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Kundenrezension

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sabaton und die Nazis!, 20. November 2010
Von 
Rezension bezieht sich auf: Coat of Arms (Audio CD)
DER ÜBLICHE VERDÄCHTIGE:
Huch! Das böse N-Wort gleich im Titel? Ja, was geht denn hier ab?
Schnell erklärt, eines der Hauptkritikpunkte der oft gegen die schwedische Metal-Band Sabaton angeführt wird ist, dass in ihren Texten oftmals von Nazis, Hitler und dem Dritten Reich gesungen wird. Das stößt bei vielen Leuten bitter auf, gerade im deutschen Absatzmarkt.
Aber dem nachkriegsgebeutelten Metal-Fan kann Entwarnung gegeben werden, weder verherrlicht Sabaton Faschismus in irgendeiner Form, noch muss man fürchten, dass die Nazis in auch nur einem Lied gut wegkommen. Im Gegenteil, in den Songtexten nehmen sie ausnahmslos die verdiente Rolle der Knallchargen ein, also keine Spur von aufkeimendem Verständnis oder latenter Sympathie.
Sabaton besingt, wie viele andere Bands des Genres, ebenfalls Schlachtengetümmel und Heldentaten. Nur dass die schwedischen Powermetaler nicht Wikinger, Kelten, Templer etc. thematisieren, sondern sich auf moderne Konflikte seit Beginn des Anfangs des 20ten Jahrhunderts beschränken. Insbesondere Geschehnisse des 2. Weltkriegs sind Thema vieler Songs, daher erklärt sich das vermehrte Auftreten von Nazis in den Songtexten von alleine, war das Dritte Reich doch an vielen Auseinandersetzungen dieser Zeit meistens nicht ganz unbeteiligt.

DIE BAND:
Jetzt, da das moralische Debakel also geklärt ist, wenden wir uns der Band zu. Wie bereits erwähnt, bewegen sich die Songtexte innerhalb der modernen Kriegsführung, angefangen vom ersten Großen Krieg bis hin zu aktuellen Konflikten im Nahen Osten. Waren die Songs dabei auf Sabatons Debutalbum noch von deutlicher Naivität der Kriegsthematik gegenüber geprägt, hat die Band im Laufe der Jahre und über 4 Alben hinweg etwas mehr Fingerspitzengefühl entwickelt. Man hat noch immer das Gefühl, die Jungs um Frontsänger Joakim Broden halten Krieg für eine tolle Sache, solange man auf der richtigen Seite steht. Aber die ganz naive schwarz-weiß-Mentalität der Lyrics, die im Debutalbum "Primo Victoria" noch deckungsgleich mit den Frontlinien der besungenen Konflikte verlief, hat sich nicht unwesentlich zugunsten einer etwas vielschichtigeren und differenzierteren Ansicht entwickelt. Natürlich, wenn der 2te Weltkrieg besungen wird, dann dürfen noch immer alliierte Helden über die nationalsozialistische Bedrohung triumphieren, und hier möchte man auch gar nicht widersprechen, sondern die sechs Jungs auch ruhig mal ihr richtig dick aufgetragenes Pathos singen lassen.

Der Sound von Sabaton ist Powermetal in allerreinster Form. Vom schnellen Double-Bass Kracher über die obligatorische stampfende Midtempo-Hymne bis hin zur epischen Ballade bietet Sabaton das gesamte Spektrum des Genres. Und das ausnamslos in hoher Qualität, die Produktion der 4 bisherigen Studioalben lässt keine Wünsche offen. Einzige Ausnahme bildet hier die Retro-Veröffentlichung "Metalizer", die für Fans interessant, sich für alle anderen aber leider weit unter Niveau bewegt.

Auch die Lyrics sind von hoher Güte. Wem die Kriegsthematik nicht zusagt ist hier natürlich aufgeschmissen, aber wer sich dafür begeistern kann oder zumindest nicht großartig daran stört, dem werden gut getextete Songs geboten. Anders als manch andere Bands beschränken sich Sabaton nie darauf einfach bloß den Titel des Liedes X-mal als Refrain zu schmettern, sondern bieten abwechslungsreiche, ausführliche Texte mit wenigen Wiederholungen. Oftmals sind die Handlungen innerhalb der Songs so ausführlich, dass man schon von einem kleinen Hörbuch sprechen könnte.
Allem die Krone setzt die Stimme von Frontmann Broden auf. Sein Grölorgan harmoniert perfekt mit dem Sound der Songs und alle Vocals werden gut verständlich artikuliert. Erkennungsmerkmal ist das gerollte "R", welches der alte Schwede perfekt beherrscht und den Songs oft den letzten Schliff gibt.

COAT OF ARMS:
Zum aktuellen Album lässt sich erst einmal sagen, Sabaton behalten ihren gewohnten Stil bei. Es werden keine Experimente gewagt, Kritiker könnten also mal wieder künstlerischen Stillstand bemängeln. Fans hingegen werden froh sein, dass Sabaton seinen Qualitäten treu bleibt und das tut, was sie am besten können. Rocken!
Allerdings werden jene, die vom Vorgängeralbum "The Art of War" begeistert waren, möglicherweise eine kleine Enttäuschung erleben. Die epischen Hymnen mit ihren chorälen Refrains die auf "The Art of War" mit nie dagewesenen pompösem Bombast Ohrwurm an Ohrwurm reihten, wurden auf dem aktuellen Langspieler wieder zurückgefahren auf das Niveau der Zeiten von "Primo Victoria". Stattdessen dominiert das Gitarrenspiel und das Schlagzeug die Songs, wie man es auch eher vom Debutnachfolger "Attero Dominatus" gewohnt ist.

DIE SONGS:
Der Opener "Coat of Arms" könnte in dieser Form ebenso auf dem Vorgänger "The Art of War" seinen Platz gefunden haben. Der Angriff italienischer Truppen auf Griechenland bietet die bekannten Stilmittel wie epische Chöre in den Refrains und ausreichend Pathos im Rest des Stückes. Leider ist der Titeltrack auch gleich das Highlight des Albums. Wer hieran schon keinen Gefallen finet sei gewarnt: Besser wird es nicht mehr.
Das zeigt sich gleich bei "Midway", dem folgenden Song. Der Glückstag der Alliierten während des Pazifikrieges wird als strategische Glanzleistung besungen, allerdings mit einem für Sabaton unüblichen Mangel an Lyrics und völlig ohne Ohrwurmqualitäten. Zum Glück dauert das Stück nur etwas länger als 2 Minuten.
Dann folgt sogleich mit "Uprising" das zweitbeste Stück des Albums. Hier spielen die Schweden wieder in der Oberliga. Der Song über den polnischen Freiheitskampf gegen die deutsche Besatzung ist ein Kracher wie man ihn von den Jungs gewohnt ist. Ebenso "Screaming Eagles", das schnelle Stück thematisiert Operation Crossroads und bejubelt die teilnehmenden Fallschirmjäger auf alliierter Seite.
Mit "The Final Solution" folgt nun ein Lied über den Holocaust. Und ich muss sagen, auch wenn Sabaton mit ihren Songs zum Dritten Reich manchmal viel gewagt haben, ist dieses wohl der mutigste Schritt der sechs Schweden in Sachen Lyrics. Sowohl enttäuschender- als auch erschreckenderweise ging es dieses Mal aber definitiv nach hinten los. Von einem Song mit einer derart brisanten Thematik erwarte ich Lyrics mit Gänsehautgarantie und einen Sound der an Düsternis nur schwer zu übertreffen wäre. Tatsächlich aber ist mir der Song in dieser Hinsicht zu banal ausgefallen, der Text spult die üblichen Schlagwörter wie "Freedom Burns" oder "Hope is lost" runter, ohne wirklich ergreifend zu wirken. Auch der Sound ist mir, obwohl es sich um ein langsames Stück handelt, immer noch einfach eine Spur zu munter geraten, ein absolutes No Go bei diesem Stück. Der Song wird, auch wenn man noch nicht von einer totalen Geschmacklosigkeit sprechen muss, seiner Thematik leider bei weitem nicht gerecht. Auch der Übergang zum nächsten Stück "Aces in Exile" erfolgt zu aprubt. Eben noch düsterer Genozid jetzt schon wieder munteres Heldentum. Wenn schon, hätte das vorherige Stück ans Ende des Albums gehört.
"Aces" hingegen ist jetzt wieder ein Sabaton-typisches Stück, allerdings ohne das gewohnte Niveau zu erreichen. Ein erwarteter, aber mittelmäiger Song.
Genauso wie "Saboteurs", ein guter, aber nicht harausragender Song über Saboteure ist...glaube ich. Irgendwie geht es um Schotten. Und sie kämpfen wohl gegen Nazis. Schnee liegt auch und kalt ist es. Worum es noch geht? Hm, keine Ahnung, hier geben die Lyric echt ein Rätsel auf.
"Wehrmacht" ist wohl der Song, der für Sabaton längst überfällig war. Allerdings ist das Stück eine reine Enttäuschung. Weder Refrain noch der Song weisen eine klare Struktur auf, langweilen schnell, nerven gar. Auch die Lyrics geben mal wieder Rätsel auf. Wir erfahren, dass die Wehrmacht Panzer besaß...und das Männer Befehle ausführten...Aha...Leider nur langweilig, öde Melodie, stupider Text. Schlechtester Sabaton-Song aller Zeiten!
"White Death" beginnt mit einem echt genialen Gitarren-Intro. Leider kann auch hier der Rest des Songs über einen finnischen Scharfschützen das Nivau nicht halten. Das Stück kommt aus der Mittelklasse nicht heraus.
"Metal Ripper" schließt das Album ab und steht in der Tradition von Songs wie "Metal Machine" und "Metal Crüe". Wieder ist der Songtext aus Textpassagen bekannter Rocksongs a la "Blood on your face you big disgrace" zusammengepuzzled, erreicht aber ebenfalls leider nicht die Qualität der bisherigen beiden Tribute-Songs.
Auf der Limited Edition folgen hier dann noch zwei Instrumentals, aber mal ehrlich, wer um alles in der Welt braucht so etwas?

FAZIT:
Ich stelle fest, Sabaton behalten ihren gewohnten Stil bei, können auf "Coat of Arms" aber das Niveau leider nicht halten. Sie spielen halt was sie können, aber leider eben nicht so gut, wie man es bisher gewohnt ist. Das Album bietet zwar drei sehr gute Stücke, zum ersten Mal in der Bandgeschichte aber auch eine erschreckend hohe Anzahl an mittelmäßigen Songs. Und es sind zudem gleich zwei Totalausfälle vorhanden! Gerade der Vorgänger "The Art of War" hatte die Messlatte sehr hoch gesetzt, umso enttäuschender für viele der Qualitätseinbruch. Keine Frage, auch "Coat of Arms" ist unterm Strich noch immer ein gutes Powermetal-Album. Aber Neueinsteigern sei eher das Debut "Primo Victoria" oder eben "The Art of War" empfohlen.
Auch schätze ich das neue Album wie auch die drei Vorgängeralben als kleine Geschichtsstunde für unterwegs.
Schade ist hier jedoch, dass zu den Songs keine Erklärungen im Booklet vorhanden sind. Gerade kurze historische Erläuterungen ließen Songs wie beispielsweise "Wolfpack" zugänglicher und interessanter werden. Hier aber bleiben Handlungen von Songs wie "Saboteurs" total im Dunkeln.

DIE MORAL VON DER GESCHICHT:
Wer mit der Kriegsthematik der Schweden-Rocker nichts anfangen kann, ist bei Sabaton generell schlecht aufgehoben. Der Kritikpunkt der Kriegsverherrlichung ist bei Sabaton nicht aus der Luft gegriffen. Der "Der Zweck heiligt die Mittel"-Gesichtspunkt wird arg überstrapaziert, zudem lässt sich das Gut/Böse-Schema nicht wie bei den WW2-Songs auf jeden Konflikt, den die Schweden besingen, übertragen. Daher lassen wir zum Schluss noch einen der großen Phliosophen der Weltgeschichte zum Thema Krieg zu Wort kommen. Es war nämlich Bart Simpson, der sprach:
"Es gibt keine guten Kriege! Ausgenommen den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, den zweiten Weltkrieg und natürlich den Krieg der Sterne...Guten Abend."
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.06.2016 22:02:23 GMT+02:00
Tim T. meint:
und wieso vergiubst du dann vier Sterne wenn so viele Songs Mittelmaß sind ?
Also ehrlich, deine Ohren möchte ich haben :)
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