Kundenrezension

88 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vermächtnis des Spielmanns, 25. November 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Sonaten und Partiten (Audio CD)
Diapason d'Or. Choc Le Monde de la Musique. "Platte des Monats" (BBC Music Magazine). "Ein Violin-Ereignis der Extraklasse" (Stereoplay). So wurde die Aufnahme der Violinsonaten und -partiten allseits gepriesen - leider nicht diejenige von Gidon Kremer, sondern die durch Julia Fischer jüngst vorgelegte Einspielung. Warum eigentlich? Historische Aufführungsinformationen sind an Frau Fischer offenbar berührungsfrei vorbeigeglitten. Lebenslange Erfahrung mit und Entwicklung an diesen Solitären kann sie sicher nicht aufweisen. Sie spielt mal eben fünfzig Jahre alte Interpretationsstile nach, gewiss technisch nicht schlecht. Wer will das hören? Offenbar hat sie den Geschmack des Mainstream getroffen, all jener, die ihr zujubeln. Glückwunsch.
Gidon Kremer wird solcher "Erfolg" mit dieser Aufnahme wohl nicht beschieden sein. Es sollte und wird ihn sicherlich nicht sonderlich grämen. Denn was er vorgelegt hat, ist der Ausdruck seines höchst individuellen, "spielmännischen" Vermächtnisses, und das braucht den Jubel der Massen nicht.
Ausdruck seiner individuellen Auffassung - genau dies ist ihm bei dieser Aufnahme zum Vorwurf gemacht worden, über die schon viel Kluges und auch Dummes gesagt worden ist. Natürlich ist "Schönklang" um seiner selbst willen nicht Kremers Ding, war es auch nie. Dabei muss letztlich die hinreißende Differenziertheit seiner Herangehensweise jeden überzeugen, der für Bachs Musik für Soloinstrumente ein offenes Ohr behalten hat. Stets trifft er den rechten Ton der Tanzsätze, das swingt so recht, wo es angebracht erscheint. Klarer als jeder/m anderen gelingt ihm die differenzierte Präsentation der Mehrstimmigkeit, die Verwirklichung barocker Klangrede als Weg und als Ziel - Musik als Klangrede nannte Harnoncourt diese Kunst, die Bach zur Vollendung führt. In vielem fühlte ich mich beim Hören dieser Aufnahme erinnert an die zweite Einspielung, die Pieter Wispelwey von den Bachschen Cellosuiten vorgelegt hat. Vielleicht scheinen die Cellosuiten es uns einfacher zu machen, weil ihre moderne Rezeptionsgeschichte im Prinzip erst mit Casals begann. Kraft, Lebendigkeit, Reichtum, die ganze Palette der in diesen Solomusiken enthaltenen vielen Facetten und Möglichkeiten zu zeigen, das zeichnet diesen Interpretationsstil und Kremers Aufnahme aus.
Was sollen wir von Rezensenten halten, die ihm dies zum Vorwurf machen?
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.01.2011 22:18:49 GMT+01:00
Sie scheinen Gidon Kremer in alle Richtungen verteidigen zu müssen. Ihre Reaktion auf die Einspielung Julia Fischers ist unfair. Es geht nicht darum, jedesmal etwas revolutionär Neues zu liefern, sondern um die ureigene Auffassung und Interpretation des Stoffes. Ich kenne nun wirklich viele Einspielungen dieser Sonaten und Partiten und kann Ihnen sagen, dass die Qualität nicht durch Effekte sondern durch intensive Auseinandersetzung entsteht. Und Letzteres kann man wohl keinem der beiden Künstler absprechen. Ein bischen mehr Respekt wäre angebracht. Oder können Sie das auch so spielen?
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