Kundenrezension

4.0 von 5 Sternen Gutes "Lustspiel" aus der Frühzeit des Erotikfilms!, 6. Juni 2014
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Rezension bezieht sich auf: Ein dreifach Hoch dem Sanitätsgefreiten Neumann (DVD)
Österreich zur Zeit der K.u.K.- Monarchie: Sanitätsgefreiter Neumann wird in das ländliche Krems strafversetzt, wo er als Assistent dem Oberstabsarzt Treppwitz zugeordnet wird. Doch schon bei seiner Ankunft am Bahnhof kommt es zur ersten kuriosen Situation an seiner neuen Wirkungsstätte, als man ihn zunächst mit dem zur gleichen Zeit mit dem gleichen Zug erwarteten Erzherzog Rudolf Rudolf verwechselt wird. Da er seinen Oberstabsarzt oftmals in dessen Abwesenheit vertritt, macht er Bekanntschaft mit vielen gelangweilten Damen der kleinstädtischen Gesellschaft, von denen er als eine willkommene Abwechslung auch in sexueller Hinsicht angesehen wird, und die seiner Aufforderung: "Madame, bitte entkleiden"!, meist äußerst gerne nachkommen. Weitere Verantwortung kommt auf Neumann durch die Übertragung des Sorgerechtes seiner verwaisten Nichte zu, bei der er zunächst irrtümlicherweise von einem kleinen Mädchen ausgeht, die sich dann aber als 18-Jährige höchst attraktive junge Dame erweist, deren Naivität sie allerdings aufgrund von Verwechslungen bei ähnlichen Straßenbezeichnungen nicht in das von der Witwe von Treptow martialisch geleitete und an einer Marine- Kadettenanstalt orientierte Erziehungsinstitut für Höhere Töchter bringt, sondern in das Edel- Bordell des Städtchens, wo man in ihr gleich die richtige Gespielin für den sich in diesem Etablissement angekündigt habenden Erzherzog Rudolf glaubt zu erkennen, mit dem Neumann's Nichte dann tatsächlich einen "schönen Abend" verbringt, wenn auch ohne sexuelle Aktivitäten, denn Erzherzog Rudolf hat nicht wirklich Interesse daran, sondern will seinen Landeskindern durch den Besuch solcher "Einrichtungen" nur seine ihm von diesen oft zugesprochene und von ihm als wichtig für seinen Ruf erachteten Manneskraft bestätigen. Doch auch Neumann selbst verwechselt die Straßen, so dass er zunächst in besagter Erziehungsanstalt den dortigen "Töchtern" Medikamente verabreicht, die eigentlich für die "Damen des Bordells" gedacht waren, weshalb er dorthin noch mal zusätzlich hin muss. Das Missverständnis mit seiner Nichte löst sich aber recht bald, und Neumann überführt sie in die Erziehungsanstalt. Von dort aus begegnet sie nochmal "Prinz Romeo", ein Neffe des Erzherzogs, der sie unbedingt heiraten will (womit ausgerechnet Neumann Angeheirateter Verwandter vom Erzherzog würde). Zuvor müssen Neumann und Kameraden aber noch für ein selbstgeschriebenes Theaterstück im klassischen Stil des Oberstabsarztes als Darsteller herhalten, was lächerlich wirkt, weil der Arzt die Rollen ausschließlich mit Männern besetzten will. Neumann selbst begibt sich bald dann ebenfalls in die Hände einer ihn schon seit seiner Ankunft kennenden hübschen Dame.

Mit operettenhafter Leichtigkeit inszenierte Regisseur Franz Marischka als unumstrittener "Meister der leichten Muse" mit diesem Film seine erste "Erotikkomödie", im Jahr 1969, als eine deutsch- italienische Koproduktion, als diese Art von Filmen allmählich immer populärer wurden, und dem Regisseur offenbar längst klar war, dass die Zukunft der "leichten Filme" dem Erotik- Genre gehörten.
Dass dieser Film bestimmt nicht zu den Schlechtesten seiner Gattung in der Frühzeit dieses Genres gehört, berücksichtigt die Tatsache, dass der Film inzwischen sogar mehrfach (?) im DVD- Format veröffentlicht wurde.
Den Film charakterisiert vor allem der viele Sprachwitz und die zotigen und doppeldeutigen Bemerkungen, die immer wieder auf Erotik anspielen, sowie Verkleidungs- und Verwechslungshumor. Der Film ist also auch ein stark "verbalerotisch" geprägter Film. - Dennoch geben sich in diesem Film viele der damals verfügbaren attraktivsten Darstellerinnen die Ehre, die man hier ab und zu auch mal nackt - wenn auch nur von hinten, "oben ohne", o.Ä. (wir sind hier immerhin erst im jahr 1969!) - sieht. In angezogenem Zustand können dann aber vor allem die Kostüme beeindrucken, wie überhaupt auf die ganze Ausstattung und die Kulissen viel Sorgfalt verwendet wurde, was dem Ganzen eine gewisse Authentizität verleiht. - Mal abgesehen von einigen zu übertriebenen und unrealistischen Szenen (z.B. die überzogen- alberne Vorführung der von Neumann - der hier auch als geistreicher Erfinder dargestellt wird - angeblich erfundenen Büstenhalter). Zur Ehrenrettung dieses Films muss man allerdings sagen, dass einige Übertreibungen hier meist zu Gunsten des Humors inszeniert worden sind. Wie in solchen Komödien nicht unüblich, werden die im Film auftretenden "Autoritäten" (Oberstabsarzt, Mädchenerziehungsanstalts- Leiterin, ...) recht lächerlich dargestellt.
Der Film wirkt auch wie eine - äußerst unterhaltsame - Parodie auf damals noch populäre Militärfilme, auf solche über die "K.u.K.- Monarachie", "Sissi"- Filme (vielleicht ist es kein Zufall, dass Regisseur Franz marischka NJeffe des "Sissy"- Gegisseurs Ernst Marischka war?).

Die DARSTELLER sind keine Unbekannten: Siegfried Rauch (bekannt sonst eher als Käpitän von "Das Traumschiff" oder "Der Bergdoktor", ...) als "Neumann"; in weiteren Rollen die hübschen Darstellerinnen Christiane Rücker, Erna Sallmer, Alexandra Marischka, u.A.; weitere männliche Rollen werden hier von Hubert von Meyerinck, Rudolf Prack, Sepp Gneißl, u.A. - M.E. allesamt keine Fehlbesetzungen.

Der Film ist zwar in Farbe; entsprechend der Qualität derselben zu jener Zeit sollte man davon aber nciht zu viel erwarten.
Die BILDQUALITÄT ist relativ schlecht; dass hier keine Restaurierung vorgenommen wurde, ist offensichtlich.

TONFORMAT: Dolby Digital 2.0

BILDFORMAT: 4:3

Ländercode: 0

SPRACHE. deutsch.

Die gezielten ANWAHL VON SZENEN ist hier möglich.

LAUFZEIT: ca. 82 min.

Die AUSSTATTUNG der DVD ist eher dürftig: es gibt kein Booklet, o.Ä. Auf der DVD selbst gibt es als "Zugaben" nicht mehr als eine kurze "Bilderalerie", sowie eine "Trailer- Show" mit 10 über diesen Verleih ebenfalls erhältlichen (alten) Filmen.

Der Film erhielt die FSK 16 - Freigabe - wegen des stark von Erotik beeinflussten Themas und der "nackten Haut" der (äußerst attraktiven) Darstellerinen, in deren Genuss der Zuschauer hier ab und zu kommt. - Auch wenn das natürlich nach heutigen Gesichtspunkten alles äußerst harmlos ist, und daher eien FSK 12- Freigabe schon als angemessener erscheint.
Dennoch sollte man den Film meiden, wenn man grundsätzlich die Darstellung nackter Frauen in Filmen ablehnt.
Ansonsten spielt sich hier die EROTIK mehr in verbaler Hinsicht (durch entsprechende Anspielungen) ab, nicht so sehr in "optischer". - Was weitgehend der Entstehungszeit des Films geschuldet ist. Der relativ vorsichtige Umgang mit Erotik kann natürlich einem heutigen Zuschauer etwas prüde vorkommen, was zu Enttäuschungen führen könnte, da man von so einem Film und den hierin beteiligten Darstellerinnen mehr Erotikszenen erwartet.

FAZIT: Sicherlich ein KULTFILM in diesem Genre, das stilprägend für eine ganze Generation von Erotikkomödien wurde. Ein "Lustspiel" auf höherem Niveau, wozu neben Darsteller(innen), Kostümen und Ausstattung vor allem die Gags, wie einige lustige Verwechslungen (mit Folgen) und vor allem die originellen Sprachwitze beitragen.
Insgesamt daher eine bemerkenswerte Komödie, die noch heute durchaus größeren Unterhaltungswert besitzt - mehr jedenfalls als die meisten anderen, selbst modernen Komödien - ob mit oder ohne Erotik.
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