Kundenrezension

126 von 131 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Superklasse, 30. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: You Are Your Own Gym: The Bible of Bodyweight Exercises (Taschenbuch)
Endlich mal wieder ein Sportbuch das glatte fünf Sterne verdient.
Hier findet man keine Hochglanzbilder oder irgendwelchen vorher-nachher Quatsch.
Hier findet man eine gut geschriebene und nachvollziehbare Einleitung, in der schlüssig und sachlich erklärt wird warum Training mit dem eigenen Körper dauerhaft funktioniert.
Die Übungen sind vielseitig, abwechslungsreich, kreativ und interessant.
Wer sie sieht wird sofort verstehen dass die Standardkritik an BWE`s einfach in`s Leere läuft. Die Standardkritik heißt nämlich: es gibt keine Progression. Von wegen! Der Autor bietet so viele Steigerungstechniken zu den wichtigsten Übungen an wie man sich wünscht. Bis man dann die wirklich schweren Übungen kann muss man schon länger trainieren.
Er betont auch immer wieder dass man sich jederzeit einen Rucksack auf den Rücken setzen kann - für den Fall dass es irgendwann doch zu leicht wird.
Alleine die vielen Variationsmöglichkeiten von Liegestützen und Kniebeugen - einwandfrei.
Im vorletzten Teil werden die wichtigsten Trainingsmethoden geschildert. So wird es möglich das Training zu variieren: Leitertraining, 3-Satz Training, Doppelsätze etc. Für jedes werden die Zielsetzung und die Durchführung genau erklärt.
Dann kommen Trainingspläne über jeweils 10 Wochen, die von Anfänger bis Superkönner reichen.
In sich sind sie - jeweils im Zwei Wochen Zyklus - so gesplittet dass in verschiedenen Leistungsbereichen trainiert wird. Es geht los mit Kraftausdauer, über Kraft und Schnellkrafttraining bis hin zu einer Kombination dieser drei Bereiche. Man nennt das auch Trainingsperiodisierung, und da man 125 Übungen im Buch findet wird es auch möglich all diese Bereiche zu trainieren.
Es finden sich auch völlig unkonventionelle Übungen wie z.B. einbeinig auf ein Hindernis zu hüpfen.
Richtig cool ist es zu sehen mit welch einfachster Ausrüstung trainiert werden kann. Hier kommen Besenstiele, Hifi Lautsprecher, Telefonbücher, Kopfkissen, Stühle, Bänke, Rucksäcke, Wasserflaschen und lauter Kram zum Einsatz den einfach jeder hat.
Genau das hat mir an diesem Buch gefallen. Und das sage ich als jemand der einen komplett eingerichteten Trainingsraum zu Hause hat.
Jedenfalls hat mich das Buch dermaßen überzeugt dass ich meine Hanteln aktuell nicht benutze.
BWE`s haben einen ganz anderen Reiz als Training mit Gewichten. Das merkt man vor allem als vermeintlich starker Bursche, der zwar ordentlich was auf der Bank drücken kann, aber pfeift wie ein Vögelchen wenn er mit dem eigenen Körper hantieren muss.
Das sagt auch der Autor sinngemäß: wer mit Hanteln trainiert wird stärker im Training mit Hanteln. Diese Kraft kann er im Alltag i.d.R. kaum nutzen. Ganz anders sieht das bei dieser Art des Training aus. Hier merkt man ziemlich schnell dass man eine fast vergessene Art von Kraft wieder erlangt, die man vor langer Zeit mal hatte als noch kein Geld für teure Ausrüstung da war und die damals blendend funktionierte.
Für mich war das Buch ein Anstoß zur Rückbesinnung auf das Wesentliche.
Gebe besten Gewissens fünf Sterne dafür. Habe in den letzten Jahren so viel Blödsinn aus der Kraftpresse gelesen dass es zum Teil schon fast weh tut.
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So, jetzt schreibe ich eine kurze Ergänzung, denn ich habe im letzten Jahr die Auswirkungen des Trainings mit dem Körpergewicht mit dem Hanteltraining verglichen.
Ich schrieb ja, dass ich so überzeugt war, dass ich zunächst keine HAntel mehr anfasste. Habe ich auch nicht getan, sondern 6 Monate lang ausschließlich mit dem Körper trainiert.
Die Erfolge waren wirklich super. Nach vier Monaten hatte ich tatsächlich gut sichtbare Bauchmuskeln.
Alltägliche Dinge gingen einfach leichter von der Hand. Ich wurde im Sprint deutlich schneller. Trotz des Verlustes von 7 Kilo Gewicht konnte ich mich im Kugelstoßen steigern. Ein netter Nebeneffekt war auch, dass ich gefragt wurde (war zu der Zeit 41) ob ich ne Verjüngungskur gemacht hätte. Ich konnte Bergsprints trainieren und fühlte mich einfach geschmeidig.
Dann war der Sommer vorbei und mit ihm das Leichtathletiktraining.
Habe dann von Oktober bis März wieder mit Hanteln trainiert.
Erste frustrierende Festellung: ich war schwächer geworden. Ich musste mit den Gewichten runter und habe zunächst mal das Körpergewichtstraining verflucht. Aber nach zwei Wochen kam die Beruhigung. Ich war wieder dort, wo ich vor einem halben Jahr war. Ab dann kam das Erstaunen: ich habe dermaßen schnell an Kraft gewonnen, wie nie vorher. Offenbar bildete das Körpergewichtstraining eine hervorragende Basis, auf die man mit Hanteltraining aufbauen konnte. Ich konnte mich fast wöchentlich in den wichtigsten Übungen (Kniebeugen, Kreuzheben) steigern und mit 41 JAhren einen Leistungsstand erreichen, den ich vorher nicht annähernd hatte. Im Bankdrücken gingen die Steigerungen eher langsam, waren aber auch hier durchaus messbar.
Ich nahm dann über den Winter 13 Kilo zu, und von Bauchmuskeln ist nicht mehr viel zu sehen.
Trotz gewaltiger Kraftsteigerungen in den Hantelkniebeugen fühle ich mich wie ein Fisch auf dem Trockenen, wenn ich nen Berg hoch laufe.
Mit der Umstellung auf Sommerzeit bleiben die Hanteln liegen und es wird wieder mit dem eigenen Körpergewicht trainiert.
Werde es in den nächsten Jahren weiter so halten.
Ich kann aber sagen, dass diese Art des Trainings einfach gut funktioniert. Man wird einfach fitter dadurch und kann diese Art von Kraft in quasi allen Lebensbereichen besser nutzen, als die Kraft, die man durch Hanteltraining entwickelt.
Umgekehrt merkte ich allerdings auch, dass in Situationen, wo es auf eine plötzliche, hohe Kraftleistung ankommt, Rückschritte zu sehen waren.
Müsste ich mich an dieser Stelle dauerhaft zwischen BWE`s und Hanteltraining entscheiden, würde ich ersteres wählen. Zum Glück muss ich diese Entscheidung nicht treffen und wähle daher beides - und zwar im Halbjahreszyklus.
Was den Spaßfaktor betrifft: mir persönlich fällt es leichter mich für die BWE`s zu motivieren. Wenn ich nach Hause kam, konnte ich nicht schnell genug die Sportklamotten anziehen. Beim Training mit Gewichten sieht das oft anders aus. Hier muss ich mich deutlich mehr zwingen.
Fazit nach einem Jahr: Der Wechsel zwischen beiden Welten scheint Sinn zu ergeben. Insgesamt sind die BWE`s deutlich alltagstauglicher. Der Aufbau von sichtbarer Muskulatur funktioniert mit BWE`s besser als gedacht und für so manchen vielleicht besser als mit Hanteln. Der Aufbau von Körpermasse funktioniert mit Hanteln besser.
Figurziele erreicht man mit BWE`s wahrscheinlich schneller als mit Gewichten.
Die für mich interessanteste Beobachtung war folgende: bei gleicher Kalorienaufnahme, verlor ich Gewicht beim BWE Training, während ich beim Hanteltraining Gewicht zunahm.
Ich habe lange drüber nachgedacht, wie sich das erklären lässt. Ich glaube ich weiß es jetzt.
Letztendlich wird jede Anpassung vom Gehirn gesteuer. Wenn man mal die beiden Trainingsarten miteinander vergleicht wird deutlich:
Hanteltraing - eine Steigerung der Kraft UND eine Vergrößerung der Masse machen den Anpassungsprozess aus.
BWE`s - eine Steigerung der Kraft UND eine Reduzierung der Masse machen den Anpassungsprozess aus.
Will heißen: an zunehmende Hantelgewichte passt sich der Körper durch Kraft- und Massesteigerung an.
An das Training mit dem eigenen Körper passt er sich anders an, nämlich durch steigende Kraft und gleichzeitig abnehmende Masse.
Ich vermute, dass es sich also um zwei verschiedene Anpassungsprozesse handelt, was auch erklären würde, warum viele Menschen mit BWE`s schneller ihre Figurziele erreichen.
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