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Ein Eishockeyfilm über das beste am Eishockey und noch viel mehr!,
27. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Goon - Kein Film für Pussies (DVD)
Nur zufällig habe ich vor kurzem "Take me home tonight" von Michael Dowse gesehen und war wenig beeindruckt, wenn auch gut unterhalten. Erst jetzt bemerkte ich, dass "Goon" vom selben Regisseur stammt, also habe ich ihn kurzerhand in meiner örtlichen Videothek ausgeliehen. Michael Dowse hat seine Darsteller definitiv im Griff und er erschafft somit wunderbare Film-Persönlichkeiten, so auch in Goon. Seann William Scott passt perfekt in die Rolle des "Doug Glatt" - was auch immer nicht gepasst haben sollte wurde passend gemacht und so entsteht ein oftmals sogar ziemlich intensiver Film, der einem, unüblich für einen solchen Feel-good-movie, bestimmt eine Weile nicht aus dem Kopf gehen wird.
Doug Glatt ist ein bodenständiger, gutmütiger und ehrlicher Kerl - gegen den Willen seiner Eltern verweigert er sich einem akademischen Bildungsweg und versucht lieber zu finden, was wirklich zu ihm passt. Als Security macht er einen guten Job und kann vor allem eines: Ordentlich austeilen und auch gut wegstecken. Durch Zufall wird ein Eishockeyteam auf ihn aufmerksam und nimmt ihn bei sich auf - schon bald wird er in eine höhere Liga befördert, in welcher zu seiner Hauptaufgabe gehören soll einem ehemaligen Spitzenspieler-Spieler, welcher wegen einer traumatisierenden Verletzung abgestiegen ist, wieder auf die Beine zu helfen.
Die Spieler stehen um Doug Glatt herum und wollen ihn nach einem heroischen Sieg gebührend feiern, auf ihre ganz eigene Weise. - "Ich will euch meinen Schwanz nicht zeigen!", - "Wieso, bist du schwul?" - soetwas in der Art spiegelt den Humor von "Goon" wieder, auch wenn das jetzt schlecht rüberkommt, Goon lebt größtenteils von Wortwitzen und von Situationskomik, also muss man die zugehörigen Szenen sehen. Brachial, derb, vulgär und brutal - eben passend zur Welt des Eishockeys - es geht hier ganz schön zur Sache, kein Film für Pussies eben. Dass Eishockey ein sehr brutaler und agressiver Sport ist, sollte jedem klar sein - denn das zeigt dieser Film auch ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen - es fließt teilweise also unerwartet viel Blut und die Gewalt wird auf die Spitze getrieben. Doug wirkt in dieser rauen Welt mehr als bemitleidenswert, man empfindet einfach zu viele Sympathien für ihn, er ist eben auch ein grundgütiger, nachdenklicher und ehrlicher Typ, der sich selbst gut einschätzen kann - das alles wirkt wahnsinnig natürlich.
Goon ist ein Sportfilm, eine Komödie, ein Feel-good movie und auch irgendwie ein Charakterportrait. Die Filmweise wirkt teils fast schon dokumentarisch - passend dafür wird über die Thematik des Eishockeys auch keine Wertung abgegeben, trotzdem hat man den Eindruck, dass der Sport doch ein wenig ins lächerliche gezogen wird - das passt aber wunderbar rein, schließlich kann man nicht leugnen, dass Eishockey in Nordamerika vor allem wegen der Gewalt so beliebt ist. In den inszenierten Spielen wird aber durchaus auch eine taktische Spielweise mit rasanten Spielzügen und ordentlich Spannung gezeigt. Das Gesamtpacket wirkt alles andere als schonmal dagewesen, fast schon experimentell entsteht hier eine einzigartige Mischung, die einfach Spaß macht. Michael Dowse scheint so gut wie alle Filme, die in dieses Genre gehören, zu kennen und er huldigt ihnen auf seine Weise. Die Komik ist zielgenau und treffsicher gesetzt und auch dramatische Zwischentöne kommen zum Vorschein.
In den Nebenrollen erkennt man dann auch noch ein weiteres American Pie Gesicht - Eugene Levy (Jim's Dad in American Pie) spielt in "Goon" den erfolgreichen Akademiker Dr. Glatt, welcher hohe Ansprüche an seinen Sohn Doug hat und welcher seinen neuen Beruf nicht ganz zu würdigen weiß. Alison Pill (bekannt als die Drummerin aus "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt) passt als Dougs Wunschfreundin Eva haargenau in die Art und Weise des Filmes - sie tut dem Humor alles andere als einen Abbruch und trägt wunderbar zum verrückten Charme von "Goon" bei. Auch Doug's exzentrischer Freund Ryan (Jay Baruchel) spielt seine Rolle brilliant!
Die DVD:
Sprachen - Deutsch, Englisch
Untertitel - Deutsch
An der Bildqualität gibt es nichts auszusetzen.
Extras:
45 minütiges Making of mit Interviews der Mitwirkenden
9 Minuten deleted scenes
5,5 Minuten Outtakes & Patzer
Interviews: Seann William Scott & Jay Baruchel 30 Minuten
Hinter den Kulissen 5 Minuten
Torhütercasting 5,5 Minuten
"Fighting 101" 4 Minuten
Sehr umfangreiche Extras (überwiegend Rohmaterial mit ein paar Tonfehlern), so würde man das doch auch gerne bei vielen anderen DvDs/Blu-Rays sehen, top!
Noch ein kleiner Tipp: Wen Karriere-Footage des "realen" Doug Glatt sehen will sollte die Credits unbedingt ganz ansehen!
Fazit: Ein zeitloses Feel-Good Movie mit tollen Darstellern, einer super Haupthandlung und wunderbar ausgearbeiteten Nebenhandlungen! Oft experimentell gemischte Stilmittel erschaffen einen einzigartigen Film mit zielsicherem Humor, der mitzureissen weiß. Die Darstellung ist oft ziemlich brutal und blutig, die Wortwahl vieler Charaktere gehen in Richtung Porno-Jargon - das hört sich vielleicht niveaulos und dumm an, doch "Goon" von Michael Dowse ist viel mehr als das und zählt für mich jetzt schon zu einer der großen Filmüberraschungen des Jahres 2012!
Trivia: Der Goon (engl. für Schläger) oder auch Enforcer genannt ist im Eishockey jemand, der dazu da ist, die Starspieler zu beschützen und sich zu prügeln, wenn es sein muss.
Danke an VitaminK für die Info!
4/5 Sterne
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