Kundenrezension

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kuriosum, dieses Album; aber ein wahnwitziges.., 16. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Sweet Fanny Adams (+ 6 Bonustracks) (Audio CD)
Die in den frühen 70ern äußerst erfolgreiche Band "The Sweet" waren eigentlich Anfangs reine Singlelieferanten. Sie überschwemmten das Land und die Welt in den ersten Jahren bis 1973 förmlich mit Hits. Fast wie die Beatles... Später natürlich auch noch... Umso erstaunlicher, dass bis auf "Funny Funny", ihrem ersten richtigen Erfolg, und dem Nachfolge - Hit "Co Co", allesamt aus der Feder des Produzententeams Nicky Chinn und Mike Chapman, bis dato kein einziger weiterer Hit auf irgendeinem Longplayer erschienen ist.

Überhaupt Chinn / Chapman:
Diese Songs waren für die Band nicht ganz unwichtig, auch wenn es poppige Chart-Nummern waren, die teilweise als belanglos abgetan oder belächelt wurden. Für mich gingen sie über das, was man gemeinhin "Bubble Gum - Sound" nannte, hinaus. Jedenfalls hatten Chinn und Chapman stets ein glückliches Händchen für gute Hits. Später folgten ähnliche Erfolge auch mit Suzi Quattro, Mud, Smokie und Exile ! Diese Songs waren im Gegensatz zur heutigen Chartmusik immerhin noch sehr griffig, abwechslungsreich und sehr melodisch mit einigen Finessen versehen. So etwas hört man heute kaum noch...

Zurück zu "The Sweet":
Erst nach (!) der unaufhörlichen Hitsalve von "Funny Funny"(1971) bis einschließlich "Ballroom Blitz" (1973) erschien im Januar 1974 endlich mal ein richtiges neues Studioalbum nach "Funny Funny How Sweet Co Co Can Be" (1971).

"Sweet Fanny Adams" hieß das Werk, welches richtig rockig ausgefallen ist. Also Hard Rock von Connolly, Priest, Scott und Tucker zumeist selbst geschrieben. Aber ganz so unbedarft, wie es schien, waren "The Sweet" seit jeher nicht.

Denn:
"The Sweet" hatten trotz der (verkannten...) musikalischen Frühphase von Beginn an durchaus Potenzial. Alle Single - B-Seiten waren bekanntlich damals schon von der Band selbst komponiert und wiesen sehr gutes Songwriting und guten Gesang auf. Wenn auch gerne mal ein bisschen bei Deep Purple oder Uriah Heep abgeguckt wurde...

Sie ebneten sich gewissermaßen den Weg in diese Richtung, denn man konnte dies bereits anhand ihrer B-Seiten Songs erkennen, wo die Reise hingehen sollte.

Daher ist es unverständlich, dass damals all diese erfolgreichen Singles nicht irgendwie auf einer regulären LP vereint wurden. Jedenfalls waren "Little Willy", "Wig Wam Bam" und Co. ohne Vinyl- bzw. CD-Heimat. Bis auf spätere Best Of-Sampler, die es ja zuhauf gibt...

Und dann, ohne Vorwarnung, kam 1974 dieses "Sweet Fanny Adams" heraus. Ein Kuriosum...

Weil es nicht einen einzigen der bekannten Hits enthielt und auch nicht einen einzigen Song, der jemals ein Hit wurde. Eine rockige Mischung aus weitgehend von "The Sweet" generierten Songs ohne Hilfe von Chinn / Chapman und das in veritabler Qualität. Abgesehen von den Tracks 10 bis 15, die hier auf dieser Neuveröffentlichung reine Bonus - Tracks sind.

Ich gehe sogar soweit, dass es ein besseres Album von Sweet nicht gibt, wenn auch nachfolgende Longplayer keinesfalls schlechter waren. Es lohnt allemal, in alle reinzuhören, denn nach der Loslösung von Chinn und Chapman folgten ja ab 1975 etliche Kracher aus eigener Feder (Fox On The Run, Action usw.). Und The Sweet sollten noch ein paar Jahre verdientermaßen richtig erfolgreich sein. Das ist auch gut so, denn sie haben ein schillernd buntes Vermächtnis hinterlassen. Ich habe es ihnen jedenfalls gegönnt. Nicht ganz uneigennützig, denn ich hatte viel Spaß mit "The Sweet"...

Heute ist nach dem bedauerlichen Tod von Brian Connolly und Mick Tucker eigentlich nur noch Andy Scott aktiv und erwähnenswert. Zumindest sind sein typisches Gitarrenspiel und die Sweet-Riffs" seine sofort erkennbaren Markenzeichen. Aus dieser Spätzeit sollte man der aktuellen Neuveröffentlichung "Sweet Fanny Adams Revisted" sowie den CD's "Sweetlife" (2002) und "Live At The Marquee 1986" durchaus mal Aufmerksamkeit schenken und sich eine Hörsitzung gönnen. Die "neuen" Sweet sind jedenfalls in dieser Besetzung nicht übel.

Alles in allem sind "The Sweet" für mich bis heute unverzichtbar. Nicht die beste Band dieser Zeit, aber eine, die sehr viel Spaß bereitet !

Mit vielen äußerst interessanten Rock- und Popsongs ! Ganz besonders hier auf "Sweet Fanny Adams" von 1974...
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Kommentare


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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.10.2013 11:07:09 GMT+02:00
Rocker meint:
sehr gute rezi, macht lust die scheibe mal wieder aufzulegen.

chinn/chapman; die stock, aitken, waterman ihrer zeit....
ich kannte sweet zuerst auch nur durch ihr alexander-graham-bell-poppa-joe-zeugs. fanny adams ist eine tolle scheibe und das cover fand ich damals extrem gut gelungen. musikalisch gefällt mir desolation boulevard etwas besser, auch wenn ich da das cover absolut hässlich fand...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.10.2013 12:33:21 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 23.10.2013 12:34:51 GMT+02:00
Sind beide irgendwie gut. Aber der Vergleich mit Stock/Aitken/Waterman passt nur aus rein kommerzieller Sicht. Musikalisch fand ich das, was Chinn / Chapman gemacht haben, trotz Mainstream-Pop, wesentlich besser !

Der 80er-Jahre-Stuss (so nenne ich es mal), der da von S/A/W produziert wurde, war zum Himmel schreiend blöd...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.10.2013 13:49:53 GMT+02:00
Rocker meint:
so war's gemeint. ansonsten hast du natürlich recht....
und noch ein unterschied fällt mir ein: die von stock aitken waterman betreuten künstler haben bis auf ganz wenige ausnahmen ohne ihre fließbandsongschreiber nichts mehr auf die reihe gekriegt. das war bei den chinn/chapman musikern der 70er auch anders ;-)
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