Kundenrezension

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Who Knows Which Way the Right Way Goes?", 19. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Mit stahlharter Faust (DVD)
(Vorsicht, Spoiler!)

Ironischerweise ist Kirk Douglas, der in King Vidors Western "Man Without a Star" (1955) die Rolle des ziellosen Herumtreibers Dempsey Rae spielt, keinesfalls jemand, dem es an der Vorstellung eines klar vor ihm liegenden Weges fehlte. Aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen, sah der erfolgreiche Student ein Schauspielstipendium als eine Möglichkeit, sich seinen Weg in die Welt zu bahnen, und irgendwann schaffte er es sogar, sich als Spartacus große Regisseure wie Anthony Mann und schließlich Stanley Kubrick zu sichern - angeblich in dem Bemühen, mit diesem Sandalenfilm Wylers "Ben Hur" in den Schatten zu stellen, weil nicht er, sondern Heston jene Hauptrolle bekommen hatte. Seinen eigenen Auskünften nach hat er auch in Vidors "Man Without a Star" kreativ kräftig mitgemischt, indem er das Drehbuch so umschrieb, daß der Fokus nunmehr auf Dempsey und nicht auf dem jungen Texas (William Campbell), den jener unter seine Fittiche nimmt, lag. [1]

"Man Without a Star" erzählt die Geschichte eines ewig Suchenden, des ziellosen Drifters Dempsey, und greift dabei so viele genretypische Motive auf, daß man diesen Film geradezu als Schulbeispiel eines Westerns begreifen kann, in dem eigentlich nur noch Indianer fehlen. So steht im Zentrum des Geschehens ein wurzelloser Held, der sich zwischen zwei Frauen befindet - der, für ihn freilich letztlich nicht in Frage kommenden, Hure mit dem goldenen Herzen Idonee (Claire Trevor) und der berechnenden Rancherin Reed Bowman (Jeanne Crain). Auffällig ist, daß Dempsey am Anfang ein ziemlich heruntergekommener Bursche ist, der nichts als seinen Sattel und seine Fähigkeiten besitzt. Daß er gut zu schießen versteht, wissen wir am Anfang noch nicht, denn er hat nicht einmal eine Waffe. Unbekümmert fährt er als blinder Passagier in einem Zug durch das Land, weniger auf der Suche, als vielmehr auf der Flucht. Zwar hilft er dem jungen Texas - ebenfalls ein Tramp ohne Zugfahrkarte -, nachdem dieser von einem Zugbegleiter hinterrücks niedergeschlagen worden ist, doch als er später mitansieht, wie dieser Zugbegleiter von einem anderen Landstreicher erstochen wird, greift Dempsey nicht ein und verhindert außerdem, daß sich Texas aus naivem Ehrgefühl heraus für eben dieses Verbrechen aufknüpfen läßt. Douglas' Cowboy hätte - diese Prognose wage ich mal - John Wayne nicht sonderlich gefallen, denn erstens ist er bis auf den Sattel komplett abgebrannt und muß sich - Freud hätte gejubelt - von einer Hure einen Revolver geben lassen und zweitens folgt er kaum irgendwelchen Verhaltenskodizes. Schmerzlich wird dies später deutlich, als er sich von Miss Bowman für ihre Zwecke einspannen und sich dafür großzügig in zweierlei Währung bezahlen läßt.

Und dennoch hat auch Dempsey, wie sowohl Hondo als auch Shane zwei Jahre zuvor, einen Erziehungsauftrag zu erfüllen - ein typisches Westernmotiv -, denn er muß aus Texas einen echten Kerl machen. Dies beginnt bei Etikettenfragen - etwa dem Grundsatz, nie uneingeladen vom Pferd abzusitzen -, geht weiter über den Umgang mit dem Pferd und endet, wie sollte es anders sein, bei Schießübungen, zu deren Anlaß Douglas dann auch mal seine Fingerfertigkeit unter Beweis stellen kann. Anscheinend bildet er sich aber nicht viel auf die Spielereien mit dem Colt ein, denn wenn er auch keine Zinntasse nimmt, so schärft er seinem Schützling ein, daß diese Tricks nichts bringen und daß es darauf ankomme, schnell zu ziehen, damit man die Waffe danach ganz langsam wieder in das Halfter zurückgleiten lassen kann. All diese Dinge jedoch sind Äußerlichkeiten, die Texas ebensogut von dem finsteren Revolverhelden Steve Miles (Richard Boone) erlernen könnte, der sich ebenfalls in den Sold der Rancherin stellt und ihr helfen will, die kleineren, anständigen Farmer zu vertreiben, die nicht - wie Bowman - vorhaben, das Land nach Heuschreckenart auszulaugen und dann weiterzuziehen - dieser Kampf zwischen den dem Land verbundenen Siedlern einerseits und dem seelenlosen Profiteur andererseits ist denn auch ein weiteres Westernmotiv.

Als Dempsey sich dann dazu entschließt, den Farmern beizustehen, und dabei seine Ängste überwindet, braucht es einige Zeit, bis Texas seinem Beispiel folgt, doch er tut dies, und erst von diesem Moment an scheint die Erziehung des jungen Kindskopfes abgeschlossen. Der Gegenstand von Dempseys Furcht ist dabei nichts anderes als die Zivilisation, hier vor allem symbolisiert durch den allgegenwärtigen Stacheldraht, mit dem die kleinen Farmer das weite Land aufteilen, es zerschneiden und somit - ironischerweise - vor der Zerstörung durch Reed Bowman schützen. Allerdings fungiert der Stacheldraht in "Man Without a Star" auch als Marterinstrument und hat schon in der Vergangenheit tiefe Wunden in Dempseys Brust gerissen. Dempseys Furcht vor dem Stacheldraht und vor der Zivilisation, für die der Draht steht, spornt ihn dazu an, stets weiter in den Norden zu ziehen - eines Tages sei er vielleicht in Kanada angekommen, scherzt er düster. Der Umstand, daß er sich bei dieser Flucht am Anfang des Filmes eines Zuges bedient - mithin eines idealtypischen Agenten des Fortschrittes und der Bändigung des weiten Landes [2] -, scheint mir mit bitterer Ironie darauf zu verweisen, daß Dempseys Freiheitsbegriff ein negativer ist, der ihn recht eigentlich erst zum Gefangenen seines Fluchtinstinktes macht. Auch die Schlußszene, in der Dempsey das Angebot der Farmer abschlägt, als einer der Ihren in die Viehzucht einzusteigen, und statt dessen leitsternlos in eine undefinierte Freiheit reitet, unterstreicht diese pessimistische Kritik, denn wir sehen den sich entfernenden Reiter durch einen Stacheldrahtzaun, der vor unseren Augen das Weideland durchteilt. So sind im Grunde Anfang und Ende des Filmes von den Insignien des Fortschrittes dominiert, und Dempseys Zukunft scheint unter keinem guten Stern zu stehen.

Darüber hinaus scheint "Man Without a Star" mit seinem exemplarischen Potpourri an Westernmotiven aber doch für eine Reihe anderer Filme eine Inspiration, wenn auch nicht unbedingt ein Leitstern, gewesen zu sein, denn den Mann, der nur noch seinen Sattel hat und ein bißchen in der moralischen Schwebe ist, gibt Randolph Scott dann zwei Jahre später in Boettichers "The Tall T", und auch die Tramps im Zug, die sich gegen einen boshaften Lokführer zur Wehr setzen mußten, kamen dank Robert Aldrichs etwa zwanzig Jahre später erneut ins Kino. Und achten Sie mal auf die Einstellung, in der der Zug in der Stadt ankommt, und wir unsere zwei Helden aus der Ferne sehen, während sich, mit dem Rücken zu uns, drei Gesetzeshüter drohend vor ihnen aufbauen. Na, wo haben Sie diese Szene später denn nochmals gesehen?

Die SZ Cinemathek kann zweifellos das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, diesen schönen Film erstmals in deutscher Sprache auf DVD veröffentlicht zu haben, doch gibt es außer der englischen Tonspur keine Extras. Leider fehlen selbst Untertitel.

[1] Die DVD-Hülle weist in diesem Zusammenhang darauf hin, daß Vidor in seiner Autobiographie diesen Film denn auch nicht erwähnt hat.

[2] Er sagt in diesem Zusammenhang auch, daß es unmöglich sei, von Texas nach Wyoming zu reiten, bedenkt dabei aber nicht, daß die gleiche Entwicklung, die seine Flucht bedingt, diese gleichzeitig erst ermöglicht.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.10.2011 21:26:43 GMT+02:00
randy scott meint:
hallo,jetz brauche ich mir den film nicht mehr kaufen ,du hast ja schon alles erzählt.randy

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.10.2011 10:34:56 GMT+02:00
Hallo Randy,

Du hast schon recht damit, daß ich hier wirklich viel verrate. Deshalb habe ich die ohnehin vorhandene Spoilerwarnung vor der Rezension nochmals intensiviert, indem ich von "leichte Spoiler" auf "Spoiler" kürzte. In zwei Tagen dürfte Amazon die Änderung umgesetzt haben.

Ich halte es immer so, daß ich mich bei neueren Filmen darum bemühe, möglichst nichts vom Ausgang zu verraten - besonders dann nicht, wenn diese Filme von einem Überraschungseffekt leben. Bei älteren Filmen denke ich mir, daß die meisten als Klassiker ohnehin bekannt sein dürften, so daß ich es hier nicht ganz so eng sehe - dann schreibe ich aber stets eine Spoilerwarnung über die Rezension.

Wenn man einen Film auf DVD kauft, dann will man ihn sich sicher mehrmals ansehen - und "Man Without a Star" ist definitiv ein Kandidat zum mehrmaligen Ansehen. Also, Randy, nimm's mir nicht übel, daß ich hier einiges erzählt habe. Der Film lohnt sich trotzdem.

T.S.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.12.2011 18:42:47 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.12.2011 02:15:33 GMT+01:00
jury meint:
Hi, Tristram!

Wie Du siehst, wühle ich mich auch durch die SZ-Sammlung - aber ich bin wohl eher der Hase als der Igel.

Ohne Deine wie immer informative und kluge Rezension oder gar die Kommentare vorher gelesen zu haben - sowas bringt mich nur in völlig überflüssige Dialektik - habe ich in meiner gänzlich auf Inhaltshinweise verzichtet. Ich fand vieles einfach zu schön beim ersten Ansehen, als dass ich etwas davon verraten wollte. Mal sehen, ob daran dann auch gekritelt wird...

Es freut mich, dass Du auch das Untypische dieses Films gesehen hast, noch mehr, dass Du darüber nicht richtest. Denn für Nicht-Western-Freaks wie mich stellt gerade das, was "John Wayne nicht sonderlich gefallen hätte", das Angenehme dar.

Der "Stern", den er nicht zu haben glaubt, taucht ja dann doch noch am Nordhimmel auf in Gestalt des Jungen, den er sozusagen "an Bruders statt" annimmt und sich auch der Verantwortung stellt, wie man es sich vom älteren Bruder idealtypisch wünschen würde. Aber auch das war nur ein Stern auf Zeit, eine Schnuppe.

Auf der anderen Seite dürfte es eine Illusion sein, an das Immerwährende im Leben zu glauben.

Im Gegensatz zu Dir mache ich mir um Menschen wie Dempsey weniger Sorgen als um den Rest. Solche Menschen ruhen in ihrer eigenen Mitte, statt die charakterliche Festigkeit durch Blümchentapeten und Kirchgänge zu ersetzen. Das Bild mit dem Zaun bedeutet nicht die Haltlosigkeit für mich, sondern die Befreiung.

Und immer noch gibt es in Kanada wesentlich weniger Stacheldraht - gerade im übertragenen Sinne - als anderswo.

NG - Jury

PS: Erinnert Dich auch William Campbell in manchen Szenen an Tony Curtis?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.12.2011 10:02:46 GMT+01:00
Hallo Jury,

nun, sooo schnell bin ich beim Durchwühlen der Sammlung ja auch nicht gerade, zumal ich mir ja auch nicht die gesamte Box gekauft habe, denn das hätte mir zu viele Doubletten eingebracht.

Übrigens ist man auch als Western-Freak über das Untypische eines Westerns oftmals erfreut, denn bei all seinem Verdienst ist Duke ja nicht unbedingt die letzte moralische Instanz in Sachen Western, und heute betrachtet man ihn - zu Recht - in einem ganz anderen Licht als damals, wo man noch so trefflich zwischen Kommis und freiheitsliebenden Idealisten, die zufällig eine Menge Geld verdienten, unterscheiden konnte. Dennoch bleibe ich bekennender Wayne-Fan - und führe einfach nur "Red River" und "The Shootist" als Argumente an.

Die Ähnlichkeit Campbells mit Tony Curtis wurde mir erst durch Dein Postscriptum nahegelegt, wahrscheinlich deshalb, weil mir Tony Curtis in allererster Linie als der Eine aus - waren es - "Die Profis" ins Bewußtsein gerückt wurde, damals in der 70ern, und nicht so sehr im Westerngewand.

LG, Tristram

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.12.2011 14:31:56 GMT+01:00
christine meint:
Hallo in die Runde,
obwohl ich bekennende Western-Skeptikerin bin, liebe ich diesen Film, nicht nur weil ich ein Fan von Kirk Douglas bin. Dieses universale Thema um die Grenzen von Freiheit beschäftigt uns ja auch noch heute, vielleicht ist es in diesem Genre besonders gut aufgehoben.
@ randy scott: Die alleinige Kenntnis des Inhalts ersetzt nicht die (mehrmalige) Sichtung. Jedes Mal erfreut er mich.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.03.2012 09:48:31 GMT+01:00
Montana meint:
Liebe christine, ich bin auch ein Fan von Kirk Douglas. Aber in diesem Film hat ihm womöglich ein Regisseur gefehlt, der ihn ein wenig bremst. Ich finde, daß er teilweise so überagiert, daß seine Figur fast zur Karikatur gerät.
Wenn er spielt, daß er verkatert ist, dann macht er das doppel-und dreifach, so, daß ich es längst begriffen hätte, wenn er 90% weniger gemacht hätte. Beim Anblick des Stacheldrahts verfinstert sich seine Miene so sehr, daß ich es fast für einen Witz gehalten habe, was er da spielt. Mir hat das teilweise die Konzentration geraubt.
Trotzdem ist Douglas sehr sympathisch dabei, denn ich liebe eigentlich Schauspieler, denen man ansieht, daß sie gerne spielen (Pacino, Day-Lewis). Hier aber drängte sich mir das Gefühl auf, daß der Star des Films, andauernd und immer unter Beweis stellen muß, daß er im Mittelpunkt steht.
Und ich ertappte mich dabei, wie ich mir Mitchum in dieser Rolle vorstellte. Oder Widmark.
Ich glaube auch, daß der Duke diesen Man without a star nicht sehr gemocht hätte, denn ihm fehlen die typischen Charaktereigenschaften eines Westerners. Er ist laut, er redet viel. Dieser Dempsey wäre Randy Scott wohl ziemlich auf die Nerven gegangen.
Aber vielleicht ist es genau das was Douglas wollte. Diesen Dempsey als Outsider zu erzählen, als Einzelgänger. Er gehört nicht zur verschworenen Bruderschaft der Cowboys. Und die fortschreitende Zivilisierung des Landes wird jemanden, wie ihn, immer weiter an den Rand drängen (Kanada), bis er entweder sich der Gesellschaft anschließt, oder untergehen wird. Und mit ihm, der ganze Tross von Herumtreibern und "free spirits".

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.03.2012 19:20:51 GMT+01:00
christine meint:
Hallo Montana!
"Ich glaube auch, daß der Duke diesen Man without a star nicht sehr gemocht hätte". Das macht mir die von Douglas gespielte Figur noch sympathischer. Und als Western-Skeptikerin muss ich sagen: Das ist mein Film!Klar, gelegentlich wäre vielleicht weniger mehr gewesen, aber ich mag dieses überakzentuierte Spiel bei ihm, dieses sehr Körperliche, das natürlich zu ihm, aber nicht unbedingt zu Mitchum gepasst hätte. Der Unterschied wird ja auch in "Out of the Past" wunderbar ausgespielt, da sind beide für sich einfach hinreißend.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.03.2012 10:35:46 GMT+01:00
Hallo Christine und Montana,

tja, free spirits und Herumtreiber haben wir allerdings nur noch wenige in unserer zivilisierten Gesellschaft, und das ist an sich schon traurig genug. Da ist es dann wohl ein böses Vorzeichen, daß Douglas hier kein wahrer Westerner mehr ist. - Über den Duke kann man sicher geteilter Meinung sein - ich finde ihn jedenfalls großartig, denn er war ein brillanter Schauspieler. Von Thomas Dunson über Brittles über Captain Brittles bis hin zu J.B. Books, das muß ihm in dieser Qualität erst einmal jemand nachmachen. Aus dieser Perspektive kann ich schon verstehen, daß Duke Douglas in dieser Rolle nicht viel hätte abgewinnen können. Und Randy Scott, der in "Lord of the Rings" einen Ent ganz ohne Maske hätte spielen können, wäre ganz sicher anders an diese Rolle herangegangen.

See you all on the Trail of the Lonesome Pine,

Tristram
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