Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen Die US-Präsidenten - Ein Überblick (1789-2009), 28. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Die amerikanischen Präsidenten: 44 historische Portraits von George Washington bis Barack Obama (Taschenbuch)
Heute gelten US-Präsidenten als die mächtigsten Männer der Welt und bereits die Vorwahlen für dieses Amt sorgen weltweit für mediales Interesse. Doch auch wenn findige Journalisten bei den Bewerbern um das höchste politische Amt der Vereinigten Staaten Parallelen zu früheren Amtsinhabern orten, als Europäer kennt man oft nur die von der Nachwelt am stärksten hervorgehobenen. Sucht man nach einem umfassenden Nachschlagewerk zu den US-Präsidenten ist man mit dem von Jürgen Heideking und Christof Mauch herausgegebenem biografischen Lexikon "Die amerikanischen Präsidenten" sehr gut beraten, handelt es die Präsidenten ja von George Washington bis Barack Obama ab.

Das mittlerweile von Christof Mauch herausgegebene Werk hat seit 1995 bereits die dritte entsprechend aktualisierte Auflage erlebt und umfasst nun auch den Beginn der Präsidentschaft Barack Obamas. Das Konzept des ursprünglichen Herausgebers Jürgen Heideking, der 2000 tragischerweise bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist, hat sich bewährt. Mit 3 bis 17 Seiten pro Präsident werden knapp dessen biografischer Hintergrund, seine Wahl und vor allem die Präsidentschaft mit ihren Licht- und Schattenseiten vorgestellt. Dass dieser enge Rahmen manchem Präsidenten nicht ganz gerecht werden kann sollte nicht verschwiegen werden, ebenso wie die doch sehr unterschiedlichen Schreibstile und Prioritäten der mittlerweile 22 Autoren des Buchs. Zwar haben die Herausgeber Heideking und Mauch eine gewisse Grundstruktur für die Beiträge verlangt, um zumindest grobe Unterschiede in der Art und Weise wie die Präsidenten dargestellt werden zu vermeiden, doch die Problematik ist geblieben. Das merkt man zunächst weniger, da von den Präsidenten des 19. Jahrhunderts manchmal bis zu fünf auch von nur einem Autor porträtiert werden. Diesen Autoren gelingt es dadurch auch immer wieder konsequent Schwerpunkte zusetzen und weiterzuverfolgen.

Durchgängiges Thema der Biografien ist allerdings die Entwicklung der Präsidentschaft, welche Jürgen Heideking bereits in seiner Einführung darzulegen versucht. Heidekings Einleitung des Buchs nimmt sogar einen besonderen Stellenwert ein, da der Historiker in ihr nicht bloß die Geschichte der Präsidentschaft von Washington bis Clinton exemplarisch nachzeichnet sondern auch die Entwicklung der Regierungsstrukturen rundherum, sowie der Beziehungen der Exekutive zur Legislative betrachtet. Zugleich ist das Vorwort aber auch bereits ein Beispiel dafür dass manchen Lesern die Materie und ihre historisch-politischen Schwerpunkte manchmal etwas zu trocken erscheinen werden, da nicht alle Beitragenden des Werks auch sehr spannende Erzähler sind. Dafür ist das von Heideking und Mauch zusammengestellte Personal durchaus hochkarätig und namhaft. Jörg Nagler etwa, der sich unter anderem für das Porträt Abraham Lincolns verantwortlich zeichnet hat 2009 sogar eine eigene Lincoln-Biografie vorgelegt.

Eine konkrete Zielsetzung der Herausgeber war es wohl auch die Präsidenten differenziert darzustellen und eine fortgeschriebene Verklärung zu vermeiden. So wird durchaus angemerkt dass der mythische JFK nur mit wenigen hunderttausend Stimmen vor Richard Nixon seine Wahl gewann und das trotz exzellenter Medieneignung, während JFKs Nachfolger Johnson vor allem als der in die Geschichte eingegangen ist der den Vietnamkrieg begonnen hat, zugleich aber mit seiner Great Society einen großen innenpolitischen Wurf gewagt hat. Schon Jürgen Heideking rückt übrigens das Bild George Washingtons als unpolitischen Pflichterfüller zurecht und verweist auf die von der jüngeren Forschung vertretene Interpretation Washingtons als pragmatischen Visionär.

Um die Eignung als Nachschlagewerk noch zu unterstreichen, jedem Präsidenten wurde tatsächlich ein eigenständiges Kapitel gewidmet. Zusammenlegungen wurden keine praktiziert. Das hat den Vorteil das so jeder Präsident isoliert und für sich vorgestellt wird, zugleich bei den "Einzel-Autoren" welche nur einen Präsidenten zu porträtieren hatten aber oft nur unzureichend auf dessen Vorgänger oder die Tradition eingegangen wird in der sie stehen, wobei das auch genau umgekehrt der Fall sein kann und entsprechende Fakten noch einmal wiedergekaut werden.

Als Ersatz für eine Überblicksdarstellung amerikanischer Geschichte ist "Die amerikanischen Präsidenten" allerdings nicht zu empfehlen. Die Eckpunkte der US-Geschichte spielen zwar eine Rolle, werden aber oft nur im Vorbeigehen und als Hintergrund der entsprechenden militärischen oder politischen Karrieren behandelt. Das gilt vor allem auch für die Expansion der USA. Ähnlich knapp wird oftmals die Persönlichkeit der Präsidenten behandelt, wobei sich der biografische Anteil über Lebensgeschichte und Werdegang verständlicherweise wieder von Autor zu Autor in Sachen Umfang und Ausprägung stark unterscheidet.

Die Autoren und die von ihnen vorgestellten Präsidenten:

1. Jürgen Heideking: George Washington und John Adams
2. Willi Paul Adams: Thomas Jefferson und James Madison
3. Hermann Wellenreither. James Monroe und John Quincy Adams
4. Horst Dippel zu Andrew Jackson, Martin Van Buren, William H. Harrison, John Tyler
5. Jörg Nagler: James K. Polk, Zachary Taylor, Millard Fillmore
6. Christof Mauch: Franklin Pierce
7. Heike Bungert: James Buchanan
8. Jörg Nagler: Abraham Lincoln
9. Vera Nünning: Andrew Johnson
10. Ulrike Skorsetz: Ulysses S. Grant, Rutherford B. Hayes, James A. Garfield
11. Raimund Lammersdorf: Chester A. Arthur, Grover Cleveland, Benjamin Harrison, Grover Cleveland (zweite Amtszeit), William McKinley
12. Ragnhield Fiebig-von Hase: Theodore Roosevelt, Wiliam H. Taft
13. Klaus Sschwabe: Woodrow Wilson
14. Peter Schäfer: Warren G. Harding, Calvin Coolidge, Herbert C. Hoover
15. Detlef Junker: Franklin Delano Roosevelt
16. Hermann-Josef Rupieper: Harry S. Truman, Dwight D. Eisenhower
17. Jürgen Heideking: John F. Kennedy
18. Marc Frey: Lyndon B. Johnson
19. Manfred Berg: Richard M. Nixon und Gerald Ford
20. Gerhard Schweigler: Jimmy Carter
21. Peter Lösche: Ronald Reagan, George Bush
22. Detlef Felken: Bill Clinton
23. Bernd Schäfer: George W. Bush
24. Brigitte Waldschmidt-Nelson: Barack Obama

- Resümee -
Als Nachschlagewerk ist "Die amerikanischen Präsidenten" höchst empfehlenswert, betrachtet die Geschichte der USA aber oft nur auf die Wahl und Tätigkeit ihrer Präsidenten bezogen. Die Politik der jeweiligen Administrationen sowie die Kriege und innenpolitischen Entwicklungen in den USA können jedoch verständlicherweise oft nicht eingehend betrachtet werden, wozu den Autoren schlicht der Raum gefehlt hätte. Stilistisch höchst unterschiedlich sind zwar alle bemüht die grundlegenden Fakten zu vermitteln und ein differenziertes Bild der 44 (eigentlich nur 43) Amtsinhaber zu zeichnen, aber unterscheiden sich oft auch in Hinsicht auf gesetzte Schwerpunkte.

Fazit:
Ein sehr faktenreiches Nachschlagewerk.
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Mario Pf.
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