Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen Besser als Teil II, 2. Dezember 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: The Mother of Tears (DVD)
Mit dieser Rezension vervollständige ich meine Rezensionen von Argento's Hexen-Trilogie. Da ich sowohl die italienische uncut-Version (La terza madre) als auch die dt. gekürzte Fassung gesehen habe, muss ich (entgegen meiner sonstigen Gewohnheit) eine klare Empfehlung für die ungeschnittene Fassung aussprechen, da Argento in seinem reichlich spät gesetzten "Schlussstein" der Trilogie ganz bewusst auf Grausamkeit setzt. Das ist bei Clive Barker ("Hellraiser") nicht anders.

Teil III tanzt nicht nur insofern aus der Reihe, als das übliche (also kein Technicolor-) Filmmaterial zum Einsatz kam, sondern auch in der Beziehung, dass Argento deutlich weniger Wert auf die Bildgestaltung legte, dafür aber umso mehr auf eine detaillierte Darstellung bestialischer Morde, die er nur zu gerne in seine Filme einfließen lässt, um selbst dem größten Deppen noch zu zeigen, wie abgrundtief böse das Böse wirklich ist. Ein gutes Beispiel hierfür ist "The Sect" von Michele Soavi, ein von Argento produzierter Film, der mit scheinbar sinnlosen Abschlachtungen friedlicher Hippies sowie der Extraktion eines Herzens bei lebendigem Leibe eindeutig Argentos Handschrift trägt. Obwohl Mater Lachrymarum (Mutter der Tränen) lt. de Quincey zwar die schönste, nicht jedoch die grausamste der drei Hexen wäre - das soll Mater Tenebrarum (Mutter der Dunkelheit; Teil II) sein -, wird sie in besagtem Film als verführerische, halb nackte Hexenkönigin dargestellt, die sadomasochistische Orgien in geheimen Gewölben (Katakomben) abhält und ihre Opfer langsam und genüsslich zu Tode foltert bzw. foltern lässt.

Auf Daria Nicolodi, die, anders als in anderen Argento-Filmen in einer unbedeutenden Nebenrolle als bläuliches Gespenst ihre Aufwartung macht, hätte man m. E. getrost verzichten können, auch wenn deren Tochter, Asia Argento, angab, dass sie froh gewesen wäre, dass ihre Mutter diese Rolle übernommen hätte, da selbige ihr Halt und Sicherheit für die eigene Rolle gegeben hätte.
Auf mich wirkt der Auftritt von D. Nicolodi, die auch am Drehbuch beteiligt war, reichlich lächerlich und zerstört auf gewisse Weise den gesamten Film, dem ich ohne Nicolodi's schauspielerischen Beitrag volle 5 Sterne verliehen hätte, auch wenn er im Vergleich zu "Suspiria" mehr trashig als arthousemäßig wirkt. Udo Kier war selbstverständlich unverzichtbar: das ist ernst UND ironisch gemeint.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.01.2014 12:48:48 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.01.2014 12:53:09 GMT+01:00
RUMBURAK meint:
Sehr schön geschrieben, Rodimak.
Mir scheint wir gehören zur kleinen Anzahl der Fans dieses Abschlusses der Hexen-Trilogie.
Nun Daria Nicolodi ist echt unpassend bzw. vollkommen gaga in ihrer verklärten Rolle. Doch passt sie damit nicht zu des Meisters Hang zu vollkommen gegensätzlichen und verqueren Traumfragmenten, mit denen er uns immer wieder beglückt.
Ich erinnere nur an die süsslich romantische Fliegenschwarmszene mit der hinreissenden Connelly im Mädchenpensionat von "Phenomena", oder an den "Halleluja "Ruf der vollkommen verquer in "Vier Fliegen auf rotem Samt" plaziert ist. Der katzenfressende Maler aus "Geheimnis der schwarzen Handschuhe" wäre auch noch zu nennen.
Ich kann mich bei solch beinharter Anarchie und hemmungslosem Anachronismus bei Argento immer nur köstlich unterhalten. "Mother of Tears" ist eben ein Film des Wahnsinns und der Fabulierkunst, und genau das vermisst man doch in den immer nach kommerziellen Interessen schielenden heutigen Horrorfilmen.
Viele Grüsse Rumburak
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