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Kundenrezension

10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Außergewöhnliche Comicverfilmung, witzig, rasant, ultrabrutal, unmoralisch und innovativ, 17. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Kick-Ass - Steelbook [Blu-ray] (Blu-ray)
"Kick-Ass" ist ein quietschbuntes, aber ultrabrutales Hochglanz-Kaubonbon von Film, eine wilde, rotzfreche Genremixtur, die vor nichts und niemandem Rücksicht nimmt, dabei immer wieder Regeln unterläuft und letzten Endes dadurch stark polarisiert. Es handelt sich um die Art von Film, die im einen Moment köstlich amüsiert und im nächsten Moment schockiert, mal durch ausufernde Brutalität, mal durch überraschende Vulgarität und zweifelhafte Moralität. Kurz gesagt ist "Kick-Ass" ein Film, der ständig überrascht und bei dem man sich am Schluss sicher ist, dass man sowas noch nicht gesehen hat.

Es ist Matthew Vaughn zu verdanken, dass Mark Millars erst zwei Jahre zuvor erschienener Comic so kompromisslos und wagemutig auf die Leinwand gebannt wurde. Der hippe Regisseur von "Layer Cake" und "Der Sternwanderer" glaubte an das Potential und die Innovativität der Comicvorlage, als es kein Studio tat und ihm gelang es, die Finanzierung irgendwie unabhängig zu stemmen. Auch wenn er Millars Vorlage mit Co-Drehbuchautorin Jane Goldman an vielen Stellen stark entschärfte, wirkt der Streifen immer noch unglaublich hart und ist definitiv nichts für zarte Gemüter. Hier kommt keine leicht verdauliche Cartoon-Gewalt zum Einsatz, sondern in der Realität geerdete Gewalt, die wirklich unter die Haut geht.

Der Streifen beginnt wie eine Art Satire des Superheldengenres und der Highschool-Komödie, wobei die Bezüge zu "Spider-Man" unübersichtlich sind. Das High-School-Setting, der Außenseiter, der das Mädchen zuerst nicht kriegt und schließlich das Verbrechen auf eigene Faust bekämpft. Nur verfügt Dave Lizewski (Aaron Johnson) über keine Superkräfte, sondern nur über grenzenlose Selbstüberschätzung und bestellt sich einen Taucheranzug, den er zu einem Superheldenkostüm umfunktioniert und sich fortan "Kick-Ass" nennt. Der erste Akt des Films ist einfach nur enorm rasant, super witzig und so unterhaltsam, wie wohl kein anderer Film des Jahres. Zudem handelt es sich hier um extrem spritzige und geistreiche Unterhaltung, die einfach nur begeistert.

Doch irgendwann wechselt der Ton des Films schlagartig, was "Kick-Ass" allerdings nicht minder unterhaltsam macht. Der Stimmungswechsel und die plötzlichen Gewaltexplosionen mag viele Zuschauer durchaus irritieren, aber man muss gestehen, dass die Ideen und die Inszenierung schlicht sehr mutig sind. Wer Mark Millars Werk kennt, der weiß, dass er gerne auf jegliche Moralität pfeift, so auch bei "Kick-Ass": Man mag den Machern vorwerfen, dass hier Gewalt verherrlicht wird, da sie einfach oft zu undifferenziert, wenn auch realistisch, dargestellt wird. Andere mögen sagen, dass man den Film nicht ernst nehmen soll. Man kann darüber lange diskutieren, aber letzten Endes muss das jeder für sich entscheiden.

Am meisten gesprochen wird natürlich über Hit-Girl/Mindy Macready (Chloe Moretz), ein 12-jähriges Mädchen, das von ihrem Vater Big Daddy/Damon Macready (Nicolas Cage) zur Profikillerin trainiert wurde. Sie flucht wie ein alter Seemann und richtet das ein oder andere Blutbad an, während z.B. der Tra La La Song von den Dickies über die Tonspur lärmt. Spätestens bei der Einführung ihres Charakters wird klar, dass dieser Streifen keine Grenzen kennt. Sie ist die ultimative Erfüllung diverser Fanboy-Träume und sicherlich eine wagemutige Kreation, über die noch lange diskutiert werden wird.

Sehr interessant, differenziert und sogar bewegend ist die Beziehung zu ihrem Vater dargestellt, der in seinen Rache- und Gerechtigkeitsfantasien zu einem Wahnsinnigen mutiert und seiner Tochter mit bizarren Erziehungsmethoden die Kindheit stiehlt. Chloe Moretz ist es zu verdanken, dass ihr Charakter nicht zur Karikatur wird, sondern ein menschliches Wesen bleibt. Comic-Fanatiker Nic Cage hat einige grandiosen Momente, sowohl als auf leicht psychopatische Weise fürsorgliche Vaterfigur, als auch als Karikatur des dunklen Rächers. Er baut wie so oft kleine Eigenarten in seine Darstellung ein, wie eine bizarre Sprechweise, die er von Ur-Batman Adam West abgeschaut hat. Er hat auch eine grandios inszenierte Actionszene, in der er einen richtig guten Actionheld gibt.

Faszinierend ist, das die Vater-Tochter-Paarung trotz aller Bizarrheit im Grunde stets menschlich ist. Die visuell einfallsreich gestaltete Hintergrundgeschichte von Cages Charakter ist tatsächlich sehr bewegend und gibt seinen Taten überraschend viel Gewicht. Irgendwie gelingt es Vaughn die vielen unterschiedlichen Stimmungen zu einem verrückten Ganzen zusammenzufügen, auch wenn nicht alle Teilchen so richtig passen.

Etwas irritierend ist beispielsweise die Tatsache, dass teilweise Musik aus anderen Filmen recycled wurde, wie sehr prägnante Stücke von John Murphys Soundtracks zu "28 Days Later" und "Sunshine". Die einzelnen Stücke funktionieren zwar hervorragend im Film, aber nehmen einen doch etwas heraus. Sehr eklektisch ist der Soundtrack allgemein, da hier sage und schreibe vier Komponisten im Einsatz waren, darunter Murphy selbst. Die oft sehr unterschiedliche Musik harmoniert aber weitestgehend erstaunlich gut.

Es ist schwierig, diesen Film in Worte zu fassen, da er so ungewöhnlich ist und immer wieder Erwartungen untergräbt. "Kick-Ass" ist definitiv etwas besonderes, aber er wirkt manchmal etwas zu ungeschliffen und die moralische Haltung ist schon oft sehr grenzwertig. Leider kann das Finale dann nicht mehr mi der Spritzigkeit des Anfangs mithalten, da der Film dann zu etwas wird, das er am Anfang noch auf die Schippe genommen hat. Trotzdem ist "Kick-Ass" ein Film mit enorm viel Kultpotential, der richtig viel zu bieten hat, besonders für Film- und Comicfans, alle anderen seien vorgewarnt.

Die Blu-Ray bietet ein tolles und scharfes Bild, das vor allem durch die extrem knalligen Farben begeistert. "Kick-Ass" ist nicht auf düster getrimmt, sondern bedient sich eines sehr bunten Hochglanz-Looks. Der Sound hat oft richtig viel Wumms, aber die Surround-Kanäle werden leider nicht so sehr befeuert.

Die Extras sind wieder ein richtiges Higlight: Herzstück ist natürlich das fast zweistündige Making-Of "Eine neue Art Superheld", das unabhängig produziert ist und nicht das übliche Promo-Material bietet, sondern Ehrlichkeit. Besonders am Schluss der Dokumentation ist die Stimmung bei der Post-Produktion richtig angespannt. Sehr interessante Einblicke in die Enstehung des Comics bietet auch die 20-minütige Featurette "Kick-Ass: Der Comic", bei der u.a. Mark Millar und Zeichner John Romita Jr. zu Wort kommen und ihre Herangehensweise darstellen. Ansonsten kann man sich noch durch das sehenswerte Artwork klicken und einen wirklich ehrlichen Audiokommentar von Matthew Vaughn anhören, der wegen seiner kritikfreudigen und etwas muffeligen Art sehr unterhaltsam rüberkommt.
Das FSK-Logo auf dem Steelbook ist nur angeklebt und lässt sich problemlos entfernen. Schade nur, dass nicht noch ein Auszug des Comics beigelegt ist.
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