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Kundenrezension

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Talentierte Macher scheitern an lauer Umsetzung, 5. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Farbe - H.P. Lovecraft's The Colour Out of Space (DVD)
Vorab sei gesagt, meinen ganz persönlichen Respekt vor diesem jungen, talentierten Team, daß sich der Schwerstaufgabe widmet eine gelungen Lovecraft- Verfilmung zu konzipieren, die mit frischem Elan, expressionistischen Bildern überzeugen und dann jedoch, für mich unverständlicherweise an einer allzu braven, halbgaren Drehbuchleistung scheitern.
"The Colour out of Space" ist einer der frühesten und einer der besten Lovecraft- Geschichten.
Hier fabriziert er beängstigenden Horror, noch weit entfernt vom Cthulhu Mythos, vom Necronomicon, von schlangen- und mehrköpfigen Monstern der Unterwelt.
Ein Meteroiteneinschlag auf dem Landbesitz einer abgelegenen Farm ist der einzige Grundgedanke der unvergesslichen Story.
Eine nicht greifbare Gefahr die sich daraus ergibt.
Unsagbar schleichend zeigt uns Lovecraft was Angst wirklich bedeutet:Die Ahnung des Unfassbaren, des schleichenden Grauens, der Veränderung, das hilflose Dahinsiechen, Krank werden, psychische, und physische Deformierung bis hin zum Wahnsinn und grauenhaftem qualvollen Tod.
Als hätte sich nach einem Atomschlag oder Reaktorunfall der überall vorhandene Schleier des Todes über den Landstrich gelegt, so wird dieser von der Bevölkerung verharmloste Meteoriteneinschlag auf die Umgebung wirken.
Jeder Atemzug, jeder Lufthauch, das Grundwasser ist verseucht.
Werden im ersten Jahr die Bäume noch saftig grün, werfen unendlich kräftige Ernteerträge ab, so wird bald die Landschaft kränklich, das Wasser verfault, und auch die Farmer auf dem kleinen Hof, verfallen immer mehr in Seltsamkeiten, ziehen sich in die Einsamkeit zurück, werden depressiv, gewalttätig, irrsinnig, bis hin zu furchtbaren körperlichen Mutationen.
Von Anfang an ahnen wir, daß die Geschichte ein schreckliches Ende nehmen wird, und so entsteht der Horror aus der unglaublichen Akribie wie Lovecraft die einzelnen zuerst noch unmerklichen Veränderungen in Mensch und Natur herausarbeitet, bis hin zum schockierenden Schlußpunkt.
Diese einzelnen Auflösungs- und Verfallsstadien machen die morbide Faszination der Geschichte aus.
Die Grundangst vor Krankheit, vor Qual, vor eigenen und fremden Körper-und Wesensveränderungen, Hilflosigkeit, Ausgeliefertsein, Tod werden hier gnadenlos angesprochen.
Hier scheitert die Verfilmung auf ganzer Linie.
Denn genau diese einzelnen Stadien werden nicht tiefgreifend behandelt.
Genaugenommen sehen wir einmal die Bäuerin etwas desorientiert herumtorkeln, und sehr schnell darauf, befindet sich schon der Mann im schleimigen Auflösungszustand und sie liegt als Leiche auf dem Dachboden.
Die langsam kriechenden, kleinen Schritte dahin, beispielsweise auch der in der Geschichte vorkommende langsame Wahnsinn der Kinder wird nur sehr oberflächlich in zwei, drei Szenen und viel zu leidenschaftslos und lahm dargestellt. Die Nachdrücklichkeit fehlt.
Ein Gefühl des urbanen Grauens, welches Lovecrafts Geschichte entwickelt, empfinden wir hier leider nicht.
Ein seltsam kraftloses Schauerstück wird uns hier geboten, das aber, und umso bedauerlicher ist das zwiespältige Gesamturteil, mit einer wunderbaren Bildsprache überzeugt.
Glasklar, kontrastierte Schwarz-Weiß-Bilder. Rauschende Bäume vor düsterem Hintergrund, perfekte Bildgestaltung, Kleinigkeiten die bedeutungsschwanger ins Bild gesetzt werden. Eine tote Kröte auf dem Feldweg, Fliegen die an einem Lampenschirm heraufkriechen als Zeichen der Verwesung.
All das ist hervorragend umgesetzt, warum dann jedoch die fehlende Courage, den grausigen Horror von Lovecraft wirklich konsequent auf die Leinwand zu bringen?
Zu sprunghaft, zu stichwortartig wird hier gearbeitet, als daß der Zuschauer eine Ahnung von dem sich langsam entwickelndem Unheil bekommen könnte.
Ich rede hier nicht von dem Einsatz überteuerter Spezialeffekte.
Gemeint ist die Nachhaltigkeit, den sich ausbreitenden Irrsinn in den Erkrankten, den charakterlichen, körperlichen Verfall auch detaillierter aufzuzeigen , zu vertiefen.
Zwei, drei Szenen reichen dafür nicht und ebenfalls reicht dazu auch das schauspielerische Talent der Darsteller nicht .
Eine sehr hölzerne Schauspielleistung wird hier geboten. Das wäre jedoch verzeihbar, würde die Inszenierung nicht so brav, so unentschlossen, so wenig schockierend daherkommen.
Es ist als ob die Macher plötzlich Angst vor der eigenen Courage bekommen hätten.
Der Schwarz-Weiß Dreh wie gesagt grandios, alte Stummfilmklassiker kommen uns hier in den Sinn, jedoch der Einsatz der "Farbe" ebenfalls eher kontraproduktiv.
Das wirkt wenig überzeugend und erinnert nun wirklich an Trash-Klassiker aus den Fünfziger Jahren.
Fazit: Sehr schade, viele gute Ansätze, doch im Endeffekt zu bieder und in keiner Weise verstörend.
Anders als Lovecraft, der sich nicht scheut den Horror auf die Spitze zu treiben, bleibt hier die Inszenierung auf halber Strecke unentschlossen stecken.
Wir haben hier bestenfalls ein Arthaus-Schauerstück, das aber durch seine Halbherzigkeit und seine nicht überzeugenden Darsteller- und Regie Leistungen immens an Kraft einbüßt.
Ein Tip am Rande: Es gibt von dieser mitreißenden Lovecraft- Story ein geniales Hörbuch, eine Lesung mit sorgfältig eingesetzten Musikeffekten.
Diese ist hier bei Amazon unter "Lovecraft Grusel Box "zu finden und so haarsträubend gut, daß sie diese Verfilmung um Längen schlägt. Vielleicht bewahrheitet sich auch hier einmal wieder, Lovecraft ist eins zu eins doch unverfilmbar und so läßt sich das Grauen durch eigene Bilder im Kopf, die beim Hörgenuß entstehen eben doch viel besser entfalten
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 05.06.2013 23:39:15 GMT+02:00
Peter Wacker meint:
Lieber/ Liebe Rumbarak, danke für die tolle Rezension! Teile Ihre Ansicht 100%! Was ich vor allem ganz blöde fand, dass die Handlung nach Deutschland verlegt worden ist und wieder mal der II. Weltkrieg als Hintergrund herhalten musste...Gähn! Dabei ist "Farben aus dem All" eine meiner H.P.-Lieblingsstories! Übrigens: nichts gegen die Trash-Klassiker der 50er! Jack Arnold ist im Vergleich zu diesem Film oscar-würdig! Dennoch, danke für die Rezension!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 06.06.2013 13:35:09 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 06.06.2013 13:49:53 GMT+02:00
RUMBURAK meint:
Lieber Peter Wacker, vielen Dank für Ihr Feedback.
Schön das Sie noch einmal darauf hingewiesen haben: Die Verlegung nach Deutschland und insbesondere die viel zu lange Beschäftigung mit den Soldaten-Hintergründen fand ich auch vollkommen überflüssig. Ich neige nur in meinen Rezis sowieso schon zu einer gewissen Länge, und deswegen konnte ich den Aspekt nicht auch noch unterbringen. Natürlich liebe ich auch Jack Arnold und in den Klassikern der Fünfzigern wirken solche Tricks auch heute noch absolut überzeugend. Es muß eben die Gesamtmischung stimmen. Das ist ja auch der Grund warum, fällt mir nur gerade so nebenbei ein die Filme von Trickspezialist Ray Harryhausen noch heute überzeugen. (Ein "Kampf der Titanen"1980 ist bei weitem beeindruckender als das Remake).
Es geht eben nicht darum ob Tricktechnik auf der technischen Ebene veraltet ist, sondern ob sie in den Film, in seine Dramaturgie zeitunabhängig hineinpasst. Deswegen wirkt Jack Arnold auch heute noch so gut. Aber hier in der "Farbe" ist sie einfach nur deplaziert. Mich würde enmal interessieren ob Sie die Hörbuchfassung von "Die Farbe" kennen und wie Sie diese fanden?
Freundliche Grüße Rumburak (wenn ich mich jetzt nicht die letzten 38 Jahre getäuscht habe: männlich, wegen der Anrede)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.12.2014 20:56:41 GMT+01:00
Elias Wagner meint:
Also, die Rezension ist auf keinen Fall zu lang, kein Punkt ist überflüssig.

Was mir bei Ihren Beschreibungen sehr gefällt ist die von den zahlreichen Argumenten getragene Aufforderung, sich selber eine eigene Meinung zu bilden.
Vielen Dank.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.12.2014 15:55:47 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.12.2014 15:56:22 GMT+01:00
RUMBURAK meint:
Merci für ihr Feedback, Elias Wagner. Also gerade bei diesem Film ist das wirklich sehr schwierig. Man muß ihn selbst sehen. ich kann mir auch durchaus vorstellen, ihn noch einmal zu schauen, und dann doch zu einer anderen Wertung zu kommen.
Letzten Endes ist es ja toll, daß sich überhaupt ein deutsches (!) Filmteam daran versucht. Wo man ja immer über die deutsche Mutlosigkeit in der Filmlandschaft meckert.
Falls sie ihn schauen, freue ich mich noch einmal über eine Einschätzung ihrerseits.
Grüsse Rumburak
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