Kundenrezension

117 von 135 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zwischen 10 und 0 Sternen, 9. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Home Again (Audio CD)
Ich hab es ja befürchtet. Heute kam die von mir mit Spannung erwartete Scheibe von Michael Kiwanuka raus. Dieser junge Mann könnte das Soul-Potential von Marvin Gaye (der 'Inner City Blues' schwebt durch 'Tell me a tale') oder Bill Withers haben. Feeling, Stimme und auch die Songs stimmen. Durch die Bank herzergreifende Lieder mit passenden Melodien.
Aber dann kommt eine Produktion, die einfach zu viel glattbügelt und platt macht. Vielleicht ist das kommerziell erfolgreicher, der Charme schwindet.
Das erste Stück, 'Tell me a tale', ist grandios. 'I'm getting ready' und 'Always waiting' wünsche ich mir schmutziger und eben nur Gitarre und Gesang, dann wären die beiden Songs klasse. Das letzte Stück, 'Worry walks beside me', ist die ersten zwei Minuten grandios, so wie ich mir Kiwanuka wünsche, dann setzt ein fürchterlicher Backgroundchor ein, der dieses Stück zum Glück nicht ganz kaputt machen kann.
Warum haben die Produzenten nur beim ersten und letzten Stück Mut bewiesen? Warum musste alles andere auf Mainstream gebügelt werden?
Ich kann mir Kiwanuka anhören, finde das Album auch nicht schlecht. Aber ich kann nicht dauerhaft schweben, weil Bläser und Streicher mich auf den Boden runterziehen.
Kiwanuka hätte mir den Soul zurück bringen können. Die gesamte CD ist der gleiche Mist, der uns in den letzten Jahren als Soul verkauft wurde und der meine Seele nicht berühren kann. Und damit eben kein Soul ist.

Fünf Sterne für den Sänger und sein Potential. Fünf Sterne für die Songs. Fünf Sterne, weil Kiwanuka wirklich eine Entdeckung ist.
Ein Stern weil das Ganze platt gemacht wurde. Ein Stern weil auch Soul Mut braucht und weniger oft mehr wäre.
Null Sterne weil ich sauer bin.
Drei Sterne weil ich mich ertappe diese CD trotzdem dreimal nacheinander gehört zu haben.
Und zehn Sterne für "Tell me a tale".
...
Ich lege mich mal auf drei Sterne fest.
Und empfehle trotzdem, unbedingt mal reinzuhören...
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Kommentare

Von 3 Kunden verfolgt

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1-10 von 11 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.03.2012 09:01:37 GMT+01:00
Gebe Ihnen in Bezug auf Ihre Rezension vollkommen recht. Mich hat auch nur das erste Stück "Tell me a Tale" als alter Soul-Fan und Verehrer des Motown- bzw. des etwas "dreckigeren" Stax-Sounds wirklich vom Hocker gehauen, gerade wegen der Produktion in allerbester "Old-School-Soul"-Manier. Habe dann in die weiteren Stück hineingehört und kann mich bis jetzt nicht entscheiden, die CD zu kaufen. Mal schauen, vielleicht muss sie reifen wie ein edler Tropfen Bordeaux.

Veröffentlicht am 09.03.2012 12:50:35 GMT+01:00
Marvin Jobs meint:
richtig gute und ehrliche rezension. finde ich vollkommen nachvollziehbar.

Veröffentlicht am 11.03.2012 18:09:34 GMT+01:00
observer meint:
Leider das Kreuz, das viele frische unverbrauchte und vor allem lohnenswerte Künstler tragen: Ziemlich nichtssagende und steril-antiseptische Produktion - das tut vor allem Musik wie dieser nicht gut. Rauh und kantig muss das klingen wie auf Withers ersten beiden Platten. Schade. Trotzdem eine vielversprechende Neuentdeckung mit einer unglaublichen Stimme...

Veröffentlicht am 18.03.2012 20:01:27 GMT+01:00
Black Sparrow meint:
yess!!

Veröffentlicht am 19.03.2012 13:01:31 GMT+01:00
D.R. meint:
Sehr gute Rezension. Danke. Es ist wie so oft. Die Labels Schielen nur auf die Charts und den Mainstream Erfolg. Die Atmosphäre, die Seele der Songs, wird völlig vergessen.

Veröffentlicht am 21.03.2012 00:16:32 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 21.03.2012 00:19:25 GMT+01:00
futuro2 meint:
Exzellente Kritik. Die besten Talente werden offensichtlich bereits mit ihrem Debut trocken gemolken. Was da mittlerweile unter Jazz oder Soul durchgeht ist in Wirklichkeit ein von vorne bis hinten durch-designtes Produktportolio inklusive feststehender Entwicklungsroadmap für die kommenden Jahre, aus dem sich die Künstler kaum mehr lösen können. Auch ob des ganzen Geldes , das auf sie niederprasselt. Diese Platte hier ist in Teilen derart perfekt inszeniert, dass sie sich selbst -"Gottseidank"- durch ihre Glattheit und Überperfektion als Fake demaskiert. Talent hin , Talent her was diesen Kiwanuka betrifft. Der Unterschied zwischen Marvin Gaye und solchen Typen besteht allein schon darin, dass sich dieser hier direkt einkaufen lässt und sich dem Produktionsschleim der Industrie -ohne eigenes Abwehrverhalten- hingibt.. Insofern ist es dann doch nicht so weit her mit dem Talent. Die Platte ist durch und durch ein Imitat.

Veröffentlicht am 21.03.2012 10:14:44 GMT+01:00
Perk&Bustle meint:
...vielleicht schon längst bekannt, aber bevor's untergeht empfehle ich an dieser Stelle Sharon Jones & The Dap Kings. Unbedingt reinhören, Soul at its best!!!

Veröffentlicht am 03.04.2012 20:16:55 GMT+02:00
Ich finde den Kommentar nur bedingt berechtigt. Was Michael Kiwanuka hier auf seinem Debut (!) abgeliefert hat, ist für das Jahr 2012 mehr als respektabel. Ich finde es ist eine universelle Platte geworden, die sicher nicht nur den Geschmack von Hörern trifft, die Soul "schmutziger" wollen. Für diejenigen, die die Produktion zu sauber finden, bleiben eine grandiose Stimme und virtuoses Songwriting. Natürlich soll sich das Ding auch verkaufen und ich bin auch der Meinung, dass man eine Platte für das Schielen auf mehr verkaufter CDs kaputt machen kann und es in den letzten Jahren zu viele schlechte Trittbrettfahrer Richtung Soul gegeben hat. Hier finde ich das Ganze im Gleichklang und wunderbar umgesetzt. Und wo "Inner City Blues" in der Rezension zitiert wird, was angesichts der Größe von Marvin Gaye etwas ungerecht ist: What's going on" ist bestimmt ein glatt und sauber produziertes Album (wobei es Marvin Gaye dabei eher auf die Botschaft ankam?). Seien wir froh, dass es im Allerweltsbrei der Pop Musik diese Platte gibt.

Veröffentlicht am 05.04.2012 00:37:25 GMT+02:00
Kunde meint:
Vorweg: ich kenne die CD nur auszugsweise. Ich bin auch kein eingeschworener Soulfan - ich mag einfach nur gute Musik. Die "Bauchschmerzen", die ich habe wenn ich Streicher und Bläser höre sind die, dass ich den Anfangsverdacht hege, dass sie aus dem Computer kommen. Das ist die Hauptkrankheit unserer Zeit - Musik wird mit Sound verwechselt.
Ich habe Michael Kiwanuka live mit zwei Songs bei Harald Schmidt gesehen und hatte ein absolut tolles Gefühl. Die Wärme und Instrumentierung war durchaus toll, aber irgendwie (vielleicht deshalb) auch im Stil der 70er Jahre. Mit Musikalität und Wärme verdient man allerdings heute kein Geld mehr. Deshalb werden wir immer wieder erleben, dass gute Musik auf Mainstream "downgraded" wird, weil nicht die Musiker entscheiden, sondern Marketingabteilungen.
Meiner Meinung nach ist Michael Kiwanuka ein Hoffnungsträger und ich wünsche ihm, dass er eines Tages groß genug wird, sich gegen Marketingabteilungen durchzusetzen.

Veröffentlicht am 23.04.2012 14:23:49 GMT+02:00
JuDo meint:
Hallo,
hab gestern Kiwanuka live in München erlebt und erst jetzt kann ich Ihre Rezension nachvollziehen und stimme Ihnen zu 100% zu, leider;-) Auf das gestrige Konzert habe ich mich seit Monaten gefreut, weil ich ein großer Fan von der CD, der Musik und Michael selbst bin. Meine Erwartungen an den Auftritt wurden mehr als übertroffen. Ein Künstler, der seines gleichen sucht. Ein grandioser Auftritt, eine ganz tolle Band und eine einmalige Stimmung! Jetzt höre ich mir die CD an und bin echt traurig, denn sie ist so dermaßen "glatt gebügelt"! Eine tolle Rezension und ... so wahr, so wahr! Jetzt bleibt es mir nur auf eine Live-CD zu warten;-)
Grüße!
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