Kundenrezension

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kaufmann's glänzender Don Carlo -Harteros-Semenchuk-Hampson-Salminnen - erste Klasse -, 22. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Verdi - Don Carlo [2 DVDs] (DVD)
Die Rezension erfolgt von der Festplatte der Fernsehübertragung.
Auf einer für Peter Stein typischen, minimalistischen Bühne, präsentiert er das Werk mit dramatisch stützender, atmosphärisch tragender Lichtregie, die einzelne Sequenzen fast holzschnittartig präsent werden lässt. Ein weiter Bühnenraum und historisierende Kostümgestaltung sind das, was auch traditionellen Vorstellungen gefallen kann, obwohl die optische Opulenz hier nicht so zu Hause ist, wie bei anderen Inszenierungen. Wie üblich hat auch diese Inszenierung zu gegensätzlichen Pressereaktionen geführt von positiv bis Verriss.
Gespielt wurde die modifizierte frühe Fassung in italienischer Sprache mit dem Fontainbleau Akt.
Sängerisch und auch schauspielerisch ist diese Aufführung sicherlich hervorragend, wenn man auch einzelne Sequenzen als etwas zu statisch, zu routiniert erleben kann.

Herausragend Jonas Kaufmann als Don Carlo mit gewohnt farbstarker, subtiler Gestaltung. Anja Harteros als Elisabeth und Ekaterina Semenchuk als Eboli, große Klasse.
Thomas Hampson überzeugt als Rodrigo. Matti Salminnen ist der souveräne Philipp, nicht mehr ganz die Kernsubstanz in der Stimme, wie in jüngeren Jahren, aber durchaus rollenadäquat, wie auch die Reibeisenstimme von Eric Halvarsson als Großinquisitor.

Antonio Pappano dirigiert überzeugend, lotet die Partitur farbstark aus.

Insgesamt eine überwiegend überzeugende Inszenierung mit herausragenden sängerischen Leistungen.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 29.01.2014 14:46:03 GMT+01:00
Geehrter Herr Seidel, diese Inzenierung ist das komplette Gegenstück zu der Zeffirelliinzenierung von der Scala, sowohl vom Regisseur als auch von dem Hauptdarsteller. Beide Inzenierungen sind dem Werk gerecht das ist das einzige. Steins Inzenierungen sind wie immer sehr sparsam vom Bühnenbild,er verzivhtig auf große Kulissen er arbeitet eher mit Licht- und farbeffekten in seiner Inzenierung, vom Stil könnte man ihn mit Wieland (dem älteren der Wagnerbrüder) vergleichen, ein Vorteil dieses Ansatzes ist, dass die Personen Raum (im riesigen Festspielhaus) zum Verkörpern ihrer Rolle haben. Nachteil Steins Inzierungskonzeptes ist vielleicht das verzivhten auf konkrete Orte, er sieht den Don Carlos als Musiktheater,nicht als Musikdrama ganz im Gegensatz zu Franco Zeffirelli Zeffirellis Inzenierung ist ein Historienspielfilm auf der Bühne mit opulenten gewaltigen Kuliissen er geht in die Vollen, man kann sich sehr gut das Spanien der renaissancezeit vorstellen, Nachteil (im ebenfaslls riesigen Bühnenraum der Scala fällt es sicher nicht auf), dass die Darsteller ihre Rollen nicht ausspielen können. In der goldenen Mitte würde ich die Karajan Inzenierung sehen. Trotzdem inzenieren Stein und Zeffirelli niemals gegen das Werk beide Inzenierungen sind meilenweit entfernt von dem was gemeinhin als Regietheater bezeichnet wird.Endlich mal wieder eine dem Werk gerechte Inzenierung in Salzburg. Auch von dem Hauptdarsteller sind sie meilenweit auseinander. Tenöre mit derart unterschiedlichem Timbre und Rollenaufassungen kann es gar nicht geben, Kaufmann und Pavarotti, die auch zu dem Inzenierungskonzeot der Regisseure passen Kaufmann ist ein Sänger ,der eine Art distanziert intellektuelle Sichtweise und Herangehensweise wählt. Sein dunkler sehr zum Bariton tendierender schwerer cremiger Tenor unterstreicht dieses. Niemals mangelt es bei Kaufmann an Überlegen-(er dominiert das Geschehen)-und auch an Überlegtheit. Kaufmann weis Hauszuhalten mit seiner Stimme , er sieht den Carlos als Schöngeist als Freigeist, der gegen den Zeitgeist ist, seine Liebe zu seiner Elisabeth (Anja Haeteros) ist kein Eros sondern eine vegeistigte Agape.Parallelen zum Siegmund einem ähnlich tragischen Helden sind hier zu erkennen Er passt zu dem intellektuellem Ansatz des Meisterregiseurs, der seine Stärken in den intimen Momenten weniger in den Massenszenen hat. Pavarotti ist ein Heissporn gibt man ihm eine Rolle dann legt er los, er sieht den Carlos als einen wahrhaftig körperlichen Mann, der seine Elisabeth wirklich sexuell liebt, er ist in der Zeffirelliinzenierung ein Mann aus Fleisch und Blut die hohen Cs singt er strahlend mit seinem gewohnt hellen Timbre, währen Kaufmann sie nur sehr kurz singt und seine Stimme auch hier sehr stark abdunkelt. Pavarotti gelingt ein Rollenportrait eines jungen Teenagers, während der Carlos bei Kaufmann ein gereifter mann ist, wer besser ist kann man nicht sagen, das wäre so als wenn man einen Chateau Petrus mit einem Chateau d' yquem vergleichen würde. Es darf wohl am Rande erwähnen, das Zeffirelli die Massenszenen besser gelingen als Stein, für den Laien, der zu ersten mal die Oper sieht ist zeffirellis Inzenierung mit Sicherheit leichter zugänglich als die Steininzenierung,

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.01.2014 17:23:15 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.01.2014 17:43:55 GMT+01:00
Peter Stein hat zu Anfang seiner Karriere erhebliche Widerstände zu überwinden gehabt. Wer es ausstattungsmäßig historisierend möchte, ist bei Zeffirelli besser aufgehoben. Gegen Zeffirellis Konzepte spricht nur die in späteren Jahren einsetzende opulente Ausstattungsoper, in der keinerlei schauspielerische Ebene mehr Platz griff, die Optik reine romantisierende Staffage ist. Persönlich sehe ich historisierende Konzepte, die heute besonders David McVicar auf die Bühne bringt, dies aber gekoppelt mit Charakter-Rollendurchdringung, fast am Liebsten, obwohl ich auch mit dem Interpretationstheater, oft als Regietheater bezeichnet, etwas anfangen kann. Es gibt miserable traditionelle Inszenierungen(Aida - Zeffirelli- Standtheater), wie desgleichen auch im "modernen" Bereich, oft aber auch eher Geschmacksache.
Insgesamt bietet Don Carlos aber den idealen Boden die gesellschaftspolitischen Aspekte noch mehr zu konkretisieren. Eines von den hervorragenden Librettti wie auch Othello. Leider hatte Verdi immer Probleme mit Librettisten. Boito als Librettist bei allen Opern wäre sicherlich das Beste gewesen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.01.2014 17:34:14 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.01.2014 17:38:31 GMT+01:00
Rein sängerisch vergleiche ich Kaufmann und Pavarotti nicht gern, zwei völlig verschiedene Timbre. Sehr gut auch der junge Carreras in der Rolle.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2014 15:51:53 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.02.2014 15:55:22 GMT+01:00
Letzten Endes ist es immer der Regisseur, der dem Tenor den Rollencharakter seiner Inszenierung vorgibt. Welche Timbre dies dann am Besten umsetzen, ist oft extrem subjektiv in der Bewertung des Einzelnen. Der gesamte sängerische Bereich ist mit einer Fan-Kultur gesegnet, die aber auch oft wenig an Fakten orientiert ist. Pavarotti war kein Schauspieler, kam auch aus einer Opernsänger-Generation, wo das noch nicht verlangt wurde. Die meißten wollen die Stimme, die sie innerlich berührt, hören. Dagegen ist nichts zu sagen. Den jeweils "richtigen" Sänger für die entsprechende Charakterdarstellung ist Illusion im Operngeschäft, unabhängig davon, dass da Meinungen wieder auseinandergehen. Kaufmann ist sicher ein gestaltender Sänger in schauspielerischer und sängerischer Hinsicht, dabei ist eine Timbreaffinität nicht zwingend, wenn man das sachlich betrachten kann, was aber oft nicht praktiziert wird.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.03.2014 18:17:41 GMT+01:00
Am Ende seines Lebens machte Wieland Wagner wieder grosse Kulissen (Dekorationen). In seine Gespräche mit Antoine Golea sagte er auch das das Publikum wieder grosse Dekorationen wünschte. Sein zweiter Ring (aus 1965) hat nur bei einigen Szenen grosse, offene Fläche. Z.b. der Walkürenfels. in Waküre III, Siegfried III und Götterdämmerung Vorspiel und in I die Waltrauteszene.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.03.2014 19:15:15 GMT+01:00
Die Art der Bühnendarstellung war schon immer und wird immer wechselnden, interpretatorischen Sichtweisen unterworfen sein. Viele künstlerische Bereiche bestimmen die Optik, die sich entwickelt. Die Künstler befruchten sich gegenseitig. Das war beim bürgerlichen Realismus des 19. Jahrhunderts so, beim Jugendstil, beim Art Deco etc...ständiger Wechsel, wenn auch nicht so gravierend, wie in den letzten 20 Jahren. Das Entscheidende aus meiner Sicht, die Sänger posieren nicht nur, sie müssen Charaktere gestalten und das auch schauspielerisch umsetzen.
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