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Kundenrezension

63 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die Sims anno 1913, 4. Januar 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: 1913: Der Sommer des Jahrhunderts (Gebundene Ausgabe)
Die Leistung des Autors ist folgende:

Er hat in einer Landschaft von Geschichtsbüchern ein Karussell aufgestellt und es mit höhnischen, beschämenden und lächerlichen Karikaturen der Größen des vergangenen Jahrhunderts besetzt. Während diese im Kreis fahren, werden sie im Vorübergehen kurz gepriesen, dann aber genüsslich als veritable Freaks entlarvt. Angetrieben wird das Karussell durch den teils ins Skandalöse, teils ins Erbärmliche gezogene Lebenswandel seiner Insassen. Wer diese Art des Erzählens nicht gewohnt ist, dem wird bereits bei der vierten Umdrehung (d.h. im April) der Hut hochgehen. Wenn das Karussell überhaupt zwölf Runden schafft, muss das daran liegen, dass der Leser selbst mit anpackt und, von gerade entdecktem Wissensdurst getrieben, von Kapitel zu Kapitel prescht, um den unlängst liebgewonnenen Geschichten auf den Grund zu gehen.

Um jedem Leser zu einem Erfolgserlebnis zu verhelfen, wurden alle Kapitel so gestaltet, dass man ohne nennenswerte Vorkenntnisse irgendwie auf seine Kosten kommt. Eine Glanzleistung? Von wegen. Im Vordergrund stehen jeden Monat die Kleinigkeiten, das Beiläufige, das ach so Nebensächliche -- aber alle genauestens erfasst. Satzbau und Erzählweise erinnern in ihrer Einfältigkeit an den Film "Die fabelhafte Welt der Amélie". Im Hintergrund versucht der Autor mit überheblicher Leichtigkeit, der Geschichte ihr Gewicht zu nehmen. Dabei lassen die Allwissenheit des Erzählers und seine burschikose Vertrautheit mit den Protagonisten diese aussehen wie Die Sims anno 1913.

Das Buch ist ein Wohlfühlbuch für die Bildungsunterschicht. Es bedient die Lust am Kuriosen und nährt das Wohlgefallen an der Unbildung. Wozu noch schwere Kost verdauen, wenn man die Leckerbissen in diesem Buch bereits serviert bekommt?

Kurzweilig will das Buch sein. Das ist es. Kurzweilig ist auch der Erfolg, den es verdient.
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 06.01.2013 14:19:38 GMT+01:00
caulfield meint:
Ein Wohlfühlbuch, was ist daran schlecht, das beiläufige, das nebensächliche, was ist daran schlecht.Kurzweilig will das Buch sein, was ist daran schlecht.
Es muß nicht immer schwere Kost sein, aber die Schicht Ihresgleichen, die Bildungsoberschicht erwartet das ja scheinbar.

Veröffentlicht am 15.01.2013 22:31:48 GMT+01:00
Myrna4Loy meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 15.01.2013 23:16:23 GMT+01:00
caulfield meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Veröffentlicht am 15.02.2013 19:05:26 GMT+01:00
A.Spencer meint:
Als Studierte Historikerin und Kunsthistorikerin (die damit wohl zur 'Bildungsoberschicht' gehört), verstehe ich nicht ganz, warum die Leichtigkeit und die vielen Alltäglichkeiten im Buch etwas Schlechtes sein sollen? Auch wenn ich zugegebenermaßen das Wissen besitze, um alles in seinen Kontext zu rücken, gefällt es mir trotzdem, wie Florian Illies aus vielen kleinen Stimmungsfetzen das impressionistische Bild von 1913 malt - und Sie werden mir zustimmen, dass sich Geschichte nicht ohne das Studium der zeitgenössischen Geisteshaltung völlig erschließen lässt. Mir jedenfalls gehen die kleinen Geschichten und Geschichtchen viel näher als jede pompös-düstere Prophezeihung des Übels, das nur darauf wartet zuzuschlagen.

Florian Illies schafft es auf ganz hervorragende Weise, den Zauber einer sterbenden Zeit und mit ihr die Protagonisten als Letzte ihrer Art wieder aufleben zu lassen. Ich wünschte, nur ein Bruchteil unserer Studenten könnten sich so für die Epoche begeistern.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.02.2013 03:59:48 GMT+01:00
Ja, Begriffe wie Bildungsunterschicht, oder auch Bildungsoberschicht sind abscheulich, dennoch verwenden Personen gerne diese Überschreibung, wenn es an Argumenten fehlt.

Illies malt kein Bild, besonders kein impressionistisches Bild, denn seine Sprache mangelt es an Metaphern und abgeschlossene Stimmungen. Ich denke, Illies wollte dies auch nicht, konnte es wahrscheinlich auch nicht, denn es erinnert doch sehr stark an einem Film. Allein die Begegnung zwischen Stalin und Hitler könnte aus einem Film stammen. Die Handlungen sind eigentlich auch viel zu kurz, um wirklich ein impressionistisches Bild aufzubereiten.

Ja, Geschichte. Er stellt die Geisteshaltung gar nicht dar, er liefert kein Panorama, sonder wiederholt längst bekannte Dinge, wie die gescheiterte Heirat Kafkas. Das ist alles Banal, bewegt sich wirklich auf dem Niveau einer Frauenzeitschrift. Wir erfahren überhaupt wenig, das Denken dieser Menschen bleibt uns verborgen.
Oswald Spengler schreibt an seinem Hauptwerk. Großartig, hätte ich tatsächlich nicht gewusst. Wer ist dieser Spengler überhaupt? Was ist mit Ernst Jünger? Ernst Jünger hat einen nüchternen Stil, toll, oder auch wieder nicht? Der Ton, an Thomas Mann angelehnt, macht alles kaputt.

Nein, er spiegelt in das Jahr 1913 den Zauber einer sterbenden Zeit, er projiziert und wo ist die Erkenntnis? Ja, Erkenntnis wäre zu viel verlangt.
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