Kundenrezension

4.0 von 5 Sternen Abwechslungsreiches Übergangsalbum, 31. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Rock & Roll (Audio CD)
Motörhead in der Quartettbesetzung. Lemmy spielt Bass und singt (wie immer), Phil Campbell und Wurzel teilen sich die Gitarrenarbeit, und Phil Taylor hat Pete Gill den Drumhocker wieder weggenommen. Vorbei ist es mit den ultrapräzisen, ultrabrutalen Doublebassattacken von "Locomotive" und "Claw", dafür zockt Taylor seine urig typischen, leicht stolpernd synkopierten Rock'n'Roll- Beats. Vergangenheit ist die drückende technisch- moderne Produktion von Bill Laswell, statt dessen hat Lemmy Guy Bidmead fürs Mischpult angeheuert. Dieser setzt auf einen etwas luftigeren, traditionelleren Gesamtsound und scheut sich nicht, großzügige Backgroundvocals ("Blackheart", "All for you") einzustreuen. Auch die Songs sind etwas zahmer und eingängiger geworden. Offensichtlich wurde hier klanglich ein scheuer Blick auf den US- Metalmarkt gewagt; konterkariert wird dieser Eindruck jedoch vom kompromisslosen Cover, wie üblich aus den Händen von Joe Petagno. Unzufrieden war Lemmy mit seiner Gesangsleistung, laut eigener Aussage litt er während der Aufnahmen an einer Erkältung, davon vermag ich jedoch nichts zu hören.

Ich persönlich empfand Orgasmatron als mutigen und zukunftsorientierten Schritt, im Vergleich dazu ist Rock'n'Roll weniger klar definiert geraten, mehr zerklüftet als homogen. Der letzte Laswell- Song "Eat the Rich" (aus dem gleichnamigen Film) wirkt mit seiner Slidegitarre wie ein Fremdkörper, das Songwriting bei einigen Stücken ("Wolf", "Stone Deaf") ist minder inspiriert, und der Sound lässt einige Songs ("Dogs", "Traitor") nicht druckvoll genug krachen - da klingen die Liveversionen von "No Sleep at all" den entscheidenden Funken lebendiger. Die zwei Bonustracks bieten ordentliche Zusatzkost, jedoch leider mit dünnem Sound. Der titelgebende Opener ist mein Anspieltipp, daneben sind "Blackheart" und "All for you" hörenswert; solchartige Stücke schrieben Lemmy & Co. nie wieder. Das Nachfolgealbum 1916 ist im Gesamtkontext dennoch inspirierter, stimmiger und gelungener, dabei außerdem noch abwechslungsreicher und eingängiger.

Insofern schließt Rock'n'Roll die logische musikalische Lücke zwischen Orgasmatron und 1916. Wer diese beiden Alben hat und mag, ist eingeladen, hier ein Ohr zu riskieren. Eine Offenbarung ist es nicht, dennoch ist es mir vier Sterne wert.
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