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Kirche im Dorf lassen, 19. Juni 2011
= Spaßfaktor:
Rezension bezieht sich auf: Homefront (uncut) (Videospiel)
Natürlich kann ich die überwiegend enttäuschten bis komplett vernichtenden Bewertungen für Homefront nachvollziehen; es war kein Titel, nach dessen Beendigung ich mich applaudierend aus dem Stuhl erhoben hätte, aber so schlecht, wie er hier gemacht wird, ist er nun auch nicht. Der Vorwurf der fehlenden Originalität ist zwar gerechtfertigt, aber wenn es nach einem solchen Maßstab ginge, müsste man ja eigentlich 98% aller neueren Spiele und Filme verwerfen. Hier also aus Wohlwollen eine zumindest etwas distanziertere Besprechung von Homefront, die jeder geneigte Käufer (bzw. Videothekenkunde s.u.) beherzigen kann, oder nicht. Ich gehöre tatsächlich zu der Minderheit von Rezensenten, die der Hintergrundgeschichte durchaus etwas abgewinnen können. Der Titel spielt in der Jetztzeit und rechtfertigt sein 'Was-Wäre-Wenn'-Szenario mit der anhaltenden Wirtschaftskrise der USA, die letzendlich zu einer dramatischen Versorgungs- und Energiekrise führt. Gleichzeitig erlebt das kommunistische Nordkorea dank neuer Handelsabkommen mit den arabischen Staaten einen Aufschwung, was letztendlich zu einer panasiatischen Allianz und einem Angriff auf die USA führt. Zugegeben, das ganze ist zwar nicht unbedingt naheliegend, aber mal ehrlich ' wie oft haben Sie noch Lust auf behelmte Wehrmachts-Soldaten zu schießen. Das Spiel gibt sich genügend Mühe, das Szenario plausibel zu machen: Die unvermeidlichen Sammelobjekte des Titels bestehen aus Zeitungsausschnitten und Tondokumenten, in denen sich einzelne (aktuelle) politische Entwicklungen (z.B. die gegenwärtige Arabische Revolution und die Krise des Dollar) zu einem bedrohlichen ganzen zusammenfügen. Dem Spiel gelingt auch eine Darstellung vom Zivilleben unter militärischer Okkupation, die man in so intensiver Form auch noch in kaum einem anderen Titel gesehen hat: Kritiker mögen sagen, dass Homefront emotionalisiert und durch seine drastischen Szenen unterschwellig Propaganda betreibt (und ich widerspreche diesem Vorwurf nicht), es sind aber gerade diese Szenen die einen Großteil der grimmigen Atmosphäre des Spiels ausmachen. Leider verpufft die durchaus vorhandene Stimmung schon nach ca. 20 Minuten, denn sobald man die Papp- äh, ich meine TEAM-Kameraden der örtlichen Widerstandszelle kennengelernt hat, und sich die eigentliche Story in Gang setzt, kommt unweigerlich Enttäuschung auf: Das vorhandene Potential des nordkoreanischen Szenarios hätte eine viel bessere Umsetzung verdient, als einen weiteren linearen und schablonenhaft erzählten FPS, der einem keinerlei Freiheiten zur Erkundung lässt, und letzendlich nur altbekannte Storypunkte abklappert: Die Kampagne beschäftigt einen erfahrenen Spieler nicht länger als einen Abend, einen unerfahrenen höchstens zwei. Gerade genretechnisch versierte Spieler werden sich durch den fast schon infantilen Schwierigkeitsgrad des Titels aber eher früher als später veralbert vorkommen: Insbesonderee in story-technisch relevanten Szenen, führt der Titel die Gegner quasi der Reihe nach vor die Flinte. Nun kann man einwenden, dass die Kritikpunkte hier eindeutig überwiegen, und Homefront daher auch im ganzen keine Nachsicht verdient hat. Ich bin damit aber nur bedingt einverstanden: Der Titel ist zwar ohne Zweifel nur ein weiterer Modern-Warfare-Aufguss, mit nur sehr wenig eigenen Ideen, aber dank des doch eher ungewöhnlichen Szenarios, das den Spieler zur Abwechslung mal nicht in die Irakische Wüste schickt, macht man auch keinen Fehler, wenn man Homefront interessehalber mal eine Chance gibt. Die Eckpfeiler der Story (z..B Basis-Infiltration, Sprengaufträge und natürlich die unvermeidliche Hubschrauber-Eskorte) hat man zwar quasi in identischer Form schon in BlackOps und ModernWarfare gesehen, aber das bedeutet ja nicht, dass sie dieses Mal weniger Spaß machen. Daher gebe ich dem Titel zwar nur die durchschnittliche Wertung von 2 3/4 Sternen für fehlende Originalität, 4 Sterne für Spielspaß sind aber in jedem Fall drin. Also unterm Strich nicht viel mehr als Videothekenmaterial; aber auch beileibe keine spielerische Totalkatastrophe.
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Homefront (uncut) B003VM8MEU
THQ
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Natürlich kann ich die überwiegend enttäuschten bis komplett vernichtenden Bewertungen für Homefront nachvollziehen; es war kein Titel, nach dessen Beendigung ich mich applaudierend aus dem Stuhl erhoben hätte, aber so schlecht, wie er hier gemacht wird, ist er nun auch nicht. Der Vorwurf der fehlenden Originalität ist zwar gerechtfertigt, aber wenn es nach einem solchen Maßstab ginge, müsste man ja eigentlich 98% aller neueren Spiele und Filme verwerfen. Hier also aus Wohlwollen eine zumindest etwas distanziertere Besprechung von Homefront, die jeder geneigte Käufer (bzw. Videothekenkunde s.u.) beherzigen kann, oder nicht.
Ich gehöre tatsächlich zu der Minderheit von Rezensenten, die der Hintergrundgeschichte durchaus etwas abgewinnen können. Der Titel spielt in der Jetztzeit und rechtfertigt sein 'Was-Wäre-Wenn'-Szenario mit der anhaltenden Wirtschaftskrise der USA, die letzendlich zu einer dramatischen Versorgungs- und Energiekrise führt. Gleichzeitig erlebt das kommunistische Nordkorea dank neuer Handelsabkommen mit den arabischen Staaten einen Aufschwung, was letztendlich zu einer panasiatischen Allianz und einem Angriff auf die USA führt. Zugegeben, das ganze ist zwar nicht unbedingt naheliegend, aber mal ehrlich ' wie oft haben Sie noch Lust auf behelmte Wehrmachts-Soldaten zu schießen.
Das Spiel gibt sich genügend Mühe, das Szenario plausibel zu machen: Die unvermeidlichen Sammelobjekte des Titels bestehen aus Zeitungsausschnitten und Tondokumenten, in denen sich einzelne (aktuelle) politische Entwicklungen (z.B. die gegenwärtige Arabische Revolution und die Krise des Dollar) zu einem bedrohlichen ganzen zusammenfügen. Dem Spiel gelingt auch eine Darstellung vom Zivilleben unter militärischer Okkupation, die man in so intensiver Form auch noch in kaum einem anderen Titel gesehen hat: Kritiker mögen sagen, dass Homefront emotionalisiert und durch seine drastischen Szenen unterschwellig Propaganda betreibt (und ich widerspreche diesem Vorwurf nicht), es sind aber gerade diese Szenen die einen Großteil der grimmigen Atmosphäre des Spiels ausmachen.
Leider verpufft die durchaus vorhandene Stimmung schon nach ca. 20 Minuten, denn sobald man die Papp- äh, ich meine TEAM-Kameraden der örtlichen Widerstandszelle kennengelernt hat, und sich die eigentliche Story in Gang setzt, kommt unweigerlich Enttäuschung auf: Das vorhandene Potential des nordkoreanischen Szenarios hätte eine viel bessere Umsetzung verdient, als einen weiteren linearen und schablonenhaft erzählten FPS, der einem keinerlei Freiheiten zur Erkundung lässt, und letzendlich nur altbekannte Storypunkte abklappert: Die Kampagne beschäftigt einen erfahrenen Spieler nicht länger als einen Abend, einen unerfahrenen höchstens zwei. Gerade genretechnisch versierte Spieler werden sich durch den fast schon infantilen Schwierigkeitsgrad des Titels aber eher früher als später veralbert vorkommen: Insbesonderee in story-technisch relevanten Szenen, führt der Titel die Gegner quasi der Reihe nach vor die Flinte.
Nun kann man einwenden, dass die Kritikpunkte hier eindeutig überwiegen, und Homefront daher auch im ganzen keine Nachsicht verdient hat. Ich bin damit aber nur bedingt einverstanden: Der Titel ist zwar ohne Zweifel nur ein weiterer Modern-Warfare-Aufguss, mit nur sehr wenig eigenen Ideen, aber dank des doch eher ungewöhnlichen Szenarios, das den Spieler zur Abwechslung mal nicht in die Irakische Wüste schickt, macht man auch keinen Fehler, wenn man Homefront interessehalber mal eine Chance gibt. Die Eckpfeiler der Story (z..B Basis-Infiltration, Sprengaufträge und natürlich die unvermeidliche Hubschrauber-Eskorte) hat man zwar quasi in identischer Form schon in BlackOps und ModernWarfare gesehen, aber das bedeutet ja nicht, dass sie dieses Mal weniger Spaß machen. Daher gebe ich dem Titel zwar nur die durchschnittliche Wertung von 2 3/4 Sternen für fehlende Originalität, 4 Sterne für Spielspaß sind aber in jedem Fall drin.
Also unterm Strich nicht viel mehr als Videothekenmaterial; aber auch beileibe keine spielerische Totalkatastrophe.
Polygraph
19. Juni 2011
- = Spaßfaktor:
5
- Insgesamt:
5

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