Kundenrezension

30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr klar, 7. Oktober 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Gesund abnehmen ohne Jojo-Effekt: Wie man sein Wunschgewicht dauerhaft hält (Taschenbuch)
Dies ist die, wie Mersch selbst sagt, "Lite" Version seines Buches: "Wie Übergewicht entsteht...und wie man es wieder los wird". Während letzteres doch manchmal schwer verständlich geschrieben war, ist dieses Buch weniger trocken, gut lesbar und bringt alle Ideen klar und unmissverständlich auf den Punkt. Es geht letztlich um die Ketolysefähigkeit des Gehirns und die durch mangelnde Ketolysefähigkeit ausgelösten Energiekrisen. Mersch ist von Beruf Systemanalytiker, das verhilft zu einer unideologischen, auf Fakten beruhenden, sehr klaren Analyse des Problems. Es ist eine sehr wichtige Ergänzung zu den Büchern von Achim Peters, Gary Taubes, und all den Denkern, die erkannt haben, dass das Esssverhalten vom Gehirn und dessen Energiebedürfnissen gesteuert wird. Was sich weltweit anbahnt ist wohl ein Paradigmenwechsel in der Betrachtungsweise des Problems "Adipositas", bzw. Sucht (und Essstörungen wie Bulimie), das das Jahrhundert der falschen Informationen und der unerträglichen Schamkultur, das wir hinter uns haben hoffentlich ablösen wird.
Mersch setzt auf die Wiedergewinnung der Ketolysefähigkeit des Gehirns (also der Fähigkeit des Gehirns Energie auch aus Ketonen und nicht nur aus Glukose zu gewinnen), durch eine kohlehydratreduzierte Ernährung. Sehr deutlich beschreibt er die Übergangskrisen von einer kohlehydratreichen zu einer kohlehydratarmen Ernährung. Das ist ein besonders guter Abschnitt, weil Menschen, die sehr viel Glukose (also Softdrinks, Brötchen, Kuchen, Zucker, Milchkaffee) etc. konsumiert haben, diese Symptome sehr häufig mit "Hunger" verwechseln und dann, unterstützt von einer fehlinformierten Ärzte- und Psychologenschaft, zur Idee der "regelmäßigen kleinen Mahlzeiten" mit den ach so gesunden Vollkornprodukten zurückkehren - was das Problem wiederum verschlimmert.
Achim Peters hat mit seiner Theorie des "egoistischen Gehirns" viele Grundlagen gelegt, auch für Merschs Ideen. Die Erkenntnis, dass das Gehirn Nahrungsaufnahme erzwingt, auch dann, wenn sehr viele Fettreserven vorhanden sind, wenn es zu wenig Glukose zur Verfügung hat, dürfte eines der entscheidenden Durchbrüche in der Ernährungswissenschaft und auch in der Psychologie sein. Leider kam das Buch von Peters erst 2010 auf den Markt. Es wird nach meiner pessimistischen Einschätzung noch ein bis zwei Therapeutengenerationen verbrauchen, bis dem unterstützungsbedürftigen Klienten nicht mehr erzählt wird: Aber Sie müssen lernen Ihren Hunger zu spüren, dann wird alles gut...oder gar: Sie müssen lernen, normal zu essen. Die Psychologie ist derzeit mit derartig falschen ernährungswissenschaftlichen Ideen verkontaminiert, dass zu vielen Menschen nicht geholfen wird. Ein Paradigmenwechsel erfordert sehr viel Gehirnschmalz, das Aufgeben liebgewonnener Denkgewohnheiten, das Zulassen von Scham und Trauer, das man aus falschen Ideen heraus Menschen möglicherweise geschadet hat, auch wenn man das nie wollte. Dazu sind wenige Menschen fähig und deshalb werden wir wohl auch noch eine Generation von verzweifelten und übergewichtigen Kindern und Jugendlichen "opfern" müssen, bis die hier formulierten ernährungswissenschaftlichen Erkenntnisse in handhabbare therapeutische und pädagogische Modelle übersetzt sind.
Ich für mich finde es spannend und bin dankbar, dass ich miterleben kann, wie ein schwerwiegendes und viele Menschen bedrückendes Problem jetzt endlich von einer Reihe fähiger Denker so angegangen wird, dass es tatsächlich lösbar wird. Wer sich jetzt schon mal informieren möchte und nicht mehr zwei Generationen warten, der findet hier ein sehr gutes Buch. Es ist auch in der Lite-Version kein Frauenzeitschriftsbeitrag, es ist kein "wie fange ich den morgen an" Buch, aber es ist lesbarer als die letzte Version und hilft damit, den notwendigen Paradigmenwechsel einzuläuten.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.01.2013 14:32:19 GMT+01:00
Petra meint:
Lieber künftiger Kommentarschreiber: Peter Merschs Bücher, bzw. die Rezensionen, die darüber geschrieben wurden, haben ausnahmslos in einer unproduktiven und zerstörerischen Kommentarschlacht, mit ätzenden Bemerkungen, Verdrehungen, Beschuldigungen, Beschimpfungen geendet. Es ist immer dieselbe Truppe, die sich da bekämpft, mit verschiedenen Account-Namen. Sehr häufig werden die Bücher gar nicht gelesen, sondern es wird im Schutze der Anonymität der Rezensent bekämpft. Dann tauchen Helfer des Rezensenten auf und eine Schlacht beginnt. Ich hatte das einmal bei einer Rezension und nach zwei Tagen ständiger Mails von Amazon (neuer Kommentar zu...) habe ich beschlossen, diese Zumutung zu beenden. Ich habe eine Rezension mit Kommentarwust von 17 Kommentaren gelöscht und neu reingesetzt. Ich werde weder an irgendeiner Schlacht teilnehmen, noch werde ich erlauben, dass sowas nochmal passiert. Daher werde ich diese Rezension bei jedem Kommentar löschen und neu reinsetzen. Das mache ich normalerweise nicht, ich finde eigentlich, das Rezis diskutiert werden sollten, aber ich werde das im Falle der Bücher von Mersch ohne jede Ausnahme tun und auch dann, wenn dieselben Protagonisten ihre Ätz-Kommentare unter Rezensionen zum Thema "Kopfhörer" setzen, was auch schon geschehen ist. Ich unterstelle keinesfalls jedem, zur Schlachtertruppe zu gehören, aber die Protagonisten ändern ständig ihre Accounts und Namen und daher werde ich diese Rezi ausnahmslos bei jedem Kommentar löschen und zwar ohne ihn zu lesen. Das ist nicht nett, aber Selbstschutz. Danke

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.01.2013 12:02:08 GMT+01:00
Lesebär meint:
Ich denke, wer es nötig hat, Bücher oder Rezensionen zu beschimpfen, ohne eigentlich am Thema zu sein, ist doch nur (sorry) dämlich und hat zuviel Zeit.
Mir gefällt Ihre Rezension - sollten Sie den Kommentar lesen - danke dafür.
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Details

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Rezensentin / Rezensent

Petra
(VINE®-PRODUKTTESTER)   

Ort: Mannheim