Kundenrezension

13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Actioncast, von wegen..., 5. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: The Expendables (DVD)
Eines vorweg: Sehen Sie sich die 18er Version des Films an, denn die 16er Version ist nicht viel mehr als ein Trailer des eigentlichen Films!

Da der Film sich selbst mit dem "großartigsten Action-Cast aller Zeiten" bewirbt, kommen wir doch gleich zum wesentlichen:

SYLVESTER STALLONE - Sly übernimmt die Hauptrolle und mimt den Anführer einer Söldnertruppe. Ganz ehrlich, die Zeiten dummdreister Actionballereien sind leider vorbei in Hollywood, daher ist man aus nostalgischen Gründen vielleicht ganz froh, den einstigen Heroen noch einmal in einem schlichten Actionstreifen wie diesen erleben zu dürfen. Sichtlich gealtert macht Stallone trotzem noch eine gute Figur und schafft es leidlich dabei sein Action-Image ein wenig auf die Schippe zu nehmen.

Jason Statham - Die zweite Hauptrolle läuft oft Gefahr Mastermind Stallone den Rang abzulaufen. Jünger, frischer und frecher ist Stratham für die besten Actionszenen im Film verantwortlich. Dabei wiederholt er zwar lediglich seine Rollen aus "Transporter" und "Crank" aber das ist schließlich, was die Leute in diesem Film erwarten.

JET LI - Und hier kommen wir auch schon zu den Nebenrollen, von denen Li noch die größte besitzt. Er darf am Anfang und Ende des Films im Actiongetümmel mitmischen und hat zwischedurch soger ein, zwei witzige Dialoge. Eine Martial Arts Einlage darf mitten im Film auch nicht fehlen, diese ist aber nicht der Rede wert sondern bloß Pflichtprogramm des Akteurs. Hat man in allen seiner anderen Filme bereits besser erlebt.

DOLPH LUNDGREN - Obwohl Lundgren der große Durchbruch im Actiongenre nie gelungen ist, hat er sich vor langer Zeit doch einen Namen gemacht, den Cineasten heute noch kennen. Um eine Action-Riege mit C-Darstellern aufzufüllen ist er also eine gute Wahl. Groß ist seine Rolle nicht, aber eine Handvoll Szenen darf auch er absolvieren. Den Psychopathen nimmt man ihm allerdings nicht wirklich ab, mit ein wenig mehr Leidenschaft hätte er aus seiner Rolle schon sehr viel mehr machen können. Stattdessen wirkt er plumb und unmotoviert und konzentriert sich darauf, möglichst böse aus- und in die Kamera zu schauen.

TERRY CREWS und RANDY COUTURE - Diese beiden sind zumindest mir bisher völlig unbekant, daher denke ich sind sie bloße Platzfüller um die Masse an Nebenrollen aufzufüllen. Beide Schauspieler bekommen am Anfang des Films ihren einführenden Auftritt und dürfen dann auch am Ende des Films beim Showdown mit dabei sein. Allerdings wissen dabei weder etwaige schauspielerische Leistungen, noch besonders individuelle Szenen oder gar der nicht vorhandene Bekanntheitsgrad der beiden Mimen zu begeistern.

MICKEY ROURKE - Ist ja irgendwie ein Hybrid aus Actionstar und Charaktermime, an sich kann er beides, aber keines davon so richtig. Mit der richtig auf ihn zugeschneiderten Rolle hätte er allerdings gute Chancen, auch in einem miserablen Film eine gute Figur abzugeben. So waren seine Darstellungen beispielsweise im Van-Damme-Klamauk "Double-Team" oder in der Mega-Gurke "Iron Man 2" die Highlights. In den "Expandables" allerdings hat man verzichtet, ihm eine annähernd würdige Rolle zu verpassen. Er darf ein-, zweimal mit dem Motorrad durch die Szene fahren und hat zudem eine Art philosophischen Monolog, der allerdings eher peinlich und unfreiwillig komisch ist. Man könnte seine Rolle am ehesten mit der des "Alfred" aus "Batman" vergleichen, obwohl der behäbige Michael Caine hier wohl auch die bessere Wahl gewesen wäre.

BRUCE WILLIS - wer eine größere Rolle von Bruce im Film erwartet wird enttäuscht werden. Sein 2-Minuten-Auftritt rechtfertigt weder sein Erscheinen auf dem Gruppenbild des Covers, noch seine Erwähnung in der Aufzählung des Actioncasts. Ein kurzer Dialog ist alles, was Willis zu diesem Film beitragen kann.

ARNOLD SCHWARZENEGGER - Das sich der Auftritt des Gouvernators auf einen kleinen Cameo-Auftritt beschränken würde, war bestimmt allen klar. Mit seinem Namen wird zwar unter ferner liefen geworben, aber anders als Bruce Willis ist Schwarzenegger auch nicht auf dem Cover präsent. Er tritt mit diesem zusammen in der selben Dialogszene auf, darf aber als Stichwortgeber für ein paar halbwegs muntere Kommentare von Stallone dienen.

ERIC ROBERTS - Auch wenn Roberts nicht im Actioncast mit aufgeführt wird, ist seine Rolle im Film fast größer als die derjenigen, mit denen der Streifen wirbt. Als Bösewicht aus nahezu jedem 2ten B- und C-Movie bekannt, ist Roberts durchaus eine Bereicherung für den Film, die man nicht unter den Tisch fallen lassen sollte.

DIE HANDLUNG - Was soll man sagen, wir reden hier über die kleinste Rolle des Films. Sie hat die undankbare Aufgabe eine Handvoll verquerer Standard-Actionszenen wie Verfolgungsjagden, Schießereien und Explosionen zu verknüpfen, scheitert allerdings daran auf ganzer Linie. Bemerkenswert ist, dass man den Film eineinhalb Stunden lang schauen kann und immer noch nicht weiß, worum es eigentlich geht.

Also anstatt des größten Actioncasts aller Zeiten präsentiert sich der Film eher als Buddy Movie mit Stallones und Stathams Rolle. Der Rest der Actionriege hat kleine bis winzige Gastauftritte, die je weniger der Rede wert sind, je größer der Name ist.
Dem Actionfan wird trotzdem ein anständiger Film geboten, der allerdings aus dem Mittelmaß nicht herausragt. Die Actionszenen sind das, was man erwartet hätte, aber auch nicht mehr. An "Rambo"-Zeiten kann der Film lange nicht anschließen, allerdings weiß er schon mehr zu begeistern als beispielsweise Schwarzeneggers finaler "Collateral"-Langweiler.
Die Verwendung von CGI-Effekten bei den Schießereinen trüben ein wenig den 80er-Action-Flair, den man mit dem Film eigentlich hatte wiederbeleben wollen. Letztendlich ist es Geschmackssache ob man hierbei ein Manko sieht. Die Actioszenen selbst gehen meistens sehr schnell vonstatten, da bekommt man beim zusehen kaum mit, was da gerade passiert ist, so kurz wurden die Szenen aneinander geschnitten. Vor allem beim Showdown, wo oft zwischen den einzelnen Darstellern hin und her gewechselt wird, verliert man die Übersicht, wer hier eigentlich gerade gegen wen kämpft.

Kuriosum in der Handlung: Eine der Rollen, dessen Verletzung im Verlauf des Films dem Zuschauer als tödliche Wunde verkauft wird und in einer anrührenden Sterbeszene gipfelt, erfreut sich am Ende des Films nicht nur bereits wieder bester Gesundheit, sondern alle Verbrechen, die er auf Seiten der Bösewichte verbrochen hat sind ihm auch wieder verziehen worden, sodass er mit den Helden zusammen munter ein Bierchen trinken kann.
Das erinnert den Cineasten vielleicht an die Schlussszene des Films "Kiss Kiss Bang Bang", in dem genau diese Unart der 80er Buddy Movies grandios aufs Korn genommen wurde! ("Holt sie doch gleich alle wieder zurück!!!")
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