Kundenrezension

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen " Rhapsody in Blue " und durchgeknallte Intellektuelle., 9. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: SZ-Cinemathek, 95: Manhattan (DVD)
Den vorliegenden Film habe ich vor fast 30 Jahren das erste Mal im Kino gesehen und war damals sehr begeistert. Gestern sah ich ihn erneut auf DVD und fand ihn nach wie vor hervorragend inszeniert. Begeistert bin ich immer noch.
Das Drehbuch stammt von Woody Allen, der auch Regisseur von " Manhattan " ist.
Geworben wurde damals damit, dass der Film eine Liebeserklärung an New York sei, aber er ist weitaus mehr. Woody Allen ironisiert auf liebenswerte Weise das neurotische Verhalten der Intellektuellen in Manhattan und brilliert mit feinsinnig geschriebenen Dialogen.
Der Film ist Schwarz-Weiß gestaltet, weil Allen so die eigentliche Schönheit der Stadt besser darstellen zu können meinte.
Der 42 jährige Isaac Davis (Woody Allen) ist erfolgreicher Drehbuchautor beim Fernsehen. Er nimmt sich zu Filmbeginn eine Auszeit, weil er ein Buch schreiben möchte. Das Buch ist ihm so wichtig, dass er materielle Einbußen und das Wohnen in einer schlechteren Wohnung gerne in Kauf nimmt.
Davis ist mit einer 17 Jährigen Schülerin ( Mariel Hemingway) befreundet. Er sieht den großen Altersunterschied sehr wohl und möchte, dass die Beziehung sich nicht zu eng gestaltet. Er fühlt sich für das Mädchen fast wie ein Vater verantwortlich, was ihn aber nicht daran hindert mit ihr beizuschlafen. Die 17 jährige scheint reifer zu sein als Isaac, der schon zwei Ehen hinter sich hat und seine letzte Frau ( Meryl Streep) an eine Lesbe verlor. Man lernt Isaacs Freund und dessen Frau, aber auch die schöne Intellektuelle Mary ( Diane Keaton), die mit beiden Männern zeitweilig eine Beziehung unterhält, alsbald kennen. Mary konsultiert ähnlich wie Isaac wegen seelischer Schräglagen schon länger einen Psychoanalytiker. Beide Protagonisten sind innerlich wenig gefestigt, möglicherweise weil sie pausenlos alles und jeden, hauptsächlich aber sich selbst in ihren Befindlichkeiten hinterfragen. Mary begreift nicht, wieso sie trotz hoher Intelligenz und Schönheit dauernd Beziehungsprobleme mit Männern hat. Für den Betrachter allerdings wird sehr schnell klar woran es liegt.
Bis auf das 17 jährige Mädchen sind alle Beteiligten viel zu verkopft um Zugang zu ihren wirklichen Wünschen zu bekommen......Ein großes Problem vieler Intellektueller, Allen weiß das und thematisiert diese Schwierigkeit in vielen seiner Filme.
Schöne Bilder von Manhattan , Musik von George Gershwin und witzige, brillante Dialoge sorgen für vergnügliche 93 Minuten.

Die Ton- und Bildqualität sind bestens.

Empfehlenswert.
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1-10 von 25 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.12.2008 07:39:25 GMT+01:00
Happyx meint:
Liebe Helga, ich möchte hier nicht schon wieder eine problematische Diskussion beginnen. Trotzdem muss ich feststellen, dass mir Woody Allen ähnlich unsympathisch ist wie Loriot, beide beschreiben im Grunde nur ihre eigenen Neurosen, ihren verzweifelten Blick auf die Welt. Ich konnte keinen Allen Film länger als 5 min ertragen. Kannst Du mir sagen, warum ich Manhattan ganz anschauen sollte - außer den schönen Bildern von New York und der Musik von Gershwin?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.12.2008 08:38:36 GMT+01:00
Daggi meint:
Hi Helga und Happyx , ich mag Woody Allen auch nicht.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.12.2008 09:27:33 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.12.2008 10:47:24 GMT+01:00
Helga König meint:
Woody Allen betreibt, wie dies in den 70ern und frühen 80ern in intellektuellen Kreisen zum Teil Mode war psychische Nabelschau. Er persifliert seine persönlichen Daueraufenthalte auf der Couch in seinen Filmen und zeigt, dass er - je mehr er sich selbst kennenlernt - um so verwirrter wird und auch entsprechend aberwitzig handelt.
Ich schätze die subtilen Dialoge in Allens Filmen ,die den Zeitgeist in intellektuellen Kreisen jener Jahre spiegeln.
Er bringt den Menschen die Existenz einer zerbrechlichen Psyche nahe, zeigt, dass Intellektualität nicht vor großen Persönlichkeitsschräglagen schützt. Dies der intellekuellen Gemeinde zu unterbreitet zu haben ist sein Verdienst.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.12.2008 23:53:44 GMT+01:00
Happyx meint:
Vielen Dank für Deine Erklärung, liebe Helga. Wie immer perfekt auf den Punkt gebracht. Meine Zeit ist allerdings zu kurz, um mich mit solchen neurotischen Köpfen zu befassen. Habe mehrere Interviews mit ihm gesehen. Halte ihn für maßlos überschätzt, kein intelligenter Satz von ihm ist bei mir hängen geblieben. Ich sehe wenig Filme und wenn: am liebsten aufbauende, ermutigende.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.12.2008 23:35:22 GMT+01:00
christine meint:
Nun, warum nicht mal einen "aufbauenden" Woody Allen wagen. Mein Tipp: "Hannah und ihre Schwestern". Ein bisschen von Tschechow inspiriert, ein paar Neurosen, Reflexion über die Sinnsuche des Städters an sich und ein vollkommen überraschendes Happy-End. Sicherlich einer von Allens massentauglichsten Filmen, tolle Darstellerleistungen. Es wäre auch hilfreich, nicht von der Person des Regisseurs (sympatisch oder unsympatisch) auf die Qualität all seiner Filme zu schließen.

Veröffentlicht am 14.12.2008 00:46:15 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 14.12.2008 10:35:36 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.12.2008 12:30:37 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 14.12.2008 12:51:20 GMT+01:00
Ray meint:
Wobei ich das Geheimnis des Erfolgs bei Woody Allen noch von einer anderen Seite beleuchten möchte. Allens Filme sind vor allem Geschmacksache. Zwangsläufig, denn Allens Filme sind authentisch und tragen vor allem immer eine persönliche Handschrift, mit der nicht jeder was anfangen kann. Selbst die Arbeiten, die durch Allens Liebe zu Ingmar Bergman inspiriert sind, besitzen dieses markante Erkennungsmerkmal. Er hat auch eine Entwicklung durchgemacht - und vielleicht Leute wie ich, die mit ihm aufgewachsen und gross geworden sind ebenfalls. Als Kind hab ich ihn auch als reinen Comedian empfunden (Schläfer, Boris Gruschenko), dann wurden ja seine Arbeiten ernster und die Meisterwerke "Annie Hall" oder "Manhattan" sind ja perfekte Tragikomödien. Ich kenne sie schon seit den späten 70ern - also seit der Kinoauswertung. Als kinobegeistertes Kind, dass zudem noch gratis in die Vorstellungen durfte, hab ich fast keinen Film ausgelassen. Ich kann mich aber noch gut daran erinnern, dass "Manhattan" in unserer Kleinstadt nicht der grosse Wurf war. Viele Zuschauer fanden ihn auch öde.
So sehr ich Fan war, in den Folgejahren wurde ich auch etwas Allen-müde..er wurde ja in seiner Entwicklung auch von sehr sperrigen Schaffensphasen erfasst. Trotz der klasse Filme "Hannah und ihre Schwestern", "Verbrechen und andere Kleinigkeiten", "Manhattan Murder Mystery", "Bullets over Broadway" oder "Geliebte Aphrodite" gabs auch m.E. doch prätentiöse Werke, zu denen man nicht unbedingt leichten Zugang findet - und in denen er auch vielleicht seine grosse Stärke (eben durch seine eigene Handschrift nunmehr fast 40 Jahre sich im Geschäft als Filmemacher behaupten zu können) einen Tick zu egozentrisch, zu gewollt neurotisch und abgehoben präsentierte.
Umso erstaunter war ich als ich vor kurzem "Match Point" sah und einen irre frischen und jungen Allen entdeckte, der wahrscheinlich doch noch für weitere Kinoklassiker gut ist.
Auch wenn Allen von vielen Fans wegen seiner Seitenhiebe auf die intellektuellen Künsterkreise geschätzt wird und in vielen seiner Filmen neurotische Charaktere Vollgas geben dürfen...die beiden Werke aus den Endsiebzigern "Manhattan" und auch "Interiors" fallen nach meiner Auffassung dahingehend etwas aus dem Rahmen der Allen-Werkschau, weil sie vor allem auch spröde Bilderkompositionen fürs grosse Kino zu bieten hatten, die die Atmosphäre beider Filme zusätzlich verstärkt hat. Für mich sind es die beiden Besten Filme von Allen.
"Manhattan" ist zudem auch noch eine wunderschöne Liebesgeschichte eines ungleichen Pärchen.
Und Helga hat ne klasse Rezension geschrieben, die so gut war, dass ich den Film jetzt auch in den Warenkorb gelegt habe. Weg mit der ollen VHS-Aufnahme....

Veröffentlicht am 14.12.2008 12:54:10 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 14.12.2008 15:05:30 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.12.2008 15:03:31 GMT+01:00
christine meint:
Ich muss mich auch als großer Allen-Fan outen, selbst wenn einzelne Filme mal nicht zünden, so hat er doch ein großes Werk mit vielen Alltime-favorits geschaffen. Und spätere Filme zeigen, dass er auch Thriller gut zu inszenieren weiß. Persönliche Lieblinge: Zelig, Stardust Memories, Broadway Danny Rose und natürlich Hannah und ihre Schwestern. Selbst schwächere Filme (natürlich relativ gesehen) taugen für reuelose gute Unterhaltung.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 14.12.2008 20:38:12 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 18.12.2008 19:30:14 GMT+01:00]
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Helga König
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