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Ein Krimi der eher leisen Töne,
16. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Der nützliche Freund: Kriminalroman (Jacques Ricou-Reihe) (Gebundene Ausgabe)
Der französische Ermittlungsrichter Jaques Ricou ermittelt im Falle des Todes des ehemaligen Agenten Marc Leroc. Dieser Fall betrifft den Richter auch sehr persönlich, da seine Freundin Margaux darin verwickelt ist. Unversehens findet sich der Richter in einem der größten Korruptionsfälle und in den Stricken der Politik wieder.
Der nützliche Freund" ist kein Buch, das man nebenher lesen kann. Man muss sich darauf einlassen können und gut Acht geben, dass man sich nicht in den Nebensächlichkeiten, die die eigentliche Handlung nicht wirklich berühren, verliert.
Obwohl der Roman meiner Meinung nach so einige Längen aufweist, habe ich ihn mit Vergnügen gelesen. Mir hat die Sprache gut gefallen, auch wenn der Schreibstil von Ulrich Wickert zunächst gewöhnungsbedürftig ist. Er versteht es aber, in seinem Buch eine Atmosphäre zu schaffen, die mich gefangen genommen hat. Der von ihm erdachte Ermittlungsrichter ist jemand, den ich gerne einmal kennenlernen würde. Er zeigt sich dem Leser sympathisch, aufgeschlossen und von gelassener Wesensart und ist trotz seines verantwortungsvollen Berufes bodenständig geblieben. Er ist der Sympathieträger dieser Geschichte. Neben ihm scheinen alle anderen Figuren zu verblassen und bleiben im Verlauf auch eher flach.
Obwohl immer wieder Andeutungen auf die früheren Fälle Ricous auftauchen, kann man dieses Buch auch lesen, ohne die Vorgänger zu kennen.
Die Story geht eigentlich erst ab Seite 75 so richtig los und schreitet gemächlich voran. Wer einen action- und spannungsgeladenen Krimi sucht, ist mit diesem Buch nicht wirklich gut bedient. Trotzdem halte ich den Roman für gute, gelungene und anspruchsvolle Unterhaltung.
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