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Kundenrezension

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Enter the realm of total desolation...", 8. April 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Antithesis of Light (Audio CD)
Die Überschrift dieser Rezension stammt aus einem Banner der offiziellen Evoken-Homepage. Und dieser Slogan fasst bereits sehr passend zusammen, was diese sehr einmalige Band aus den USA ausmacht: Eine kompromisslos dunkle, trostlose Atmosphäre, an welche kaum eine andere zeitgenössische Doom Metal Band heranreicht. In dieser Hinsicht ähnlich eindringliche und intensive Musik hat es wahrlich selten gegeben; lediglich die von den Bandmitgliedern offen dargelegten großen Vorbilder, im speziellen die alten Kultformationen des extremen Death Doom - diSEMBOWELMENT und Thergothon - können für einen vagen Vergleich herangezogen werden.
Wo schon die letzten drei Alben, gekrönt von dem meisterhaft finsteren „Quietus", die eben beschriebene Stimmung stets in zunehmender Qualität präsentierten, setzen sich Evoken mit ihrem neuen Silberling „Antithesis Of Light" ein Monument. Mag der Titel auf den ersten Blick noch klischeeüberladen und verbraucht wirken, so wird man beim Genuss dieses Albums sehr schnell merken, dass er besser nicht hätte gewählt werden können. Über 70 Minuten tief aufwühlender Dunkelheit, eingeleitet von einem minimalistischen kurzen Intro, lassen keine Minute Raum für den kleinsten Hoffnungsschimmer.
Selbst auf ausgeprägte Pausen zwischen den sechs überlangen Songs (keiner ist unter 10 Minuten lang) wurde verzichtet, was dem Zuhörer nicht die geringste Chance gibt, sich zu erholen. Hinzu kommt die fast durchgehend extrem schleppende Geschwindigkeit, wie sie selbst im Doom Metal selten ist, welche nur selten von kurzen Doublebass-Intermezzos abgelöst wird. Diese Musik wird daher auch nur ein eingeschränktes, sehr spezielles Publikum wirklich begeistern können, denn das hier ist beileibe keine leichte Kost.
„Antithesis Of Light" ist ein großartiges Beispiel dafür, wie eine Band sich weiterentwickelt hat und zur Perfektion des eigenen Stils herangereift ist, dabei aber ihrer Linie treu bleibt. Besonders auffällig und zu Anfang durchaus gewöhnungsbedürftig ist die Produktion. Diese ist dieses Mal ein gutes Stück direkter und härter. Drums und Gitarren haben einen recht ungewöhnlichen, auf seine Art ohne viel Aggression brutalen Sound.
Die Vocals von John Paradiso, welche wie zuvor zum Großteil aus fast unmenschlich tiefen Growls bestehen, klingen ein gutes Stück harscher. Vereinzelt eingesetzte gequälte Schreie lockern das Ganze auf und geben der Musik einen stärker schmerzerfüllten Beigeschmack. Außerdem sind wieder minimalistisch gesprochene und schaurig geflüsterte Passagen enthalten, welche so eindringlich wie eh und je wirken.
Ein typisches Stilelement der Band, welches ebenfalls auf diesem Album weiter ausgebaut wurde, ist der Einsatz cleaner Gitarren als außergewöhnliches Melodieelement unter den tiefgestimmten, verzerrten Akkorden. Dies trägt maßgeblich zu der unverwechselbar düsteren Atmosphäre bei. Die einzige Band, welche dies in ähnlicher Form zelebrierte und sich hier nun auch als Einfluss von Evoken äußert, ist diSEMBOWELMENT.
Wesentlich ausgeprägter als sonst haben die Jungs auf „Antithesis Of Light" längere Passagen eingebaut, in denen verzerrte Gitarren weitestgehend fehlen und stattdessen nur die cleane Gitarre mit Drums und oft auch Vocals unterlegt eine Gänsehaut anregende Stimmung erzeugt. Die Melodien sind dabei stellenweise eher ungewöhnlich, aber nach kurzer Eingewöhnungsphase extrem faszinierend. Besonders beeindruckend äußert sich dies in „Accursed Premonition", wo John zur ruhigen, rhythmisch komplexen Begleitung das volle Spektrum seiner Stimmkapazität - einschließlich äußerster Aggression - ausnutzt. So etwas hat es selten gegeben!
Auch der Drummer Vince Verkay hat sich ein paar neue Tricks einfallen lassen und spielt wie immer sehr versiert. Es ist schwierig, bei derart langsamem Doom Metal eine mitreißende Schlagzeugbegleitung zu erzeugen, und Vince zählt in dieser Hinsicht definitiv zu den Besten seines Fachs. Das typische Doom-Drumming wird bei Evoken fast bis zum Exzess getrieben, ohne jemals übertrieben zu wirken; und zu den gewohnten Triolen in der Bass-Drum gesellen sich nun sogar hektische Quintolen, welche ich in dieser Form noch nie gehört habe und die dem Ganzen etwas mehr Abwechslung und Lebhaftigkeit einhauchen.
Die Keyboards, welche zuvor eine nicht unwesentliche Rolle bei der Erzeugung der Atmosphäre gespielt hatten, treten nun stärker in den Hintergrund. Dies trägt zu dem direkteren Sound des Albums bei. Trotzdem ist die Stimmung nicht weniger furchteinflößend und verzweifelt; eher das Gegenteil ist der Fall. Und wenn das Keyboard eingesetzt wird - am stärksten tritt es wohl in „Pavor Nocturnus" zutage - , ist seine Wirkung erstaunlich intensiv, wie man es von Evoken gewohnt ist - nur noch einen Tick besser als bei den früheren Alben.
Als Ergänzung im Sound ist wie schon auf „Quietus" ein Cellist als Gastmusiker vertreten. Aber auch hier zeigen sich Evoken wenig konform mit den zahlreichen anderen Bands, die Streicher in ihre Musik einfließen lassen und diese stark in den Vordergrund stellen, um ihrer Musik ein episches Element zu verleihen. Selten lassen sich klare Cellomelodien ausmachen; zumeist liegt das Instrument an vereinzelten Stellen im Hintergrund als Begleitung unter der Gesamtkomposition und fügt sich prima in die Atmosphäre ein, und das so subtil, dass es manchmal nur mit Mühe herausgehört werden kann. Im Titelsong ist allerdings eine wirklich schöne, höchst depressive Cellomelodie enthalten, bei der man am liebsten die Augen schließen, sich niederlegen und sterben würde.
Wie man also sieht, sind die Instrumente in ihrer Aufgabe und Wirkung perfekt aufeinander abgestimmt und fügen sich zusammen mit der zwar nach den letzten Alben zunächst ungewohnten, dann aber ausgesprochen passenden Produktion zu einem absolut gelungenen Gesamtbild zusammen. Evoken präsentieren sich damit reifer und professioneller als je zuvor und liefern ein Album ab, das im gesamten Doom Metal Sektor Seinesgleichen sucht. Diese atmosphärische Dichte und Intensität ist unter zeitgenössischen Bands einzigartig.
Erfreulich ist, dass die Band den einzelnen Songs dieses Mal noch mehr Eigenständigkeit und Identität verliehen hat. Jeder der Songs hat seine deutlichen charakteristischen Merkmale und so einen stärkeren Wiedererkennungswert als die Lieder der vergangenen Alben. Gerade der Titelsong wirkt durch seine epischen, schnelleren Passagen auflockernd; beeindruckend ist außerdem das dreizehneinhalb-minütige „The Mournful Refusal" mit seinem für modernen Death Doom eher ungewöhnlichen Solo und dem tollen Klavier-Outro.
Zuletzt sei noch erwähnt, dass die den Songs beigefügten Texte ebenfalls sehr gut zur Atmosphäre passen. Thematisiert werden apokalyptische Visionen sowie Tod und Isolation; nichts ungewöhnliches in diesem Genre und sicher auch keine große Literatur, aber qualitativ wird das Geschriebene den Ansprüchen vollauf gerecht, denn gerade die Ausdrucksweise ist nicht die simpelste und einfallsloseste. Und das Design, besonders das stimmungsvolle und interessant gestaltete Coverartwork, komplettiert den Gesamteindruck eines ohnedies schon in höchstem Maße ausgereiften Albums. Für mich jetzt schon ein Klassiker!
Spielzeit: 71:38 Min.
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