Kundenrezension

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4.0 von 5 Sternen Platz 1 in den USA, Platz 45 in Deutschland, 19. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Bad Company (Audio CD)
Obwohl die 1968 gegründete britische Blues- und Hardrockkombo Free mit ihrem 1973 unter chaotischen Umständen entstandenen sechsten Album HEARTBREAKER noch einmal so richtig abgeliefert hatte (vor allem die erste Albumseite mit "Wishing Well", "Come Together in the Morning", "Travellin' in Style" und "Heartbreaker" war unglaublich gut geraten), kam es kurz darauf zur endgültigen Trennung. Ihr Sänger Paul Rodgers schlug klugerweise das Angebot, Ian Gillan bei Deep Purple zu ersetzen, aus, und gründete stattdessen zusammen mit seinem Free-Kumpel Simon Kirke (Schlagzeug), dem Gitarristen Mick Ralphs (ex- Mott the Hoople) und Bassist Boz Burrell (ex- King Crimson) die Gruppe Bad Company.

Flugs unterschrieb das Quartett bei Led Zeppelins neu gegründetem Plattenlabel Swan Song, ging ins Studio und veröffentlichte im Juni 1974 sein Debütalbum BAD COMPANY. Resultat: Platz 1 in den USA und Platz 3 in England. Sicherlich waren die Jungs von sich überzeugt gewesen, aber dieser pfeilschnelle Flug in die Sphären des absoluten Rockstarhimmels trug schon sensationelle Züge. Die Platte selber war gut, aber, um es milde zu formulieren, sicherlich nicht besser als diverse Alben von Free, deren absolute Höchstplatzierung in den Vereinigten Staaten von Amerika eine Nummer 18 gewesen war (1970, mit ihrem erfolgreichsten Album FIRE AND WATER).

Der Eröffnungstrack "Can't Get Enough" von Mick Ralphs, ein simpler, rauer, hemdsärmeliger Hardrocktitel, wurde als Single ausgekoppelt, stieg bis auf Platz 4 (!) der US-Charts und trat damit sozusagen die Nachfolge des Free-Klassikers "All Right Now" an.

"Rock Steady" von Paul Rodgers war von ähnlichem Kaliber, kam aber wesentlich cooler daher. Dann folgte mit "Ready for Love" die erste Ballade. Der Song war bereits 1972 auf dem Mott-the-Hoople-Album ALL THE YOUNG DUDES veröffentlicht worden, damals eingesungen von Autor Mick Ralphs und Hoople-Boss Ian Hunter. Paul Rodgers kam mit dieser schönen Nummer zwar prima zurecht, gleichwohl ist mir das Original "Ready for Love/After Lights" einfach mehr ans Herz gewachsen. Mit "Don't Let Me Down", der zwar fast wie der großartige gleichnamige Beatles-Song von 1969 begann, dann aber schnell zu einer Art Gospel mit schrecklichem Frauenchor und noch schrecklicherem Saxophonsolo degenerierte, endete auch schon die erste Seite des Albums.

Seite 2 von BAD COMPANY begann mit dem Titelsong "Bad Company", dem absoluten Trademark-Song von Bad Company. Ein wunderbares Piano-Gitarren-Intro, dann Paul Rodgers' Gänsehautstimme, dann der von Kirkes Schlagzeug eingeleitete Refrain, dann das Ganze noch einmal, gefolgt von einem schönen Solo von Mick Ralphs, und schließlich wieder der Refrain bis hin zum gemeinsamen Bandfinale. Einfach großartig.

"The Way I Choose" war eine von diesen Balladen, die kein anderer jemals so intensiv zelebrieren konnte wie Paul Rodgers. Mick Ralphs streichelte seine E-Gitarre, und selbst das Saxophon passte sich ganz wunderbar ein. Himmlisch.

Mit "Movin' On" folgte zur Abwechslung mal wieder ein straighter Rocker. Er wurde zur zweiten Single des Albums bestimmt und erreichte Platz 29 in den USA. Bei "Seagull" kam schließlich die akustische Gitarre ins Spiel und verbreitete friedliche Lagerfeueratmosphäre. Ein Fest für Paul Rodgers' seelenvolles Organ und gleichzeitig harmonisch-unspektakuläres Finale eines abwechslungsreichen Debütalbums.

Trotz des überragenden Erfolges in anderen Ländern blieben die deutschen Plattenkäufer sehr reserviert, denn mehr als Platz 45 und ganze vier Wochen in den Albumcharts sprangen für BAD COMPANY nicht heraus, während sich die Singles erst gar nicht platzieren konnten. Und so sollte es dann auch später weitergehen: Deutschland und Bad Company blieben sich immer irgendwie fremd. Das ist schade, aber leider eine historische Tatsache.

In den 70ern sagte mir ein damaliger Freund, er habe Free vor allem wegen ihres Gitarristen Paul Kossoff sehr geliebt, während ihm Mick Ralphs, der Gitarrist von Bad Company, gar nichts bedeute. Vielleicht kommt man der Sache so auf die Spur? Ich weiß es nicht, aber es scheint mir immerhin eine mögliche Erklärung für den geringen Erfolg und die mangelnde Wertschätzung von Bad Company in Deutschland zu sein.
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