Der französische Spielfilm DER PORNOGRAPH von 2001 erzählt vom alternden Porno-Regisseur Jacques (Truffaut-Entdeckung Jean-Pierre Léaud, selbst in die Jahre gekommen, aber immer noch sehenswert wegen seiner herrlich manierierten Spielweise), der in einer Krise steckt. In den 70ern mit seinen Hardcore-Filmen erfolgreich und als innovativ gelobt, hat er seinen Beruf bereits aufgegeben, nimmt aber jetzt aus finanzieller Not noch einmal die Herausforderung an. Er sucht nach Kunst und Originalität, aber die Zeiten haben sich geändert. Er schläft neben einem Notizblock, weil er nachts die besten Ideen hat, aber die Zettel sind leer. Sein Stil ist nicht mehr gefragt, sein Sohn hat vor Jahren das Haus verlassen, als er von Papas Beruf erfuhr, seine Ehe besteht aus Schweigen. Jacques steht am Wendepunkt und muss etwas ändern. Er verlässt die Frau, trifft seinen Sohn (Jérémie Rénier), der selbst genug Probleme hat, und er will ein Haus bauen. Wohin geht seine Reise?
DER PORNOGRAPH ist sozusagen die französische Arthaus-Variante von "Boogie Nights", wenngleich beide Filme stilistisch so weit voneinander entfernt sind, wie es nur geht. DER PORNOGRAPH ist extrem still, schlicht und behutsam. Die besten Momente hat er im ersten Drittel, wenn Léaud am Set des Porno-Drehs künstlerische Anweisungen gibt, die dann vom Produzenten alle über den Haufen geworfen werden ("Du drehst doch keinen Unsinn, oder, Jacques?"), um das zu zeigen, was die Leute sehen wollen. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass hier (trotz einer FSK 16-Einstufung) tatsächlich "echte" Pornografie zu sehen ist - Zuschauer, die sich normalerweise davon fernhalten, sind hiermit gewarnt. Erregend ist das alles aber nicht, soll es auch nicht sein. Der Pornofilm ist ein Geschäft, das keine Künstler braucht, und der Film zieht sehr subtile Komik aus der Arbeit, etwa wenn die Filmemacher vor einer Wand mit der Drehbuch-Konstruktion stehen und überlegen, ob noch etwas fehlt ("Naja, hier vielleicht die Anal-Szene..."). Insgesamt aber hält sich der Humor bewusst in Grenzen.
DER PORNOGRAPH ist eine Charakterstudie, die Geschichte eines Alt-68ers, der mit seinem Beruf auch eine Form von Revolution ausgeübt hat und nun keine Ziele mehr sieht. Regisseur Bertrand Bonello inszeniert diese Selbstfindung äußerst sparsam und sperrig, weswegen der Film nach der Hälfte - wenn er das Porno-Milieu verlässt und sich ausschließlich auf den privaten Teil konzentriert - doch sehr zäh und für meinen Geschmack zu spröde wird (und ich mag spröde Filme). Da man die Motivationen der Charaktere nur bedingt nachvollziehen kann, wird man schwer involviert, letztlich berührt das Schicksal von Jacques nicht so, wie es sollte.
DER PORNOGRAPH entzieht sich jedem Klischee (sogar der Porno-Produzent, in anderen Filmen stets als schmierig und geldgeil abqualifiziert, wird hier zu einer ernsthaften Figur), und ich kann ihn Fans von Léaud und Rénier empfehlen, weil beide sehr sehenswerte Darstellungen zeigen. Wirklich begeistert hat er mich aber insgesamt trotz des guten Beginns nicht.
Die DVD zeigt den Film in guter Bildqualität (16:9), Ton ist Deutsch und Französisch, deutsche Untertitel sind vorhanden, als Extras gibt es verschiedene Trailer zu erotischen Filmen und den abgefahrenen Kurzfilm "Die Abenteuer von James und David".
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Der Pornograph B001C233JK
Jean-Pierre Léaud
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Ein Regisseur in der Midlife-Crisis - Drama mit Hardcore-Elementen
Der französische Spielfilm DER PORNOGRAPH von 2001 erzählt vom alternden Porno-Regisseur Jacques (Truffaut-Entdeckung Jean-Pierre Léaud, selbst in die Jahre gekommen, aber immer noch sehenswert wegen seiner herrlich manierierten Spielweise), der in einer Krise steckt. In den 70ern mit seinen Hardcore-Filmen erfolgreich und als innovativ gelobt, hat er seinen Beruf bereits aufgegeben, nimmt aber jetzt aus finanzieller Not noch einmal die Herausforderung an. Er sucht nach Kunst und Originalität, aber die Zeiten haben sich geändert. Er schläft neben einem Notizblock, weil er nachts die besten Ideen hat, aber die Zettel sind leer. Sein Stil ist nicht mehr gefragt, sein Sohn hat vor Jahren das Haus verlassen, als er von Papas Beruf erfuhr, seine Ehe besteht aus Schweigen. Jacques steht am Wendepunkt und muss etwas ändern. Er verlässt die Frau, trifft seinen Sohn (Jérémie Rénier), der selbst genug Probleme hat, und er will ein Haus bauen. Wohin geht seine Reise?
DER PORNOGRAPH ist sozusagen die französische Arthaus-Variante von "Boogie Nights", wenngleich beide Filme stilistisch so weit voneinander entfernt sind, wie es nur geht. DER PORNOGRAPH ist extrem still, schlicht und behutsam. Die besten Momente hat er im ersten Drittel, wenn Léaud am Set des Porno-Drehs künstlerische Anweisungen gibt, die dann vom Produzenten alle über den Haufen geworfen werden ("Du drehst doch keinen Unsinn, oder, Jacques?"), um das zu zeigen, was die Leute sehen wollen. An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass hier (trotz einer FSK 16-Einstufung) tatsächlich "echte" Pornografie zu sehen ist - Zuschauer, die sich normalerweise davon fernhalten, sind hiermit gewarnt. Erregend ist das alles aber nicht, soll es auch nicht sein. Der Pornofilm ist ein Geschäft, das keine Künstler braucht, und der Film zieht sehr subtile Komik aus der Arbeit, etwa wenn die Filmemacher vor einer Wand mit der Drehbuch-Konstruktion stehen und überlegen, ob noch etwas fehlt ("Naja, hier vielleicht die Anal-Szene..."). Insgesamt aber hält sich der Humor bewusst in Grenzen. DER PORNOGRAPH ist eine Charakterstudie, die Geschichte eines Alt-68ers, der mit seinem Beruf auch eine Form von Revolution ausgeübt hat und nun keine Ziele mehr sieht. Regisseur Bertrand Bonello inszeniert diese Selbstfindung äußerst sparsam und sperrig, weswegen der Film nach der Hälfte - wenn er das Porno-Milieu verlässt und sich ausschließlich auf den privaten Teil konzentriert - doch sehr zäh und für meinen Geschmack zu spröde wird (und ich mag spröde Filme). Da man die Motivationen der Charaktere nur bedingt nachvollziehen kann, wird man schwer involviert, letztlich berührt das Schicksal von Jacques nicht so, wie es sollte. DER PORNOGRAPH entzieht sich jedem Klischee (sogar der Porno-Produzent, in anderen Filmen stets als schmierig und geldgeil abqualifiziert, wird hier zu einer ernsthaften Figur), und ich kann ihn Fans von Léaud und Rénier empfehlen, weil beide sehr sehenswerte Darstellungen zeigen. Wirklich begeistert hat er mich aber insgesamt trotz des guten Beginns nicht.
Die DVD zeigt den Film in guter Bildqualität (16:9), Ton ist Deutsch und Französisch, deutsche Untertitel sind vorhanden, als Extras gibt es verschiedene Trailer zu erotischen Filmen und den abgefahrenen Kurzfilm "Die Abenteuer von James und David". Mathias "deepred"
21. Mai 2009
Stimme der Rezension größtenteils zu, halte aber die drei Sterne für falsch: 4 Sterne meiner Meinung nach! Sollte jedoch relativiert werden - ich meine den ganzen Mist, der hier auf Amazon 4 oder 5 Sterne erhält, dann wären 5 Sterne auch nicht abwegig.
Ja, das kann ich nachvollziehen, ich war sehr unsicher bei der Sterne-Bewertung und verweise dann lieber auf den Text, der meine Meinung detaillierter wiedergibt als eine Anzahl Sterne. Beste Grüße!
meiner meinung ist das Jugendgefährdend,ab 16 ist lächerlich sowas gehört in ne Porno Videothek, Filme wie SAW werden geschnitten und sind denoch ab 18 verstehe nicht wo bei den testern Jugendgefährdend anfäng oder deren meinung nach vorhanden ist,Porno bleibt Porno ! sowas gehört nicht in Normale Filme ! Das gleiche ist doch auch bei Videospielen angeblich sind die ja sogar Erwachsenengefährdend,ja sehr schlimm so animierte gewalt, aber Pornografie ist was für die Grundschule für jederman damit die Pedaphilen noch mehr spass haben ! Jugendgefährdend finde der film sollte strengstes jugendverbot bekommen und nicht ab 16, zum totlachen wie die filme bewerten