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Kundenrezension

24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein schönes, anregendes, aber auch durchdachtes Buch!, 23. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Geschichte der legendären Länder und Städte (Gebundene Ausgabe)
Umberto Eco hat es geschafft, ein Buch zu schreiben, das sich neben ähnlichen, bereits existierenden Werken, vollauf sehen lasen kann (z.B. "Atlas der legendären Länder" oder "Atlas der fiktiven Orte"). Sehr gelungen ist die Auswahl der Bilder: Man sieht einiges, was man so noch nicht kannte. Auch ästhetisch ein wirklich schönes Buch! Sehr gelungen aber auch die inhaltliche Aufbereitung.

Am Beispiel Atlantis sieht man deutlich, dass Umberto Eco nicht einfach abgeschrieben hat, was andere schon tausendfach wiederkäuten. Vielmehr hat Umberto Eco auch bei diesem umstrittenen Thema eine eigene, überzeugende Linie gefunden.

Im einzelnen zu diesem Beispiel: Die Historie der verschiedenen Atlantis-Lokationen ist bei Eco nicht wie so oft eine dräuende Klimax mit dem Nationalsozialismus als Kulminationspunkt (Zeigefinger!), sondern eine Reise durch die Geschichte, mit dem Nationalsozialismus als einer Station von mehreren. Auch Olof Rudbeck ist bei Eco kein durchgeknallter "Barock-Nazi", sondern ein seriöser Barock-Gelehrter, der sich eben irrte. Ein Umberto Eco weiß so etwas natürlich historisch richtig einzuordnen. Im Video zum Buch wird der Bezug von Hyperboräa (erstaunlicherweise nicht: Atlantis) zum Holocaust dann doch etwas zu eng dargestellt; wie wenn man zum Nationalsozialisten würde, wenn man sich mit dem antiken Hyperboräa (bzw. Atlantis) beschäftigt ... nun ja, es ist nur das Video, deshalb: Schwamm drüber.

Verlassen wir das leidig-fruchtlose NS-Thema und kommen wir zum eigentlichen Thema Atlantis: Schon im "Foucaultschen Pendel" war Eco beim Thema Atlantis wohltuend zurückhaltend - das kommt auch hier zum Tragen. Die Atlantis-Karte des Barock-Gelehrten Athanasius Kircher wird korrekt als "Lage"-Karte bezeichnet, und nicht als Karte, die angeblich das genaue Aussehen von Atlantis wiedergeben wollte. Auch wiederholt Umberto Eco nicht die unsägliche Mär, dass Aristoteles das Atlantis des Platon explizit für eine Erfindung gehalten habe (vgl. zur Aufklärung dieses verbreiteten Irrtums: Franke: Aristoteles und Atlantis, 2012). Ebenfalls unendlich viel gelehriger als der sonst übliche Unsinn ist der Satz: "Wahrheitsbeteuerungen klingen seit Lukians Wahren Geschichten wie ein Fiktionssignal" (S. 438) - sehr richtig: Seit Lukian, aber eben noch nicht zur Zeit Platons! Schade ist, dass nur eine stark gekürzte Übersetzung der Atlantis-Dialoge beigefügt ist. Übrigens handelt es sich um die durchaus gute Übersetzung von Hieronymus Müller von 1857, während das Register behauptet, es sei die Übersetzung von Schleiermacher (eigentlich: Susemihl!) - Schwamm drüber, jedes Buch hat seine Fehler.

Fazit:

Wie am Beispiel Atlantis abgelesen werden kann, bekommt der Leser hier echte Qualität geboten! Das ist nicht einfach eine copy-paste-Zusammenstellung von Bildern und Texten, auf die der Name "Umberto Eco" draufgepappt wurde, das ist wirklich der universal gelehrte Umberto Eco, der seine Bildung anhand der verschiedensten legendären Orte in Wort und Bild breit und bunt vor den Augen des Lesers auffächert.
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Kommentare


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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 02.12.2013 19:28:31 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 02.12.2013 19:29:00 GMT+01:00
Jouvancourt meint:
Das ist keine Rezension, sondern eine richtige Expertise! Danke für diese ausgezeichnete Buchbesprechung!

Veröffentlicht am 11.01.2014 17:22:32 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.01.2014 12:47:19 GMT+01:00
bluespaula meint:
Ein Kriterium für die Qualität des Buches, dass das Thema Atlantis nicht mit NS-Themen verbunden wird, wo es zahlreichste Darstellungen ohne diesen Bezug gibt??? Ein weiteres Kriterium für die Besonderheit des Buches, dass Umberto Eco wissenschaftlich korrekt arbeitet, als Wissenschaftler??? Das Gegenteil wäre wohl eher erwähnenswert.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.01.2014 17:43:53 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 11.01.2014 17:51:00 GMT+01:00
@bluespaula:

Ihr Einwand erscheint unbegründet, denn die von Ihnen verlangten "weiteren Kriterien" für die Qualität des Werkes sind in der Rezension bereits aufgeführt, nämlich in dem Abschnitt, der mit den Worten beginnt: "Verlassen wir das leidig-fruchtlose NS-Thema und kommen wir zum eigentlichen Thema Atlantis". Im Übrigen sagt die Rezension oben nicht, das Umberto Eco "wissenschaftlich" gearbeitet habe, es geht nur darum, dass Umberto Eco eine qualitätvolle, populärwissenschaftliche Sicht vermittelt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.04.2014 21:14:09 GMT+02:00
bluespaula meint:
Ich wage zu bezweifeln, dass die zum Teil sehr symbolträchtigen Zeichnungen, Gemälde, Karten... und die an die Kapitel angehängten Zitate als populärwissenschaftlich bezeichnet werden können. Ich schließe mich der Meinung eines anderen Rezensenten an, dass der rote Faden fehlt und die Auswahl der Orte nicht wirklich plausibel (aber vielleicht populistisch?) sind. Eine systematische, strukturierte, gewichtete Zusammenstellung des Wissenstandes zu einem Ort, in der Fiktion von Fakten unterscheidbar sind, und in die die Zitate eingearbeitet sind, so dass diese verständlich werden und das Gesagte untermauern bzw. veranschaulichen, kann ich nicht erkennen.
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