Kundenrezension

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sollte bei jedem Fan der Band im Regal stehen, 20. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Mein Leben als Twisted Sister: I Still Wanna Rock (Gebundene Ausgabe)
Es gibt viele Bands im Rock und Metal-Genre, die als die größte Band ihres jeweiligen Untergenres gelten. Wenige Bands können aber von sich behaupten tatsächlich Vorläufer eines bestimmten Untergenres gewesen zu sein, viel zu oft entwickelte sich ein Untergenre an mehreren Orten und durch mehrere Bands gleichzeitig. Auch beim Glam-Rock beziehungsweise Hair-Metal sehen sich viele Bands als Vorläufer und doch wird ein Name häufiger genannt als andere. Gemeint ist Twisted Sister und sein Frontmann Dee Snider, der sich traute, was in der Zeit und vor allem auf Bühnen eher verpönt war, er trug Kleidung, die man eher bei Frauen erwartete und sorgte damit für einiges an aufsehen.

Genau dieser Dee Snider hat 2012 mit „Shut Up And Give Me The Mic“ seine Autobiografie, veröffentlicht. Unter dem Titel „Mein Leben als Twisted Sister – I Still Wanna Rock“ ist diese Biografie jetzt in Deutsch bei Iron Pages Books erschienen und lässt auch anglophobe Fans der Twisted Sister und Dee Snider an seinem Leben vor der Band und als Bestandteil von Twisted Sister teilhaben.

Das Buch selbst begrüßt den Leser mit einem typischen Bild von Dee Snider und doch zeugt das pinke Lesebändchen von hohem Standard. Bevor Dee Snider dann aber mit seinen Erlebnissen erzählt, zeigt uns das Inhaltsverzeichnis, dass Dee 49 Kapitel und fast 400 Seiten benötigt, um seine Geschichte zu erzählen. Es scheint also vieles auf den Tisch zu kommen. Vor einer Vorwarnung, in der Dee gleich sagt, dass diese Biografie anders ist, als jede andere Biografie eines Rockstars, weil er auf Sex und Drugs verzichtet hat und das Buch deshalb für Leser, die so etwas, erwarten eher langweilig sein wird, widmet er das Buch seiner Frau Suzette, die nicht nur im Buch sondern auch in seinem Leben die bedeutendste Rolle, neben Dee selbst, innehat.
Der Prolog ist eigentliche eher ein Epilog, denn dieser erzählt von den Situationen vor dem Schreiben der Biografie beziehungsweise von dem ersten Ende von Twisted Sister im Jahr 1984 und macht deutlich, wie schlecht es Dee zu diesem Zeitpunkt geht. Passend dann die überleitende Frage: „wie zur Hölle bin ich in diese Situation geraten?“
Genau diese Frage wird dann auf den nächsten knapp 400 Seiten beantwortet. Alles beginnt mit dem Daniel Snider, der bei einem morgendlichen Gespräch an der Haltestelle von den Beatles und deren Erfolge hört. Die Musik und der Erfolg lassen ihn danach nicht mehr los und er entschloss mit fast neun Jahren Musiker zu werden. Ein armes Elternhaus mit vielen Geschwistern sind dabei nicht unbedingt eine gute Ausgangsbasis, denn Instrumente und auch Lehrer dafür waren zu teuer. Da kam es Dee ganz recht, dass seine Lehrerin an der Grundschule bald erkannte, dass der Jungen eine tolle Stimme hatte, klassischer Countertenor. Diese Entdeckung führte dazu, dass Dee nicht nur im Schulchor sang, sondern auch dazu, dass er erste Erfolge auf der Bühne hatte. Diese Erfolge waren seine einzige Sucht und sie begleiten ihn nach wie vor.
Nach dem Schulchor war es für Dee nur noch ein kleiner Schritt zur eigenen Band. Mit Freunden gründete er diese, stellte aber rasch fest, dass Worte alleine keine Band ausmachten und deshalb scheiterte sein erstes Projekt. Kurze Zeit später jedoch änderte sich alles. Dee wurde bei Twisted Sister auf merkwürdige Weise Sänger. Casting nein, eher ein beschnuppern und eine lange Autofahrt führten dazu, dass sein Name und der Name der Band fortan nur noch in einem Atemzug ausgesprochen wurden.
Mit ihm als Sänger wurde aus der guten eine grandiose Band, die nicht nur atemberaubende Konzerte gab, sondern nach einigen Jahren auch einige Welterfolge hatte. Doch bis dahin war der Weg noch weit. Viele Konzerte in kleinen Clubs und die lange Suche nach einem Label, das sie unter Vertrag nahm, prägten die nächsten Jahre und diese sind für Dee alles andere als einfach. Ein Lichtblick ist dabei immer an seiner Seite, Suzette, die er bei einem Konzert sah und ansprach. Eigentlich wollte sie nichts von ihm, mit der Zeit entwickelte sich aber eine Beziehung, die bis heute hält. Mit Suzette erlebte er viele interessante Dinge und sie war es auch, die Dee seinen bekannten Look verpasste. Mit Label und besonderem Look ging es bergauf und Dee fing an Songtexte zu schreiben. Die Entstehung der zwei größten Hits der Band und wie er schließlich zum Drehbuchautor wurde, erzählt Dee äußerst interessant. Die Band ist zu diesem Zeitpunkt fast das wichtigste in Dees Leben, Suzette und sein Sohn stehen natürlich an erster Stelle. Mit schwindendem Erfolg in den USA, an dem zum teil auch die amerikanische Plattenfirma Schuld hatte, wurde es für Dee schwerer und schwerer. Da half es auch nicht, dass einige besorgte Eltern gegen diese Art von Musik mobil machten und Dee vor einem Komitee aussagen musste, was er, nach eigener Aussage, sehr gut machte. Dee und Twisted Sister waren am Boden und die Ausgangsfrage ist damit beantwortet.
Selbstverständlich finden sich auf den fast 400 Seiten noch mehr interessante Details aus Dees Leben und wirklich tolle Bilder, aber man will ja nicht alles vorwegnehmen.

Vorwegnehmen kann man aber, dass Dee sehr gut schreibt. Seine Lebensgeschichte liest sich nicht nur flüssig sondern auch so, als würde Dee vor einem sitzen und sie einem erzählen, was ein ganz besonderes Erlebnis ist. Gelungen sind auch Dees Lektionen für sein Leben, die deutlich machen, wieso er sich Verhalten hat, wie er es eben tat. Auch sagen kann man, dass Dee ein interessantes Leben hatte, er viel erlebt hat und viele bekannte Leuten kennenlernen durfte. Ganz deutlich wird auch, dass hinter jedem Mann eine Frau steht, die ihn stärkt, vorantreibt und auch ändert, wenn es denn nötig ist. Dee scheint mir seiner Suzette wirklich Glück gehabt zu haben, aber er ist in seiner Beschreibung sehr subjektiv. Manchmal sogar sehr subjektiv, gerade in einigen Kapiteln, wo er sich selbst als Unschuldslamm und alle anderen als die Bösen darstellt und immer dann, wenn es um seine tolle Stimme und seine tollen Ideen geht. Hier wird deutlich, dass Autobiografien im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit immer mit Vorsicht zu genießen sind. So etwas erwartet man aber und deshalb ist das nichts, was die Qualität des Buches schmälern würde, da muss man schon eher die Fehler und das etwas schwache Layout. Ersteres hätte durch ein besseres Lektorat verhindert werden können, letzteres durch das Einbinden der tollen Bilder in den Text und nicht auf einigen Seiten an zwei Stellen im Buch. Es ist nicht wirklich schlecht, hätte aber besser sein können.

Fazit:
Mit „Mein Leben als Twisted Sister – I Still Wanna Rock“ hat Dee Snider die ersten 30 Jahre seines Lebens und vor allen Dingen seine Zeit bei Twisted Sister autobiografisch niedergeschrieben und erzählt damit eine tolle Geschichte über den steinigen Weg einer Band zum Weltruhm. „We're not Gonna Take It“ ist dabei Programm. Teilweise sehr subjektiv, kann das Buch insgesamt doch überzeugen und sollte bei jedem Fan der Band im Regal stehen.

Copyright der Rezension 2013 by Martin Wagner für MusikOla.de
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