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Kundenrezension

14 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ausstattung: Top! Drehbuch: Flop!, 20. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Snow White & the Huntsman (DVD)
Märchen bieten ja einiges an Stoff, der sich für epische Filmumsetzungen eignet. Und es war im Endeffekt nur eine Frage der Zeit, bis Hollywood das für sich entdeckt (bzw. wieder entdeckt). Nun kommt also das bekannte Märchen von "Schneewittchen" zu Blockbuster-Ehren und muss sich mit diversen Fantasy-Größen messen lassen.

Um es vorweg zu nehmen: Unbedingt gesehen haben muss man diesen Film nicht, auch wenn es durchaus einige positive Aspekte gibt. So macht der Streifen optisch Einiges her. Sowohl Ausstattung als auch Kostüme, Landschaften und Effekte sind gut bis sehr gut und passen hervorragend zur Märchen-Thematik. Ebenfalls gelungen ist der Soundtrack, auch wenn es sich dabei um die übliche, recht epische Fantasy-Kost handelt. In Bezug auf Optik und Akustik ist also alles im grünen Bereich.

Viel mehr uneingeschränkt Positives kann ich aber beim besten Willen nicht ausmachen. Das liegt vor allem am Drehbuch, das einigermaßen durchwachsen ist. Die Story vom "Schneewittchen" kenn man natürlich, insofern weiß man ja ungefähr, was einen erwartet. Leider wirkt der Film an vielen Stellen arg gestreckt und teilweise fast erschreckend substanzlos. Hier scheinen sich die Verantwortlichen ein bisschen zu sehr auf die optische Opulenz verlassen zu haben. Aber selbst wenn man davon absieht, kommt nur gelegentlich wirkliche Spannung auf und ab der Halbzeit werden die Längen teilweise zu echter Langeweile. Vor allem die Kämpfe hat man so oder so ähnlich in letzter Zeit schon tausendmal gesehen. Alles in allem läuft der Film nach den gewohnten Fantasy-Mustern ab, was ihn sehr vorhersehbar macht - bekanntes Märchen hin oder her.

Dem schwachen Drehbuch passen sich - zumindest teilweise - auch die schauspielerischen Leistungen an. Der "Huntsman" (Chris "Thor" Hemsworth) ist im Prinzip in Ordnung, auch wenn er es mit seiner Darstellung des ruppigen Trunkenboldes ein wenig übertreibt. Auch Charlize Theron als böse Stiefmutter spielt ganz gut. Neben diesen beiden gehen die übrigen Rollen ein wenig unter - was aber nichts gegen Kristen Stewart als "Snow White" ist. Die junge Dame schafft es absolut nicht, ihre Figur auch nur einigermaßen sympathisch rüberkommen zu lassen - oder hat das mit der Synchronisation zu tun? Wie auch immer, begeisterndes Spiel sieht für mich anders aus. Sehr gut sind übrigens die Zwerge gelungen - lustig und ruppig, das gefällt, auch wenn man sich fragt, warum es unbedingt acht statt sieben Zwerge sein mussten.

Zu den geschilderten - aus meiner Sicht recht großen - Problemen gesellen sich noch kleinere Ungereimtheiten. Beispielsweise fragt man sich schon, warum "Snow White" ausgerechnet das "Vater unser" betet. Christentum im Fantasy-Land? Völlig unverständlich... Und was zum ...ähem... Teufel haben sich die Verantwortlichen dabei gedacht, weder "Snow White" noch "Huntsman" zu übersetzen bzw. synchronisieren? Nicht nur im Titel, sondern auch im Film? Das stört mich - der wahrlich nicht zu übertriebener Deutschtümelei neigt - ungemein. Charlize Theron spielt ja auch nicht die "Stepmother" sondern die Stiefmutter, der König ist der "König" und nicht der "King". Nur die beiden Hauptpersonen wurden auf englisch belassen - der Sinn entzieht sich mir völlig.

Was vielleicht noch einigen Filmfreaks auffallen wird: Es gibt eine stattliche Anzahl an Szenen, bei denen man sich nicht gerade unauffällig bei anderen Streifen bedient hat. Um nicht zu sagen: dreist geklaut. Beispielsweise flüchtet Snow White auf einem weißen Gaul vor diversen schwarz gekleideten Häschern auf schwarzen Pferden - die ganze Umsetzung inklusive Kameraarbeit erinnert frappierend an eine ähnliche Szene aus "Der Herr der Ringe - Die Gefährten". Oder der "Spiegel", der sich zunächst verflüssigt und danach menschenähnliche Form annimmt: "Terminator 2" lässt grüßen. Das Auftauchen der Schwiegermutter aus einem Milchbad (?) lässt spontan an "Die Königin der Verdammten" denken... Diese Liste ließe sich noch länger fortführen, man merkt aber schon, worauf ich hinaus will. Prinzipiell gilt ja oft "besser gut geklaut, als schlecht selber gemacht", aber hier haben es die Filmemacher doch ein wenig übertrieben.

Mehr als zwei Sterne sind damit meiner Ansicht nach nicht drin für "Snow White & The Huntsman". Schade eigentlich, ich denke die ganze Thematik hätte mit einem besseren Drehbuch wesentlich mehr hergegeben. Gerade im Hinblick auf die mehr als ordentliche Optik des Films.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 08.07.2012 04:06:24 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.07.2012 04:07:33 GMT+02:00
Volle Zustimmung in so ziemlich allen Punkten! Optik/Effekte/Sets usw. sind top, und - wie man vielleicht noch ergänzend hinzufügen könnte - der Soundtrack von James Newton Howard ist auch nicht übel. Aber alles andere? Die Geschichte wirkt einfach nicht rund. In dem Drehbuch klaffen heftige Löcher (Weißes Pferd? Warum hängt da ein Nagel in der Außenmauer? usw.), da zählt die Ausrede nicht, dass es ja ein Märchen sei und Deus Ex Machina da normal sind. Wenn sie schon eine düstere revisionistische Version machen und eine eigenständige Welt drumherum aufbauen wollen, dann bitte auch konsequent und nicht so halbherzig (sinnlose blasse Nebencharaktere *hust*).

Dass "Snow White" und "Huntsman" nicht übersetzt wurden, hat mich auch tierisch irritiert. Ich meine - das ist immerhin ein deutsches Märchen. Warum da nicht die tradierten und über alle Maßen bekannten Namen bei uns auf deutsch? Eine Weile wirkt es durch die komische Aussprache dann sogar so, als hieße der Jäger Hans. Hans Menn :D

Was ich noch sagen wollte: In der Liste der zusammengeklauten Szenen sollte auf keinen Fall die Sache mit dem Waldgott-Hirsch (?) und was an diesem Teich passiert fehlen! Ich weiß nicht ob du den Film Prinzessin Mononoke vom Studio Ghibli kennst, aber das fand ich schon extrem dreist. Die Beispiele die du nennst mögen zwar alle stimmen, aber da kann man eventuell noch eher von allgemeinen Elementen und Inspiration sprechen. Aber diese komplette Szene war ideentechnisch so detailliert kopiert, dass es niemals ein Zufall gewesen sein kann.

Alles in allem schade. Ich mag düsteren Fantasy-Kram. Aus dem Film hätte man mehr machen können.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.07.2012 14:00:23 GMT+02:00
M. Dhaouadi meint:
Leute zählt mal nach wieviele Silben Snow White und Schneewittchen bzw. Huntsmen und Jäger haben bzw. wie unterschiedlich lang die Wörter sind. Die deutschen Übersetzungen passen einfach aufgrund der Lippensynchronität nicht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.07.2012 20:46:33 GMT+02:00
Stefan T. meint:
@ M. Dhaouadi:
Wenn das so ist, frage ich mich aber, wie Filme überhaupt synchronisiert werden können? Das sind ja nicht die einzigen Wörter, die im Deutschen länger/kürzer sind, als im Englischen. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass das die Erklärung dafür ist...
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Stefan T.
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