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Kundenrezension

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solider Schwedenkrimi, "Wallander" meets "Dr. House", 6. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Mann, der kein Mörder war: Ein Fall für Sebastian Bergman (Broschiert)
Der "Schwedenkrimi" bildet in der Literaturlandschaft mittlerweile eine eigene, fest etablierte Nische. Der vielleicht prominenteste Vertreter dieses Subgenres ist vermutlich Henning Mankells "Wallander"-Reihe, aber auch z.B. Stieg Larsson erfreut sich einer breiten Beliebtheit. Doch wie bietet man dem Genreliebhaber heute noch ansprechende Literatur, ohne sich zu deutlich an diese Vorbilder anzulehnen?
Mit "Der Mann der kein Mörder war" unternehmen die beiden Autoren Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt einen recht erfolgreichen Versuch, diese schwierige Aufgabe zu lösen. Ihr Erfolgsrezept besteht im wesentlichen darin, bewährte Elemente des Vorbilds mit modernen Einflüssen zu fusionieren.

Zentrum des Romans - und wohl auch Ausgangspunkt für viele weitere Bücher der Reihe - bildet der Kriminalpsychologe Sebastian Bergman. Bergman ist zynisch, taktlos und ein waschechter Soziopath. Darüber hinaus verfügt er jedoch über einen ebenso brillianten analytischen Verstand. Aus recht eigensinnigen Motiven bietet der eigentlich pensionierte Bergman seine Dienste der Stockholmer Polizei an. Sein alter Kollege Höglund nimmt die Hilfe zögerlich an - wohl wissend, dass Bergmann Gift für jedes Teamklima ist. Doch der Fall scheint zu knifflig, um das Angebot abzulehnen: Ein Schüler eines örtlichen Eliteinternats wird ermordet aufgefunden. Vom Täter und vom Herz des Opfers fehlt zunächst jede Spur...

Es ist klar, mit welcher Prämisse der Roman den Leser an sich binden möchte. Das Konzept des zwischenmenschlich schwierigen Sonderlings, der aber durch seine genialen Fähigkeiten beruflich unentbehrlich ist, hat im letzten Jahrzehnt eine breite Anhängerschar in TV und Literatur angesammelt. Egal ob "Monk" oder "Dr. House": Der Antiheld ist "in". Gekreuzt wird dies nun mit dem lakonischen, idyllischen und rau-herzlichen Charme der "Schwedenkrimis". Weniger Brutalität, dafür kantigere, "echtere" Charaktere.
Die Rechnung geht größtenteils auf: Die Storyentwicklung ist spannend und auch für geübte Leser nicht trivial. Zwar ist die Geschichte in ihrer Komplexität und Entwicklung sicher nicht die pfiffigste, die ich bislang gelesen habe, aber viel vom Lesevergnügen wird durch die authentischen Charaktere und ihrer Wechselwirkung untereinander getragen. Es gibt erfreulich wenig Griffe in's "Klischee-Regal" der Krimiliteratur, das Autorenduo verteilt die Aufmerksamkeit - von Bergmann abgesehen - auf viele Schultern. Dabei handelt es sich um durchweg unterschiedliche Menschen, mit ebenso unterschiedlichen Aufgabenbereichen - von Technik bis Psychologie darf der Leser einen schmalen Blick in jedes Feld werfen. So bleibt das Geschehen dynamisch und arbeitet sich nicht zu sehr an den Kanten des Protagonisten ab.
Überhaupt ließt sich "Der Mann, der kein Mörder war" erfreulich flüßig, obwohl ich anfangs befürchtete, dass zwei Autoren möglicherweise erkennbare Stilbrüche hinterlassen würden. Das ist erfreulicherweise in meinen Augen nicht der Fall. Zu den weiteren Stärken des Buches zählt das recht unerwartete Ende und die in unserer Zeit doch stattliche Länge von fast 600 Seiten (welche jedoch vom Format her recht großzügig ausfallen).

Alles richtig hat "Der Mann der kein Mörder war" für meinen Geschmack jedoch trotzdem nicht gemacht. Zum einem haben die Autoren meiner Ansicht nach die so oft angesprochene Dualität der Person Sebastian Bergman nicht wirklich konsequent durchgezogen. Weder erscheinen seine Beiträge zur Ermittlung durchweg "hochintelligent" (Es fällt schwer zu glauben, dass eine erfahrene, gestandene Ermittlergruppe einen kauzigen Außenseiter braucht, um darauf hinzuweisen, dass ein Verbrechen wohlmöglich zur Kaschierung eines anderen begangen wurde...), noch ist er das groß angekündigte "Ekelpaket", aus dessen Taktlosigkeit man sicherlich die ein oder andere humorvolle Situation hätte konstruieren können. Sicher: Bergman ist unhöflich, egoistisch und manchmal sogar provokant. Überraschend oft verhält er sich dann aber doch diplomatisch und die Autoren geben sich alle Mühe, in zahlreichen Passagen die "menschliche" Seite Bergmanns darzulegen. Letztendlich ist Bergmann eben auch nur ein Opfer seiner Vergangenheit - zu oft so gelesen, langweilig.
Man könnte weiterhin anmerken, dass die Geschichte trotz einigen interessanten Plottwists nicht all zu originell ist und die Ermittlungsmethoden für eine solche Einheit überraschend "altmodisch" sind (CSI-Junkies werden nicht auf ihre Kosten kommen), aber dies trübt das Lesevergnügen meiner Ansicht nach nur wenig.

FAZIT:

"Der Mann, der kein Mörder war" ist vielleicht kein perfektes Buch, aber sicherlich ein gelungener, solider Einstieg des Autorenduos Hjorth & Rosenfeldt in die Krimiwelt. Die Story ist nicht innovativ aber interessant, die Charaktere sind authentisch. Lediglich die Titelfigur erfüllt in meinen Augen nicht ganz die Erwartungen, die die ständigen Nennungen auf Klappentext, Buchbeschreibung, Rezensionen etc. schüren. Trotzdem kann ich das Buch jedem Krimifan, der mehr auf Charakterspiel als auf blutige Leichen zählt, empfehlen. Gorehounds und Forensik-Experten werden nicht so sehr auf ihre Kosten kommen, Fans einer lakonischen, dichten Atmosphäre dafür umso mehr. Das Buch hat es immerhin geschafft, mich für den zweiten Teil der Reihe "Die Frauen, die er kannte" zu interessieren. Das Buch liegt schon auf meinem Schreibtisch, und ob die "Sebastian Bergman"-Reihe mich wirklich zu begeistern weiß, wird sich demnächst herausstellen. Bis dahin: 4/5 Punkte.
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