Kundenrezension

249 von 286 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Übersetzungskritik, 16. September 2009
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Rezension bezieht sich auf: Die Frau des Zeitreisenden: Roman (Fischer Taschenbibliothek) (Taschenbuch)
Dies ist eine reine Übersetzungskritik der deutschen Übersetzung von "The Time Traveler's Wife" und bezieht sich nicht auf den englischen Roman. Die deutsche Übersetzung ist meiner Meinung nach mangelhaft, unlogisch und schlecht recherchiert. Folgende Punkte fielen mir besonders negativ auf:

1) Im Buch erwähnte Literatur-Zitate und kulturelle Anspielungen werden von der Übersetzerin nicht erkannt und wörtlich übersetzt, sodass sie im Deutschen nicht mehr als solche wahrgenommen werden.

2) Wenn die Übersetzerin Zitate erkennt, werden sie nicht einheitlich übersetzt. Paradoxerweise bleibt die "Cheshire Cat in Alice's Adventures in Wonderland" auch im Deutschen "die Cheshire Cat in Alice im Wunderland" (anstatt von "Grinsekatze"), aber andererseits wird Blakes weltberühmtes Gedicht "Tiger, Tiger burning bright" in der deutschen Übersetzung zu "Tiger, Tiger grelle Pracht". Aufgrund solcher Uneinheitlichkeiten kann ich nicht mehr von stilistischer Freiheit ausgehen, sondern von Willkür.

3) Es fallen große Lücken in Sachen Allgemeinwissen und idiomatischer Sprachgebrauch auf. Beispiel: Beim Schachspielen verwendet man im Englischen das Verb "to take", wenn man die Figur des Gegners schlägt, wie in "She took his pawn." (wörtl. "Sie nahm seinen Bauern."; idiomatisch sinnvolles Deutsch: "Sie schlug seinen Bauern.") Dieser englische Ausdruck wurde aber 1A ins Deutsche übernommen, mehrere Seiten voll mit Formulierungen nach dem Muster "Er/sie nimmt/nahm ihre/seine Figur". Im ganzen Buch stolpert man über solche unnatürlichen Ausdrücke, was den Lesefluss immer wieder unterbricht.

4) Im englischen Original kann man am Sprachstil und der Wortwahl der Figuren die jeweilige Zeit erkennen. Denn logischerweise hat man in den 60ern anders gesprochen als in den 90ern. In der deutschen Übersetzung wurde dies jedoch konsequent ignoriert. Auch die Hauptfiguren Clare und Henry werden von frühester Kindheit an beschrieben. Der Übersetzerin ist es aber völlig egal, ob die Person gerade im Vorschul- oder Erwachsenenalter ist, die Wortwahl im Deutschen ist völlig gleich. Welches 5jährige Mädchen würde auf die Frage nach seinem Befinden mit "einigermaßen" antworten? Mögliche Gründe sind wiederum mangelndes Sprachgefühl, denn sprachliche Nuancen werden nicht erkannt und somit nicht in die Zielsprache übertragen.

5) Im Allgemeinen ist die Übersetzung ungenau, Schlüsselwörter werden ausgelassen, Satzzusammenhänge falsch verstanden und anstatt einen Satz sinnvoll zu trennen, wird er mit unzähligen Kommas zerstückelt und endet irgendwo im stilistischen Niemandsland. Selbst deutsche Fremdwörter werden falsch geschrieben.

FAZIT: Dem englischen Original gebe ich liebend gerne eine positive Bewertung, aber die deutsche Übersetzung ist so holprig und unsystematisch, dass mir persönlich jedes Lesevergnügen vergeht. Natürlich kann man nie 100% das Sprachgefühl der Ausgangssprache in die Zielsprache übertragen, aber ich habe es selten erlebt, dass der Charme des Originals praktisch ausgelöscht wird. Daher meine Empfehlung: Wer gute Englischkenntnisse besitzt, sollte sich die deutsche Version ersparen.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-10 von 50 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.09.2009 19:37:36 GMT+02:00
aenn meint:
Ich schließe mich der Kritik von Eislilie voll und ganz an. Ich habe dieses Buch (auf deutsch..) gerne gelesen, mich jedoch über die haarsträubend schlechte Übersetzung fortwährend geärgert. Habe sogar, was ich normalerweise nie mache, eine Liste über alle möglichen Rechtschreib-, Grammatik- und Übersetzungsfehler ("denglish") geführt.

Gibt es nicht genug wirklich sprachkundige Leute auf dem Übersetzermarkt? Die z.B. wissen, daß "die" Carmina Burana kein Femininum Singular sind? Gibt es nicht Computer, mit deren Hilfe man schnellstens nachschlagen kann, wie man Wörter wie "Solidarnocz, anormal, Agranulazytose, Avantgarte, Frieda Kahlo" wirklich schreibt, wenn man es schon nicht selber weiß?? Oder werden Bücher heute derart billig produziert, daß man sich selbst bei einem Bestseller keine Qualität mehr leisten kann?

Schwache Leistung. Schade, bei dem guten Roman.

Veröffentlicht am 04.10.2009 16:40:32 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.10.2009 16:41:19 GMT+02:00
Lamia2 meint:
Auch ich kann mich nur anschließen - beim Lesen hatte ich mehr als einmal das Gefühl, daß eine Formulierung im Deutschen nicht wirklich Sinn macht. Aber nach dem Rückübersetzen ins Englische wurde mir klar, was die Autorin eigentlich gemeint hatte. Fehler können passieren, aber deshalb sollte man Korrektur lesen oder lesen lassen. Oder eben gleich jemanden anstellen, der weiß, was er tut.

Veröffentlicht am 28.10.2009 15:02:59 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 28.10.2009 15:04:35 GMT+01:00]

Veröffentlicht am 28.10.2009 15:03:26 GMT+01:00
anubis meint:
Ich habe das Buch in beiden Sprachen gelesen, zuerst das deutsche Buch, wo ich mich wirklich ebenso über einigen haarsträubenden Übersetzungsunsinn und falsch geschriebene Fremdwörter aufregen musste wie meine Vorredner, und danach die englische Ausgabe. Ich muss sagen, dass mir die englische Ausgabe um Längen besser gefallen hat.
Auch Harry Potter ist ins Deutsche übersetzt worden, aber nicht so fehlerhaft wie diese eigentlich wunderschöne und anrührende Liebesgeschichte (in Englisch wohlgemerkt!).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.10.2009 00:38:49 GMT+01:00
Lilly meint:
Ich habe die englische Version nicht gelesen und die deutsche Ausgabe ziemlich verschlungen, so dass ich vermutlich vieles, von dem, was ihr anmerkt, gar nicht so mitbekommen habe. Was mir allerdings mehrfach aufgefallen ist und was mich sehr gestört hat, waren die zahlreichen falsch gesetzten Gänsefüßchen. Ich musste einige Sachen zweimal lesen, weil mir die Anführungszeichen so falsch vorkamen und das waren sie an sehr vielen Stellen im Buch auch.

Mir fiel außerdem, und das fand ich ganz, ganz haarsträubend, das Wort "Fötusse" in der zweiten Hälfte auf. Oh.Mein.Gott. Solche Fehler dürfen bei jemandem, der dafür auch noch bezahlt wird, auf gar keinen Fall auftauchen.

@ anubis: Harry Potter fand ich übrigens sehr schlecht übersetzt, insbesondere den 7. Teil. Ich besitze sowohl die englischen als auch die deutschen Ausgaben - durch Harry Potter bin ich dazu übergegangen, Bücher möglichst nur noch in ihrer Originalsprache zu lesen ;)

Veröffentlicht am 31.10.2009 16:53:33 GMT+01:00
FML meint:
Oh ja, du rennst bei mir offene Türen ein, obwohl ich dieses Buch nicht gelesen habe. Aber DANKE für die Vorwarnung.
Auch z.B. die Harry Potter Bände, die sind so grottenschlecht übersetzt, daß man nur weglaufen müßte vor den deutschen Ausgaben.
"Buck beak" als "Seidenschnabel" ist dämlich wie nur was und "Rita Skeeter" als "Rita Kimmkorn" nur noch peinlich.

Auch in anderen Büchern habe ich schon die gruseligsten Entgleisungen gelesen, wie etwa "er wartete bis die Küste frei war" ("he was waiting til the coast was clear" was dem Deutschen "bis die Luft rein war" entspräche) oder "er hatte ihre Zeitschriften nicht gelesen" ("he did not read her journals")- journals=kunstvoll gestaltete Tagebücher- dazu kann man dann nur noch "AUA" sagen.
Ganz schlimm finde ich auch, Dialektausdrücke in Übersetzungen wie etwa "die Buben" oder ähnlichen Unsinn. Ach ja, neue Übersetzer braucht das Land!

Veröffentlicht am 22.03.2010 00:21:13 GMT+01:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.03.2010 15:32:14 GMT+01:00
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.03.2010 17:01:27 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 25.03.2010 19:17:50 GMT+01:00
Icelily meint:
@Steffi Krüger: "Ich habe es noch NIE erlebt, dass man bei einer Rezension auf der ÜBERSETZUNG rumhackt! Was soll denn der Schwachsinn?"

Ähm, ja, herzlichen Dank für diese wirklich fundierte, konstruktive Kritik, die vor literarischem Verständnis nur so strotzt!

Kundenrezensionen sind dazu da, eine persönliche Empfehlung für ein Produkt auszusprechen oder eben nicht. Wenn die deutsche Übersetzung so grottenschlecht ist, dass sie das ganze Buch kaputt macht, den Sinn verzerrt und den Charme des Originals völlig auslöscht, ist eine Warnung angebracht. Der Sinn der Amazon Kundenbewertungen ist nicht, ein Buch in den Himmel zu loben, sondern das Produkt zu bewerten, das man in der Hand hat. Wenn es eine schlechte Qualität hat, wie durch eine misslungene Übersetzung, wird sich das entsprechend in der Bewertung dieses Produktes widerspiegeln. Amazon ist kommerziell, kein Literaturforum!

Überfliegen Sie einmal die negativen Rezensionen zu diesem Buch, sowie die Rezensionen zu anderen übersetzten Büchern und Sie werden feststellen, dass Übersetzungskritiken an der Tagesordnung sind. Nicht umsonst steht groß und breit "Übersetzungskritik" im Titel der Rezension und der erste Satz lautet "Dies ist eine reine Übersetzungskritik der deutschen Übersetzung von "The time traveler's wife" und bezieht sich nicht auf den englischen Roman." Somit ist doch eindeutig, dass die deutsche Version gemeint ist und die Kritik sich nicht auf den Roman an sich bezieht (den ich im Übrigen genossen habe).

Ein kleiner Hinweis an @Nancy Weber: Um die Fehler in der deutschen Übersetzung zu erkennen, muss man 1. das Original gelesen haben, 2. Kenntnisse in englischer Literatur besitzen um Anspielungen zu verstehen und 3. die deutsche Sprache beherrschen. Die bisherigen Kommentare zu meiner Rezension enthalten weitere Beispiele für das Unvermögen der Übersetzerin und wenn Sie das Buch noch einmal mit den in meiner Rezension genannten Punkten im Hinterkopf lesen, wird Ihnen sicherlich einiges auffallen.

Ich amüsiere mich gerade köstlich darüber, wie auf meiner Rezension als Ganzes herumgehackt wird, ohne ein einziges meiner Argumente zu widerlegen. Klingt stark nach erboßten Fans Marke "Twitards". Epic fail.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.06.2011 14:02:57 GMT+02:00
Kohelet meint:
Liebe »Eislilie«,
ich zitiere einen Satz von dir:
»Um die Fehler in der deutschen Übersetzung zu erkennen, muss man 1. das Original gelesen haben, 2. Kenntnisse in englischer Literatur besitzen um Anspielungen zu verstehen und 3. die deutsche Sprache beherrschen.«
Vielleicht mal an die eigene Nase fassen, ja? Bis auf den Klops mit den »Fötussen« (der natürlich genauso der Lektorin und dem Korrektorat hätte auffallen müssen, aber so etwas passiert bei mehreren hundert Seiten immer mal wieder) sind all die angeführten »Katastrophen« übersetzerische Entscheidungsfragen, die man mit Recht und Begründung entweder so oder so lösen kann. Natürlich ist es vollkommen idiomatisch und normal, eine fremde Figur beim Schach zu »nehmen«, und wenn man nicht zehn Mal »schlageb« schreiben möchte, dann variiert man eben. Und natürlich weiß die Übersetzerin, dass die Cheshire Cat in (manchen, nicht allen!!!) deutschen Übersetzungen von Carroll »Grinsekatze« heißt, das erschien ihr aber hier nicht passend.
Mir klingt das alles in allem fast nach einem persönlichen Racheakt, jedenfalls nach absichtlicher Rufschädigung einer guten und zu Recht preisgekrönten Übersetzerin, und es hat mit fundierter Übersetzungskritik rein gar nichts zu tun. Bei der geht es nämlich um etwas komplexere Fragen wie Stilebenen und dergleichen, und nicht bloß um irgendwelche Schwarz-Weiß-»Richtig-Falsch«-Dummheiten aus dem Mittelstufenunterricht.
Ich habe daher deine sogenannte »Kritik« bei amazon als Missbrauch gemeldet.
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