Kundenrezension

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Argumente der Gegenseite werden ignoriert, 18. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Inflationslüge: Wie uns die Angst ums Geld ruiniert und wer daran verdient (Taschenbuch)
Ich habe das Buch nach Lektüre von Hans-Werner Sinn‘s Buch „Die Target Falle“ zum Verständnis linker Wirtschaftspolitik gekauft.

Zu Beginn wir die Theorie des Geldes angedeutet. Es wird u.a. der Unterschied zwischen Zentralbankgeld und Bargeld einerseits (Forderungen gegenüber der Zentralbank) und Bankeinlagen (Forderungen gegenüber einer konkreten Bank) erläutert. Es wird darauf verwiesen, dass die Zentralbankgeldmenge (M0) sich innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt hat, während gleichzeitig aber die Bankeinlagen (M1,M2) aufgrund der schlechten Wirtschaftslage nur unwesentlich gestiegen sind. Der Unterschied wird durch das fehlende Vertrauen der Banken untereinander erklärt und dadurch dass die deutschen Banken höhere Zinsen für ihre Investments in Spanien forderten (S.69f). Der Autor räumt dann auch ein, dass damit das private Geld durch EZB Geld ersetzt wurde.

Soweit etablierte Theorie. Nun wird es aber spekulativ:

Seine These, dass Inflation nicht weiter schlimm ist basiert im Wesentlichen auf zwei Säulen:
Laut einer Studie über die Inflation in der Weimarer Republik waren von der Inflation weniger die Arbeiter betroffen sondern vielmehr das Bildungsbürgertum und die Wohlhabenden. Denn in dem Wirtschaftsmodell des Autor kann es Inflation nur geben wenn es einen Nachfrageüberhang gibt, welcher höhere Löhne voraussetzt.
Er glaubt auch nicht daran, dass die überschuldeten Staaten ihr Heil in einer Inflationsspirale sehen, denn „die Staaten müssen ja ständig auslaufende Schuldscheine durch neue ersetzen“. Damit ist dann auch die vom Autor durchaus bewunderte finanzielle Repression (d.h. Staaten zahlen weniger Schuldzinsen als der Markt eigentlich einfordert) unmöglich. Genau hier läuft es aber dem Leser von „Die Target Falle“ kalt den Rücken herunter. Die Kernthese dieses Buches lautet nämlich, dass es „den Ländern des Süden gelingt, ihre zu alten Marktbedingungen verzinsten Schulden bei den Gläubigern der Kernländer loszuwerden... Im gleichen Schritt wird das Sparvermögen der Kernländer von marktfähigen Vermögenstiteln in bloße Target-Forderungen umgetauscht, die niemals fällig gestellt werden können“ (Sinn S.339) Also haben wir doch schon die finanzielle Repression. Leider hat der Autor aber offensichtlich Sinn nicht gelesen und geht auf diese Argumente nicht ein. Dafür zieht er es vor sich argumentativ mit dem Soziologe Dobrindt (Generalsekretär der CSU) auseinander zu setzen.
Obwohl fast alle unangenehmen Argumente der Gegenseite zur Eurokrise ignoriert wurden, kann es sich der Autor aber nicht verkneifen, trotzdem noch einen Lösungsvorschlag zur Eurokrise zu liefern. Vergemeinschaftung der übermäßigen Schulden und Tilgung durch eine Vermögensabgabe, „denn schließlich profitieren von den staatlichen Rettungsaktionen in besonderen Maße die Vermögenden. Sie halten direkt oder (indirekt) viele der Staatsanleihen“. Leider hat Sinn aber nachgewiesen, dass wir Deutschen indirekt über die Zentralbank diese Titel halten.

Aber Hans-Werner Sinns Argumente ignoriert der Autor leider konsequent und deshalb ist der Erkenntnisgewinn bescheiden.
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