Kundenrezension

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Auf dem absteigenden Ast, 18. Dezember 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Ride on (Audio CD)
Man kann Platten schönschreiben. Genau dies tut Chris Welch in seinen Liner Notes zur "Ride on"-Scheibe von Alvin Lee & Ten Years Later. Doch zunächst ein kurzer Rückblick. Flitzefinger Lee war mit Ten Years After und dem Über-Song "I'm going home" einer der Helden des Woodstock-Festivals von 1969. Mit ihrer Blues, Rock, Rock'n Roll und Jazz-Elemente (z. B. Woody Herman's "Woodchopper's Ball") vermengenden Musik hatten TYA Ende der 60er und in der ersten Hälfte der 70er Jahre einen großen Fankreis. Als die Band sich 1975 endgültig auflöste, stand Alvin Lee vor der Aufgabe, sich musikalisch neu zu orientieren. Nach einer Zwischenphase, in der er mit seiner "Company" recht ansprechende Platten auf den Markt brachte, wollte er mit dem Power Rock-Trio Ten Years Later einen Neuanfang wagen. Freilich - der Namen deutet es bereits an - blieb er dem Stil von TYA weiterhin verhaftet. Dieser eher unentschlossene Start zu neuen musikalischen Ufern konnte jedoch letztlich nicht richtig überzeugen. "Ride on" belegt dies nachdrücklich. Der Einschätzung von Chris Welch, Ten Years Later "proved to be more than worthy sucessors to his previous Band Ten Years After", kann ich deshalb überhaupt nicht folgen. Und auch von "funky blues" ist auf der Scheibe nichts hören. Vielmehr bietet das Live/Studio-Album mehrere kompositorisch schlichte Rock-Titel wie z. B. "Ain't nothin' shakin'", "It's a gaz" oder "Sittin' here", die Lee eigentlich nur als Vehikel zur Präsentation seiner Gitarrenkunst dienen. Das knapp eine Minute lange "Scat encounter" ist eine jazzige Reminiszenz an "Silly thing" vom eindrucksvollen TYA-Livealbum "Recorded live". Eher unentschlossen wirkt auch der Reggae "Ride on cowboy". Das unvermeidliche "Going home" fetzt zwar los wie immer, erreicht aber nicht die Qualität früherer Versionen. Von Jimi Hendrix "Hey Joe" läßt sich immerhin sagen, daß der gute Alvin diese Rock-Hymne auf seine ganz indiviuelle Art interpretiert. Unter den Studio-Aufnahmen können noch am meisten der dampfende Rock-Stampfer "Too much" und das rock'n rollige "Can't sleep at nite" überzeugen. Chris Welch hat natürlich recht, wenn er schreibt, die Absicht Alvin Lees mit seinem Power Trio sei es gewesen, "to counteract punk by blowing the would-be usurpers off stage". Daß ihm dies mit dem weitgehend einfallslosen Song-Material auf "Ride on" nicht gelingen konnte, läßt sich beim Hören der Scheibe erahnen. Nicht zuletzt deshalb kann ich über das folgende Statement von Chris Welch nur den Kopf schütteln: "If Cream hadn't broken up in 1968 and were still going in 1978, they might have sounded like this". Was halten wohl Eric Clapton, Jack Bruce und Ginger Baker von dieser Aussage?
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