Kundenrezension

17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Verschenkte Idee, gewollt und doch nicht gekonnt, 23. März 2012
Rezension bezieht sich auf: House of Night, Band 1: Gezeichnet (Taschenbuch)
Das Buch stand nie wirklich auf meiner Wunschliste, da der ganze Hype um Vampirromane mir schon immer suspekt war und ich mit der Vampirfigur an sich nur wenig anfangen kann. Trotzdem landete das Buch zufällig als preiswertes Mängelexemplar in mein Regal, schließlich wollte ich schon verstehen, weshalb die House of Night-Reihe vor ein paar Jahren so sehr gelobt und beworben wurde.

Grundsätzlich finde ich die Idee eines Vampirinternats, in dem Teenager nach Harry Potter-Manier leben, gar nicht einmal so schlecht und empfinde dies vor allem für Jugendliche sehr ansprechend und passend. Leider war es den beiden Autorinnen nicht möglich, dem Leser diese Idee überzeugend näher zu bringen und spannend zu gestalten.
Ich habe schon viele Jugendbücher gelesen, die vom Wortlaut her recht locker geschrieben waren und ein jüngeres Publikum deshalb genau ansprachen. Aber 'Gezeichnet' ist eine einzige Katastrophe und aufgrund des wirklich sehr freien Gebrauchs der deutschen Sprache wirkt dieses Buch einfach nur noch lächerlich und man sucht vergeblich nach irgendetwas, das noch an den sorgfältigen Gebrauch von sprachlichen Mitteln erinnert. Hinzu kommen Ausdrücke wie "Stiefpenner" und Teenager, die sich, bei dem Versuch möglichst rebellisch und aufgeklärt zu klingen, ständig die Worte "Penis", "Schlampe" und "Miststück" an den Kopf werfen. Ebenso nervig waren die ständigen Einschübe mithilfe von Klammern, das hätte man durch Spiegelstriche lösen oder einfach ganz weglassen können, denn in den meisten Fällen war es einfach unnötig. Es interessiert mich als Leser nicht, von welchem Highschoolteam der Pullover stammt, den Zoey gerade trägt und ich muss auch kein "Igitt!" in Klammern lesen, wenn das Mädchen gerade daran denkt wie es ist, Blut zu trinken.
Ja, die Ich-Perspektive kann unheimlich nützlich sein, um den Leser tiefer in eine Geschichte eintauchen zu lassen und das Ganze mithilfe von Gedanken lustig zu unterstreichen, aber hier wirkt es doch ziemlich erzwungen und meistens eher nervig und billig als lustig. Versucht, aber nicht gekonnt.

Die Charaktere blieben auch ziemlich farblos. Ja, da gibt es das unheimlich tolle blonde Mädchen, das Anführerin der tollen Clique ist; die Protagonistin, die sich selbst nicht hübsch findet, der aber alle Jungs nachlaufen; die nervige und naive beste Freundin; den schwulen besten Freund; die sich ständig zankenden Freundinnen; den unheimlich gottgleichen Jungen aus der Oberstufe und die Freundin, die etwas "freakig" ist. Und ja, alle Charaktere bedienen sich perfekt den allseits bekannten Klischees. Keine einzige Figur versucht sich auch nur irgendwie charakterlich weiterzuentwickeln oder überrascht den Leser mit neuen Facetten, unbekannten Ecken und Kanten. Selbst mit der Protagonistin kann man sich in keiner Weise identifizieren, denn die bleibt bis zum Ende oberflächlich und gleicht mehr einer Puppe, die nur einen Sinn hat: Erstaunlicherweise schnell übernatürliche, starke Kräfte zu entwickeln. Auch die Liebesromanze ist vollkommen eintönig und hier fehlt es eindeutig an Tiefe, die dem Ganzen vielleicht etwas Leben eingehaucht hätte. Sie findet ihn unwiderstehlich, er kreuzt zufällig immer auf, wenn sie alleine ist, sie küssen sich, mehr darf man auch nicht erwarten.

Wie bereits erwähnt finde ich ganze Idee um ein Vampirinternat und eine Welt, in der die Vampire mehr oder weniger von den Menschen akzeptiert werden, sehr ansprechend und man hätte so einiges daraus machen können. Dennoch fand ich die Geschichte stellenweise zu aufgesetzt. Das Ganze beginnt schon mit den Namen: Die Teenager dürfen sich nämlich beim Einzug in das Internat auch einen neuen Namen geben. Heraus kommen dann äußerst kitschige Sachen, wie "Aphrodite", "Steve Rae" oder "Dragon". Mir persönlich hätte es viel besser gefallen, wenn man hier ganz normale Namen genommen hätte, was die Figuren an sich auch ein ganzes Stück glaubhafter wirken ließe.
Zudem fand ich die ganzen Heiligen Kreise schon wieder zu abgehoben und erinnerten mehr an Hexenkult, als an die griechische Mythologie. Die Beschreibungen der mystischen Treffen wirkten ziemlich gezwungen und statt dem Buch einen mysteriösen und geheimnisvollen Nebenklang zu geben, waren sie recht langweilig und nüchtern, wollten auch so gar nicht in die Geschichte selbst passen.

Eine verschenkte Idee, für mich vier vergeudete Lesestunden und ein weiteres Buch, das zwar viel Hype ausgelöst hat, im Grunde aber nur eine vor Kitsch und Klischee triefende Ansammlung von Buchseiten ist und Leseratten mit seinem verschandelten Sprachstil vor den Kopf stößt.
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