Kundenrezension

177 von 209 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Leider unwissenschaftlich, 25. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Lexikon der verbotenen Archäologie: Mysteriöse Funde von A bis Z (Gebundene Ausgabe)
Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich dieses Buch wirklich bewerten bzw. kommentieren soll. Nachdem ich die Rezensionen hier gelesen habe, werde ich doch mal meinen Senf hinzugeben.

Um es von vorne herein zu sagen, ich habe Archäologie studiert und glaube mich ein wenig in dieser Wissenschaft auszukennen (auch wenn man natürlich niemals alles kennen kann). In der Ta gibt es Funde und Befunde, wo auch erfahrene Archäologen nur verwundert den Kopf schütteln können (Die übermodellierten Schädel von Jericho, Tell Ramad oder anderen Siedlungen des Neolithikums wären so ein Beispiel), es gibt auch oftmals Momente wo ein Wissenschaftler es nur schwer einsehen will, dass ein großer Teil von dem was man bisher glaubte durch einen neuen Fund auf den Kopf gestellt wird (die Datierung der minoischen Eruption wäre da ein Beispiel), aber das was dieses Buch da behauptet ist einfach nicht haltbar.

Fangen wir mit dem Titel an: "Verbotene Archäologie". Sowas gibt es schlichtweg nicht. Jeder Wissenschaftler kann sich dem Thema widmen zu dem ihn sein Forschungsdrang zieht. Jeder Laie kann sich in Bibliotheken über Funde informieren. Verboten wird nichts. Das gilt auch zum Thema "verheimlichen". Wenn etwas nicht öffentlich zugänglich wäre, wie soll der Autor des Lexikons überhaupt davon erfahren haben? Woher die exakten Fundortangaben, woher die Details? Nichts ist verheimlicht.

Jetzt gibt es natürlich die berechtigte Frage, warum die Funde nicht die volle Aufmerksamkeit der Archäologen bekommen. Dies hat sehr viele Gründe, ein paar versuche ich mal an dieser Stelle zu nennen:

- Fälschungen: Viele dieser Funde die der Autor nennt sind entweder welche, oder sind "sehr wahrscheinlich" welche. Es gibt leider nur wenige Forscher die sich die Zeit nehmen zweifelhafte Stücke näher zu untersuchen, obwohl das wirklich einmal ein wichtiges Thema wäre. Ein ehemaliger Dozent von mir hat sich diesem Thema einmal gewidmet und ein kurzes Seminar darüber gehalten. Es ist interessant und oftmals geradezu faszinierend mit welcher Genauigkeit und welchem Ideenreichtum Fälscher arbeiten. Eine Aufarbeitung dazu wäre wirklich mal bitter nötig.

- Unikate: Die Archäologie ist eine statistische Wissenschaft und lebt daher vom Vergleich. Daher sind Einzelstücke sehr oft nicht von dem Interesse wie es die Öffentlichkeit gerne sehen würde. Lediglich einige spektakuläre Exemplare wie die Himmelsscheibe von Nebra oder "Ötzi" erfahren eine trotz ihrer Einzigartigkeit eine große Aufmerksamkeit (was von einigen Archäologen auch kritisiert wird. Zitat: "Ich stelle mir gerade vor, jede Leiche die wir finden würde so stark untersucht werden wie dieser Gletschermann. Großer Gott.....""). Man muß es einfach mal so sehen: Einzelstücker verraten nur ein Bruchteil dessen, was quatitativ häufiger aufkommende Gegenstände verraten können. Daher sind sie (leider) oftmals einfach uninteressant, vorallem wenn man den ersten Punkt in Betracht zieht: Einzelstücke können Fälschungen sein. Eine Untersuchung um eine Echtheit festzustellen ist teuer und daher lohnt es sich einfach oft nicht.

- Überbewertung: Es gibt Sachen die einfach in der Bedeutung überbewertet oder überinterpretiert werden. Davor sind auch gestandene Archäologen nicht sicher und somit ist es klar, dass interessierte Laien einfach Sachen überbewerten oder falsch verstehen. Ein Beispiel wäre eine germanische Opferstätte wo erstaunlich viele Fischopfer fanden. Einige Jahre nachdem die Monographie rauskam, hat ein Geologe das Gebiet näher unter die Lupe genommen und festgestellt, dass sich dort einmal ein See befand. Urplötzlich war der große Opferplatz ein kleiner germanischer Kultraum der an einem See lag. An Fischopfer dachte da jetzt keiner mehr.... Die Archäologie ist eine sehr junge Wissenschaft und vieles ist daher noch in der Diskussion. Dieser Fehler passierte einem hochdekoriertem Forscher weil er einfach nicht alle Fakten kannte. Einem Laien kann das auch passieren...

Um etwas festzuhalten: ich habe früher die Bücher des Herrn von Dänike gerne gelesen und lese sowas auch heute gerne noch. Aber dieses Buch ist mit denen leider nicht zu vergleichen. Daher gebe ich ihm auch nur einen Stern. Da wurde versucht mit einem spektakulären Titel Geld zu machen. Mit Seriösität hat das Buch leider nichts zu tun.
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Kommentare

Von 7 Kunden verfolgt

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1-10 von 35 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.04.2010 17:55:12 GMT+02:00
D. Röttinger meint:
Ich kann dem Kollegen nur Recht geben. Das Buch vermischt längst abgehandelte Themen mit ein paar Erkenntnissen der jüngeren Forschung. So sind eine ganze Reihe der vorgestellten Funde - für den Fachmann unschwer zu erkennen - offensichtliche Fälschungen. Andere Ergebnisse seriöser Forschung, so wie bei den Skulpturen aus Mammutelfenbein der schwäbischen Alb oder die karikaturhaften Zeichnungen der Altsteinzeit aus "La Marche" werden dargestellt, als ob sie von der Wissenschaft nicht anerkannt würden. Deutlich fundiertere Informationen über viele der im Buch behandelten Funde sind frei im Internet verfügbar.

Veröffentlicht am 19.04.2010 16:50:21 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 19.04.2010 17:16:35 GMT+02:00
Schreiber meint:
Sehr geehrter Herr oder Frau Scheidt, wenn Sie Archäologie studiert haben sollten, dann bin ich der nächste Papst.
Solch einen gequirlten Mist den Sie hier schreiben, habe ich selten gelesen. Zudem wimmelt es in Ihrer Rezension von Rechtschreibfehlern, die einem Akademiker gewiss nicht widerfahren wären.
Auch wenn das vorliegende Buch mich ebenfalls nicht überzeugt hat, ist es Anmaßend sich als Archäologen auszugeben um dann diesen Unsinn von sich zu geben. Die Archäologie ist KEINE junge Wissenschaft - Ein berühmter babylonischer König hat bereits vor Zweieinhalb Tausend Jahren nach den Spuren seiner Vorfahren graben lassen und die Ergebnisse akribisch aufgezeichnet, sodass wir heutigen sie entdecken konnten.

Eine "Verbotene Archäologie" existiert sehr wohl innerhalb der Forschung: Funde die zu Speziell sind werden unbehandelt archiviert und im globalen Zusammenhang mit anderen Artefakten nicht berücksichtigt. Forschungen finden auf internationaler Bühne ohne Einbeziehung anderer Fakultäten statt. In den Pyramiden Ägyptens oder Südamerikas finden Forschungen statt, über die niemand etwas zu höhren bekommt. Oder wussten Sie schon, dass hinter dem Verschlußstein der Großen Pyramide drei weitere Verschlußsteine existieren? Wo konnten Sie das denn lesen?

Ich könnte Ihnen noch zig Beispiele über die Existenz von "Verbotene Archäologie" nennen, die es Ihrer Ansicht nach nicht geben soll.

Deshalb sollten Sie hier nicht solchen MIST verbreiten und sich mit falschen Lorbeeren schmücken!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.04.2010 22:39:30 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.04.2010 01:29:04 GMT+02:00
J. Scheidt meint:
Sehr geehrter Schreiber,

leider muß ich da widersprechen. Ich habe Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie, Christliche Archäologie und Mittelalterliche Geschichte studiert. Wenn Sie mir Ihren Namen oder Ihre Email Adresse senden, dann kann ich Ihnen gerne meinen richtigen Namen zusenden und Sie können mich bei StudiVZ als Freund hinzufügen. Dort haben Sie dann umfangreiches Bildmaterial von meinem Studium zeigen. Ebenfalls gibt es dort genug andere Beweise ;). Ehrlicherweise muß ich aber sagen, es interessiert mich eigentlich nicht ob Sie mir glauben oder nicht. Sie glauben schließlich auch an eine "Verbotene Archäologie" und über "Glaube" streitet es sich schlecht^^.

Nun zu ihren Bemerkungen:

>Zudem wimmelt es in Ihrer Rezension von Rechtschreibfehlern, die einem Akademiker gewiss nicht widerfahren wären<

Jo, die Fehler sind mir im Nachhinein auch aufgefallen. Wie sie mit ihrem Kennerblick aber bestimmt sofort erkannt haben, basieren viele davon auf Tippfehler und passieren meißtens aus Flüchtigkeit. Aber egal.

>Solch einen gequirlten Mist den Sie hier schreiben, habe ich selten gelesen.<

Dann sollten Sie mehr lesen, dann werden Sie extrem schnell noch viel größeren Mist lesen. Ich finde es aber nett, dass Sie meinen Beitrag vom Durchschnitt abheben^^

>Die Archäologie ist KEINE junge Wissenschaft<

Informieren Sie sich mal, wann es zum ersten Mal einen wirklich wissenschaftlichen Zweig gab der sich mit den Hinterlassenschaften der Menschheit auseinander setzt. Wann konnte man zum ersten Mal das Fach Archäologie (z. B. Vor- und Frühgeschichte) studieren? Forschen Sie mal nach ;)

>Eine "Verbotene Archäologie" existiert sehr wohl innerhalb der Forschung<

Nein, sie existiert nicht. Nennen Sie mir mal einen Paragraphen der mir verbietet mich mit einem Thema meiner Wahl auseinander zu setzen? Nichts. Derzeit beschäftige ich mich mit den neolithischen Schädeldeponierungen des Nahen Ostens. Ein Thema das oft untergeht und auch nicht gerade mit Forschungsgeldern überschüttet wird. Das Problem ist in vielen Fällen die Finanzierung.

>Funde die zu Speziell sind werden unbehandelt archiviert...<

Stimmt. Das habe ich in dem Bereich "Einzelstücke" auch erklärt. Die Begründung dazu habe ich auch geliefert.

>...und im globalen Zusammenhang mit anderen Artefakten nicht berücksichtigt<

Naja, mit dem "globalen Zusammenhang" ist das etwas problematisch. Man kann nicht ohne Probleme Artefakt X aus Deutschland mit Artefakt Y aus China vergleichen. Das sollte eigentlich klar sein..... Aber nennen Sie mir einfach mal ein konkretes Beispiel und ich gebe Ihnen dazu gerne einen Kommentar.

>Forschungen finden auf internationaler Bühne ohne Einbeziehung anderer Fakultäten statt<

Falsch. Es wird in der Regel interdisziplinär gearbeitet.

>...dass hinter dem Verschlußstein der Großen Pyramide drei weitere Verschlußsteine existieren<

Ich habe weder etwas mit Ägyptologie noch mit Altamerikanistik zu tun, sorry, aber davon versteh ich nix.

>Ich könnte Ihnen noch zig Beispiele über die Existenz von "Verbotene Archäologie" nennen, die es Ihrer Ansicht nach nicht geben soll<

Ja klar, davon bin ich überzeugt. Wenn Sie mir dann noch Echtheitsbeweise und die detailierte Grabungsdokumentation dazu nennen, dann kann man auch diskutieren.

>Deshalb sollten Sie hier nicht solchen MIST verbreiten und sich mit falschen Lorbeeren schmücken!<

Komisch. Wenn man sagt, dass man Archäologie studiert hat, schmückt man sich sofort mit "falschen Lorbeeren". Als wäre das ein unglaubliches Kunststück.... Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Sie irgendwie befangen sind. Also entweder sind Sie ein großer Fan des Autors, gehören zum Verlag oder sind sogar der Autor selbst.

Fakt ist jedoch, dass sehr wahrscheinlich keinerlei Argumentation hilft Sie von der Richtigkeit meiner Rezension zu überzeugen. Und ich formuliere es jetzt auch mal richtig schön unwissenschaftlich: Und es ist mir Wurscht ob Sie das glauben was in dem Buch steht oder nicht, ich verdiene keinen Cent daran egal ob jemand das Buch toll findet oder nicht.

Ansonsten wünsche ich Ihnen noch viel Glück bei Ihrer Amtszeit als Papst.

Mit freundlichem Gruß,

Ihr J. Scheidt

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.04.2010 09:09:41 GMT+02:00
Schreiber meint:
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Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.04.2010 16:08:09 GMT+02:00
J. Scheidt meint:
Sehr geehrter anonymer Schreiber,

Ich gebe Ihnen zum Abschluß ein paar winzige Tipps:

1. Informieren Sie sich in richtiger Fachliteratur. Die ist leider oftmals sehr teuer, aber sie können praktisch alles in der Fernleihe der Bibliothek ihres Vertrauens leihen.

2. Als Gasthörer kann jeder an den Veranstaltungen einer Universität teilnehmen. Wenn Sie die Archäologie wirklich interessiert dann machen Sie das doch einfach mal. Ich denke, dann sehen Sie vieles anders.

3. Jeder kann forschen, auch Laien! Nehmen Sie sich die Themen vor die Sie interessieren und von denen Sie meinen, dass die Archäologie etwas "verschweigt". Ganz ehrlich: Wenn jemand ein gutes Werk mit alternativen Ideen publiziert, dann bin ich der Letzte der das kritisiert. Der "Mainstream" (den es natürlich auch in der Archäologie gibt) hat mich eigentlich noch nie interessiert. Alternative, gute Ideen find ich tausend mal besser.

So, damit ist das Thema für mich erledigt. Ich vermute mal für Sie auch. Damit ist wohl alles gesagt und ich werde mich hier auch nicht mehr zu Wort melden.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und nichts für ungut ;)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.04.2010 20:04:31 GMT+02:00
RocknRolla meint:
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Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.04.2010 23:36:56 GMT+02:00
J. Scheidt meint:
Eine Rezension ist dazu gedacht andere zu beeinflussen, sie soll zum Kauf animieren oder von diesem abraten. Ich habe meine subjektive Meinung wiedergegeben. Diese muß niemand teilen. Das sich Menschen "angegriffen" fühlen kann ich dabei nur sehr begrenzt verstehen. Wenn man nicht meiner Meinung ist, schreibt man einfach eine eigene Rezension und fertig.

Definitiv gibt es Sachen die wir nicht erfahren und definitiv ist Geschichte so wie sie in den Geschichtsbüchern steht in einigen Fällen nicht objektiv und in einigen Sachen sogar falsch. Keine Frage! Es gibt eine Gruppe deutscher Archäologen und Historikern die sich zur Aufgabe gemacht haben, die Schulbücher zu überarbeiten (Googeln Sie mal nach der AK Schulbuch). Das ist ein Problem gegen das leider viel zu wenig getan wird. Das liebe Geld ist daran oftmals Schuld. Jede Generation ist von ihrer Umwelt geprägt und somit ändert sich auch das Bild auf geschichtliche Ereignisse. Auch Archäologen interpretieren Ihre Funde aus ihren eigenen Prägungen herraus. Das ist nur Natürlich (Lesen Sie sich mal die religionsarchäologischen Interpretationen von Marija Gimbuntas über Catal Höyük, da fallen Sie um...). Jedoch geht es bei diesem "Werk" nicht um eine neue, wissenschaftlich fundierte Interpretation von archäologischen Funden und Befunden, sondern um "Geheimnisse" zu lüften die keine sind.

Was ich mit meiner Rezension eigentlich bewirken bzw. aussagen wollte war:

1. Das was ich primär anprangere ist der reisserische Titel und absolut falsche Darstellung des Faches Archäologie. Der Autor will damit einen schnellen Euro verdienen und nicht informieren.

2. Ich wollte einen absolut minimalen Einblick geben, warum in der Archäologie nicht alle Funde und Befunde die Untersuchung bekommen die sich einige vielleicht wünschen würden.

Das wars auch schon. Wer das Buch kaufen möchte soll es ruhig tun. Jeder Mensch kann machen was er möchte.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.09.2010 08:15:51 GMT+02:00
The Riven meint:
Hallo Herr Scheidt,

ich glaube nicht, dass sich hier irgendeiner "angegriffen" fühlt.
Was aber schon sehr auffällt, ist Ihre leichte "Überheblichkeit" in Bezug auf Ihr erworbenes Wissen.
Glauben Sie denn tatsächlich, nur weil Sie studiert haben, dass Sie alles wissen was mit Archäologie zu tun hat? Und dass Sie sich deshalb das ultimative Urteil darüber bilden können was erlaubt und verboten ist? Garantiert nicht! Sie haben lediglich einen kleinen Teil an Wissen. Und dieses Wissen basiert lediglich auf dem was Sie studiert haben. Studieren und Lernen allgemein heisst aber auch nur, das zu lernen was von anderen vorgegeben wurde. Dieses kann inhaltlich korrekt, aber auch wissentlich oder unwissentlich falsch/fehlerhaft oder unvollständig sein. Mit der Zeit wurden schliesslich schon mehrfach Änderungen an Lehrwerken vorgenommen, wie Sie es ja selbst schon erwähnten. Es ist extrem blauäugig zu glauben dass alles was in den Lehrbüchern steht das einzige ist was richtig ist und dass alles was davon abweicht nicht existiert oder gefälscht ist. Sicher gibt es viele die auf den Zug aufspringen und mit Fälschungen den Markt erobern, aber es wird auch einige geben, bei denen dies eben nicht so ist.

Verbotene Archäologie bedeutet nicht, dass es verboten ist sich mit einem Thema seiner Wahl auseinander zu setzen, das haben Sie glaube ich deutlich missverstanden. Es geht vielmehr darum, dass man z.bsp. gestoppt werden kann, wenn feststellt wird, dass jemand zu tief in einem Bereich herumforscht bei dem dies nicht gewollt ist, oder dass jemand etwas findet (z.bsp. Gegenstände, Orte, Manuskripte etc.) und dann festgestellt wird, dass diese Funde das bisherige Weltbild/Religionsbild auf den Kopf stellen, was in viele Bereichen sicherlich nicht gewünscht ist. Solche weiteren Forschungen werden dann unterbunden und verschwinden in Archiven und dann hat es etwas mit sogenannter "verbotener" Archäologie zu tun, weil es unerwünschte Funde sind an denen nicht geforscht werden darf. Der Forscher selbst ist natürlich weiterhin daran interessiert und möchte sich diesen Funden widmen, auch wenn er dann plötzlich das Stop erhält. Es gibt aber sicher noch höhere einflussreiche Stellen, die dies durchaus unterbinden/behindern können und vielleicht sogar noch mehr, aber das steht auf einem anderen Blatt. Denn nicht selten wird hinter den Ausgrabungen mehr als nur ein Archäologe stehen, sondern auch gewisse Geldgeber, oder Uni's etc. und es gibt sicher auch "Kollegen" die anderen genau auf die Finger schauen, um gewollte und ungewollte Funde zu lokalisieren. Es gibt auch genügend Archäologen, die sich einfach stur an ihren Vorgaben festhalten und nicht bereit sind sich neuen Möglichkeiten zu öffnen. Nur selten gibt es unabhängige Forscher/Archäologen, die sich ihre eigene Meinung bilden und dies teilweise auch unabhängig von Lehrbüchern und Vorgaben. Früher wurden sie belächelt oder verteufelt und irgendwann dann doch anerkannt, genauso wird es auch weiterhin in der Forschung/Archäologie bleiben.

VG

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.09.2010 23:27:45 GMT+02:00
J. Scheidt meint:
Zuerst einmal möchte ich mich entschuldigen, dass ich so spät antworte. Ich habe den Kommentar erst jetzt bemerkt. Dann möchte ich mich für den sachlichen Tonfall bedanken, den habe ich bei den anderen Kommentaren größtenteils vermißt :).

>Was aber schon sehr auffällt, ist Ihre leichte "Überheblichkeit" in Bezug auf Ihr erworbenes >Wissen.

Würde ich so nicht unterschreiben, aber es kann natürlich sein, dass es so wirkt. Wäre dann aber unabsichtlich.

>Glauben Sie denn tatsächlich, nur weil Sie studiert haben, dass Sie alles wissen was mit >Archäologie zu tun hat?

Definitiv Nein. Selbst nach 10 Jahren der Forschung kratzt man noch an der Oberfläche. Ich habe meine 1 - 2 Spezialgebiete worin ich mich als kleinen (!) Experten bezeichnen würden, aber der Rest ist für mich auch nur sehr stark am Rande erschlossen.

>Und dieses Wissen basiert lediglich auf dem was Sie studiert haben.

Jein... Im Studium bekommt man lediglich eine Art Basic. Den Rest erarbeitet man alleine, auch schon während der Studienzeit mit Praktikas und anderen Ergänzungen. Aber tendenziell haben Sie recht.

>Studieren und Lernen allgemein heisst aber auch nur, das zu lernen was von anderen >vorgegeben wurde. Dieses kann inhaltlich korrekt, aber auch wissentlich oder unwissentlich >falsch/fehlerhaft oder unvollständig sein. Mit der Zeit wurden schliesslich schon mehrfach >Änderungen an Lehrwerken vorgenommen, wie Sie es ja selbst schon erwähnten.

Stimmt! Und dieses wird einem schon während des Studiums eingebläut. Ich erinnere mich da an mein erstes Referat das ich halten mußte. Ich sollte ein spätantikes Pilgerheilitum vorstellen und das erste was ich natürlich machte war, dass Baudatum zu nennen. Mein Dozent unterbracht mich sofort und sagte:"Falls ich Sie mal unterbrechen darf, woher wissen Sie wann das gebaut wurde?", ich antwortete: "Das stand in einem Fachlexikon und in einer Monographie" er daraufhin: "Ach und deswegen muß das stimmen? Wissen Sie, nirgendwo steht das Baudatum, das ist nur Spekulation, das müssen Sie deutlich machen!"
Kurz gesagt: Archäologie ist auch ein ständiges Hinterfragen nach Methodik und Argumentation. Papier ist geduldig und man kann allen möglichen Müll schreiben und es wird publiziert, vorrausgesetzt, es gibt einen Markt dafür (Das Buch um das es hier geht wäre so ein Beispiel ;)). Außerdem sollte man erwähnen, dass ich während meiner Studienzeit niemals sowas wie ein Lehrbuch hatte. Außer einigen kleinen Einführungsbänden gibt es auch nichts, was man so bezeichnen könnte. Die Wahl meiner Lektüre war vollkommen mir überlassen.

>Es ist extrem blauäugig zu glauben dass alles was in den Lehrbüchern steht das einzige ist was >richtig ist und dass alles was davon abweicht nicht existiert oder gefälscht ist.

Das Glaube ich garnicht. Vieles was in archäologischen Fachbüchern steht kann falsch sein. Das bestreite ich nicht.

>Es geht vielmehr darum, dass man z.bsp. gestoppt werden kann, wenn feststellt wird, dass >jemand zu tief in einem Bereich herumforscht bei dem dies nicht gewollt ist, oder dass jemand >etwas findet (z.bsp. Gegenstände, Orte, Manuskripte etc.) und dann festgestellt wird, dass >diese Funde das bisherige Weltbild/Religionsbild auf den Kopf stellen, was in viele Bereichen >sicherlich nicht gewünscht ist.

Und da sage ich definitiv: Falsch! Zumindest in Staaten die keine Diktatur haben stimmt dieses nicht. Bewußte Verbote und Fälschungen bzw. bewußte Falschinterpretierungen sind mir bisher nur in 3 Staaten begegnet:
1. Israel: Dort wird versucht, die Funde aus Jerusalem oft in einem biblischen Kontext zu pressen um den Staat zu legimentieren. (also teilweise bewußte Fehlinterpretation aus politischen Gründen)
2. China: Dort werden Forschungen an bestimmten Themen verboten um das Bild des alten China möglichst Glorreich aussehen zu lassen (Das Grab des Kaisers Qin darf aus diesem Grund nicht geöffnet werden, letztens gabs auch einige Unstimmigkeiten bei einem vermeindlichem Grab von Cao Cao).
3. Afghanistan: Die Sprengung der Bhuddas wäre so ein Beispiel für Kulturgüter aus fundamentalistischen Gründen entfernt werden.
Mehr fällt mir nicht ein. Sowas kann man leider nicht ändern, aber das sind keine Regelmäßigkeiten die in der Archäologie auftauchen. Das Buch zeigt solche Fälle auch nicht. Nennen Sie mir mal einen Archäologen, der an seiner Arbeit gehindert wurden? Ich kenne keinen.
Zu Religionsbildern kann ich jetzt nicht so viel sagen, aber solange man da nicht auf Fundamentalisten trifft hat man da aber eigentlich keine Probleme.

>[...]Funde sind an denen nicht geforscht werden darf.

Das Wort "darf" ist da einfach falsch. Jeder darf forschen wie er möchte und woran er möchte. Wenn es Kollegen nicht paßt, dann werden die Gegendarstellungen veröffentlichen. Aber auch da gibt es jetzt eine einfache Lösung: Nennen Sie mir einfach einen echten, definitiv nicht gefälschten Fund woran man nicht forschen darf. Wie ich schonmal betonte: Wenn es sowas gibt, woher hat der Autor des Werkes seine Informationen?

>[...]und es gibt sicher auch "Kollegen" die anderen genau auf die Finger schauen, um gewollte >und ungewollte Funde zu lokalisieren.

Also ich habe bisher bei keiner Grabung sowas erlebt oder auch nur von einem anderen Archäologen gehört. Eine Archäologen-Stasi wäre mir komplett neu.

>Es gibt auch genügend Archäologen, die sich einfach stur an ihren Vorgaben festhalten und >nicht bereit sind sich neuen Möglichkeiten zu öffnen.

Das Unterschreibe ich sofort! Das stimmt definitiv!

>Nur selten gibt es unabhängige Forscher/Archäologen, die sich ihre eigene Meinung bilden und >dies teilweise auch unabhängig von Lehrbüchern und Vorgaben.

Gibt es, jedoch gibt es leider ein Problem: Das Geld. Wenn Sie unabhängig sind, dann muß man entweder sehr reich sein, oder nebenbei irgendwo in einem anderen Beruf arbeiten, was natürlich nicht wünschenswert ist. Während man bei McDonalds Fritten schwingt kann man nur sehr schlecht forschen. Jedoch gibt es etablierte Forscher die wirklich einigen Bereichen alles aufgewühlt haben. Prof. H. G. Severin im Fach Christliche Archäologie war z. B. so einer. Der hatte eine feste Stelle und hat alles hinterfragt und geprüft. Und der hat so einige Stücke auch als Fälschungen entlarvt.

>Früher wurden sie belächelt oder verteufelt und irgendwann dann doch anerkannt, genauso >wird es auch weiterhin in der Forschung/Archäologie bleiben.

Ganz ehrlich: belächelt werden wir teilweise immer noch. Wissen Sie wie blöd man sich vorkommt, wenn man in seinem Familien- oder Bekanntenkreis wegen den Themen an denen man arbeitet teilweise ausgelacht wird? Oder wie oft ich schon gefragt wurde: "Na, wann gehst du denn endlich mal in die Pyramiden und erforschst die Geheimgänge?" oder ein Klassiker: "Sag mal, hast du eigentlich schonmal einen Dinosaurier gefunden?". Irgendwann geht einem da der Hut hoch. Dazu kommen dann noch irgendwelche Matriachatsforscherinnen, Neo-Heiden, Ufo-Fans, Sondengänger und Anhänger einer verbotenen Archäologie die einem alle was davon erzählen wollen, dass Archäologen alles falsch machen und wir die wichtigen Sachen wie Ufos, Frauen die als Göttinnen verehrt wurden usw. vollkommen ignorieren. Ich weiß ja nicht, was die Menschen für eine Vorstellung von dem Beruf haben, aber ich kann inzwischen nur noch den Kopf schütteln.
Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum ich die Rezension geschrieben habe und warum ich auch noch auf die Kommentare antworte. Irgendwann fragt man sich: "Was glauben die Menschen eigentlich was bei uns abgeht?!?". Von daher kam auch mein Vorschlag, dass sich jeder ein eigenes Bild machen kann wenn er nur mal Fachbücher oder in Vorlesungen gehen würde. Ich glaube, dann würden die Leute auf solche Bücher nicht mehr eingehen und der Autor wäre schnell arbeitslos.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 08.01.2011 20:54:02 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 08.01.2011 20:55:06 GMT+01:00
Hallo Anyu, mir gefällt Ihre Rezension und auch die Art und Weise in der Sie Ihre Ansicht verteidigen. Ich fürchte nur, indem sie ein Machwerk, wie das zur Diskussion stehende, rezensieren, werfen Sie Perlen vor die Säue. Die Gemeinde der Anhänger von Scharlatanen, wie möglicherweise Fischinger, Hausdorf oder Vanhelsing, reagieren auf jede vernünftige negative Kritik mit einem kollektiven Beißreflex. Es ist aber auch wirklich viel einfacher, den genannten Vortänzern nachzurennen (sollte natürlich nicht mehr als 19,80 ¤ kosten), als sich mit sperriger Literatur oder mühsamer, solider Recherche zu belasten. Ich schließe allerdings nicht aus, dass gelegentlich auch beschränkte natürliche Ressourcen für manche Formulierung in den Kommentaren verantwortlich sind. Nochmals, vielen Dank für Ihre fundierte Ansicht über das Buch.
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