterkarte, Herzkarte) findet sich der Klassiker "Tulpenwiese (Bastelarbeit/Faltschnitt)". "Die Tulpenkelche sind in verschiedenen Größen mittels Faltschnitt sehr schnell zu erstellen", um sie danach in eine "spannungsreiche Anordnung der Einzelblüten" (S. 31f.) zu bringen. Es geht u.a. um "Überschneidungseffekte" (S. 33). Anspruchsvolle und zeitgemäße Ziele ästhetischer Bildung, wie sie etwa von der "Arbeitsgruppe Grundschule" im BDK, Fachverband für Kunstpädagogik, ausführlich und überzeugend auch mit hervorragenden Praxisanregungen darlegt wurden, kennen die Autorinnen offenbar nicht.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.12.2012 20:10:06 GMT+01:00
Ohrwurm meint:
Eine sehr informierte Rezension. Vielen Dank!

Veröffentlicht am 23.08.2014 14:12:38 GMT+02:00
Swimfan meint:
Also ich finde das jetzt aber doch etwas sehr weit hergeholt. Ich unterrichte Kunst fachfremd und fühle mich stets komplett überfordert, wenn ich mal Kunst unterrichten soll. Mit diesem Buch habe ich nun jede Menge Stunden vorbereiten können und fühle mich nun nicht mehr hilflos. Außerdem habe ich im Vergleich zu etlichen anderen Kunstbüchern, deich gerade heute in einer Lehrerbuchhandlung durchgeblättert habe, das Gefühl, dass in diesem Buch ein wirklich Feeling für Kunst vermittelt wird und es eben gerade KEINE Beschäftigungstherapie ist! Und als Lehrer zu wissen, was am Ende beim rauskommen soll, finde ich sehr beruhigend :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.10.2014 07:30:09 GMT+02:00
maria stein meint:
Kann mich nur anschließen, danke Herr Peez

Veröffentlicht am 18.02.2015 18:19:49 GMT+01:00
Anne Lo meint:
Ich würde mich natürlich über einen Buchvorschlag freuen, der Ihren Vorstellungen nach dem Kunstunterricht entspricht.
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