Jedem seine Meinung aber zum Glück stehst Du hier mit Deiner Meinung ziemlich allein da.
Neben Mandela Day (nicht mein Favorit) sind Songs wie Street Fighting Years, Soul Crying Out oder Belfast Child absolute Meisterwerke auf diesem Album.
|
9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Rezension bezieht sich auf: Street Fighting Years-Remastered (Audio CD)
In den frühen Tagen ihrers Daseins gehörten die blutjungen Simple Minds aus Schottland zu den interessantesten New-Wave-Bands. Ich erinnere mich gerne an ein Konzert in der Hamburger Markthalle um 1980 herum.Als sie 1982 ihr legendäres Album NEW GOLD DREAM (81/82/83/84) mit wunderbaren Songs wie "Someone Somewhere in Summertime", "Promised You A Miracle", "Glittering Prize" usw. veröffentlichten, näherten sie sich erstmals einem wirklichen kommerziellen Erfolg. Drei ereignisreiche Jahre später dann der Sündenfall: Die eher widerwillig aufgenommene Fremdkomposition "Don't You (Forget About Me") aus dem Soundtrack zu dem Film-Blockbuster THE BREAKFAST CLUB wird zu einer weltweiten Hitsingle (sogar Nummer 1 in den USA) und zementiert bis heute das Image der Band als eingängige Keyboard-Bombast-Truppe. Mit dem 1987 veröffentlichten Album ONCE UPON A TIME (erstmals auch Top Ten in Deutschland) gehörten die Simple Minds dann endgültig zu den größten Bands des Planeten. Und Sänger Jim Kerr entwickelte sich immer mehr zu einem Massenprediger in der Art des jaulenden Hohepriesters Bono von Irlands Konkurrenz U2. Schließlich dräute das Ende der synthetischen 80er-Jahre herauf. Und die Simple Minds holten zum letzten ganz großen Schlag ihrer Karriere aus: STREET FIGHTING YEARS. Mit diesem, von Stephen Lipson und Trevor Horn (Frankie Goes to Hollywood) produzierten Album erreichten sie zum dritten Mal hintereinander in England sowie erstmals auch in Deutschland Platz 1 der Charts. Vorbereitet wurde der Erfolg im Februar '89 von der Single "Belfast Child", mit der sie endlich zum ersten (und letzten) Mal die Topposition der UK-Single-Charts eroberten. Dieser Titel zeigte auf, wie beliebig die Musik der Band inzwischen geworden war: vier Minuten sehr netter Irish-Folk-Pop, plötzlich gefolgt von einem Anschlag hohlen Sound-Overkills, ehe die Nummer nach sechseinhalb Minuten dann doch noch ihr sanftes Ende fand. Im Mai 1989 dann endlich das lang erwartete Album: eine Ansammlung mittelmäßiger, im Studio künstlich zur Bedeutung aufgeblähter Songs. Peter Gabriels Mitsing- und Mitklatschhymne "Biko", eh schon peinlich genug, wurde hier noch einmal verschlimmbessert. Gelegentlich versuchte sich Charlie Burchill auch an Gitarrenparts, die wohl an den genialen Mark Knopfler von den damals ungeheuer erfolgreichen Dire Straits erinnern sollten. Der einzige wirklich große Titel dieser Platte war "Mandela Day", der im Text quasi vorgab, dass der schwarze südafrikanische Freiheitskämpfer Nelson Mandela endlich aus dem Gefängnis entlassen worden sei ('O-o-o-o, Mandela's free!'). Und dies sollte nur neun Monate später am 11. Februar 1990 nach 27 Jahren dann tatsächlich geschehen! "Mandela Day": sechs Minuten göttlicher Pop für die Ewigkeit - und der einzige wirkliche Grund, dieses Album zu erwerben. Ich habe die CD damals gekauft - und danach nie wieder eine Platte der Simple Minds. Jim Kerr & Co. gingen mir nach zehn Jahren einfach auf den Senkel, und so ist es bis heute leider geblieben. Eigentlich also hohe Zeit, endlich zu verzeihen und Frieden mit ihnen zu schließen. Denn schließlich ist Jim Kerr doch ein sympathischer Kerl. Doch wird es mir wirklich gelingen? Gestern Abend sind die Simple Minds auf Mallorca bei "Wetten, dass..?" aufgetreten. Zum ersten Mal seit 1991. Nach ihrer neuen, völlig unbedeutenden Single mussten sie mal wieder "Don't You (Forget About Me") zum Besten geben. Und das Publikum raste. Some things never change. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen Kommentare
Von 3 Kunden verfolgt
Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag:
02.01.2011 23:32:08 GMT+01:00
Andre H. meint:
Jedem seine Meinung aber zum Glück stehst Du hier mit Deiner Meinung ziemlich allein da.
Neben Mandela Day (nicht mein Favorit) sind Songs wie Street Fighting Years, Soul Crying Out oder Belfast Child absolute Meisterwerke auf diesem Album.
Antwort auf einen früheren Beitrag vom
24.02.2011 22:43:00 GMT+01:00
dino meint:
alleine steht er mit der Kritik bestimmt nicht. Sie ist absolut zutreffend. Genauso habe ich es auch empfunden und viele andere auch
Veröffentlicht am
20.04.2011 15:00:25 GMT+02:00
Contagion meint:
Du sprichst hier aber schon über das Album, das einst in ganz Europa die Charts gestürmt und dessen zuvor veröffentlichte "Ballad of The Streets EP" in vielen Ländern die Single-Charts erobert hat?! Und Du meist wohl auch die erfolgreichste Band Schottlands, die nach Veröffentlichung von SFY monatelang in ganz Europa durch ausverkaufte Arenen getourt ist?!
Nee jetzt mal im Ernst: hier geht es - objektiv betrachtet - um eins der erfolgreichsten Album der Simple Minds überhaupt. Wenn dieses Album auch nur annähernd so grottenschlecht gewesen wäre wie Du schreibst, hätte es diesen unbestreitbaren Erfolg doch wohl kaum gegeben, oder? Klar respektiere ich, das SFY nicht Deinem persönlichen Geschmack entspricht, aber die Begründungen, die Du für Dein vernichtendes Urteil anführst, sind schlichtweg falsch. Bei der Musik auf diesem Album handelt es sich um zu 100% handgemachte Musik mit tiefgründigen Texten, eingehenden Melodien und einem gewissen Anspruch, den man in der Welt der Popmusik leider nur selten findet. Don't You (Forget About Me) ist im Gegensatz zu SFY einfach nur billiger kommerzieller Schrott. Leichte Kost sozusagen. Songs wie Belfast Child, Street Fighting Years oder This Is Your Land zeigen hingegen, wie weit sich die Band bis zum Jahr 1989 weiterentwickelt hatte. Für mich ist diese CD ein absolutes Meisterwerk!
‹ Zurück 1 Weiter ›
|
Details |