Kundenrezension

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nach langem Kampf doch überdurchschnittlich, 9. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Down IV Part 2 (Audio CD)
Ich muss zugeben, wenn es eine Band gibt, bei der ich Fanboy-Verhalten an den Tag lege, dann bei Down. Selbstverständlich gibt es Fans, die der Band auf Tour hinterherreisen und was pubertierende Mädels im Boygroup-Wahn so alles gemacht haben - da bin ich sicher weit von entfernt. Aber, immerhin, habe ich mir eine Festivalkarte gekauft, obwohl ich nur Down sehen wollte. Bin zu einem Gig ins Ausland gefahren (naja, Luxembourg, hehe) und habe einige Alben auf CD UND Vinyl. Und seit heute auch noch auf Kauf-mp3, da die CD heute nicht mit der Post kam und AutoRip noch nicht läuft, habe ich mir aus Neugierde noch die Files gekauft. Crazy, wa? Naja, überhaupt nicht. Aber da ich als Metaller im 25. Berufsjahr lediglich 2 Shirts (natürlich von Down) besitze, ist das für meine Verhältnisse schon recht waghalsig.

Warum die Vorrede? So geil ich diese Band finde, so sehr ich auch beim x-ten Mal hören ihrer Musik Gänsehaut bekomme, muss ich, alleine um meiner Ethik als Kritiker zu entsprechen sagen, dies ist per heute die schwächste Veröffentlichung der Band. Insgesamt.

Viele haben schon über II - A Bustle in your Hedgerow gemeckert, vor allem weil es nicht wie NOLA ist. III - Over The Under hat noch mehr Kritik bekommen, v.a. weil es immer noch nicht wie NOLA ist. Down IV Part 1 - well, guess what.

Ohne näher darauf einzugehen, ich finde jede bisherige VÖ der Band schlicht genial - jede auf ihre Weise. Über die instrumentalen und vor allem atmosphärischen Qualitäten von Phil Anselmo, Pepper Keenan und Jimmy Bower muss ich an dieser Stelle nicht tiefer eingehen. Die Mischung aus Old School (Doom) Metal (Sabbath, Vitus, Pentagram, Witchfinder General, Trouble), Blues und einer geballten Ladung Dreck ist nach wie vor für mich unerreicht und gnadenlos anziehend.

Mit enormer Leichtigkeit werden hier wuchtige Riffs, bluesige Leads und Phils monströser Stimme verbunden, da kommt einfach niemand ran. So würde ein Zakk Wylde bestimmt auch gerne klingen. ;-)

Die Platte eröffnet mit Steeple, kurz auf der HiHat angezählt steigt die Band unterstüzt von einem Brunftschrei von Phil in das Album ein und liefert gleich ein Riffmonster ab, das auch Live endlich das gut abgehangene Eyes of the South ablösen könnte.

Danach kommt We Knew Him Well, das seit einigen Wochen als Stream zu hören war. Ich war anfangs leicht enttäuscht, habe mir gesagt, warte auf das Album, höre es im Kontext, aber der Song ist bestenfalls ok. Und er ist relativ einprägsam, was ihn leider zu einem der besseren Songs auf dem Album macht.

Bei Hogshead / Dogshead: Fragezeichen. Sorry, leider völlig beliebige Aneinanderreihung von Riffs.

Mit Conjure kommt jedoch der absolute Höhepunkt dieser EP: alleine das Eröffnungsriff mit BlackVitusTrouble Vibes haut mich echt um. Wenn der Gesang über dem Strophenriff einsetzt, denkt man für einige Sekunden, man höre gerade einen verschollenen Track von den Master of Reality Sessions. Wahnsinn.

Sufferer's Years. Punkt. Nothing.

Bacchanalia schließt die EP dann doch wieder relativ versöhnlich ab. Der Song ist relativ lang und komplex aufgebaut und ist meiner Einschätzung ein Titel, der noch richtig wachsen kann. Vor allem das ruhige, teils akustische Ende, das wohl einen Hinweis auf die Ausrichtung des Part 3 geben soll, ist sehr gelungen. Learn From This Mistake trifft auf Zeppelin und Purple. Wenn die dritte EP wirklich in diesem Stil sein sollte, bin ich wirklich sehr positiv gespannt.

Ich kann nachvollziehen, dass das EP Konzept für die Band vorteilhaft ist, da damit längere Schreibprozesse und Studioaufenthalte entfallen und sie das in einer Tourpause mal eben "nebenbei" rausquetschen. Wie gut und professionell die Jungs sind erkennt man daran, dass die Qualität bei dieser Arbeitsweise immer noch sehr gut ist, aber doch bei dieser zweiten EP Schwächen offenbart werden.

Natürlich bin ich froh, das zwischen Part 1 und 2 die kürzeste Zeitspanne liegt, die jemals zwischen zwei Down VÖs lag - nicht einmal 2 Jahre. Auf der anderen Seite muss ich aber leicht kritisch anmerken: vielleicht ist es aber auch gut (besser?) sich einmal für längere Zeit zurückzuziehen und intensiver an den Stücken zu arbeiten.

Den Wechsel an der Gitarre (Bobby Landgraf kam für Kirk Windstein, der sich intensiver mit Crowbar beschäftigen wollte) mache ich übrigens ganz ausdrücklich nicht für diese Entwicklung verantwortlich.

Insgesamt sind die Kritikpunkte auf sehr hohem Niveau, aber ich will es natürlich nicht unerwähnt lassen. Wie immer halte ich es für möglich, dass das Album noch deutlich mehr wächst. An dem Anselmo Solo-Album habe ich mir monatelang die Zähne ausgebissen und finde es mittlerweile ziemlich gelungen. Ein letztes Wort zu Phil: ich weiss nicht was er macht (bzw. doch: saufen, rauchen und ohne Atemtechnik schreien), aber seine Stimme klingt von Album zu Album immer kaputter und fertiger. War es auf Part 1 schon auffällig, so hat die Soloscheibe nebst Touring hörbare Schäden hinterlassen.

EDIT 21.05.2014 - Nach weiteren Runden habe ich mich mit dem Album doch etwas mehr anfreunden können. Steeple und Conjure haben sich klar als die Hits etabliert, We Knew Him Well macht sich als Groover im Gesamtkontext recht gut, Dogshead/Hogshead ist sagen wir tolerierbar aber nicht sonderlich gut. Sufferer'S Years hat die größe positive Entwicklung gemacht. Der Song hat sehr viel klassische Metal / NWOBHM Einflüsse, v.a. Witchfinder General, was mir erst so richtig aufgefallen ist, als ich die beiden Alben neulich gehört habe. Insgesamt ok / gut.

EDIT 06.06.2014 - Nachdem ich dem Album erstmal eine Auszeit gegönnt habe und mal stilistisch was komplett anderes gehört hatte (v.a. Death Metal / Deathcore), war eine neuerliche Runde (auf Vinyl) geradezu befreiend, wie nach Hause kommen. Das Album bzw. EP hat sich insgesamt sehr stark entwickelt. Die Hits haben sich auch also solche (ohne größere Abnutzungserscheinungen) etabliert, die Problemkinder wurden gefördert und v.a. das spacige Ende von Bacchanalia ist dermaßen geil, dass ich im 5 Punkte System nicht umehrkomme, die 5 zu geben, aber dennoch - um den Abstand zu etwa II - Bustle oder der EP Part 1 zu wahren 9/10.
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Kommentare


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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 09.05.2014 19:48:45 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.05.2014 19:53:53 GMT+02:00
Wizzo meint:
sehr, sehr gute Rezension, Chapeau! Ich bin ebenfalls Alt-Metaller, besitze 2 Down Shirts und höre vorzugsweise Doom/Sludge, Progressive, MeloDeath und Power - je nach Verfassung :-) Nur - Down steht immer auf dem Spielplan und repräsentiert für mich den unerreichten Kern des Metall. Bin Deiner Meinung, es ist noch Luft nach oben. Bobby Landgraf ist herausragend und man hätte ihn mehr von der Leine lassen sollen. Darum meine einzige Kritik - das kongeniale Zusammenspiel von Pepper und Kirk (herausragend Pillars of Eternity) vermisse ich auf der IV, Pt. 2, aber egal, es kommen ja noch 2. Ich habe Bobby Landgraf mit Honky gesehen - sensationell! "Steeple" ist für mich schon jetzt "Black Sabbath" 2014 ...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.05.2014 21:55:10 GMT+02:00
muffy666 meint:
Vielen Dank! Ich habe mir als die News mit Kirk kam, schon ein paar Honky Videos angeschaut. Der Mensch kann definitiv spielen. Ggf. können sie jetzt auch etwas filigranere Sachen auf der Gitarre bringen, sozusagen Richie Blackmore und Jimmy Page in einer Band. :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.05.2014 22:03:22 GMT+02:00
Wizzo meint:
lol :-) ja das mein ich, Pepper hält Bobby noch zu sehr an der kurzen Leine ... egal - warten wir es ab - Down ist eine tolle Band - und das zählt!!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.05.2014 22:47:17 GMT+02:00
muffy666 meint:
Yes! Ich spekuliere auch darauf, dass sich Bobby noch etwas mehr entfalten kann. Vielleicht kommt die nächste EP jetzt etwas schneller, wo das EHG Album "durch" ist und Kirk 100% Crowbar macht. BTW: Auf die Alben freue ich mich auch sehr. Überleg mal: nicht nur in dem gleichen Jahr, nicht nur in dem gleichen MONAT, sondern innerhalb von 2 Wochen kommt ein Down, Crowbar und ein EHG Album raus! Da muss ick erstmal den Schlüpper trockenlegen gehen. :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.05.2014 10:44:00 GMT+02:00
Wizzo meint:
Übrigens . hier noch ein Plattentipp ... "Pet the Preacher - The Cave & The Sunlight (Limited First Edition)"

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.05.2014 11:09:28 GMT+02:00
muffy666 meint:
Hey, danke. Ich habs mir endlich mal in Ruhe angehört. Sehr interessant.

Nachdem ich die neue Crowbar ein paar mal im (legalen!) Stream gehört habe, muss ich meine Ansicht revidieren, dass das Fehlen von Kirk keinen Einfluss auf den Sound hatte. Es fehlt genau dieser Tritt in den Hintern, den Kirk abliefert. Nach 4 Runden 10/10 für Symmetry in Black.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.06.2014 08:27:32 GMT+02:00
kwichybo meint:
Herrliche Rezi. Aber die geilste Aussage ist ganz klar dein EDIT vom 06.06.2014. Weißt du warum?
Wenn ich mehrere Tage lang nur Deathcore (bröah!) hören würde, dann wäre selbst das neue Album von HELENE FISCHER "geradezu befreiend, wie nach Hause kommen". ;-)
Früher fand ich Deathcore mal ganz witzig - mittlerweile nur noch ätzend. Auch wenn es da gewiss einige wenige Ausnahmen gibt......

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.06.2014 18:03:20 GMT+02:00
muffy666 meint:
Haha, Danke. Ich glaube ich muss das Ding mal etwas kürzen. :-)

Zum Thema Deathcore. Ich tue mich teilweise etwas schwer, die neuen Bands zu bezeichnen. Also was ich mag ist Black Dalian Murder, Aborted, neue Carnifex, Misery Index, Whitechapel (die ganz Neue fand ich aber enttäuschend) und die neueste Cattle Decapitation. Ist als Kontrastprogramm mal nice, dann muss aber zum Ausgleich ne Runde Bolt Thrower oder Asphyx ran. 😀
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Ort: Frankfurt / M.

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