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Kundenrezension

130 von 135 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Jackentaschenkino, 24. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Kodak Zi8 Pocket-Camcorder (SD Karte, 6,4 cm (2,5 Zoll) Display) schwarz (Elektronik)
Vor dem Kauf der Kodak-Zi8-Pocket-Kamera sollte man sich zunächst darüber Gedanken machen, für welche Einsatzzwecke das Produkt in Praxis verwendet werden soll. Grundsätzlich kann niemand erwarten, mit einer Kamera, die kaum größer als ein modernes Handy ist, Kinofilme zu drehen. Zumindest gibt das der momentane(!) Stand der Technik nicht her. Die Zi8 bietet allerdings eine Vielzahl von tollen Ansätzen und eine (bei geübter Bedienung) wirklich beeindruckende Bildqualität.

--------- Erste Eindrücke
Die Bedienung der Kamera ist simpel, weitestgehend intuitiv und auch ohne ein intensives Studium der Bedienungsanleitung möglich. Kodak bildet im Menü Symbole ab, die zur manuellen Konfiguration genutzt werden können. Nicht jedes dieser Symbole ist auf den ersten Blick einer logischen Funktion zuzuweisen. Ein Menü in Textform sieht zwar nicht so schön aus, wäre aber vielleicht eine bessere Lösung gewesen. Grundsätzlich kann man gleich nach dem Kauf der Kamera mit dem Filmen beginnen. Sie ist leicht (110 Gramm + Akku) und liegt praxisgerecht in der Hand. Die im Vergleich zu einigen anderen Mini-Cams etwas größere Breite ist unproblematisch und erklärt sich durch ein das 2,5-Zoll-LCD-Farbdisplay mit 230.000 Bildpunkten (Flip Ultra/ Mino/ Creative Vado besitzen jeweils nur ein 2-Zoll-Display). Dafür ist das Gehäuse etwas schlanker (dünner), als das der Konkurrenzmodelle. In der Praxis erweist sich das gößere Display als sehr hilfreich, da mit kleinen Mini-Cams ausschließlich im Live-View-Modus gearbeitet wird und man auf eine möglichst gute und detaillierte Display-Ansicht angewiesen ist. Die Verarbeitung ist etwas plastiklastig, nicht nur tatsächlich, sondern auch im Hinblick auf das haptische Empfinden. Die Zi8 wirkt zwar nicht klapprig, aber etwas mehr Alluminium hätte dem Gehäuse der Kamera gut getan. Außerdem ist das gehäuse sehr Empfindlich, wenn es um Fingerabdrücke geht. Die Anschlüsse (toll: High-Speed-USB 2.0, AV-Ausgang, HDMI, Gleichstromeingang, externe Mikrofonbuchse mit Stereounterstützung) verbergen sich hinter etwas labil wirkenden, dehn- und biegsamen Kunststoffabdeckungen. Metallscharniere oder -schübe wären eine vertrauenserweckendere Konstruktion gewesen. Na gut, die Bauweise der Mini-Cam ist selbstverständlich auf den günstigen Preis und eine durch die Konstrukteure angestrebte Gewichtsreduktion zurück zu führen. Die Verarbeitung kann grundsätzlich als gut bewertet werden und ist für den Preis angemessen. Die Qualitätsenticklung bietet jedoch Spielraum nach oben.

---------- Erfahrungen aus der Praxis
Die Zi8 könnte etwas schwerer sein. Das geringe Gewicht sorgt in Kombination mit der Kompaktheit des Gehäuses hier und da für unnötige Verwacklungen. Man braucht eine sehr ruhige Hand oder ein Stativ, um richtig gute Ergebnisse erziehlen zu können. Die Bildqualität an sich ist hervorragend und die HD-Technologie ermöglicht lupenreine und fein strukturierte Filmaufnahmen, die wirklich jedes Detail abbilden. Einzelne Wassertropfen oder Schneeflocken werden gestochen scharf abgebildet. Im Vergleich zu Kameras ohne HD-Aufnahmefunktion sollte man jedoch weitestgehend auf schnelle Schwenkbewegungen verzichten. Die Fülle an Bildinformationen überfordert ansonsten den 2,5"-CMOS-Sensor und führt zu einem leichten "Verschwimmen" des aufgenommenen Materials. Die "Entdeckung der Langsamkeit" gewinnt bei der Bedienung der Zi8 eine ganz neue Bedeutung. Das Modell von Kodak bietet verschiedene Aufnahmemodi: 1920 x 1080 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde (1080p), 1280 x 720 Pixel bei 60 (!) oder 30 Bildern pro Sekunde (720p), WVGA (848 x 480 Pixel) und Stehbilder (Fotos) mit 5,3 MP im 16:9-Bildschirmformat, interpoliert. Die ausgewiesenen Konkurrenzmodelle Flip Ultra bzw. Mino und Creative Vado schaffen nur 720p mit 30 Bildern pro Sekunde. Insbesondere bei Aufnahmen, die später als Zeitlupe abgespielt werden sollen, sind 60 Bilder pro Sekunde nicht zu unterschätzen und führen zu glasklaren Slow-Motion-Darstellungen. Die Möglichkeit, mit der Zi8 Fotos zu schießen, ist eher ein positiver Nebeneffekt, als wirklich notwendig. Allzu hohe Anspruche sollte man hier nicht stellen. Eine weitere, sehr hilfreiche Funktion, die keines der genannten Vergleichsmodelle bietet, ist der Macro-Modus der Zi8 (Focusbereich: 15 cm). Hiermit lassen sich auch kleinste Motive (z.B. Insekten) formatfüllend und detailreich abfilmen. Dabei fällt auf, dass die Kamera die der Linse nahen Objekte durch eine geringe Tiefenschärfe vom Hintergrund abhebt (vorne scharf, im Hintergrund unscharf), was den Aufnahmen einen sehr professionellen Anstrich verleiht. Generell arbeiten die Scharfstellung, die Kontrastierung, die Farbgebung und die Belichtungsparameter (ISO-Empfindlichkeitsspektrum von 50-800) der Zi8 ausschließlich automatisch. Ein Eingriff in die Voreinstellungen ist nicht möglich - in den meisten Fällen aber auch nicht notwendig, da die Automatiken recht zuverlässig arbeiten und im Allgemeinen für gute Darstellungsleistungen sorgen. Hin und wieder kommt es bei der automatischen Schärferegelung zu Interessenkonflikten und Motive, die sich zu nah an der Kamera befinden, werden im Vergleich zum Umfeld etwas unscharf abgebildet. Wenn man sich aber erstmal an diese Tücke gewöhnt hat, kann man sie meistens umgehen, indem man einfach genügend Abstand zum Motiv einhält. Die Tatsache, dass man bei Aufnahmen im Dunkeln bzw. in der Dämmerung keine Wunder erwarten kann, ist in dieser Preisklasse selbstverständlich. Immerhin sind die Ergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen größtenteils noch einigermaßen brauchbar und deutlich besser, als bei den meisten vergleichbaren Mini-Cams.

Größere Hindernisse offenbaren sich im alltäglichen Gebrauch an anderen Stellen: Es ist ratsam, den Bildstabilisator abzuschalten, da er durch seine permanenten Bemühungen, Verwacklungen auszugleichen, zu Bildschwingungen führt, welche die Qualität des abgefilmten Materials negativ beeinträchtigen. Das ist jedoch verständlich, da Bildstabilisatoren selbst in vielen Fotokameras im Umgang mit Einzelbildern Schwierigkeiten haben, Verwacklungen auszugleichen - wie soll das bei 30 oder 60 Bildern pro Sekunde funktionieren? Eine derartige Rechenleistung kann man zur Zeit von einer kleinen Mini-Cam (noch) nicht erwarten. Ein weiteres Handicap ist der in das Gehäuse integrierte USB-Stick. Er ist nur waagerecht ausklappbar und nicht etwa auszieh- oder verlängerbar, was beim direkten Überspielen der Video-Dateien auf den PC hinderlich ist, da man nie genau weiß, wo man die Mini-Cam ablegen soll. Ich habe mir zu diesem Zweck eine Unterlage aus einem alten Karton gebastelt. Ein anderer Kritikpunkt ist der - bei der kompakten Bauweise verständlich - fehlende optische Zoom. Der vierfache Digital-Zoom ist ohne Stativ kaum zu gebrauchen, da er zu extrem verwackeltem Bildmaterial führt. Logisch, da sich das normale (unumgängliche) Zittern in der Hand im Vergleich zum Anstieg der Vergrößerung potentiert. Schade ist auch, dass das Umschalten vom Marcromodus in den Weitwinkelmodus nur über eine Schiebetaste möglich ist, was beim Aufnehmen deutlich zu hören und zu sehen (Ruckeln) ist. Ein weicherer Übergang mit Zoom-Effekt wäre hier wünschenswert. Eine letzte Kritik verdient das Aufladen des Akkus - das gelingt nur über die Kamera selbst, wenn sie mit einer Steckdose verbunden wird. Bei der Verwendung von Ersatz-Akkus ist man somit gezwungen, diese beim Aufladen direkt im Gerät zu wechseln (was zwar unproblematisch funktioniert, aber nicht optimal gelöst wurde). Eine externe Ladestation würde den Einsatz zusätzlicher Akkus vereinfachen. Bei aller Kritik sollte man allerdings nicht vergessen, dass die Entwicklung der Mini-HD-Kameras erst am Anfang steht und die Bildqualität trotz aller Schwächen im Detail wirklich fantastisch ist. Die Kinderkrankheiten der HD-Technologie und die damit verbundenen Handhabungsdefizite entsprechender Kameras sind auch bei vielen deutlich teureren und größeren Modellen vorhanden. Fast schon professionell: Die Zi8 verfügt über einen externen Mikrofonanschluss mit Stereoton(!). Auf diese Weise lässt sich der für die kompakte Größe des Geräts generell gute Ton auf ein wirklich brilliantes Klangergebnis steigern.

---------- Fazit
Die Zi8 von Kodak ist derzeit die beste Jackentaschen-HD-Kamera, die man auf dem Markt finden kann. Die selbst gedrehten Videos reagieren zwar empfindlich auf manuelle (Hand-)Bewegungen und sind ohne Stativ etwas zittrig oder leicht verwackelt, aber gemessen an Preis und Größe können die Ergebnisse derzeit als Maßstab für Mini-Cams bezeichnet werden. Die Zi8 ist keine Kamera für professionelle Filmemacher oder anspruchsvolle Hobbyregisseure mit höheren cineastischen Ansprüchen, sondern eher für den schnellen Gebrauch zwischendurch konzipiert worden. Sie wird insbesondere den Bedürfnissen von Spontan- und Experimentalfilmern, Jugendlichen, Youtube-Fans und Einsteigern gerecht. Schärfer und klarer als vergleichbare analoge Filmkameras oder die Resultate von günstigen Fotokameras mit additivem HD-Filmmodus sind die Erzeugnisse der Zi8 allemal - wenn man das kaum vermeidbare, leichte bis deutliche Bildzittern bei Freihandaufnahmen hinsichtlich der Qualitätsbewertung hinter den Anspruch auf detailscharfe Abbildungen stellt. Im Vordergrund der Entwicklung der Zi8 stand eindeutig eine möglichst einfache Bedienbarkeit - und diesem Anspruch wird die Kamera gerecht. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr zufrieden stellend, aller begründeten Kritiken zum Trotz. Ich empfehle für den alltäglich Gebrauch den Zukauf eines Stativs (1/4" Standard) zur Reduktion des angesprochenen Verwackelns, eines Zusatzakkus (KODAK Li-Ionen-Akku KLIC-7004) und einer gepolsterten Aufbewahrungstasche (größer als 113,2 x 62,0 x 21,5 mm), gegebenfalls mit Fächern für das Ladekabel oder Ersatz-Akkus. Im Lieferumfang ist keine Speicherkarte enthalten! Mindestens 16GB (Class 6) sollten es schon sein (ca. 3-4 Std. Aufnahme bei höchster Qualität). Der 128 MB Speicher (intern) ist viel zu klein. Allerdings ist die Verwendung von Speicherkarten insbesondere im Urlaub gegenüber einem fest eingebauten Speicher ohne Kartennutzungsoption ein Vorteil (Flip Mino/ Ultra/ Creative Vado besitzen nur in das Gerät integrierte Speichermöglichkeiten). Bei Bedarf kann man sich für die Zi8 mehrere SD-/SDHC-Karten zulegen, womit der Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt sind. Ansonsten ist der Lieferumfang inklusive einem Akku, einem Netzteil, einem HDMI und AV-Kabel, einer Handschlaufe, einem Benutzerhandbuch und einer auf der Kamera enthaltenen Software zum Überspielen auf den PC sehr umfangreich und kundenfreundlich. Tipp: Kodak bietet im Internet kostenlos Updates für die Zi8 an - was an dieser Stelle erwähnt werden sollte, da es längst nicht selbstverständlich ist.
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Kommentare


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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.06.2010 19:37:18 GMT+02:00
Jochen Meyn meint:
Keinerlei Fragen mehr - besten Dank und Gruß....

Veröffentlicht am 30.06.2010 10:07:13 GMT+02:00
david meint:
Vielen Dank dem Verfasser für diese wahrlich Profi-Rezension.Ich bin
selbst Besitzer der Zi8 und kann den Kommentaren ohne weitere Ergänzungen
vollinhaltlich zustimmen.

Veröffentlicht am 19.08.2010 10:28:37 GMT+02:00
Hangrun meint:
hallo
was ich aber dem bericht nicht entnehmen kann sind die von mir beobachteten ruckler beim abspielen.
egal ob mit oder ohne stabilisator.
die eigenartigen lobeshymnen auf die hd bilqualität kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen.

ob da wohl wieder mal ein kodak mitarbeiter am schreiben gewesen ist ?

Veröffentlicht am 20.11.2010 09:56:40 GMT+01:00
F. Menzel meint:
Danke für diese ausführliche Rezension!
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