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5.0 von 5 Sternen Soziologischer Klassiker - Erving Goffman, 30. September 2012
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag (Taschenbuch)
Dieses Buch ist unter Soziologen ein "Must-Have". Niemand kommt als Soziologie-Student um Erving Goffman herum. Vor allem die Medienwissenschaften entdecken ihn zur Zeit neu, denn in Zeiten von Facebook, Xing, LinkedIn, MySpca, Google+ und und und spielt die Selbstdarstellung und damit verbunden die Eindruckskontrolle (Goffman nennt dies "Impression Management") im Alltag eine herausragende Bedeutung. Die heutige Gesellschaft wird Risikogesellschaft, Spassgesellschaft oder auch Konsumgesellschaft genannt. Für mich und für Goffman ist sie eine "Inszenierungsgesellschaft". Jeder und jede erzählt alles auf Facebook. Natürlich rückt man sich und seine Fotos die man uploadet "ins rechte Licht". Wie auch immer: Web 2.0 und das Internet sind Inszenierungs- und Selbstdarstellungsagenturen par excellence... Erving Goffman - Ein Klassiker kann so ganz neu gelesen werden. Seine Theorieansätze sind für die Medienwissenschaft und die "Neuen Medien" durchaus fruchtbar.

Aber auch sonst ist Erving GOffman ein Klassiker schlechthin (obwohl ihm das lange aberkannt wurde - Es wurde ihm vorgeowrfen ein Schriftsteller, ja ein Geschichtenerz7ähler zu sein. Bis zu einem gewissen Grad ist er das auch. Seine Berichte und Aufsätze sind sehr spannend zum lesen, ja sogar richtiggehend amüsant). Kurz: Es handelt sich beim Autor des Buches um einen soziologischen Klassiker der zweiten Generation. Er gehört zum Lehrkanon aller Universitäten und wie ich bereits gesagt habe, er gehört zum Pflichtprogramm für jeden Soziologen.

Im Kern geht es Goffman um die sozialen Interaktionsordnungen, also wie sich Menschen in der Gegenwart anderer Menschen verhalten und sich gegenseitig beeinflussen. Menschen konstruieren jedesmal wenn sie aufeinandertreffen eine Situation, in dem sie sich darstellen. In dem sich die Menschen darstellen, erkennen sie ihre sozialen Rollen und die Situation. Ich stelle mich hier als Rezensionsschreiber an. Weil ich hier einen Kommentar poste, "lesen" sie die Situation auch als Rezension. Ich spiele meine soziale Rolle und Sie erkennen mich. Goffman geht nun davon aus, dass sich die sozialen Akteure inszenieren und selbst darstellen. Das tue ich hier auch. Ich versuche mich von der besten Seite zu zeigen, achte auf die Grammatik und schreibe keine beleidigenden Dinge. Somit sind wir auch beim Kernargument des Werkes: Die Menschen stellen sich im Alltag in Szene: Sie spielen Theater. Als Schüler, Lehrer, Mutter, Verkäufer, Ehemann: Immer spielt man auf verschiedenen Bühnen. Der Akteur stellt sich im Alltag selbst dar und er versucht sich dabei ins rechte Licht zu rücken. Er setzt sich eine Maske auf: So wie er sein möchte zeigt der Mensch sich, nicht so wie er tatsächlich ist. Der Eindruck den andere Menschen von einem Akteur haben wird kontrolliert. Dies nennt Erving Goffman "Impression Management". Dies ist dann auch das Wichtigste Kernargument des Werkes: Die Selbstdarstellung der Menschen zwecks Eindruckkontrolle.

Aber das Buch bietet viel mehr! Es zeigt neben den verschiedenen Techniken der Darstellungen auch Teamarbeit auf oder wie sich Spezialrollen entwickeln. Das Buch ist ein Standardwerk, nicht nur für Soziologen zu empfehlen! Das Buch ist auch für Laien leicht verständlich und gut/einfach zu lesen. Da sich alle Menschen selbst inszenieren (ja auch Sie, ja genau Sie! Auch Sie putzen Morgens die Zähne, kaufen Kleidung die Ihnen gefällt, etc.! Auch Sie inszenieren sich!)ist das Buch auch für alle Menschen zu empfehlen ;-)

Nein, im ernst: Es lohnt sich dieses Buch zu lesen. Auch als Nichtsoziologen! Auch die anderen Werke von Erving Goffman sind meiner Meinung nach grandios, insbesondere: Asyle: Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen (1961), Stigma. Über Techniken der Bewältigung beschädigter Identität. (1963, Interaktion und Geschlecht (1994) sowie Das Individuum im öffentlichen Austausch: Mikrostudien zur öffentlichen Ordnung (1971).

Das Buch ist also uneingeschränkt empfehlenswert für alle, die sich mit dem alltäglichen Leben befassen müssen/wollen/dürfen. Auch für Nichtsoziologen!
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