Kundenrezension

51 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Physikalisches und philosophisches Meisterwerk!, 7. Oktober 2010
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Rezension bezieht sich auf: Einsteins Schleier: Die neue Welt der Quantenphysik (Taschenbuch)
Eines gleich vorweg: (Existenz-)philosophisch stelle ich dieses Buch auf eine Ebene mit Platon/Sokrates und die Sutras. Es begeistert aber auf vielen Ebenen: Zunächst fallen der lebendige Sprachstil, die treffende Wortwahl ohne Modewörter oder Anglizismen und die stets sinnvolle Satzverknüpfung auf.

Zweitens vollzieht das Buch ähnlich wie ein historischer Roman sehr spannend die geschichtliche Entwicklung der Quantenphysik nach. Der Leser kann daran teilhaben, wie die Protagonisten - Planck, Bohr, Schrödinger, Heisenberg, Einstein und andere - durch (Gedanken-)Experimente ihre Weltsicht entweder verteidigt oder erweitert haben. Besonders interessant fand ich z.B., wie Einstein von Bohr mit seiner eigenen Relativitätstheorie widerlegt wurde!

Drittens ist das Buch eines der besten Lehrbücher, die ich je gelesen habe (nicht umsonst ist Zeilinger einer der berühmtesten lebenden Physikprofessoren). Es werden alle wichtigen Quantenphysikexperimente und deren Auswirkungen auf das physikalische Weltbild einfach und anschaulich erklärt, ohne je eine Formel dazu zu benutzen. Man hat hinterher das Gefühl, die ganze Quantenphysik zu kennen, ohne dass man jedoch irgendeine Formel gelernt hätte (außer E=mc2). Er wiederholt die wichtigen Dinge auch immer wieder, so dass man sich sicher sein kann, es wirklich verstanden zu haben.

Und zuletzt ist dieses Buch in philosophischer Hinsicht einmalig. Anders als so viele andere Bücher über dieses Thema und die Philosophie im Allgemeinen sind die Schlussfolgerungen, die Zeilinger zieht, nicht einfach irgendwelche Meinungen oder Gefühle, sondern streng logisch und folgen (auch für den Leser) zwingend aus den Versuchsergebnissen. Er erklärt aber auch sehr schön, welchen philosophischen Theorien die verschiedenen Quantenphysiker anhängen: die Kopenhagener Interpretation, die Viele-Welten-Therie, die Bohmsche Theorie und Mischformen, die die Quantenphysik auf die Mikroebene eingrenzen wollen. Er begründet messerscharf, welche Theorien welche Schwachstellen haben oder eben keine Schwachstelle. Besonders interessant auch "Occams Rasierklinge": Verwende keine Theorie, ohne die man genauso viel erklären kann wie mit dieser Theorie.

Ich glaube, ich kann hier (es ist ja kein Krimi) seine sehr gut begründete Schlussfolgerung verraten: Wirklichkeit und Information sind dasselbe. Welche der bestehenden Religionen und Philosophien damit übereinstimmen und welche nicht, darüber sagt er zwar nichts. Das ist aber auch nicht notwendig, da dies dem interessierten Leser sowieso klar sein sollte und man sich ja auch seine eigenen Gedanken machen möchte.

Eine kleine Bemerkung noch zum "Schwierigkeitsgrad": Man benötigt keinerlei Vorkenntnisse für dieses Buch (das war auch Zeilingers Ziel), außer natürliche die deutsche Sprache, aber an ein paar Stellen muss man sich schon ein wenig konzentrieren. Schließlich tut die Quantenphysik wie auch schon die Relativitätstheorie (die auch erklärt wird) nichts Geringeres, als unseren "gesunden Menschenverstand" in vielen Punkten eindeutig zu widerlegen. Aber dafür wird man auch reichlich belohnt: Wenn man dieses Buch gelesen hat, braucht man sich vor keiner Diskussion über Quantenphysik mehr fürchten, und das eigene Weltbild wird mit Sicherheit eine grandiose Erweiterung erfahren.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.06.2012 12:24:46 GMT+02:00
phoenix567 meint:
Hm... Irgendetwas stimmt hier nicht... Was hat Einstein mit der Quantenphysik zu tun? Einstein hat von der Quantenphysik (Planck, Bohr, Schrödinger, Heisenberg) nichts gehalten und diese bis an sein Lebensende bekämpft. Relativitätstheorie (Einstein) und Quantenphysik (Planck) sind zwei verschiedene paar Schuhe.
Einstein hat zwar unfreiwillig einen Beitrag zur Quantenphysik mit seiner Entdeckung der Photonen (1905) geleistet, aber wie gesagt, unfreiwillig. ("Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt", eine von fünf genialen Publikationen, die er 1905 machte - annus mirabilis genannt).
Übrigens hat Einstein seinen Nobelpreis für seine Photonen-Entdeckung erhalten, und nicht für seine Relativitätstheorie. Letztere ist bis zum heutigen Tage umstritten und in der Universitätswissenschaft nicht gerne gehört oder gelesen.
Die meisten Universitäts-Physiker lehnen Einstein ab. Nur in der Laienbevölkerung, in der Science-Fiction- und in der Esoterik-Szene gilt er als das klassische "Genie" aber mehr im Sinne einer Karikatur.
Seine geniale Formel E=mc2 wird allerdings wissenschaftlich akzeptiert, aber es wird ihr angekreidet dass auch sie nicht alles erklärt und daher unzureichend ist, daher geht die Suche nach der "Weltformel" weiter, siehe Hawking etc. etc.
Das unerklärliche, unlogische Verhalten von Urteilchen und Quanten hat auch Einstein nie erklären können, und speziell die Quanten hat er für eine irreführende Theorie gehalten.
Ohne Quanten(mechanik) würde es aber heutzutage keine Lasertechnick, keine Kernspin-Tomographen und keine Transistoren (- somit keine PC-Computer) geben, auch kein Internet, etc. Irgendwie hat also Einstein nicht so ganz richtig gelegen.
Auch Genies können irren, gell :)) Lol
P.S.1. Übrigens hat Einstein auch nicht die Atombombe erfunden, wie viele glauben. Das war ein Mann namens Oppenheimer, der die Erkenntnisse von Otto Hahn und Lise Meitner in die Praxis umsetzte ("Manhattan-Projekt"). Einstein hatte mit der ganzen Sache wissenschaftlich nichts zu tun. Nur politisch - er empfahl dem Präsidenten Roosevelt, das Manhattan-Projekt zu starten.
P.S.2. Die Quantenphysik oder -mechanik ist eine ganz schizophrene Angelegenheit. Sie ist bis zum heutigen Tage streng wissenschaftlich-mathematisch betrachtet nicht 100 % bewiesen. Daher die Einstein'schen Zweifel. Aber sie ist in die Praxis umsetzbar, sie ist praktikabel und "realistisch" komischerweise. 35 % des Welt-Bruttosozialproduktes werden mit Quantenmechanik erwirtschaftet!
Aber streng wissenschaftlich-logisch gesehen ist sie immer noch nicht bewiesen. Ganz merkwürdige Sache.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.06.2012 16:09:09 GMT+02:00
A. Fessler meint:
Ja, Einstein war ein Gegner der Quantenphysik und hat versucht, diese zu widerlegen. Genau darauf wird in dem Buch eingegangen - sehr lesenswert!
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