Kundenrezension

24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Licht & Schatten, 24. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Enslaved: Odyssey to the West (Videospiel)
Nun habe auch ich "Enslaved" durchgespielt und bin sehr angetan von dem Spiel. Es gibt sehr viele positive Aspekte, die dieses Spiel zu einem absoluten Pflichtkauf für Action-Adventure-Fans macht, leider aber auch eine negative Aspekte, welche den geneigten Spieler aber nicht davon abhalten sollten, sich "Enslaved" zuzulegen.
Im Folgenden die Einzelheiten...

Die Graphik:
Kommen wir gleich zu einem Bewertungspunkt, der etwas zuviel Schatten enthält. Zunächst zum Positiven: Die Spielwelt ist unglaublich schön und atmosphärisch designed. Ein wahres Kunstwerk. Im Spiel befinden wir uns in einem postapokalyptischen Amerika, in dem wir zahlreiche verrottete Hochhäuser, nahezu völlig zerstörte Brücken oder riesige Schrottberge zu sehen bekommen. Dabei wirkt alles in sich stimmig und real. Lediglich der nahezu inflationäre Einsatz von unterschiedlichsten Farben / Farbtönen trübt hier den Gesamteindruck. Zwar habe ich absolut nichts dagegen, wenn eine postapokalyptische Spielwelt nicht allzu trist aussieht, hier haben es die Entwickler meines Erachtens dennoch etwas übertrieben.
Von der rein technischen Seite gibt es leider nicht sooooo viel Gutes zu berichten. Es kommt oft vor, dass Texturen bei Kamerawechseln deutlich erkennbar nachgeladen werden (dauert meist etwa eine halbe Sekunde), und auch wenn man mit Monkey auf eine Wand zu läuft, kommt dies teilweise vor. Wenn die Texturen erstmal nachgeladen sind, stellt man mitunter fest, dass diese dennoch etwas verwaschen sind. Im Großen und Ganzen gehen die Texturen aber völlig in Ordnung, da dieser Mangel nur bei näherem Zoomen deutlich wird. Desweiteren gibt es immer wieder Tearing und (sehr selten) auch mal leichte Einbrüche in der Framerate.
All diese Kritikpunkte sind zwar vorhanden, jedoch haben sie meinen Spielspaß keineswegs beeinträchtigt. Die Liebe zum Detail, mit der die Designer bei der Gestaltung der Spielwelt zugange gewesen sind, wiegen die Mängel mit Leichtigkeit wieder auf. Nicht selten bin ich einfach mal eine Weile stehengeblieben, nur um die Landschaften zu bestaunen.

Die Musik / Der Sound:
Auch hier gibt es leider nicht nur Licht. Die deutschen Synchronsprecher sind sehr gut (vor allem Monkey!), der Soundtrack klingt einfach phantastisch. Das Problem: Balancing. Es kommt sehr oft vor, dass die Sprecher in den Zwischensequenzen viel zu leise abgemischt wurden, stellenweise kann man wirklich kein einziges Wort verstehen. Wenn man wiederum selbst spielt und die Charaktere lediglich Kommentare oder Hinweise zum Besten geben, sind die Stimmen im Zusammenspiel mit Soundeffekten und Musik perfekt ausbalanciert. Hier sollte unbedingt so schnell wie möglich ein Patch nachgeschoben werden!
Letztendlich bin ich schon nach kurzer Spielzeit dazu übergegangen, Untertitel einzuschalten.
Die Musik wurde von Nitin Sawhney komponiert und bietet eine große Vielfalt an dramatischen und ruhigen Stücken. Eingespielt wurde die Musik von einem Orchester (die Prager Philharmonie, wenn ich richtig informiert bin). Für den Soundtrack gibt es von mir volle Punktzahl!

Die Story:
Diese dürfte den meisten Lesern hier ohnehin schon bekannt sein, deswegen nur ganz kurz - bei der Flucht aus einem Sklaventransport treffen die beiden Hauptprotagonisten Monkey und Trip aufeinander. Bei der Flucht wird Monkey bewusstlos. Trip nutzt die Gelegenheit und setzt ihm ein Sklavenstirnband auf. Sie möchte, dass er sie zu ihrem Heimatdorf bringt. Da die Welt jedoch von gefährlichen Robotern ("Mechs") bevölkert wird, die auf alles ballern, was irgendwie lebt, ist Trip auf die Hilfe von Monkey angewiesen. Und diese Hilfe holt sie sich dank des Stirnbandes.
Dass die Story nicht so einfach gestrickt ist, wie es jetzt scheint, versteht sich von selbst und so kommt es schließlich im letzten von 14 Kapiteln zu einem großen Showdown, in dem es zu großen Gefühlen kommt.
Tatsächlich lässt sich sagen, dass die Story und vor allem das Verhältnis zwischen Monkey und Trip das Herzstück von "Enslaved" ist. Es ist einfach wunderbar, mitzuerleben, wie sich aus der reinen Zweckgemeinschaft zwischen den Beiden eine warme Freundschaft entwickelt. Oder sogar mehr? Nun, das müsst ihr schon selbst herausfinden ;) ... ach ja: Trotz all der Ernsthaftigkeit und Melancholie, die der Plot bietet, kommt der Humor vor allem im letzten Drittel des Spieles nicht zu kurz.

Das Gameplay:
Habt ihr die "Uncharted"-Serie gespielt? Dann fühlt ihr euch bei "Enslaved" sofort heimisch. Es gibt zahlreiche Kletterpassagen (die allerdings sehr simpel gehalten sind und erst gegen Spielende etwas Geschick erfordern), einige ebenfalls eher simpel gehaltene Rätsel und natürlich Kämpfe.
Gekämpft wird mit einem Stab, der im späteren Spielverlauf auch Munition verschießen kann. Die Kampfschauplätze bieten viele Deckungsmöglichkeiten. Allerdings sollte man sich mit Monkey nicht zu lange an ein und derselben Stelle aufhalten, da die meisten Deckungen zerstörbar sind - dabei gibt es durchaus Unterschiede je nach Material. Im Nahkampf kann Monkey eine begrenzte Anzahl von Schlägen blocken, wenn die Gegner aus der Ferne schießen, kommt eine Art Schutzschild zum Einsatz, welches ebenfalls eine begrenzte Anzahl von Treffern abfängt. Das Schild wird nach kurzer Zeit wieder aufgeladen.
Die Roboter haben teilweise Schwachstellen. Dies wird durch Symbole über den Figuren dargestellt. Mal ergibt sich dadurch die Möglichkeit, einen Roboter auf einen anderen zu schleudern und dadurch eine Explosion zu verursachen, oder man schnappt sich den Gewehrarm eines Gegners und kümmert sich damit um den Rest. Zwischendurch kann Monkey auch Geschütztürme besetzen und von dort die Gegner auf's Korn nehmen.
Hier noch eine ungefähre Gewichtung aller drei Gameplay-Komponenten:
Rätsel 20%
Klettern 35%
Kämpfen 45%

Die Limited Edition:
Normalerweise schreibe ich hierfür eine extra Rezension, da aber der Inhalt sehr gering ausfällt, verzichte ich diesmal darauf.
Die LE bietet neben dem Spiel ein Artbook sowie eine Soundtrack-CD.
Das Artbook wird in einem hochwertigen Hardcover-Einband ausgeliefert, welches viele interessante Zeichnungen zu Charakteren, Landschaften und Gegnern beinhaltet. Sehr schön anzusehen, allerdings hätte ich mir hier noch einige informative Texte gewünscht.
Die Soundtrack-CD ist im Artbook mit drin und es gibt auch eine Tracklist. Reingehört habe ich noch nicht, allerdings gehe ich berechtigterweise davon aus, dass hier natürlich die Originalkompositionen aus dem Spiel zu hören sind. Alleine dadurch wird schon der Kauf der LE nahezu völlig gerechtfertigt, denn die Musik ist - wie schon erwähnt - wirklich großartig!
Die Spielhülle selbst kommt mit einer eigenen Covergestaltung daher, wobei auch auf der Rückseite keinerlei Infotexte zum Spiel zu finden sind (diese sind ja schon auf der Pappverpackung). Auch hier kann ich sagen, dass die Idee super ist.

Mein Fazit:
Kaufen, kaufen, kaufen!
Klar, "Enslaved" hat so seine Macken, aber die Story, die Atmosphäre, die Musik haut alles wieder raus! Danke, Ninja Theory, für ein solch wundervolles Spiel.
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