Kundenrezension

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geisterschiff auf "Französisch", 19. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Fliegende Holländer (Audio CD)
Überraschungen von Anfang an. Als ich das CD-Cover zum ersten Mal sah, und las das Marc Minkowski der Dirigent ist, war ich doch sehr verwirrt. Das Repertoire, welches dieser Dirgent bisher einspielte bestand zu 90% aus der Epoche des Barock, da sind zu nennen Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Jean Philippe Rameau und Christoph Willibald Gluck. Dann Aufnahmen mit Werken von Wolfgang Amadeus Mozart und Franz Joseph Haydn, und Aufnahmen mit Werken von Jaques Offenbach, also war ich interessiert und bin nicht enttäuscht worden. Was Marc Minkowski mit seinem Orchester Les Musiciens du Louvre hier für ein Feuerwerk abbrennt ist fantastisch. Das beginnt bei der Auswahl seines Sängerensembles und endet in der Aufnahmequalität der Naive Tontechniker. Zum Sängerensemble ist zunächst, der leider für die Aufführung der Bayreuther Festspiele 2012 ausgeladene, weil mit Runen tätowierte russische Bass-Bariton Evgeny Nikitin, welcher einen so aussagekräftigen Holländer auf die Bühne brachte, welcher meines Erachtens nur noch von Interpretationen durch George London, Hans Hotter und Theo Adam in der Neubayreuther Jahren übertroffen wird. Auch die Darstellunge durch Bryn Terfel bei den diesjährigen Festspielen kommt ihm recht nahe. In der Rolle des Daland hier Donald genannt hört man Mika Kares und als Senta Ingela Brimberg, welche im Spinnerlied ihre Verträumtheit wunderbar singend zum Ausdruck bringt. Das Orchester bildet die Umrahmung des Geschehn auf der Bühne und geben somit dem Hörraum die entsprechende Tiefe des Raumes. Den Matrosenchor empfinde ich nicht so überragend dargeboten, hier fehlt mir die Angst in der Interpretation ein wenig. So das waren die ersten beiden CD mit der französischen Fassung von Wagners Werk, natürlich auf deutsch gesungen, komponiert für die Pariser Oper, nach der Novelle von Heinrich Heine "Memoiren des Herrn Schnabelewobski", das er für 500 Franc an den Direktor der Pariser Oper Herrn Léon Pillet verkaufte und in der Zeit von November 1842 bis Januar 1843 dort 11 mal aufgeführt wurde. Just zu diesem Zeitpunkt am 02. Januar 1843 startete des Werk seinen Erfolg im Königlichen Sächsischen Hoftheater in Dresden mit Wilhelmine Schröder-Devrient in der Rolle der Senta. Nun zum zweiten Teil der Aufnahmen, nämlich die Oper "Le Vaisseau Fantome" von Pierre Louis Dietsch, welcher das Werk Wagners dort dirigieren sollte, nachdem nun die Prosaskizzen Wagners 1841 an den Direktor Léon Pillet verkauft waren, veranlasste dieser die Herren Benedict-Henri Révoil und Paul Foucher ein franzöisches Libretto zu erstellen. In die Skizzen Wagners fanden nun noch Einflüsse aus Walter Scotts "The Pirates" und "The Phantom Ship" von James Fennimor Cooper, bekannter wohl als Autor "Der letzte Mohikaner", ihren Niederschlag. Das nun neu entstandene Werk ist die Oper von Pierre Louis Dietsch. Hier bekommt die Geschichte einen romantischen und lyrischen Charakter, welche mit dem "Grusel" Sujet Wagners keinen Bezug hat, und somit ein eigenständiges und jedem Liebhaber der französischen Opern von Meyerbeer, Auber, Halevi und Donizetti die Möglichkeit bietet und eigentlich eine Verpflichtung ist sich dieses Werk zu Gemüte zu führen. Man fühlt sich in Donizettis Opern "Anna Bolena", "Lucia Di Lammermoor" versetzt, und möchte nur noch in der Musik schwelgen. Die Charaktere der Oper sind hier Troil <Holländer> gesungen von Russell Braun, Scriften <Daland> hier ebenfalls von Mika Kares gesungen und Minna <Senta> von Sally Matthews gesungen, sehr lyrisch und harmonisch, sowie in beiden Aufnahmen Eric von Eric Cutter gesungen. Auch hier ist das Klangbild wunderbar rund und räumlich mit gehörger Tiefe des Raumes. Somit ist die neue Aufnahme unter Marc Minkowski sowohl weil es wenige Einspielungen der französischen Fassung von Wagner Werk gibt, als auch als Novum der Ersteinspielung von Pierre-Louis Dietsch Oper des "Holländer" ein MUSS und nur jedem Liebhaber der Oper anzuraten schnell sich dieses Hörerlebnis zu gönnen.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 17.12.2013 18:47:25 GMT+01:00
H.v.Tronje meint:
Es sollte wohl noch gesagt werden, dass hier offenbar eine Frühfassung des "Fliegenden Holländers" eingespielt worden ist, die noch in Schottland und nicht in Norwegen spielt. Dafür sprechen die Namen "Donald" (statt "Daland") und "Georg" (statt "Erik") unter den handelnden Personen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2013 10:38:25 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 18.12.2013 10:41:36 GMT+01:00
Josef Wotan meint:
Hallo H.v.Tronje, die Geschichte spielt in Norwegen, weil Daland <Donald> vor dem Sturm dort vor Anker gehen muss, jedoch ist es wahrscheinlich dass es sich um Schotten handelt. In den Niederschriften zur Oper, welche Richard Wagner nach der turbulenten Überfahrt nach England, hin zum Fluchtpunkt Paris gemacht hat und die Lektüre von Heinrich Heine gelesen hatte, welcher sich widerrum mit Werken von Lord Byron sich beschäftigte bei der Niederschrift seiner "Memoiren des .." hatte schon englischen/schottischen Hintergrund in Gedanken. Erst bei der Aufführung in Dresden hatten die Figuren ihre heutige Namensgebung. Danke für die Info.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2013 14:20:39 GMT+01:00
H.v.Tronje meint:
Ich kenne die Aufnahme noch nicht, aber ich nehme an, dass auch in der Musik nicht die letzte Fassung gespielt wird, also nicht die (insgesamt sehr geringfügigen) "Tristanisierungen" von 1860 am Ende der Ouvertüre und im Finale des Schlussaktes.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.12.2013 16:59:22 GMT+01:00
Josef Wotan meint:
Es ist die Fassung wie sie in der Urfassung von Wagner bestimmt war zur Aufführung in Dresden 1843, und ich habe insgesamt 22 Holländer, aber auch in den Niederschriften von Richard Wagner ist mir dazu nichts bekannt.
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