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Kundenrezension

105 von 118 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen (Kein) Täglich Brot, 31. Mai 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Paleo - Steinzeit Diät: ohne Hunger abnehmen, fit und schlank werden - Power for Life. 115 Rezepte aus der modernen Steinzeitküche mit Fleisch, Fisch & Gemüse. Glutenfrei & laktosefrei. (Gebundene Ausgabe)
Nico Richters im Christian Verlag neu erschienenes Werk „Paleo – Power for Life“ ist das erste deutschsprachige Buch zum Thema Steinzeiternährung und der Lebensweise unserer Vorfahren. Bereits in den 80-er-Jahren hat der Ernährungswissenschaftler Boyd Eaton diese Ernährungsweise in den USA bekannt gemacht und in den letzten Jahren hat die Paleo-Ernährung besonders in Hollywood einen regelrechten Boom in Kontrast zum Veganismus erlebt.

Das Buch verspricht wie so viele Ernährungsbücher den Heiligen Gral: Man strotze nur so vor Gesundheit, Vitalität und habe obendrein noch reinere Haut. Der geschmackvolle Einband, die ästhetischen und ruhigen Bilder sowie der sympathisch lächelnde und gutaussehende Nico Richter, sprechen den Leser sofort an. Richter erklärt die überaus komplexe Ernährungsform so, dass es für den Paleo-Laien leicht verständlich und flüssig zu lesen ist und die 115 abwechslungsreichen Rezepte am Schluss tun ihr übriges, damit das Buch dann auch an einem Nachmittag ausgelesen ist.

Die Aufteilung des Buches ist gut strukturiert: Zuerst erklärt Richter dem Leser, warum die Steinzeiternährung die artgerechte Ernährung für den Menschen ist. Schließlich habe sich der Mensch genetisch in den letzten 100.000 Jahren kaum verändert und sei immer noch an die Ernährung unserer Vorfahren, der Jäger und Sammler, angepasst. Der Beginn des Ackerbaus vor 10.000 Jahren und die Industrielle Revolution vor 200 Jahren sowie deren Produkte wie Weizen, Zucker, Süßstoffe und Fast-Food überlasten, dem Autor zufolge, den menschlichen Körper. Die Folgen: Massive Übergewichtsepidemie, Krebs, Alzheimer und weitere Volkskrankheiten, die in den Industrienationen grassieren. Der Ausweg: Zurück zu unseren Wurzeln und einer leichteren Ernährung, bestehend aus viel Eiweiß wie Fleisch, Fisch, Eier, Gemüse, Obst und Nüssen. Auch gute Fette dürfen nicht fehlen und sollten vermehrt aus Kokosöl, Olivenöl und Avocados zugeführt werden. Das Kapitel ist einerseits zwar eine verständliche Einführung, doch andererseits kratzt es zu sehr an der Oberfläche. Für einen Skeptiker würde Richters Theorie nicht ausreichen, schließlich fehlen wissenschaftliche Belege wie Querverweise zu Studien oder Arbeiten von amerikanischen Paleo-Koryphäen. Doch darum geht es dem Autor ja auch nicht: Er möchte diese Ernährungsform einem breiten deutschen Publikum zugänglich machen und medienwirksam vermarkten.

Besonders gefällt das zweite Kapitel. Darin dreht es sich um die Herausforderung, 30 Tage lang nur Paleo zu essen und auf Milchprodukte, Getreide, Bohnen und mehrfach gesättigte Pflanzenöle strikt zu verzichten. Selbst kochen ist dabei natürlich ein Muss. In diesen 30 Tagen soll nämlich eine Entgiftung des Körpers stattfinden, in denen sich, dem Autor zufolge, viele seiner Leser gesünder und wacher fühlen und sie mehr Energie verspüren. Doch keine Angst, es wird keine vollständige Abstinenz von allen Kuchen und Brezen dieser Welt erwartet! Nach der Verzichtsphase dürfen einige Nahrungsmittel, wie Milchprodukte, wieder in die Ernährung eingeführt werden, wenn sie vertragen und andere als seltene Mogelmahlzeit gegessen werden. Schließlich ist Paleo auch keine x-beliebige Diät mit zahlreichen Verboten, sonderen eine gesunde und genussvolle Ernährungs- und Lebensform. Um die Umstellung zu erleichtern, gibt der Autor zudem viele nützliche Tipps für den Alltag mit, sei es für das richtige Einkaufen und Konservieren der Zutaten, die Küchenausrüstung oder ein detaillierter Mahlzeitenplan für zwei Wochen. Die darauffolgenden Lifestyle-Tipps kennt man jedoch schon leider zu genüge, sind aber nun mal ein fester Bestandteil eines jeden Ernährungsbuches: Erstens viel Wasser trinken, zweitens viel schlafen und drittens viel Bewegung.

Die Rezepte am Schluss machen richtig Spaß, durchzublättern: Die Bilder der fertigen Mahlzeiten sind so liebevoll und bis ins Detail inszeniert, dass einem schon allein beim Betrachten das Wasser im Mund zusammenläuft. Im ersten Moment muten einige Rezepte zwar etwas exotisch und kompliziert zum Kochen an, schließlich fehlen plötzlich die heißgeliebten und schnell gemachten Nudeln, Müslis oder belegten Semmeln vom Bäcker nebenan. Doch wer sich einmal an Schoko-Chili con Carne oder Apfel-Kokosnussmilch-Pudding gewagt hat, wird kleinlaut zugeben müssen, dass es erstaunlich gut schmeckt und Sättigungsbeilagen wie Brot oder Milchprodukte nicht notwendig sind, um gesund und lecker zu kochen – und das ein Leben lang.
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1-8 von 8 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.10.2014 17:27:57 GMT+02:00
Lesefrosch meint:
Sie schreiben: '„Paleo - Power for Life" ist das erste deutschsprachige Buch zum Thema Steinzeiternährung und der Lebensweise unserer Vorfahren.'
Wie kommen Sie darauf?? Das Buch ist 2014 erschienen, es gibt einige früher erschienene Bücher zum Thema Paläö-Ernährung! Vielleicht ist es das erste KOCHbuch zum Thema, das kann sein, da kenne ich mich nicht so aus, aber die Studien von Loren Cordain beispielsweise sind viel früher erschienen und liefern wissenschaftliche Erklärungen und Hintergründe zur paläolithischen Ernährung -was man von Nico Richters Buch nicht gerade behaupten kann, wie Sie ja auch festgestellt haben. Aber es ist ja eben "nur" ein Kochbuch, und deswegen finde ich die oberflächliche Einführung ganz o.k.

Veröffentlicht am 13.04.2015 13:54:08 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.04.2015 15:51:01 GMT+02:00
Zitat:
Die Aufteilung des Buches ist gut strukturiert: Zuerst erklärt Richter dem Leser, warum die Steinzeiternährung die artgerechte Ernährung für den Menschen ist. Schließlich habe sich der Mensch genetisch in den letzten 100.000 Jahren kaum verändert und sei immer noch an die Ernährung unserer Vorfahren, der Jäger und Sammler, angepasst. Der Beginn des Ackerbaus vor 10.000 Jahren und die Industrielle Revolution vor 200 Jahren sowie deren Produkte wie Weizen, Zucker, Süßstoffe und Fast-Food überlasten, dem Autor zufolge, den menschlichen Körper.

Leider ist das ein Fehler der Paleo-Diät. Die Annahme, daß diese Ernährung OPTIMAL bzw. ARTGERECHT für den Menschen war und auch heute noch ist. Die Menschen haben damals nur so gegessen, weil sie keine andere Wahl hatten. Die Natur liefert nur das Nötigste zum ÜBERleben, und das war es auch für die Steinzeitmenschen: ÜBERleben. Erst mit dem Ackerbau, steigerte sich die Lebenserwartungen der Menschen damals.
Zudem hatten die ersten Ackerbauern keinen Zucker (und daher auch keinen solchen Missbrauch wie er heute üblich ist) und auch der Urweizen war damals anders (heutzutage benutzen wir den gen. manipulierten Zwergweizen, welcher viel Gluten enthält).
Und man sieht ja, daß die Lactose(Milchzucker)toleranz in Europa viel höher ist als in Asien. Das ist so, weil unsere Vorfahren früher mit dem Milchkonsum angefangen haben und sich unsere Verdauung somit ANGEPASST hat (laut dem Paläo-Diät Konzept wäre das nicht möglich gewesen). Allerdings ist die heutige Milch (H-Milch, pasteurisiert, entfettet, etc) längst nicht die Milch, welche unsere Vorfahren von gesunden (unsere Nutztiere sind krank!) Kühen/Ziegen/Schafen/Pferden/Lamas/etc. getrunken haben.

Aber immerhin liegt der Schwerpunkt der Paläo-Diät auf dem Gemüse (und Obst), soweit meine gesammelten Informationen richtig sind. Deshalb ist sie auf jedenfall empfehlenswerter als der heutige süße,fettige, stark zucker-und salzhaltige Fast Food Frass (dazu gehören Pizzen, Pommes, Burger, Konditorei-Backwerk, Knabberzeug aber auch die Schweinshaxn und fettigen Soßen ... das alles ist für viele Menschen normale "Nahrung").
Aber es ist eben nicht DIE ideale menschliche Ernährung, sondern nur eine von vielen guten Möglichkeiten.
Jede Ernährungsweise, welche auf pflanzlicher Nahrung basiert (!) ist eine gute Ernährung. Dazu gehört AUCH (aber nicht ausschliesslich ) die Paläo-Ernährungsweise. Ich persönlich finde jedoch, bei dieser versagt man sich - völlig unnötig - gesunde Nahrungsmittel (wie Getreide und Hülsenfrüchte, sowie Milch ... alles in möglichst naturbelassenem und wenig verarbeitetem Zustand).
Um eine Beispiel-Anekdote zu nennen, warum Getreide keinesfalls schädlich sein muß: Die Magenschmerzen und Antriebslosigkeit meiner Mutter fielen weg, sobald sie den Morgencroissant mit Marmelade/Nutella bzw. das Kuchenstück sowie den Kaffee als Frühstück weggelassen hat und stattdessen durch Müsli (mit Haferflocken, Hirse, Leinsamen und Trockenfrüchten) und purem Fruchtsaft (ohne Zuckerzusatz) ersetzte.
A`propos: Getreide entstand durch Kultivierung von Pflanzengräsern. Somit ist es trotz allen Unkenrufen im Prinzip was Natürliches. Hängt nur von der Bearbeitung ab, welche Wirkung es auf Menschen hat. Weißmehl z.B. wird aus diesem heutigen Zwergweizen gemacht und dazu noch durch den Bearbeitungsvorgang fast aller Nährstoffe beraubt. Übrig bleibt nur ein ungesunder Dickmacher voller leerer Kalorien. Glücklicherweise gibt es in Reformhäusern immer noch Mehl bzw. Flocken aus Urweizen. Die Bezeichnung sind "Einkorn" (nicht Einhorn ^^) und "Emmer".
Guten (und gesunden) Appetit!

Veröffentlicht am 28.04.2015 14:15:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 28.04.2015 15:47:41 GMT+02:00
K. Schneider meint:
Bei aller Euphorie: schon an dem Titel dieses Buchs ist erkennbar, dass da etwas an der ganzen Masche nicht stimmen kann. Abnehmen mit Paläo? im Paläolithikum hatte der Mensch ganz andere Sorgen als Abnehmen.

Und: wieso geht es wieder einmal, und ausschließlich, ums Essen und Trinken? Wo bleiben die Paläo-Klamotten, die Paläo-Schuhe? Wo die Paläo-Medizin, die Paläo-Architektur unserer Behausungen, die Paläo-Pädagogik für die Kinderchen - schließlich stellt sich bei all diesen Sachen doch auch die Frage, ob wir an solche Dinge evolutionsbiologisch angepasst sind. Oder? Die Antwort kann man sich denken, sie hat etwas mit der Frage zu tun, ob der Sinn des Lebens im Gesundsein besteht oder umgekehrt und was uns der Genuss als Wert bedeutet. Ich schweife ab. Übrigens: das Argument mit den Zivilisationskrankheiten ist keines. Ihre Zunahme beruht nachvollziehbar darauf, dass man in früheren Zeitaltern starb, bevor sie sich entwickeln konnten. Die wenigen, die älter als 40 oder 45 Jahre alt wurden, litten in schöner Regelmäßigkeit an Gicht, Rachitis, Anämien, Urämien durch Harnsteine etc. pp., von allerlei Parasiten ganz abgesehen: die Trichinose war die Zivilisationskrankheit der vermeintlich guten alten Zeit. Und wer wissen möchte, wie sich Krebserkrankungen wirklich ausgebreitet haben, der halte einmal die Krebssterblichkeitszahlen neben die Altersstatistik und erlebe ein blaues Wunder: nur in der aller-ältesten Kohorte wird das zum Sterblichkeitsfaktor Nummer 1. In den Altersklassen bis 45 ist er uninteressant, und er hat seit Jahrzehnten sogar stetig abgenommen. Wesentlich älter werden wir im Durchschnitt erst, seit wir uns die vermeintliche Schlechtkost einverleiben. Aber wer würde im Ernst auf ein Drittel bis eine Hälfte der Lebenserwartung verzichten wollen, um nicht mit über 80 Jahren an Krebs zu sterben?

Ohne mich!

Bei dem ganzen Ursprünglichkeitsgedöns frage ich mich, ob eine/r der LaudatorInnen ernsthaft in allen diesen Belangen auf den Stand auch nur vor 200 Jahren zurückgeworfen werden wollen. Geschweige denn ins Paläolithikum. Das, was unter dem Paläo-Siegel angeboten wird, ist eine Mogelpackung, ein Instant-Aufguss, ein Convenience-Kult: kein einziges Rezept beruht auf Zutaten, die so im Paläolithikum verfügbar waren - und, was noch wichtiger ist: ebenso umgekehrt. Lebensverhältnisse von vor zwei Millionen Jahren sind nicht reproduzierbar. Selbst wer barfuß, in Fetzen und Felle gehüllt, in einem Erdloch haust, wird notwendig Produkte verzehren müssen, die mit denen der Steinzeit nichts mehr zu tun haben. Und noch eines: mit der Paläo-Welle wäre kein roter Heller zu verdienen, wenn es statt Ananas nur die gallebitteren Holzäpfel zu kauen gäbe, aus denen im Laufe vieler Jahrtausende ein Cox Orange herausgezüchtet wurde.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.04.2015 16:42:27 GMT+02:00
Lesefrosch meint:
Ihre Rezension ist leicht zynisch, wenngleich Sie sicherlich eine erfrischend nüchterne Sichtweise an den Tag legen. Es geht allerdings überhaupt nicht bei Paleo um die Reproduktion früherer Lebensverhältnisse, auch nicht darum, das Gesundsein als Religionsersatz und Sinn zu nehmen. Wenn Sie sich ausreichend mit der Primärliteratur beschäftigt haben, wissen Sie, dass es auch nicht um den Verzicht auf Genuss geht und das umfassende Konzept Paleo sehr wohl sehr viel mehr bietet als Essen und Trinken.
Hier gehen Sie also in einigen Punkten von falschen Sichtweisen aus und gründen auf diesen Ihre Argumentation. Auch dass die heutigen Lebensmittel nicht mehr in der Form verfügbar sind wie früher, ist allen Paleo-Kennern völlig klar und wird in der Literatur immer wieder beschrieben. Paleo kann also nur als eine Annäherung an eine Lebensweise verstanden sein, die unserer Art und unseren Bedürfnissen nahe bzw. immer noch am nächsten (verglichen mit anderen Konzepten) kommt.
Dies hat auch nichts mit Verzicht auf moderne Medizin zu tun. Dass wir älter werden, seit wir uns mit der Schlechtkost ernähren, wie Sie schreiben, stimmt, Sie sollten jedoch Korrelationen nicht mit Kausalitäten verwechseln. Hier ist eine genauere Betrachtung sicherlich angezeigt in Richtung Sesshaftigkeit, Schutz in der Großfamilie bei festen Behausungen, herausgebildete Hierarchien, Lebensmittelbeschaffung seit der Agrarrevolution usw.
Und um Ihre erste Frage zu beantworten: "Abnehmen mit Paleo?" -Ja, auch wenn das weder vor etlichen Jahren noch heute die Intension ist, so ist es trotzdem die Folge, wenn man sich verabschiedet von der typisch westlichen kohlenhydratreichen Nahrung.
Und um Ihre zweite Frage auch noch zu beantworten: "Warum geht es wieder einmal und ausschließlich ums Essen und Trinken?" - Na, weil Sie ein KOCHbuch vorliegen haben!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.04.2015 00:20:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.04.2015 00:23:10 GMT+02:00
K. Schneider meint:
Nun, welches wäre denn das umfassende Konzept? Oder, am anderen Ende Ihres Kommentars angesetzt: wo gäbe es denn das NICHT-Kochbuch zum Paläo-Konzept? Wo lerne ich, wilde Tiere mit Wurfgeschossen und Keule zu erlegen, in einen sicheren Unterstand zu zerren und auszuweiden? Wo erlerne ich die handwerkliche Fertigung von Werkzeugen? Das Feuermachen? Die Anfertigung von Wandmalereien mit Jagdmotiven? Meinen Sie das? Oder meinen Sie den Umgang mit lebensgefährlichen Hungerproblemen und Mangelerscheinungen, wenn sich ein langer Winter neigt? Den Skorbut, den Kropf, die rachitisch verformten Skelette? Auch das ist Paläo, und es ist Paläo in sehr viel größerem und authentischerem Maße, als die Ananas im Februar.

Wieso Sie als Grund der gestiegenen Lebenserwartung die verbesserte Lebensmittelbeschaffung seit der Agrarrevolution anführen, dieselbe aber gleichzeitig als schadenstiftend verstehen, erschließt sich mir nicht. Dasselbe gilt natürlich auch für alle anderen von Ihnen angeführten Merkmale, die mit paläolithischen Lebensverhältnissen auch nichts zu tun haben. Oder gibt es einen evolutionsbiologischen Grund, weshalb wir neumodischem Essen nicht angepasst sein sollen, neumodischen Wohnungen aber doch? Abgesehen davon: Sesshaftigkeit, Schutz der Großfamilie in festen Behausungen, herausgebildete Hierarchien gibt es schon eine ganze Weile, ohne dass sich an der Lebenserwartung durch die Jahrhunderte und Jahrtausende hindurch so wahnsinnig viel geändert hätte. Der demografische Kick kam erst viel später, mit der ganzjährig verfügbaren Sicherung der grundlegenden Bilanzen für mehr oder weniger alle. Und wenn Sie eine bittere Pille vertragen, verrate ich noch etwas: wir werden alle an Krebs sterben - wenn uns nicht vorher irgend etwas anderes erwischt. Und der Grund dafür liegt nicht am Frühstücksbrötchen, sondern in der Natur dessen, was Krebs ist.

Nein, eine Annäherung an paläolithische Lebensverhältnisse ist das nicht. Zu denen gehörte regelmäßig der existenzielle Mangel, über den sich seltsamer Weise keiner der Paläo-Apologeten Gedanken macht. Es gab nicht - und zwar niemals - jenes Armchair-Paläolithikum, das sich an Südfrüchten und Cappuccino mit Mandelmilchschaum (kein Witz, sondern zu finden auf der Karte in einem Paläo-Restaurant) gütlich tat. Offensichtlich hat die Annäherung an die authentischen Verhältnisse damals dann doch ihre Grenzen - und zwar schon dort, wo sie unter gewissen Einschränkungen durchaus noch nicht liegen müssten. Verzichten Sie, wenn es um Annäherungen geht, auf die Zentralheizung. Verzichten Sie auf Schuhwerk. Ersetzen Sie die Lammkeule durch selbstgesammelte Schnecken, diverse Hexapoden und ihre Larven. Verzichten Sie, wenn Sie im Norden wohnen, auf Bananen, Zitrusfrüchte, Ananas, Avocados, Steinobst, fast alle Hülsenfrüchte und auf Fette und Öle aus Oliven, Sonnenblumen und Soja, ersetzen sie sie durch Rindertalg und Entenschmalz. Oder, wenn das nicht recht ist, begründen Sie in diesen Punkten Ihre Skrupel gegen solche nahrhaften Dinge. Wieso endet die Annäherung des Mitteleuropäers an das Paläolithikum bei einer exotischen Frucht abseits jeglicher Jahreszeit? Solche Absurditäten sind es, die mir das ganze hauptsächlich als eine Form der Selbstvergewisserung und Identitätsstiftung erscheinen lässt.

Und weiter: vergessen wir einmal die westliche kohlenhydratreiche Nahrung und nehmen uns vor, eine Weltbevölkerung proteinorientiert auch nur satt zu bekommen. Kann man sich das wirklich wünschen - und um welchen Preis? Intensive Soja-, Pflanzenöl- und Fleischwirtschaft noch auf dem letzten Quadratkilometer gerodetem Agrarland? Nicht einmal Milchvieh wäre ja noch zu tolerieren! Nur zur Erinnerung: im Paläolithikum mögen vielleicht 10 Millionen Menschen gleichzeitig gelebt haben. Heute sind es über 7 Milliarden. Und eines ist sicher: zur globalen Konfliktvermeidung trägt es nicht bei, wenn die gut zwei Milliarden Bewohner der "ersten" Welt plötzlich anfangen wollten, ihre Ernährungsgewohnheiten in der Weise pseudo-steinzeitlichen Verhältnissen anzunähern, dass sie ihren Proteinbedarf um ein Mehrfaches steigern und zusätzlich auch noch die Obstplantagen der heißen Weltregionen plündern.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.05.2015 19:28:50 GMT+02:00
Lesefrosch meint:
Dazu wäre nun sehr viel zu antworten.

Hier nur einige Punkte und vorweg der Hauptpunkt: Sie setzen das Paleo-Prinzip gleich mit dem Leben des Paläolithikums - hier ist Ihr Hauptdenkfehler begründet.

Wenn Sie sich mit den Unterschieden dieser beiden Dinge beschäftigen wollen, damit hier eine gemeinsame Diskussionsgrundlage entstehen kann und Sie gleichzeitig die von Ihnen erfragte Primärliteratur kennenlernen, lesen Sie doch einmal bei Dr. Loren Cordain (diverse Nichtkochbücher) und bei Sabine Paul nach. Hier wird Ihnen wohl schnell klar werden, dass es bei Paleo nicht um eine Annäherung an paläolithische Lebensverhältnisse geht, wenngleich Sie natürlich recht haben, dass wir ebenso wenig an eine neumodische Wohnung angepasst sind! Aber anders als von Ihnen behauptet, machen sich die Autoren auch hierzu Gedanken. Paleo ist nicht das Aufgeben von Fortschritt und Wohlstand, sondern versucht, moderne Errungenschaften so gut es geht, d.h., "benutzerfreundlich", in Einklang mit unseren biologischen Bedürfnissen zu bringen. Ob es da ein Mandelmilch-Cappuccino sein muss, muss jeder für sich selbst entscheiden, ich persönlich finde das auch nicht, aber hier wird eben deutlich, dass liebgewonnene Gewohnheiten und Genuss eben nicht um jeden Preis aufgegeben werden müssen. Bei diesem Spagat kommt da manchmal dann so etwas fremdartig anmutendes heraus.
Wir werden alle an Krebs sterben, schreiben Sie. Das wäre bedauerlich, könnte aber die Teilungsraten und Mutationen der Zellen im Blick habend statistisch gesehen bei immer höher werdender Lebenserwartung nicht ganz unwahrscheinlich sein, wenngleich es etliche Gegenbeispiele gibt.
Als Mitteleuropäer muss ich übrigens nicht auf Südfrüchte verzichten, nur weil ich Paleo lebe bzw. esse - hier wird auch wieder Ihr Denkfehler (siehe Punkt 1) deutlich - bei Paleo geht es um artgerechtes Essen, eine Ananas ist nicht nur für den Brasilianer artgerechtes Essen, sondern auch für den Nordeuropäer, denn wir sind von der gleichen Art. Die Zusammensetzung der essbaren Früchte unterscheidet sich regional nicht so sehr voneinander, dass einige in die Sphären artfremder menschlicher Ernährung rücken. Somit können auch Nichtmeeresbewohner Meeresfisch und Meeresfrüchte essen, denn Fisch stand höchstwahrscheinlich schon recht lange auf unserem Speiseplan, ob See- oder Meeresfisch, auch hier ist die Grundzusammensetzung ähnlich.
Ich habe keine Skrupel gegen Rindertalg und Entenschmalz, wäre vielleicht eine nahrhafte Alternative, warum nicht? Ich wüsste aber nicht, wo ich es bekomme. Ich halte mich bisher an die Fette, die eine gute Fettsäurenzusammensetzung haben, denn auch hier ist eine Annäherung an die Fettsäurenzusammensetzung, die den Menschen im Paläolithikum zur Verfügung stand, angezeigt. Benutzerfreundlich, vergessen Sie dies nicht, nein, ich esse deshalb auch kein Gehirn und möchte auch weiterhin im Supermarkt einkaufen.
Zu den Fetten können Sie sehr detailliert bei Dr. Loren Cordain lesen.
Ob wir die Weltbevölkerung mit Paleo satt bekommen, ist eine interessante Frage. Hier müssten sich flächendeckend große Proteinquellen auftun, ein Gedankenspiel, das auch andere (Nicht-Paleo-) Wissenschaftler schon gereizt hat. Insektenzüchtungen spielen hierbei meist eine große Rolle.
Das ist aber für meine persönliche Ernährung nicht das Argument zu sagen, Paleo setzt sich sowieso nicht durch, also lasse ich es. Ich möchte das für mein Leben so entscheiden, weil ich es sinnvoll finde. Ich finde Rennradfahren auf Mallorca für mich auch sinnvoll, man stelle sich vor, das lebt plötzlich jeder, oder auch nur jeder Deutsche! Also Sie sehen, das kann nicht das Argument sein - meiner Meinung nach wird das auch nie ernsthaft zu diskutieren sein, denn Getreidenahrung ist immer noch sehr billig, sehr sattmachend und - sehr lecker! Davon wird es meiner Meinung nach deshalb nie eine Abkkehr in der Weltbevölkerung geben.

Veröffentlicht am 10.09.2015 13:38:17 GMT+02:00
micky1272 meint:
Meine Frage wäre folgende: wie kommt man darauf, dass Paleo die artgerechte Ernährung des Menschen ist ? Bitte keine Theorien welche nicht bewiesen sind. Der Mensch ist doch aus dem Grund der guten Anpassungsfähigkeit an seine Umwelt so quasi die Nummer Eins auf dem Planeten geworden oder nicht ? Ich sehe chronische Krankheiten und Krebs usw. eher darin begründet, dass wir im Ganzen zu viel Kalorien verputzen und den Körper nicht mehr in seine "Selbstreinigung" im Hungerstoffwechsel bringen. Aus psychologischer Sicht halte ich Begriffe wie "Herausforderung", "Verzicht", usw. für genau die Punkte mit der jede Diät scheitert. Es ist zwar keine Studie aber interessant, dass bei einem Test mehrere Personen unterschiedliche Ernährungsstile über Wochen getestet haben und sich bei keinem die Blutwerte negativ verändert haben. Bei diesem Test wurden lediglich die Kalorien gleich gehalten.

Fazit für mich: es gibt keine Garantie für gute Lebensmittel und der Körper leistet aufgrund der Verdauungsarbeit "immer" enorm viel Arbeit und Essenspausen sind evolutionstechnisch näher an der Artgerechtigkeit als der Verzicht auf verschiedene Lebensmittel. Das Gemüse + Eiweiss eher sättigt heißt noch lange nicht, dass es deshalb gesünder ist. Vielleicht brauche ich nur einen Burger weniger essen und bleib genauso gesund.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.09.2015 15:21:17 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.09.2015 15:22:53 GMT+02:00
Lesefrosch meint:
Ob Sie es "artgerecht" oder an unsere Körperphysiologie "angepasst" nennen, bleibt Ihnen überlassen, Fakt ist, dass wir uns nur dann "gesund" ernähren, wenn wir es so tun, dass es nicht unserer Physiologie zuwider läuft. Und das funktioniert am besten mit den Lebensmitteln, an die unsere Physiologie sich evolutionsbiologisch lange Zeit anpassen konnte. 10.000 Jahre ist keine lange Zeitspanne.

Zu dem Thema Hungerzustände, Verzicht, Herausforderung:
Ja, dies sind wichtige Dinge, an die der Mensch sich metabolisch bestens angepasst hat und die "Paleo" überhaupt nicht widersprechen. Viel Bewegung und mal Fasten ist urmenschlich und Loren Cordain, der Hauptforscher zur Paleo-Ernährung, sagt neben vielen weiteren Wissenschaftlern, dass dies sehr zuträglich für die Gesundheit sein kann. Desweiteren gibt es Studien zu den gesundheitlichen Vorzügen leicht hypokalorischer Kost. Da haben Sie absolut recht, widerspricht aber in kleinster Weise dem Paleo-Ansatz.

"Vielleicht brauche ich nur einen Burger weniger essen und bleib genauso gesund."
Stimmt! Garantien gibt Ihnen kein wissenschaftlich fundiertes Ernährungskonzept. Es geht immer nur darum, die Wahrscheinlichkeit zu steigern, an etwas zu erkranken, wenn man etwas lange Zeit und oft tut (nicht tut/ isst/ trinkt), wobei diese Zeiträume durch Studien teilweise definiert sind. Jeder, der anderes behauptet, ist unseriös.
Aber ein Burger weniger am Tag kann Sie natürlich schon weit nach vorne bringen, abhängig von Ihrer Tageskalorienzahl, Ihrer Bewegungsintensität, Ihrer sonstigen glykämischen Last pro Tag, Ihrer evt. Glutenunverträglichkeit und und und.
Verabschieden Sie sich davon, Garantien von jemandem zu bekommen. Ein Burger kann ein Hochgenuss sein, Glückshormone ausschütten (und dadurch gegen Krebs wirken, wie neuere Studien belegen) und mir u.U. ein Nährstoff- und Kaloriendefizit auffüllen. Warum ihn verteufeln? Es geht immer um die langfristige, insgesamte Ernährungsweise, die ich meinem Organismus zuführe (oder auch zumute) eingebettet in die Situation, die mich persönlich betrifft: Fettleibigkeit, Stoffwechselerkrankungen, Fettleber, Gewicht, Blutwerte, Bewegung, Diabetes, HKK,...
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