Kundenrezension

65 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselndes Weltraumepos, 15. März 2010
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kinder der Ewigkeit: Roman (Taschenbuch)
Deutsche SF ist selten. Gute deutsche SF ist noch viel seltener.
Nach den Kantaki entführt uns Andreas Brandhorst mit 'Kinder der Ewigkeit' in sein neues Universum, das in puncto Komplexität und Ideenreichtum den Entwürfen seiner internationalen Kollegen in Nichts nachsteht. Wie immer überzeugt Brandhorst mit flüssigen Erzählstil und bilderreicher Sprache.
Exotische Planeten und Schauplätze, bizarre Lebensformen, ausgestorbene Völker und ihre Geheimnisse und Hinterlassenschaften erwarten den interessierten Leser und versetzen ihn in ein Panoptikum epischer Breite. Besonders wohltuend ist für mich der Umstand, dass nicht ' wie in vielen Weltraumepen ' die waffenstarrenden Flotten irgendwelcher aufgeblasener Imperien in verlustreichen Materialschlachten zum x-ten Mal aufeinandertreffen. Dennoch ist die Handlung von Anfang an fesselnd und aktionsreich und die Spannung steigert sich erwartungsgemäß zum Ende hin kontinuierlich. Wie in einen Thriller entpuppt sich das Geschehen als eine Verschwörung, die sich als Konflikt zwischen unsterblicher organischer Intelligenz und Machtstreben auf der einen Seite und künstlich-elektronischer Intelligenz auf der anderen Seite beschreiben lässt. Welcher der beiden Seiten die Sympathien des Lesers gehören, muss dieser selber entscheiden. Gut gefiel mir ebenfalls, dass sich die Hauptpersonen nicht ohne weiteres in ein Gut-Böse-Schema einordnen lassen: An erster Stelle ist da Esebian, im Prinzip ein Serienmörder, der durch Auftragsmorde die 'Meriten' für die eigene Unsterblichkeit erwerben will. Leandra ist eine stark psibegabte, ehemals internierte Psychopathin, auf deren Konto wohl auch einige Tote gehen und die bis zum Schluss suspekt bleibt. Auf den ersten Blick am sympathischsten wirkt Akir Thalon, der sich unter Selbstaufgabe persönlicher Bedürfnisse dem Gemeinwohl und Regeln der bestehenden Gesellschaftsordnung unterordnet. Aber ist er bei näherer Betrachtung nicht auch nur ein Bürokrat, für den Regeln Selbstzweck sind? Ganz zu schweigen von den selbstherrlichen Unsterblichen, die für mich dennoch immer irgendwie im Hintergrund bleiben. Eigentlich sind es die Sterblichen, die mir als die eigentlichen Haupthandlungsträger erscheinen.

Natürlich ist Lesergeschmack eine subjektive Angelegenheit. Ich jedenfalls gebe für dieses Buch eine absolute Leseempfehlung und hoffe, dass der Autor in seinen nächsten Werken wieder in dieses Universum zurückkehrt, dass noch viele Fragen offenhält.
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.03.2010 19:16:15 GMT+01:00
Kein Kommentar sondern eine Frage. Ich überlege mir das Buch zu kaufen, mich hat an früheren VÖs von Brandhorst aber immer ein wenig gestört, dass der technologische Hintergrund gegenüber der Handlung sehr knapp ist und sich eher im Bereich der Phantastik (Psi-Kräfte etc.) als Science Fiction bewegt. Ist das bei Kinder der Ewigkeit auch der Fall?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.04.2010 17:22:33 GMT+02:00
Atlan_4 meint:
Hallo Friedensfürst,
möchte Ihre Frage von meinem persönlichen Standpunkt aus beantworten:
a) Knappheit des technologischen Hintergrunds gegenüber der Handlung:
Doch, ich finde das ist so. Eindeutig im Vordergrund stehen die Charaktere, ihre Entwicklung und Beweggründe sowie die Handlung und die Beschreibung der Schauplätze. Brandhorst setzt zwar eine überaus komplexe, enorm fortgeschrittene Technik voraus, deren Möglichkeiten auch beschrieben werden, nicht abe die pseudo-technisch-physikalische Funktionsweise. Das war auch bei den Kantaki nicht sein Ding. Ich würd KdE keinesfalls als "Hard-Technik-SF" bezeichnen, was mir persönlich allerdings sehr entgegenkommt.
b) Technik eher im Bereich der Phantastik?
Tja, wo beginnt und wo endet die Phantastik? Psi-Kräfte spielen durchaus eine wichtige Rolle, siehe Leandra. Aber Psi-Kräfte sind auch ein typisches Sujet der SF. Ein weiteres Beispiel aus KdE: Die Wurmlöcher entstehen dadurch, dass sich die Weber, spinnenähnliche Lebe(?)wesen in Raum und Zeit hineinfressen. Manchem "Hard-SF-Technik-Freak" ist das bereits zuviel, dennoch bin ich der Meinung, KDE ist kein ausgesprochener Science-Fantasy Roman. Es geschehen keine Dinge, für die sich keine pseudo-naturwissenschaftliche Erklärung finden ließe, falls man diese wollte.
Sicher ist meine Einschätzung von KdE persönlich eingefärbt, da mir Brandhorsts Schreibe sehr zusagt, ich hoffe aber trotzdem, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte
Gruß Atlan_4

Veröffentlicht am 17.04.2010 19:14:35 GMT+02:00
Danke für die Info Atlan_4. Ich werde dem Buch wohl eine Chance geben. Mit ihrer Einschätzung bezüglich Wissenschaftsphantastik haben sie natürlich recht. Eine echte Abgrenzung ist da etwas sinnlos. Ich bin halt ein alter Hard-SF Fan.
Vielen Dank und viele Grüsse
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